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Newton-Testaktion – das sagen die Leser

Geschrieben von: Wendelin Hübner

Top oder Flop? Achim-Achilles-Leser unterziehen die Laufschuhe des amerikanischen Herstellers Newton Running einem knallharten Praxistest. Hier die ersten Eindrücke.

 

Achilles-Testerin Steffi: "Es macht Spaß, in den Schuhen zu laufen"
 
Wow, das soll ein Laufschuh sein? Der ist so ... schlicht. Trotz der neongrünen Schnürsenkel und knallorangen Akzente wirkt der Newton irgendwie dezenter als andere Laufschuhe, und trotzdem sportlich. Gefällt mir! Auch wenn der Gatte sogleich aufmüpfig behauptet, sie sähen aus wie vom Discounter. Egal, ich mag sie. „Lady Isaac" heißt das Modell, das mir gerade angepasst wird, und man sagt nicht „neongrün", sondern „lime". Okay. Auffällig ist, dass ich sie, nicht wie bei anderen Laufschuhen, eineinhalb Größen über meiner Normalgröße nehme, sondern nur eine halbe.
 
Der Profi von Newton Running erzählt mir beim Anpassen, dass es sich hierbei um einen neutralen Trainingsschuh handelt, der gut für Anfänger im Newton-Laufstil geeignet ist. Das erste Feeling bei der Anprobe ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Es fühlt sich an, als ob dem Schuh die Hacken fehlen und der ganze Körper leicht nach hinten kippt. Mir wird jedoch erklärt, dass dieser Schuh ganz gerade und flach sei. Die anderen Laufschuhe sind nur so gebaut, dass ich hinten höher stehe. Daher das Empfinden, im Newton zurückzufallen.
 
Ich soll auf der Stelle trippeln, den Oberkörper leicht nach vorne kippen, bis es mich ganz von alleine vorwärts zieht. Das klappt ganz gut, fühlt sich doch recht ungewöhnlich an. Denn neben der fehlenden Hacke hat der Newton am Ballen vier Gummistäbchen, die sich beim Laufen in den Schuh drücken. Durch die niedrige Ferse und den erhöhten Ballen wird man geradezu gezwungen, beim Laufen zunächst auf dem Mittelfuß zu landen. Und das ist genau das was ich will! Mit meinen Antipronationsmoloch-Schuhen aller gängigen Marken habe ich in den vergangenen Jahren versucht, meinen doch recht schmutzigen Laufstil zu verbessern. Ergebnislos. Der Traum, einmal wie die Gazellen einer jeden Laufveranstaltung elegant ins Ziel zu schweben, blieb trotz vieler Laufübungen ein Traum. Ich watschle eben wie eine Ente. Könnte der Newton-Laufschuh vielleicht Abhilfe leisten?
 
Das Modell „Lady Isaac" fühlt sich sehr leicht an. Laut Datenblatt bringt es 252g auf die Wage. Das prüfe ich zu Hause mit der Küchenwaage nach. Meiner wiegt 277g – in Größe 39,5. Das ist immerhin weniger als die sonstigen Antipronationswunder mit knapp 300g.
 
Der Profi hat mich beim Abschied noch gemahnt, es am Anfang nicht zu übertreiben. Auch wenn ich wegen meiner Pronation das Einsteigermodell bekommen habe, könnte mich der Muskelkater am nächsten Tag überraschen. Nach einem Blick auf meinen Trainingsplan beschließe ich also, dass Intervall und 130 Minuten-Lauf nichts für den Anfang sind, und entscheide mich für einen 8km-Tempolauf. Schon beim Verlassen der Haustür fühle mich auch schon sehr gazellenhaft in meinen Newtons. Die ersten zehn Minuten Einlaufen fühlen sich recht ungewohnt an, aber schon nach ein paar Schritten merke ich, dass es sich richtig anfühlt. Ich experimentiere ein wenig mit den Schritten. Mit dem Vorderfuß aufkommen geht fast gar nicht, da die Lamellen am Ballen mich auf den Mittelfuß zwingen. Man kann sozusagen gar nicht falsch laufen. Ich hoffe also, dass alle meine Achillessehnen und Knie entspannt bleiben. Es fühlt sich gut an. Fast schon gazellenartig. Ein Blick in die Scheibe der Apotheke an der Ecke bestätigt mir zweierlei: Ich laufe tatsächlich auf dem Mittelfuß und: Ich bin noch keine Gazelle.
 
