Der Fitbit Charge 2 im Test: „So viel Technik in solch einem kleinen Gerät? Unfassbar!“

Geschrieben von: David Bedürftig

Was kann der neue Fitnesstracker Charge 2 von Fitbit wirklich? Von Herzfrequenzmessung über ganztägiges Aktivitätstracking bis hin zur automatischen Schlaferkennung – unsere vier Tester prüfen alle Funktionen des Charge 2 auf Herz und Nieren.

Dein erster Eindruck vom Charge 2?

Die Tester sollten ihren ersten Eindruck vor dem Training dokumentieren. Wie macht sich der Tracker am Handgelenk? Ist er einfach bedienbar und sind die Funktionen verständlich? Unsere vier Tester Andrea, Franziska, Robert und Ulrich haben Folgendes zu sagen:

„Ein hübsches Accessoire am Handgelenk“

Andrea Kraus, 34 Jahre, Mutter einer 15 Monate alten Tochter. Sportpensum: Zweimal die Woche Laufen, viel mit ihrer „Zaubermaus“ aktiv. Fitness-Level: Mittel.

Der erste Eindruck vor dem Training: Der Fitbit Charge 2 sieht stylish aus. In der Farbe Aquamarin wirkt der Tracker modern aber nicht zu auffällig. Er ist ein hübsches Accessoire am Handgelenk.

Handhabung: Die Bedienung ist einfach, mit einem Klick auf dem Display sind alle Funktionen übersichtlich dargestellt. Durch die Konfiguration über die App, bzw. über die Website, kann der Charge 2 schnell auf die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden.

Der Fitbit ist nahezu der einzige Tracker, der sich mit meinem Windows Phone verbinden kann. Dies funktioniert einwandfrei, nur die Synchronisation mit dem Surface2 läuft bisher nicht. Bei einem ersten Lauf mit Charge 2 und Handy war zunächst nicht klar, ob ich das Training an beiden Geräten starten muss. Über die App kann ein Lauf auch in der Distanz getracked werden, mit dem Charge 2 allein nicht, da er kein eigenes GPS besitzt.

Wie geht’s weiter? Ich will die restlichen Schwangerschafts- und Bequemlichkeitspfunde verlieren. In den nächsten vier Wochen möchte ich gerne das Lauftraining intensiver testen, dafür werde ich den Tracker hauptsächlich verwenden. Außerdem finde ich die Überwachung des Schlafs spannend und die Funktion, die täglich absolvierten Schritte zu zählen.

 

„Die Auswahl an Funktionen überzeugt“

Franziska Fallmann, 22 Jahre, Laufjunkie (erster Marathon dieses Jahr in 3:23h). Sportpensum: 70 Kilometer pro Woche (im Sommer 100 Kilometer), dazu zwei Mal Fitnessstudio. Fitness-Level: Sehr gut.

Der erste Eindruck vor dem Training: Das Band in dunklem Violett ist schlicht und modern gehalten. Ich habe ein sehr schmales Handgelenk, daher war die Wahl der Größe S genau richtig.

Mein Charge 2 ist auch angenehm zu tragen. Ich bin keine Uhrenträgerin, aber der Fitbit sitzt leicht und fest und fällt im Alltag kaum auf. Trägt man eine sehr enganliegende Jacke kann es zu einem Druckgefühl am Unterarm kommen.

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Franziska Fallmann bei ihrem ersten Charge 2 Lauf-Test (Foto: Franziska Fallmann)

Handhabung: Nach kurzer Installation der App ist der Charge 2 einfach zu bedienen. Die persönlichen Daten und Ziele sind je nach Ausführlichkeit in ca. 15 Minuten eingestellt (und ich bin keine Technikexpertin). Die Auswahl an Funktionen überzeugt.

Gleich am ersten Abend habe ich die Schlaffunktion getestet. Zwar war ich laut App mit dem Schlaf zufrieden, trotzdem stört der Fitbit etwas in der Nacht: Die Uhranzeige leuchtet ab und an auf und ich schlafe nur bei absoluter Dunkelheit ruhig.

Bei der Lauffunktion verlieft die Verbindung mit dem Smartphone völlig unproblematisch. Ein Nachteil im Vergleich zu meiner bisherigen Laufuhr (Polar M400): Ich muss beim Lauf das Smartphone mitnehmen. Normalerweise versuche ich, mit so wenig Ballast wie möglich zu laufen.

Wie geht’s weiter? Ich habe einen Büroarbeitsplatz und daher kaum Bewegung im Alltag bis auf meinen Sport. Der Charge 2 soll mir helfen, noch gesünder durchs Leben zu gehen

 

„So viel Technik in solch einem kleinen Gerät? Unfassbar!“

Robert Langfelner, 23, Sportstudent. Sportpensum: Mindestens einmal pro Woche laufen, 2 Mal ins Fitnessstudio (functional training und Calesthenic), dazu Street-Ball und Fußball. Fitness-Level: Top.

