Fitbit Charge 2 Testing: „Ich bin besessen davon, jeden Tag meine Schrittanzahl zu übertrumpfen!“

Geschrieben von: David Bedürftig

Was kann der neue Fitnesstracker Charge 2 von Fitbit wirklich? Beim Training, im Alltag und in der Nacht - unsere vier Tester haben den Charge 2 jetzt bereits eine Woche genau unter die Lupe genommen. Hier kommt ihr Zwischenfazit.

Dein Charge-2-Zwischenfazit nach einer Woche?

Die Tester sollten möglichst viele Funktionen des Fitnesstrackers ausprobieren und ihre Eindrücke nach einer Woche dokumentieren. Wie macht sich der Charge 2 beim Lauftraining? Was macht die Schlafüberwachung mit dir? Wie läuft die Datenauswertung? Unsere vier Tester Andrea, Franziska, Robert und Ulrich haben ihr Zwischenfazit gefällt:

 

„Die Schlaferkennung passt wie die Faust aufs Auge!“

Andrea Kraus, 34 Jahre, Mutter einer 15 Monate alten Tochter. Sportpensum: Zweimal die Woche Laufen, viel mit ihrer „Zaubermaus“ aktiv. Fitness-Level: Mittel.

Die erste Woche: Ich habe den Charge 2 täglich rund um die Uhr getragen. Ausnahme: Mein Wochenenddienst auf der Intensivstation. Ich bin Laufen gewesen und war mit dem Kind viel unterwegs (spazieren, turnen etc.).

Training: Der Charge 2 ist beim Laufen angenehm und übersichtlich. Durch die Bewegung des Handgelenks sind Daten direkt auf dem Display sichtbar, mittels Bedienung des Zifferblatts können schnell weitere Daten abgelesen werden: Schritte, Herzfrequenz, Herzfrequenzzone (Fettverbrennung, Cardio oder Leistungssteigerung), durchschnittliches Tempo, aktuelles Tempo, Strecke.

Was mir persönlich fehlt: In der Auswertung des Laufs, der über den Tracker registriert wurde, konnte keine Zwischenzeit angegeben werden: Einzelne Kilometer-Zeiten oder schnellster / langsamster Kilometer werden nicht angezeigt. Das finde ich persönlich richtig schade, denn es fehlt mir, um die Läufe vergleichen und auswerten zu können.

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Andrea trägt den Charge 2 rund um die Uhr (Foto: Andrea Kraus)

Sonstiges: Ich habe einmal die geführte Atemübung ausprobiert. Der sich bewegende Kreis hatte eine nahezu meditative Wirkung auf mich.

Die automatische Schlaferkennung passt wie die Faust aufs Auge! Besonders in der Woche, in der meine Tochter erkältet war, ist mir aufgefallen, wie oft ich wach war, wie häufig pro Nacht ich unruhig geschlafen habe. Die Funktion hat sehr genau bestätigt, wie schlecht meine Schlafqualität war ;-)

Auswertung der Daten: Die App ist übersichtlich gestaltet, kann auf die individuellen Schwerpunkte angepasst werden es dauert nur eine halbe Minute, bis die aktuellen Daten des Charge 2 auf dem Handy sind. Die Auswertung über den PC empfinde ich aber als detaillierter. Besonders das Aufzeichnen der Ernährung ist hier besser gestaltet und einfacher einzutragen.

Zwischenfazit: Der Charge 2 macht einfach richtig viel Spaß!

 

„Ich bin besessen davon, jeden Tag meine Schritte zu übertrumpfen!“

Franziska Fallmann, 22 Jahre, Laufjunkie (erster Marathon dieses Jahr in 3:23h). Sportpensum: 70 Kilometer pro Woche (im Sommer 100 Kilometer), dazu zwei Mal Fitnessstudio. Fitness-Level: Sehr gut.

Die erste Woche: Ich habe meinen Charge 2 durchgehend getragen. Außer beim Schlafen, da stört er mich weiterhin.

