Wie gut ist der M400 von Polar? Der Trainingscomputer im Test

Ohne eine GPS-Uhr würde Laufen doch längst nicht so viel Spaß machen. Geschwindigkeit, Kalorien, Puls – alles wichtige Trainingswerte. Nur welche Uhr ist die richtige? Wir haben vier Tester gebeten, den M400 Trainingscomputer von Polar auszuprobieren.

Findet die GPS-Uhr schnell ein Signal? Ist sie einfach zu bedienen? Wie sieht sie am Hangelenk aus? Es ist nicht einfach, die richtige GPS-Uhr fĂĽr sich und seine BedĂĽrfnisse zu finden. Unsere vier Tester nehmen den M400 Trainingscomputer von Polar vier Wochen lang ganz genau unter die Lupe.

Im dritten und abschließenden Feedback wollten wir von den Testern wissen: Wie lange hält der Akku? Motiviert die Uhr zum Laufen? Hat sich das Trainingsverhalten verändert?

(Update: Den M400 gibt es auch in den Farben pink und blau (August 2015))

"FĂĽr mich ist die Uhr der Knaller"

Testerin: Kathrin SchmĂĽlling
Alter: 41 Jahre
Status: läuft zwischen 40 und 60 Kilometer pro Woche und trainiert für Halbmarathon
Nutzung der Uhr: beim Training, im Alltag und nachts. Nur zum Laden wird die Uhr abgenommen

Bewertung GPS-Uhr:
Das GPS Signal findet die Uhr schnell und hält es zuverlässig. Ich hatte nicht einmal Probleme damit. Alle Angaben sind meines Wissens nach korrekt und decken sich mit meinen Erfahrungen.

Bewertung Activity/Schlaf Tracker:
Die Schlafüberwachung ist für mich mehr eine nette Spielerei. Es ist aber trotzdem interessant zu sehen ob sich das morgendliche Gefühl mit der Anzeige „erholsamer Schlaf“ deckt.
Der Activity Tracker macht von Tag zu Tag mehr Spaß, er motiviert mich eine möglichst hohe Prozentzahl zu erreichen.

Bewertung Akku:
Die Akkuleistung könnte besser sein, insbesondere mit GPS-Signal. Bei langen Trainingseinheiten sollte man vorher darauf achten die Uhr zu laden. Auch wäre eine Anzeige in Prozent des Batteriezustandes sinnvoll.

Motivation/Trainingsverhalten:Anfänglich hatte ich Probleme mit dem eingeben meines Trainingsplans, aber die Schwierigkeiten haben sich schnell gelegt. Trainieren ist für mich nun einfacher, da alles in der Uhr angezeigt wird und keine zusätzlichen Dinge wie runtastic mitgeschleppt werden müssen.

Gesamtfazit:
Für mich ist die Uhr der Knaller. Verglichen mit der Garmin forunner 210, die in einem ähnlichen Preissegment angesiedelt ist, ist der M400 von Polar der klare Gewinner. Sie punktet mit ihren vielen Funktionen, die auf der App angesehen werden können und dem schnellen GPS-Empfang. Ich brauche eine unkomplizierte Uhr die mich unterstützt und möglichst viel vereint. Dies ist Polar mit der M400 mehr als gelungen.
Zu bemängeln habe ich nur die Akkuleistung. Außerdem wäre es schön, wenn man im Internet beim erstellen der Trainingspläne seine eigenen Tempozonen eingeben könnte.
Ich hoffe, das mich meine Polar M400 noch lange begleiten wird.

 

"Wer diese Uhr kaufen möchte, macht definitiv keinen Fehler"

Tester: Franziska Schmidt
Alter: 23 Jahre
Status: Triathletin; trainiert fĂĽr 5-KM-Bestzeit in unter 26 Minuten.
Nutzung der Uhr: im Alltag, beim Rennradfahren, Mountainbiken, laufen und wandern

Bewertung GPS-Uhr:
Der GPS-Empfang ist wirklich sehr gut und auch in der Auswertung genau. Der Empfang ist stabil. Aussetzer gibt es nicht. Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Finden des GPS-Signals. Man muss so ruhig stehen bleiben, damit das Signal schnell gefunden wird. Selbst Kratzen am Kopf ist für die Uhr zu viel Bewegung. Das ist vielleicht etwas, was Polar noch verbessern kann.
Die Höhenmeterangabe ist gerade in den Bergen ganz interessant und auch sehr genau. Man kann also immer überblicken auf welcher Höhe man sich gerade befindet und wie viele Höhenmeter man schon bewältigt hat.