Beim Tempolauf fühlen sich die Schuhe schon ganz normal an, es macht Spaß zu laufen. Ein Blick auf die Statistik sagt mir, dass ich weder schneller noch langsamer bin als sonst, und auch der Puls bleibt in erwarteten Grenzen. Insgesamt bin ich zwar eine Sekunde pro Kilometer langsamer als sonst, aber es ist heute auch vier Grad wärmer. Der Lauf war angenehm, ich habe mich schnell an die merkwürdigen Newton-Lamellen gewöhnt, im Prinzip war die Umstellung fast so wie bei jedem neuen Laufschuh. Nun bleibt die Hoffnung, dass ich auch morgen noch Gazelle bin und mich nicht dank Muskelkaters wie ein Elefant bewege.
 
 
Achilles-Tester Mark: "Der Schuh ist angenehm leicht"
 
 
Der Lauf über 30 Minuten und zirka 5 Kilometer war völlig neu für mich, da ich mich ständig auf das Vorfußlaufen konzentrieren musste. Der Schuh selber ist angenehm leicht und passt hervorragend. Dadurch lässt man sich schnell zu einem schnellen Laufen verleiten, was ich beim zweiten Lauf über 75 Minuten mit einem üblen Muskelkater honoriert bekam.
 
Deshalb zunächst mein Tipp: Langsam und kurz anfangen, wenn man nicht sowieso schon auf dem Vorfuß läuft. Die dritte Laufeinheit war deshalb sehr kurz und langsam, dafür konzentriert gelaufen. Und ich muss feststellen es geht bereits nach kurzer Zeit, das man automatisch Vorfuß läuft, da der Schuh dies durch seine Konstruktion fördert und unterstützt. Die Verarbeitung ist gut, das Styling sicherlich Geschmackssache.
 
 
Achilles-Testerin Barnali: "Die Schuhe haben mir sehr gut gefallen"
 
Das Fazit zum Anfang: Die Schuhe haben mir wirklich sehr gut gefallen. Bester Beweis ist, dass ich einen 7,5-km-Wettkampf mitgemacht und meine Bestzeit um zirka 30 Sekunden verbessert habe. Für mich ein großer Erfolg.
 
Die spannende Frage: Was spricht für einen Kauf und was dagegen?
 
Folgendes fand ich einfach klasse: Die Verbesserung der Schnelligkeit. Ich bin mir sicher, dass ich bei mehr Ehrgeiz und mehr Kilometer pro Woche (zurzeit zirka 25 bis 30 km pro Woche) und mehr Wettkampfteilnahmen (im Moment nicht mehr als acht im Jahr und auch eher Funläufe), mir die Schuhe kaufen würde, weil sie, wie schon im letzten Bericht geschrieben, leicht sind, einen angenehmen Tragekomfort bieten und den Druck nach vorn verstärken, so dass man eigentlich automatisch schneller läuft. Das Laufgefühl ist je nach Untergrund entfernt vergleichbar mit Spikes, da ja vier „Blöcke" pro Fuß „untergebaut“ sind (unter dem Vorfuß). Der Druck, mehr nach vorn zu laufen und nicht den Fuß abzurollen, wird verstärkt. Was ich interessant fand. Dass die Schuhe wirklich anders sind als meine vorigen (Asics, Adidas, Brooks, Reebok). Diese Blöcke unter den Füßen sind ungewöhnlich und für mich eine wirkliche Neuerung im Vergleich zu den Verbesserungen, die sonst angeboten werden (mehr oder weniger Dämpfung oder Stabilität und ähnliches).
 