Training: Mein Training bestand diese Woche aus Laufen, Cardio im Fitnessstudio, Krafttraining und Schwimmen. Beim Laufen war der Fitbit neben meiner Polar ein treuer Begleiter und half mir, mein Schrittziel zu erreichen. Ich bin fast besessen davon, jeden Tag meine Schrittanzahl zu übertrumpfen! Eine schöne neue Motivation.

Bei meinem Lauftraining habe ich ein Treppentraining miteingebaut. Der Charge 2 misst nämlich sogar die zurückgelegten Treppenstufen. Beim Cardiotraining im Fitnessstudio ist es interessant, den Puls zu wissen, weiter werde ich dort aber nicht durch den Tracker beeinflusst.

Franziska Fallmann

Franziskas treuer Begleiter: Der Charge 2 (Foto: Franziska Fallmann)

Sonstiges: Im Arbeitsalltag erinnert mich die kleine Vibration am Handgelenk daran, auch mal kurz aufzustehen. Zwar erreiche ich tagsüber im Büro nie 250 Schritte pro Stunde, aber die hole ich dann in der Mittagspause und abends nach.

Leider konnte ich mein Schwimmtraining nicht aufzeichnen. Für alle zukünftigen Modelle also die Empfehlung: Wasserfest!

Auswertung der Daten:

Meine Daten werte ich regelmäßig mit der App aus. Ich finde die Auswertung in Ordnung, aber nicht notwendig. Für Personen, die genau ihre Kalorien zählen, ist das Ergebnis über die verbrauchten Kalorien bestimmt hilfreich.

Zwischenfazit: Habe mich schon richtig mit dem Fitbit angefreundet. In Zukunft werde ich mich auf den Activity-Tracker und das Laufen mit dem Fitbit konzentrieren.

 

„Endlich weiß ich, ab welcher Herzfrequenz ich am meisten Fett verbrenne“

Robert Langfelner, 23, Sportstudent. Sportpensum: Mindestens einmal pro Woche laufen, 2 Mal ins Fitnessstudio (functional training und Calesthenic), dazu Street-Ball und Fußball. Fitness-Level: Top.

Die erste Woche: Egal ob Training, Arbeit oder Reisen: Den Charge 2 habe ich jeden Tag 24/7 in der ersten Woche genutzt. Anfangs störte er mich beim Schlafen, deshalb trug ich ihn immer etwas lockerer in der Nacht. Nur beim Duschen nehme ich den Charge 2 jedes Mal ab, weil er nicht wasserdicht ist – ein Minuspunkt.

Training: Die Kalorienanzeige, inklusive der Kalorien die man verbrennt, ist ein sehr praktisches Gadget. So weiß ich immer, je nachdem welches Gewichtsziel ich habe, ob ich noch mehr oder nichts mehr zu mir nehmen darf.

Am meisten habe ich den Trainingsmodus genutzt, der mit seiner Vielzahl an Kategorien begeistert. Die Aufschlüsselung ist kompakt und einfach zu handhaben. Endlich weiß ich, ab welcher Herzfrequenz ich am meisten Fett verbrenne. Super ist auch die Einschätzung des Cardiolevels anhand der Herzfrequenz, so weiß man, dass immer noch Potenzial nach oben ist.

Die Bewegungserinnerung empfinde ich als sehr hilfreich, sie motiviert mich, Sport zu treiben und das persönliche Training zu optimieren!

Dennoch gibt es einige kleine Mängel. Beispielweise zeigt die Schlafanzeige mir an, dass ich schon schlafe, auch wenn ich nur im Bett liege und Netflix schaue.

Außerdem fände ich es sehr hilfreich, wenn die Herzfrequenz mit der Fettverbrennung in Bezug auf das jeweilige Training abgebildet würde. Es wäre toll, wenn man in das Schaubild klicken und die jeweiligen Werte noch detaillierter abrufen könnte.

Robert Langfelner

Roberts Trainingsauswertung (Foto: Robert Langfelner)

Sonstiges: Die geführten Atemübungen empfinde ich als sehr hilfreich, da kurze Entspannungsphasen im Alltag sehr wichtig sind, um nicht gestresst zu werden. Die Option zwischen 2 und 5min sind gut durchdacht.