Erster Eindruck vor dem Training: Der Fitbit Charge 2 macht auf mich einen hochwertigen Eindruck. Das Design ist schlicht, äußerst Kompakt und funktional. Nach Abnahme der wechselbaren Bänder kann man gar nicht fassen, dass so viel Technik in solch einem kleinen Gerät steckt.

Am Handgelenk ist der Charge 2 komfortabel und hat mich selbst nach dem ersten Schlafen nicht gestört, obwohl ich nachts grundsätzlich keine Uhr trage. Das Armband lässt sich gut justieren, das Gummimaterial bietet bei sportlicher Betätigung und im Alltag einen guten Tragecomfort und vermeidet lästiges Rutschen.

Einzig die Farbe des Armbands hat mich gestört.

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Robert, stolzer Fitbit-Tester (Foto: Robert Langfelner)

Handhabung: Der Charge 2 ist einfach und schnell zu handhaben. Selbst ohne Anleitung, die man vorab in Form der App bekommt, lässt der Charge 2 sich intuitiv Nutzen.

Man hat die Möglichkeit, die Uhr mittels des Knopfs durch die Funktionen zu navigieren oder das Display zu berühren. Der Knopf ist leicht bedienbar, die Druckfestigkeit ist optimal – mal sehen, wie sich das nach längerer Zeit verhält.

Die Modi sind einfach und verständlich zu bedienen. Das Einstellen der Daten und sie Synchronisierung erfolgten problemlos mit Android (Smartphone: Samsung Galaxy S7 Edge). Das GPS Signal meines Smartphones wurde problemlos erkannt und von der Uhr übernommen. Außerdem liebe ich die Gestensteuerung: Wenn man das Handgelenk proniert, um auf die Uhr zu schauen, geht sie einfach an. ☺

Anrufe, Kalender und SMS Benachrichtigungen müssen separat bei den Einstellungen freigeschalten werden. Darauf sollte meiner Meinung nach noch bei der Kurzeinleitung aufmerksam gemacht werden. Anfangs hatte ich auch ein Problem das Armband zu wechseln.

Wie geht’s weiter? Am meisten bin ich auf die Schlaf Überwachung gespannt, da der richtige Schlaf ein äußerst wichtiger Faktor für ein ausgewogenes Training ist.

Sehr motivierend ist außerdem die Wettkampf Funktion, die ich definitiv (mit Freunden) ausprobieren werde.

 

„Weniger Druck ist mehr“

Ulrich Elsäßer, 33, All-Rounder. Sportpensum: Halb- und Marathonläufe, Schwimmen, Mountainbiking, Rennradfahren, Triathlon. Fitnesslevel: Konditionsstark.

Erster Eindruck vor dem Training: Der Fitbit Charge 2 kommt ohne nerviges Zusatzgedöns und Bedienungsanleitung in 14 verschiedenen Sprachen daher. Im Lieferumfang ist lediglich ein Ladekabel, das Gerät und ein dezenter Hinweis auf die Smartphone App. Sehr angenehm. Das Design ist schön schlicht und angenehm unauffällig.

Der Charge 2 wirkt sehr „hoch“ und man befürchtet, dass er sehr vom Handgelenk absteht. Einmal am Arm, war der Fitbit aber kaum spürbar und sehr angenehm. Doch im täglichen Gebrauch störte er leider immer wieder bei langärmligen Oberteilen, da er innen am Ärmel hängen.

Die anfängliche Befürchtung, der Charge 2 würde zu sehr hervorstehen, bestätigte sich leider – wenn aber auch nicht so sehr wie angenommen. Bei kurzärmligen Sportoutfits gibt’s keine Beanstandungen.

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Ulrich trotzt den winterlichen Temperaturen (Foto: Ulrich Elsäßer)

Handhabung: Kein nerviges Bluetooth-Koppeln: Einmal die App gestartet, erkannte diese gleich den Charge 2 und begann eigenständig mit der Kopplung.

Das GPS-Signal ist erstaunlich schnell da, Das Display ist sehr gut lesbar, die weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund kann man auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut erkennen.

Der Seitenknopf lässt sich gut drücken, die Bedienbarkeit des „Touch“-Displays (welcher ja kein richtiges Touchdisplay ist) hakt aber etwas. Ich erwischte mich mehrmals, wie ich wie ungeduldig auf dem Display rumdrückte und nichts passierte. Nach mehrmaligen Versuchen kann man als Fazit schreiben: Weniger Druck ist mehr, eine leichte Berührung reicht.

Anrufe und SMS wurden zuverlässig mit einer markanten Vibration bemerkbar gemacht und auch auf dem Display dargestellt.

Wie geht’s weiter? Arbeitsbedingt kämpfe ich täglich gegen neun Stunden Sitzen und eine kleine Plauze an. Mit dem Charge 2 hoffe ich, einen tapferen kleinen Wächter für mich zu haben, der mich motiviert, abends noch das Kilometerchen extra zu machen und mich etwas an die Hand nimmt, um vielleicht doch mal den Marathon in 3:20h zu schaffen :)

 

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