Was für mich persönlich dagegen spricht: Der Preis. Das Paar, was ich habe, kostet laut Internet rund 180 Euro. Ich kaufe mir normalerweise Paare, die um die 80 bis 120 Euro kosten. Mit denen komme ich auch gut klar. Und da ich mich eher als Hobbyläufer betrachte, bin ich mir nicht sicher, ob die Schuhe für mich nicht überkandidelt sind.
 
Geduld muss man auch aufbringen: Was ich unangenehm fand, ist, dass meine Füße nach etwa 50 Minuten manchmal einschlafen. Zu eng sind die Schuhe nicht geschnürt, es muss an meiner Technik liegen. Man muss aber sagen, dass Newton meint, dass man einige Zeit braucht, um sich an die Schuhe zu gewöhnen. Zwei Wochen sind zu kurz, um sich ein finales Urteil zu bilden. Sechs Wochen sollte man den Schuhen gönnen.
 
Deshalb: Für Menschen, die viel laufen, die viel an Wettkämpfen teilnehmen, die öfter Tempoläufe machen und den Vorfußlauf trainieren möchten, sind die Schuhe einfach sehr gut, und ich kann jedem empfehlen, sich die Schuhe zu kaufen.
Achilles-Tester Egbert: "Vorfußlaufen klappt besser als ich dachte"
 
Meine Lauferfahrung mit dem Newton Sir Isaac Men's Trainer Ws./Orange:
 
Tag 1: 6-km-Lauf auf festem Waldboden. Neue Laufphilosophie:
a. Mittelfuß, b. Ferse, c. Vorderfuß – in dieser Reihenfolge sollte man auftreten. Nach mehrmaligem Trockentraining zu Hause heute DER Tag.
 
Ich sollte mir die Reihenfolge verinnerlichen, Mitte – Hacken – Zehen. Immer wieder, immer wieder. Die Hüfte etwas nach vorne, und der Oberkörper ebenfalls etwas. Nun geht’s endlich los. Ich laufe über die Straße und ab in den Wald. Habe ich Plattfüße? Nein, ich muss so laufen. Weiter so, nur nicht an den jahrzehntelangen Rhythmus von Ferse-Mittelfuß-Vorderfuß denken. Aber es klappt, besser als ich dachte. Konzentriert laufe ich meine Trainingsstrecke, heute interessiert mich kein Wildschwein, kein Hundebesitzer mit Anhang und auch nicht die Sportlichen mit den Stöckern nebeneinander gehend. Der Oberkörper immer etwas leicht nach vorne geneigt (wie beim Berglauf), und schon läuft es sich besser mit der neuen Laufphilosophie. Ich freue mich schon auf morgen.
 
Tag 2: Auf geht’s, Oberkörper nach vorne, und los:
8 km – 70 Prozent Waldboden, 30 Prozent Asphalt. Es läuft sich gut, ich muss natürlich an meinem Laufstil immer noch arbeiten, bin aber optimistisch. Bei den letzten zwei Kilometer fangen die Fußballen an zu kochen. Etwas ungewöhnlich, denn schließlich wurden sie bei meinen früheren Läufen nicht so sehr in Mitleidenschaft gezogen wie zurzeit. Aber auch heute keine Schmerzen, kein Kribbeln oder Unwohlsein der Gelenke nach dem Lauf.
 
 
Tag 3: Wieder eine neue Laufstrecke. Diesmal 7,5 km mit zirka 90 Prozent Asphaltboden. Immer noch kein Muskelkater, aber leichte Schulter- und Nackenverspannung. Egal, da muss ich durch. Sportler müssen leiden.
 