Die automatische Bewegungserkennung hat manchmal kleine Macken, die dennoch nicht weiter schlimm sind. Mir persönlich gefällt der Stumme Alarm sehr gut da ich ihn jeden Tag nutze, um sanft aufzuwachen.

Auswertung der Daten: Bisher nutze ich nur die App als Auswertung, werde ich mir nun auch die Software für den PC laden, um eventuell detaillierte Auswertungen zu erhalten. Die App lässt sich einfach bedienen und die Diagramme und Schaubilder sind einfach zu erkennen.

Zwischenfazit: Ich bin vom Charge 2 überzeugt, er hilft mir sehr bei der Optimierung meines Trainings und liefert ein zuverlässiges Gesamtprodukt. Es könnte dennoch einiges weiter verbessert werden (wasserdicht, noch genauere Diagramme, Trackingeinstellungen).

 

„Die Akkulaufzeit lässt andere Systeme mit Schamesröte davonrennen“

Ulrich Elsäßer, 33, All-Rounder. Sportpensum: Halb- und Marathonläufe, Schwimmen, Mountainbiking, Rennradfahren, Triathlon. Fitnesslevel: Konditionsstark.

Die erste Woche: Ich habe den Charge 2 nicht immer getragen, ich hatte ihn mehrere Male im Büro an und abends beim Laufen gehen. Interessehalber auch einige Male beim Schlafen.

Training: Beim Laufen erfreuten mich die schnelle GPS-Ortung und der unkomplizierte Start am Armband. Aber: Auf dem Weg zu meinem Lauf-Waldstück habe ich noch einige Ampeln vor mir. Leider schaffte ich es nicht, meinen Lauf zu pausieren (obwohl ich eigentlich recht technikaffin bin ;)). Schade, denn die Ampeln und die damit verbundenen Unterbrechungen zogen meinen Kilometer-Schnitt ziemlich runter.

Die Herzfrequenz wird sehr exakt erfasst. Ich habe einfach mal mit einem Pulsmesser eines Freundes meinen Puls mit der Charge 2 verglichen und sie waren bis +- 2/3 Schläge identisch.

Die Bewegungserinnerung kam gefühlt immer zu einer unpassenden Zeit. Aber das ist wahrscheinlich ihre größte Stärke: Mich wachrütteln, wenn ich gestresst am Computer sitze und eigentlich mal aufstehen und die Beine vertreten sollte.

Ulrich Elsasser

Ulrich hat am Dienstag seine Schritte gezählt (Foto: Ulrich Elsäßer)

Sonstiges: Vom Handling her ist der Charge 2 sehr angenehm und die Akkulaufzeit lässt andere Systeme mit Schamesröte davonrennen.

Was mir wirklich fehlt, ist die Möglichkeit, Musik auf den Charge 2 zu laden. Gehe ich laufen, muss ich trotz alledem mein Handy mitnehmen. Dann könnte ich aber auch theoretisch meinen Lauf mit einer Konkurrenz-App aufzeichnen und gleichzeitig Musik hören.

Auswertung der Daten: Der Abgleich zwischen App und Charge 2 ist erstaunlich schnell und übersichtlich. Schlafzyklen werden sofort und anschaulich dargestellt, Schrittanzahl, zurückgelegt Strecke, Kalorien, Trainingszeit etc. werden übersichtlich in der Tageszusammenfassung angezeigt.

Man hat sehr viele Möglichkeiten mit der App: Trinkerinnerung, „Wie viel habe ich getrunken“-Erfassung usw. Aber wie so oft nutzt man im Alltag leider nur wenige Funktionen solcher Apps. Das ist wohl auch eine Gewöhnungs- und Disziplinsache. Ich muss mich noch komplett auf den kleinen Taktgeber am Arm einlassen. Er will mir helfen, nicht kontrollieren (hoffe ich zumindest :)).

Zwischenfazit: Weiterhin finde ich den Charge 2 ein gelungenes Produkt – auch wenn ich zweifele, dass er mich weiterbringt. Mein Eindruck ist, dass besonders Sportneulinge mit dem Charge 2 einen wirklich mächtigen Motivator erhalten.

 

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