Die automatische Rundennahme klappt super gut aber auch manuell ist sie mit einem Klick schnell genommen.
Die Herzfrequenz-Zonen der Uhr basieren auf dem eigenen maximal Puls. Als Anfänger oder Hobbyläufer kann man sich an den Zonen gut orientieren. Sehr genau ist das natĂĽrlich nicht, da es ja auch sogenannten Hochpulser gibt, die dann laut Uhr permanent im intensiven Bereich laufen. Ist aber trotzdem eine gute Option um sein Training zu kontrollieren. Wenn man seine Zonen (z.B. durch eine Leistungsdiagnostik) genau kennt, kann man die  Bereiche auch selbst definieren. Dann ist das natĂĽrlich super!

Ein eindeutiger Pluspunkt der Uhr, ist die detaillierte Trainingsanzeige im Tagebuch auf der Uhr. Man muss die Uhr also nicht immer anschließen um das Training zu analysieren. Neben der Dauer und der Geschwindigkeit werden auch noch die Zonen, die Höhenmeter und die Kalorien angezeigt.
Die Funktionen der Uhr sind wirklich vielfältig und gut durchdacht. Für jeden Läufertyp sind Trainingsoptionen dabei. Diese sind dann auch noch sehr übersichtlich und einfach dargestellt.

Bewertung Activity/Schlaf Tracker:
Ich habe die Uhr in den letzten Wochen jeden Tag getragen. Ich fand es total gut, zu wissen wie viel ich auf der Arbeit laufe. Das tägliche Ziel basiert auf den Angaben die man in der Polar Flow App macht. Bei mir waren das 20.000 Schritte pro Tag. Leider zählt die Uhr keine Schritte, wenn man Treppen geht. Dennoch motiviert mich der Tracker, dass ich mich mehr bewege. Ich parke weiter weg, gehe in jeder kleinen Pause eine Runde spazieren und versuche sogar einige längere Strecken zu gehen (zur Arbeit oder zum einkaufen), wenn ich mal nicht laufen kann wegen einer Erkältung. Manchmal ist es etwas demotivierend, wenn man 11000 Schritte gemacht hat und die Uhr nur 50% anzeigt. Wenn man dann aber mal drei Stunden Rad fährt, hat man direkt 160% des Tagesziels erreicht. Eine Option, in der man morgens einstellt ob man Sport macht oder nicht wäre vielleicht hilfreich.

Die SchlafĂĽberwachung habe ich auch ausprobiert. Ăśberzeugt bin ich davon allerdings nicht. Die Uhr hat mir angezeigt, wie viele Minuten ich erholsam geschlafen habe. Ist eine nette Spielerei aber nicht unbedingt notwendig.
Der Tracker ist besonders gut fĂĽr Menschen, die sich mehr bewegen wollen oder einen Anreiz brauchen, um dabei zu bleiben.

Bewertung Akku:
Die Uhr hält acht Stunden im GPS Modus und sogar 30 Tage, wenn man die Uhr nur als Activitytracker benutzt. Das ist echt super lange. Damit bin ich mehr als zufrieden. Die Uhr kann sich in dem Bereich absolut mit anderen Uhren messen. Das Aufladen geht auch total schnell. Man kann die Uhr auch am Aufladestecker des Handys aufladen. Wenn man mal im Urlaub ist ohne Laptop, braucht man also nur ein Kabel. Sehr praktisch!

Motivation/Trainingsverhalten:
Die Bewegung im Alltag hat sich auf jedenfall geändert. Wie ich schon geschrieben habe, gehe ich mehr und versuche immer mein Tagesziel zu erreichen. Die Uhr ist auch beim Laufen eine gute Motivation. Durch die direkte Rückmeldung über das Training (Schnellste Zeit, weiteste Strecke usw.) ist die Uhr wie ein kleiner Partner am Arm, der einen lobt. Wenn man alleine läuft ist wenigstens die Uhr da die mit einem redet.