Tag 4: -----
 
Tag 5: Siehe 3. Tag, aber heute mit 5 x 30 Sekunden Tempo-Dauerlauf mit längeren Schritten. Stärkerer Absprung und höhere Flugbahn. Dieser Schuh macht es hervorragend mit. Wesentlich bessere Laufzeit.
 
Tag 6: 6 km, aber mit leichtem Muskelkater gelaufen. Egal, da muss ich durch, das wird wegtrainiert.
 
Tag 7: -----
 
 
Achilles-Tester Dirk: "Sehr gewöhnungsbedürftig"
 
Es läuft... na ja... nicht schlecht... Allerdings nutze ich den Schuh auch nicht täglich, sondern vielmehr als "Trainingsergänzungsmittel". Konkret: Da ich definitiv nicht weg vom Ballenlaufen will, ziehe ich mir die Schuhe nur zum Tempotraining auf der Bahn an. Das wiederum mache ich natürlich nicht täglich (ich verweise da auf meinen Achilles-Beitrag „Hölle Days on Ice"), jedoch zwei-, dreimal in der Woche. Fazit: Beim Einlaufen oder beim ruhigen Trab empfinde ich die Newtons immer noch als sehr gewöhnungsbedürftig, weil ich nicht so laufen kann, wie ich es kenne. Für Tempoläufe, bei denen ich ohnehin stärker auf dem Vorfuß gehe, sind die Schwerkraftsteile wenn nicht gerade ein Traum, aber immerhin doch so wertvoll wie ein kleines Steak.
 
Und wo ich schon beim Thema Fleisch bin: Waden und Schinken jubeln nach fünfmaligem Bahn-Bolzen über zunehmende Kräftigung und Straffung – das ästhetisiert und ist damit sogar noch partnerschaftsförderlich. Zumindest deute ich so die anzüglichen Aussagen meiner zwar nicht laufenden, aber dennoch geliebten Freundin bezüglich des Läufers Beine und Backen...
 
Schlussbemerkung: Der Newton ist nicht die eierlegende Wollmilchsau, aber ein tempotrainingsergänzender Beine-Po-Schuh, den ich gern weiter teste.
 
Im Ernst: Ich wäre angesichts des fürstlichen Entgelts, das ich dem Laufschuh-Handlanger entrichten müsste, nicht auf den Gedanken gekommen, mir die Botten zuzulegen. Anziehen werde ich die Newton-Schuhe jedoch regelmäßig. Ob die erste Testphase der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ist? Ich glaube nicht. Aber für eine heiße läuferische Affäre, um nicht vom Fremdgehen, äh Fremdlaufen zu sprechen (sorry, Adizero Tempo, sorry, Adizero Adios) taugt Meister Newton allemal...
 
 
Achilles-Tester Martin: "Sehr positiver Eindruck"
 
Seit einer Woche laufe ich jetzt den „Sir Isaac Neutral Guidance Trainer" von Newton und habe in dieser Zeit zirka 55 km absolviert. Zunächst einmal fällt auf, dass er sich im Vergleich zu meinen sonstigen Stabilschuhen (ich bin Überpronierer) Saucony Hurricane und Brooks GTS Adrenaline relativ leicht anfühlt. Dieser Eindruck resultiert insbesondere aus dem sehr nachgiebigen, da grobmaschigen Meshgewebe. Auch fehlen stützende Elemente wie etwa das „Archlock" beim Saucony, so dass man zunächst ungewohnt wenig Halt im Schuh hat. Dieser erste Eindruck setzt sich beim Laufen allerdings erstaunlicherweise bereits nach kurzer Eingewöhnung nicht fort, was wahrscheinlich an dem speziellen Konzept des Newton liegt. Der Newton-Schuh ist so konstruiert, dass er den Bewegungsablauf beim Laufen auf den Vorderfuß lenkt. Dabei setzt man auf Lamellen auf, die in Laufrichtung in der Sohle aufgesetzt sind. Anstatt der normalen Sohle hat der Newton nämlich vier Lamellen, die bei jedem Schritt eingedrückt werden und die die Energie beim Abdruck wieder abgeben (daher auch der Name Newton: Aktion = Reaktion).
 
