Test: New Balance RunIQ: "Starke Uhr, kann die auch beamen?"

Geschrieben von: Ellen-Jane Austin

Die New Balance RunIQ ist eine Smartwatch, die sich vor allem an Läufer richtet. Ob diese sich über die Produktneuheit freuen können? Hier unser Test.

Der Test

Testerin: Ellen-Jane Austin, leidenschaftliche Läuferin in Teilzeit, Musik-Junkie, Foodie, Redakteurin bei Achim Achilles und Fitness-Gadget-Fangirl: "Polar, Fitbit, Garmin, ... ich hab' sie alle gehabt." 
Alter: 35 Jahre
Status: Läuft (wenn sie fit ist) zwischen 15 und 30 Kilometer pro Woche – am liebsten frĂĽh, wenn der Rest der Welt noch schläft, hat schon den Halbmarathon in unter zwei Stunden geknackt, versucht ein bis zwei Mal die Woche zum Yoga zu kommen und bestreitet ihre Wege wenn möglich zu FuĂź oder mit dem Fahrrad. Kann nicht still sitzen.  
Nutzung der Uhr: Vier Wochen; im Alltag, beim Sport (Laufen, Yoga, Wandern, Radfahren)

Bewertung der sportlichen Funktionen

(eine Auswahl)

GPS: 

Zwar musste ich beizeiten ein paar Minuten warten, aber die Streckenmessung schien ziemlich akkurat zu sein. 

Herzfrequenzmessung ĂĽbers Handgelenk:

Prinzipiell funktional, hatte aber doch ein paar Ausreiser, die mir ziemlich unrealistisch vorkamen. Egal fĂĽr wie sportlich ich mich manchmal halten mag, ganz so verblendet, zu glauben, dass mein Puls beim Laufen auf unter 40 sinkt, bin ich dann doch nicht.

Activity Tracker:

Das ĂĽbliche Schritttracking hat problemlos funktioniert und wirkte ziemlich zuverlässig. Die Schrittziele sind felxibel einstellbar. Herrlich – ein Hoch auf die Gamification! Ich liebe es, meine Ziele durch spielerischen Ansporn zu erreichen. 

Workout Tracking:

Das Tracking zu starten ist einfach, unkompliziert und funktioniert einwandfrei. 

Allerdings bietet die RunIQ nur Lauf- und Radtracking an. Beim Yoga war es mir egal, da ich hierbei ohnehin keine Uhr trage. Aber für's Schwimmen wäre es schon schön gewesen. Und sicher fehlen anderen Sportlern noch weitaus mehr Sportarten.

Wasserdichte:

Regen, Dusche, Schwimmbad – war alles kein Problem fĂĽr die sportliche Smartwatch RunIQ. Laut New Balance beträgt die Wasserdichte bis zu 50 Meter. 

 

Bewertung der Alltags-Funktionen 

(eine Auswahl)

Akku: 

Schade, dass die Uhr selten einen ganzen Tag durchhielt. Bis zu 24 Stunden soll der Akku im Normalbetrieb halten und fĂĽnf Stunden bei erweiterter Nutzung, wie z.B. mit Pulsmessung und/oder GPS. Sicher, fĂĽr einen Vier-Stunden-Marathon wĂĽrde es dann reichen, aber was, wenn man mehrere Trainingseinheiten am Tag tracken will? Oder einen längeren Trailrun?

Tragekomfort:

Geschwitzt habe ich nicht unter der Uhr, aber bequem ist was anderes. Zumindest für so schmale Handgelenke wie meine. Außerdem habe ich beim Anwinkeln des Handgelenks gerne mal per Seitenknopf ausversehen ein Training gestartet – etwas nervig – für Menschen mit größeren Gliedmaßen sicher kein Problem.

Bedienung:

Die Bedienung via Touchscreen macht viel Spaß, ist simpel und intuitiv. Ich mag es, bei einer Smartwatch ein rundes Display zu haben (meine letzten beiden Testmodelle waren eckig), hatte aber Sorge, dass die Ecken bei der Bedienung fehlen – war nicht der Fall.

Mini Manko: In hellem Licht ist die Uhr nicht gut lesbar, aber das ist bei vielen Smartwatches und GPS-Uhr der Fall.

Design:

Ein wenig kam ich mir vor, als hätte ich meine alte Casio aus der achten Klasse wieder am Arm – nur die krasse Zukunfts-Version. Wer also auf den technischen Retro-Look steht, dem könnte die Uhr gut gefallen. VerrĂĽckt finde ich, dass die Perforation im Silikonarmband aus kleinen Herzchen gestanzt ist. Oder sehe nur ich das so? 