Gesamtfazit:
Mein Gesamtfazit ist ĂĽberaus positiv. Besonders gut finde ich den genauen GPS-Empfang und die vielen Trainingsfunktionen. Auch die Autopause ist super.
Positiv aufgefallen ist mir definitiv die Plattform (Polar Flow). Ein besseres Trainingstagebuch gibt es nicht. Daran könnte man nur kritisieren, dass die Plattform nicht offline bedienbar ist.

Die Größe ist für eine Sportuhr ganz gut. Im Alltag manchmal etwas zu groß. Ich wurde sehr oft auf die Uhr angesprochen und musste, egal wo ich war, erklären was diese Uhr kann (beim einkaufen, Kaffeetrinken, beim Arzt und auf der Arbeit). Ist doch ein gutes Zeichen oder?

Gerade das Preisleistungsverhältnis ist absolut in Ordnung. Im Vergleich mit anderen Uhren (TomTom Multisport 180€, Garmin 220 für 250€ oder auch Epson Runsense SF-810 für ca. 300€, die ebenfalls einen Aktivitätsmesser hat) ist sie definitiv ganz weit vorne.

Bis jetzt ist der M400, die Multisportuhr mit den meisten Funktionen in dem Preissegment und absolut empfehlenswert für jeden Sportliebhaber und Läufer!
Wer diese Uhr kaufen möchte, macht definitiv keinen Fehler!

 

"GPS-Uhr/Funktion ist zufriedenstellend"

Tester: Linus Ester
Alter: 26 Jahre
Status: trainiert fĂĽr den Hamburg Marathon und einer Zielzeit von 3:45 Stunden
Nutzung der Uhr: im Alltag und im Training

Bewertung GPS-Uhr:
Die GPS-Uhr/Funktion war insgesamt sehr zufriedenstellend. Wenn man vor dem Lauf das kurze Warten auf Empfang des Signals mit einkalkuliert, sollte es keine bösen Überraschungen geben. Höhenmeter, Puls, Kalorien und Runden werden korrekt gemessen, sofern dies überhaupt zu beurteilen ist. Im Vergleich mit einem gleichzeitig getragenem iPhone entstanden auf jeden Fall nur marginale Unterschiede.
Noch zu erwähnen ist die Back-to-Start Funktion, die einen in unbekanntem Gelände zurück navigieren kann. Da ich aber eigentlich immer nur bekannte Routen laufe, war die Funktion für mich persönlich eher überflüssig.

Bewertung Activity/Schlaf Tracker:
An manchen Tagen habe ich die Uhr den ganzen Tag getragen: morgens bei der Arbeit bis abends nach dem Laufen. Insgesamt aber ist mir die Uhr fĂĽr den Alltag einfach zu groĂź und auffällig. Meine Jacke oder Pulli bleibt beispielsweise öfter dran hängen. Trotzdem ist der Activity-Tracker hin und wieder eine Motivation sich im Alltag mehr zu bewegen. Doch zu oft ist leider einfach nicht die Zeit dazu. Schade ist, dass der Weg zur Arbeit auf dem Rad nur dann getrackt werden kann, wenn der Herzfrequenzgurt angelegt ist. Das ist dann doch eher umständlich.  

Bewertung Akku:
Den Akku habe ich soweit die ersten 3-4  Wochen nie explizit aufgeladen. Einzig beim Daten Ăśbertragen hatte ich das Kabel etwas länger am Laptop gelassen. Daher ist an der Laufzeit in keiner Weise etwas auszusetzen. Ob die Akkuleistung in den nächsten Monaten, Jahren (stark) sinkt, kann ich soweit hier nicht beurteilen.

Motivation/Trainingsverhalten:
Direkt vorne weg: nein, mein Trainingsverhalten hat sich nicht grundlegend verändert. Das liegt wohl einfach daran, dass ich bereits mit Runtastic, bis auf die Herzfrequenzmessung, alle Daten beim Laufen aufgezeichnet habe. Allein die neue zusätzliche Pulsmessung hat nicht dazu beitragen können, mich stärker zu motivieren. Angenommen ich wäre zuvor ohne jedwede Technik gelaufen, bin ich mir aber sicher, hätte mich die Polar M400 ordentlich gepusht.