Zunächst ist das Laufen etwas ungewohnt, da man die Lamellen unter dem Fußballen spürt (wenngleich mein Modell noch relativ gering ausgeprägte Lamellen hat). Nach kurzer Zeit gewöhnt man sich jedoch daran. Bisher habe ich noch keine längeren Läufe, nicht mehr als 15 km, gemacht, so dass ich noch nicht beurteilen kann, ob man dann doch Probleme mit den Ballen bekommt. Insgesamt habe ich einen ersten sehr positiven Eindruck von den Newton. Wenngleich eine Woche Testlaufen natürlich noch kein endgültiges Urteil erlaubt. So, jetzt geh ich mal weiter testen – bis nächste Woche, dann gibt's einen ausführlichen Abschlussbericht...
 
 
Achilles-Testerin Sabine: "Der Porsche unter den Laufschuhen"
 
Da war ich also gespannt wie ein Flitzebogen auf das Testtragen der neuen Newton-Schuhe. Meinen Trainingsplan hatte ich extra geändert, so dass ich nun abends gleich nach dem Erhalt des Testpaares laufen ging. Doch kaum hatte ich beide Füße in die Schuhe hineingesteckt, die Schuhbänder extra sorgfältig zugebunden, fühlte ich mich beim ersten Stehversuch im Newton ein wenig wie auf den von mir aus Interesse am Überleben gemiedenen Schlittschuhen: Da hatte ich nun tatsächlich einen Klotz am Bein, beziehungsweise ja eigentlich vier davon unter jedem Fußballen. An die Newton-Dämpfung, die eben nicht die Ferse, sondern den Vorderfuß dämpft, muss man sich tatsächlich gewöhnen. Aber Stehen klappte dann sehr schnell, und auch mein anschließender erster Lauf verlief wunderbar: Ich lief die üblichen fünf Kilometer irgendwie schneller als sonst. Und trotz meines scheinbaren Geschwindigkeitsrausches (diesmal überholte mich als Laufanfängerin keine alte geheingeschränkte Dame mehr!) riskierte ich den ein oder anderen Blick auf die Schuhe mir entgegenkommender – und verdammt nochmal auch: mich überholender Läufer: Liefen die eigentlich auch in den sagenumwobenen Newtons? Ich konnte nichts erkennen; überall wo ich hinsah blinkten mich nur drei Streifen an. Ich war also allein auf weiter Spur mit meinen neuen Laufschuhen. Die haben keine drei Streifen und auch sonst kein allzu bekanntes Logo – noch nicht – und mögen für das laienhafte Auge aussehen wie ein paar Schuhe, die man sich eben bei Aldi geholt hat.
 
Trotzdem: Der Newton ist ja eher der Porsche unter den Laufschuhmodellen. Da ich mit dem Laufen aber erst vor Kurzem begonnen habe, kreisten meine Gedanken während der Runde zum Park darum, ob ich nicht doch lieber beim Modell „Öffentliche Verkehrsmittel“ statt Luxuskarosse bleiben sollte. Noch spürte ich beim Laufen keinen allzu enormen Unterschied – auf den Fersen war ich auch vor den neuen Schuhen nicht gelaufen. Umso deutlicher drängelte sich nun jedoch tatsächlich mein Vorderfuß, konkreter: meine Zehen in den Vordergrund. Dies jedoch auf eher unlebendige Art und Weise: nach etwa der Hälfte meiner Strecke hatte ich das Gefühl, meine Zehen seien eingeschlafen. Hatten ihnen die Klötze unter den Fußballen alle Luft zum Atmen abgeschnürt?
 