RunIQArmband

(Foto: New Balance)

Fast schade, dass New Balance nur die Unisex Version rausgebracht hat. Die vielen Herzchen schreien doch regelrecht nach einer "Girl" Edition wie die Casio Baby-G-Shocks damals – oder vielleicht besser Regenbogen-Einhorn-Optik, hat für Rittersport doch auch geklappt.

Musik-Player:

Juhu! Laufen ohne Handy! Musik in der Uhr! Bootoothkopfhörer! Herrlich! Hier haut New Balance 4 GB raus – für mich als fast schon religiösem Musikläufer einfach herrlich. Die Kopplung und das Abspielen haben erstaunlich problemlos geklappt.

Kopfhörer:

Hier hat sich New Balance mit dem dänischen Sportkopfhöreranbieter Jabra zusammengetan. Und ich finde, es hat sich mehr als gelohnt. Die Kopfhörer koppeln sich ratz fatz mit der Uhr, tragen sich bequem, haben beim Laufen nicht gerutscht und der Sound war auch in Ordnung.

Sehr schönes Extra: Man bekommt nicht nur motivierende Tracks auf die Ohren, sondern kann sich auch Daten direkt von der Uhr ins Ohr geben lassen. Quasi Live-Smart-Coaching. Das fand ich sehr motivierend.

RinIQPaceIQ

(Foto: New Balance)

Push-Notifications:

Wie auch andere Smartwatches zeigt die RunIQ Benachrichtigungen zu SMS, Anrufen, Mails, etc. an. Sehr praktisch nicht ständig aufs Handy schauen zu müssen. Ich bin mir sicher, ich wirke gleich viel höflicher.

Gesamtfazit – "Starke Uhr, kann die auch beamen?"

"Starke Uhr, kann die auch beamen?" – das war mein Lieblingsspruch von den unzählingen, die mich während meines Tests der New Banalnce RunIQ erreichten. Vermutlich, weil diese doch recht technischnische und große Uhr an meinem kleinen handgelenk deutlich ins Auge fiel. Wer einen automatischen Gesprächstreiber am Mann tragen möchte, hat hier gewonnen. Tatsächlich kann der Handgelenkscomputer deutlich mehr als eine reine Sportuhr. Nicht nur am Namen erkennt man schnell, dass Läufer klar die Hauptzielgruppe sind. Die Features und Trackingmöglichkeiten sind besonders beim Lauftraining interessant. Mein persönliches Highlight ist die Integration der Musik (4GB) und die Kooperation mit Jabra, bei der ein guter Bluetoothkopfhörer mit motivierender Coaching-Funktion entstand.

Für mich war die Uhr zu klobig, um wirklich komfortabel zu sein. Ich könnte mir vorstellen, dass es auch anderen Frauen so geht.

Die Uhr hat das geliefert was ich erwartet hatte. Tatsächlich hatte ich aber oft den Gedanken: Ich hätte so gerne das Nachfolgermodell (auch wenn es das natürlich noch nicht gibt). Damit meine ich: Ich sehe ganz viel Potetntial, dass die Uhr noch effektiver sein und noch mehr Freude bereiten könnte. Ich bin gespannt, was da noch kommt.

Die wichtigsten Fakten:

Die Basics

  • - AMOLED-Display (Touchscreen, 1,39 Zoll)
  • - Bluetooth
  • - Wlan
  • - Akku: laut Hersteller 24 Stunden bei normaler Nutzung, 5 Stunden mit aktiviertem GPS
  • - Betriebssystem: Android Wear 2.0 (auch mit iPhones koppelbar)
  • - funktioniert auch ohne konstante Verbindung zum Smartphone
  • - ...

Das Sportliche

  • - Herzfrequenz-Messung am Handgelenk
  • - GPS
  • - Beschleunigungssensor
  • - vorinstalliert: Strava (mit Autosynchronisation)
  • - Schritt- und Kalorienverbrauchs-Tracking integriert
  • - wasserdicht bis 50 Meter (dusch- und schwimmtauglich)
  • - verknĂĽpfbar mit Jabra Bluetooth Kopfhörern PaceIQ inkl. Smartcoaching
  • - Silikonarmbänder mit Perforierung 
  • - automatischer Runderzähler (Laufen/Radfahren)
  • - Streckenaufzeichnung
  • - ...

Das Smarte

  • - Vielzahl an Displaydesigns möglich 
  • - Sprachsteuerung (Google)
  • - Push Notifications, Nachrichten, Mails und Anrufen (mit Android teilweise auch beantwortbar)
  • - Auswahl an Drittanbieter Apps (Navigation, Spiele, Sport, Nachrichtendienste, To Do Tools, ...)
  • - Als Fernebienung fĂĽr die Smartphonekamera nutzbar
  • - 4 GB integrierter Musikspeicher
  • - stiller (Vibarations-) Wecker
  • - ...

Kosten: 

  • - UVP 375 Euro

 

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