Gesamtfazit:
Für Läufer, die bisher ihre Leistungen noch gar nicht tracken, sich beim Trainieren speziell an ihrer Herzfrequenz orientieren oder kein sperriges Handy am Arm tragen wollen, ist die Polar M400 in jedem Fall zu empfehlen. Die wichtigsten (und auch weniger wichtigen Daten) werden sehr gut erfasst und anschaulich am PC dargestellt.
Für alle, die bereits eine Running-App nutzen oder auch gerne mit Musik laufen, bietet die M400 nicht viel Neues. Der Activity-Tracker hat mich persönlich nicht 100%ig überzeugt, da ich generell eh relativ aktiv bin und mir auch nicht gerne von einer Uhr sagen lasse, wann ich von der Couch hoch muss.
Ein nettes Gimmick ist die Back-to-Start-Funktion – für Läufer, die mit Handy laufen gäbe es aber auch hier genügend Alternativen. Und die meisten von uns laufen dann doch wahrscheinlich überwiegend die gleiche wohlbekannte Strecke.

 

"Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist in Ordnung"

Tester: Jörn Schröder
Alter: 43 Jahre
Status: läuft drei bis vier Mal pro Woche und trainiert für Marathon
Nutzung der Uhr: Beim Lauftraining

Bewertung GPS-Uhr:
Das GPS ist sehr genau und das Signal ist bei keinem Lauf abgebrochen. Nur bei einem Lauf wurde zu Anfang des Laufes ein etwas versetzter Track aufgezeichnet, und dadurch gab es eine Abweichung bei der Gesamtstrecke. Bei allen anderen Läufen gab es keinerlei Probleme. Nach einem Update auf die Version 1.4 wird das GPS-Signal jetzt schneller erkannt.

Die Pulsanzeige scheint ziemlich genau und störungsfrei zu sein. Hierbei konnte ich keine Aussetzer in der Aufzeichnung feststellen. Die Höhenanzeige ist bei mir auf dem flachen Land nicht besonders Aussagekräftig. Mehr als 10 Meter Höhenunterschied sind schon sehr selten.  

Bewertung Activity/Schlaf Tracker:
Die Aktivitätsfunktion finde ich fĂĽr mich ĂĽberflĂĽssig und wĂĽrde diese sehr gerne gegen eine Navigationsmöglichekit eintauschen ;-) 

Bewertung Akku:
Die Akkuleistung ist für meine Laufumfänge absolut ausreichend. Leider ist die Akkuanzeige nicht sehr genau. Eine Prozent-Anzeige wäre hier sehr hilfreich.

Motivation/Trainingsverhalten:
Grundsätzlich motiviert mich das Training nach einem festen Trainingsplan. Dabei hilft mir eine Auswertung der Laufeinheiten, und die damit verbundene Möglichkeit, dass ich Verbesserungen sofort erkennen kann.

Gesamtfazit:
Es gibt sicherlich günstigere Uhren, die weniger Funktionen bieten. Hier muss man eben abwägen, was man braucht, und auf welches Feature man verzichten kann.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist in Ordnung. Den M400 gibt es auch ohne Pulsgurt, den ja doch einige Läufer nicht benötigen. Dadurch wird Sie noch um einiges günstiger.

Sehr gut gefällt mir die Möglichkeit, dass ich sehr viele eigene Trainingsanzeigen einrichten kann. Alle Werte, die die Uhr erfasst oder berechnet, können beliebig kombiniert werden. Meine Haupt-Anzeige zeigt mir z.B. die Zeit, Gesamtstrecke, durschnittliche Pace und aktuelle Pace an.

Gravierende Negativ-Punkte habe ich nicht gefunden. Besonders vermisse ich die Navigationsmöglichkeit zuvor am PC erstellter Tracks, da ich gerne unbekannte Strecken laufe. Die automatische Synchronisierung ist leider nur Online mit Polar Flow möglich.   

Alles in Allem ist die M400 eine durchdachte gut verarbeitete GPS-Uhr, die sehr viele Funktionen bietet. In der letzten Zeit gab es bereits einige Updates, die neue Funktionen oder Verbesserungen bieten.


Prev Next »

Weitere Seiten