Ich nutzte jede rote Ampelphase, um kurz stehenzubleiben und meine Fußfinger in kreisenden Bewegungen zum Aufwachen zu bringen. Der angekündigte Muskelkater, der in der Umstellungsphase von öffentlichen Verkehrsmitteln („normale“ Laufschuhe) auf Luxuskarosse („Newton“) folgen sollte, stellte sich bei mir zwar nicht ein (Frauen laufen wohl von Natur aus eher vorne), trotzdem störte mich das Einschlafen meiner Zehen. Das zeigte sich auch in den folgenden Testläufen doch erheblich. Ich mag die Schuhe sonst gern, finde, ich habe ausreichend Halt, latsche nicht zur Seite weg, kippe und knicke trotz Minimalmaß an Stützmaterial im Schuh selbst nicht ab, möchte jedoch meine zehn Zehen beim Laufen nicht außen vor lassen müssen. Ob meine gesteigerte Geschwindigkeit (insgesamt habe ich nun bereits schon fünf oder sechs andere Laufanfänger überholt!) nun trotz vom Absterben bedrohter Zehen auf die neuen Schuhe zurückzuführen ist oder einfach nur diszipliniertem Training geschuldet ist, bleibt offen. Ich teste die Newtons erstmal weiter.

Achilles-Testerin Steffi: "Es macht Spaß, in den Schuhen zu laufen"

Wow, das soll ein Laufschuh sein? Der ist so ... schlicht. Trotz der neongrünen Schnürsenkel und knallorangen Akzente wirkt der Newton irgendwie dezenter als andere Laufschuhe, und trotzdem sportlich. Gefällt mir! Auch wenn der Gatte sogleich aufmüpfig behauptet, sie sähen aus wie vom Discounter. Egal, ich mag sie. „Lady Isaac" heißt das Modell, das mir gerade angepasst wird, und man sagt nicht „neongrün", sondern „lime". Okay. Auffällig ist, dass ich sie, nicht wie bei anderen Laufschuhen, eineinhalb Größen über meiner Normalgröße nehme, sondern nur eine halbe. 

Der Profi von Newton Running erzählt mir beim Anpassen, dass es sich hierbei um einen neutralen Trainingsschuh handelt, der gut für Anfänger im Newton-Laufstil geeignet ist. Das erste Feeling bei der Anprobe ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Es fühlt sich an, als ob dem Schuh die Hacken fehlen und der ganze Körper leicht nach hinten kippt. Mir wird jedoch erklärt, dass dieser Schuh ganz gerade und flach sei. Die anderen Laufschuhe sind nur so gebaut, dass ich hinten höher stehe. Daher das Empfinden, im Newton zurückzufallen.

Ich soll auf der Stelle trippeln, den Oberkörper leicht nach vorne kippen, bis es mich ganz von alleine vorwärts zieht. Das klappt ganz gut, fühlt sich doch recht ungewöhnlich an. Denn neben der fehlenden Hacke hat der Newton am Ballen vier Gummistäbchen, die sich beim Laufen in den Schuh drücken. Durch die niedrige Ferse und den erhöhten Ballen wird man geradezu gezwungen, beim Laufen zunächst auf dem Mittelfuß zu landen. Und das ist genau das was ich will! Mit meinen Antipronationsmoloch-Schuhen aller gängigen Marken habe ich in den vergangenen Jahren versucht, meinen doch recht schmutzigen Laufstil zu verbessern. Ergebnislos. Der Traum, einmal wie die Gazellen einer jeden Laufveranstaltung elegant ins Ziel zu schweben, blieb trotz vieler Laufübungen ein Traum. Ich watschle eben wie eine Ente. Könnte der Newton-Laufschuh vielleicht Abhilfe leisten?

Das Modell „Lady Isaac" fühlt sich sehr leicht an. Laut Datenblatt bringt es 252g auf die Wage. Das prüfe ich zu Hause mit der Küchenwaage nach. Meiner wiegt 277g – in Größe 39,5. Das ist immerhin weniger als die sonstigen Antipronationswunder mit knapp 300g.
Der Profi hat mich beim Abschied noch gemahnt, es am Anfang nicht zu übertreiben. Auch wenn ich wegen meiner Pronation das Einsteigermodell bekommen habe, könnte mich der Muskelkater am nächsten Tag überraschen. Nach einem Blick auf meinen Trainingsplan beschließe ich also, dass Intervall und 130 Minuten-Lauf nichts für den Anfang sind, und entscheide mich für einen 8km-Tempolauf. Schon beim Verlassen der Haustür fühle mich auch schon sehr gazellenhaft in meinen Newtons. Die ersten zehn Minuten Einlaufen fühlen sich recht ungewohnt an, aber schon nach ein paar Schritten merke ich, dass es sich richtig anfühlt. Ich experimentiere ein wenig mit den Schritten. Mit dem Vorderfuß aufkommen geht fast gar nicht, da die Lamellen am Ballen mich auf den Mittelfuß zwingen. Man kann sozusagen gar nicht falsch laufen. Ich hoffe also, dass alle meine Achillessehnen und Knie entspannt bleiben. Es fühlt sich gut an. Fast schon gazellenartig. Ein Blick in die Scheibe der Apotheke an der Ecke bestätigt mir zweierlei: Ich laufe tatsächlich auf dem Mittelfuß und: Ich bin noch keine Gazelle.

Beim Tempolauf fühlen sich die Schuhe schon ganz normal an, es macht Spaß zu laufen. Ein Blick auf die Statistik sagt mir, dass ich weder schneller noch langsamer bin als sonst, und auch der Puls bleibt in erwarteten Grenzen. Insgesamt bin ich zwar eine Sekunde pro Kilometer langsamer als sonst, aber es ist heute auch vier Grad wärmer. Der Lauf war angenehm, ich habe mich schnell an die merkwürdigen Newton-Lamellen gewöhnt, im Prinzip war die Umstellung fast so wie bei jedem neuen Laufschuh. Nun bleibt die Hoffnung, dass ich auch morgen noch Gazelle bin und mich nicht dank Muskelkaters wie ein Elefant bewege.

Achilles-Tester Mark: "Der Schuh ist angenehm leicht"

Der Lauf über 30 Minuten und zirka 5 Kilometer war völlig neu für mich, da ich mich ständig auf das Vorfußlaufen konzentrieren musste. Der Schuh selber ist angenehm leicht und passt hervorragend. Dadurch lässt man sich schnell zu einem schnellen Laufen verleiten, was ich beim zweiten Lauf über 75 Minuten mit einem üblen Muskelkater honoriert bekam.

Deshalb zunächst mein Tipp: Langsam und kurz anfangen, wenn man nicht sowieso schon auf dem Vorfuß läuft. Die dritte Laufeinheit war deshalb sehr kurz und langsam, dafür konzentriert gelaufen. Und ich muss feststellen es geht bereits nach kurzer Zeit, das man automatisch Vorfuß läuft, da der Schuh dies durch seine Konstruktion fördert und unterstützt. Die Verarbeitung ist gut, das Styling sicherlich Geschmackssache.

Achilles-Testerin Barnali: "Die Schuhe haben mir sehr gut gefallen"

Das Fazit zum Anfang: Die Schuhe haben mir wirklich sehr gut gefallen. Bester Beweis ist, dass ich einen 7,5-km-Wettkampf mitgemacht und meine Bestzeit um zirka 30 Sekunden verbessert habe. Für mich ein großer Erfolg.
Die spannende Frage: Was spricht für einen Kauf und was dagegen?

Folgendes fand ich einfach klasse: Die Verbesserung der Schnelligkeit. Ich bin mir sicher, dass ich bei mehr Ehrgeiz und mehr Kilometer pro Woche (zurzeit zirka 25 bis 30 km pro Woche) und mehr Wettkampfteilnahmen (im Moment nicht mehr als acht im Jahr und auch eher Funläufe), mir die Schuhe kaufen würde, weil sie, wie schon im letzten Bericht geschrieben, leicht sind, einen angenehmen Tragekomfort bieten und den Druck nach vorn verstärken, so dass man eigentlich automatisch schneller läuft. Das Laufgefühl ist je nach Untergrund entfernt vergleichbar mit Spikes, da ja vier „Blöcke" pro Fuß „untergebaut“ sind (unter dem Vorfuß). Der Druck, mehr nach vorn zu laufen und nicht den Fuß abzurollen, wird verstärkt. Was ich interessant fand. Dass die Schuhe wirklich anders sind als meine vorigen (Asics, Adidas, Brooks, Reebok). Diese Blöcke unter den Füßen sind ungewöhnlich und für mich eine wirkliche Neuerung im Vergleich zu den Verbesserungen, die sonst angeboten werden (mehr oder weniger Dämpfung oder Stabilität und ähnliches). 

Was für mich persönlich dagegen spricht: Der Preis. Das Paar, was ich habe, kostet laut Internet rund 180 Euro. Ich kaufe mir normalerweise Paare, die um die 80 bis 120 Euro kosten. Mit denen komme ich auch gut klar. Und da ich mich eher als Hobbyläufer betrachte, bin ich mir nicht sicher, ob die Schuhe für mich nicht überkandidelt sind.

Geduld muss man auch aufbringen: Was ich unangenehm fand, ist, dass meine Füße nach etwa 50 Minuten manchmal einschlafen. Zu eng sind die Schuhe nicht geschnürt, es muss an meiner Technik liegen. Man muss aber sagen, dass Newton meint, dass man einige Zeit braucht, um sich an die Schuhe zu gewöhnen. Zwei Wochen sind zu kurz, um sich ein finales Urteil zu bilden. Sechs Wochen sollte man den Schuhen gönnen.

Deshalb: Für Menschen, die viel laufen, die viel an Wettkämpfen teilnehmen, die öfter Tempoläufe machen und den Vorfußlauf trainieren möchten, sind die Schuhe einfach sehr gut, und ich kann jedem empfehlen, sich die Schuhe zu kaufen.

Achilles-Tester Egbert: "Vorfußlaufen klappt besser als ich dachte"

Meine Lauferfahrung mit dem Newton Sir Isaac Men's Trainer Ws./Orange:

Tag 1: 6-km-Lauf auf festem Waldboden. Neue Laufphilosophie:a. Mittelfuß, b. Ferse, c. Vorderfuß – in dieser Reihenfolge sollte man auftreten. Nach mehrmaligem Trockentraining zu Hause heute DER Tag.

Ich sollte mir die Reihenfolge verinnerlichen, Mitte – Hacken – Zehen. Immer wieder, immer wieder. Die Hüfte etwas nach vorne, und der Oberkörper ebenfalls etwas. Nun geht’s endlich los. Ich laufe über die Straße und ab in den Wald. Habe ich Plattfüße? Nein, ich muss so laufen. Weiter so, nur nicht an den jahrzehntelangen Rhythmus von Ferse-Mittelfuß-Vorderfuß denken. Aber es klappt, besser als ich dachte. Konzentriert laufe ich meine Trainingsstrecke, heute interessiert mich kein Wildschwein, kein Hundebesitzer mit Anhang und auch nicht die Sportlichen mit den Stöckern nebeneinander gehend. Der Oberkörper immer etwas leicht nach vorne geneigt (wie beim Berglauf), und schon läuft es sich besser mit der neuen Laufphilosophie. Ich freue mich schon auf morgen.

Tag 2: Auf geht’s, Oberkörper nach vorne, und los: 8 km – 70 Prozent Waldboden, 30 Prozent Asphalt. Es läuft sich gut, ich muss natürlich an meinem Laufstil immer noch arbeiten, bin aber optimistisch. Bei den letzten zwei Kilometer fangen die Fußballen an zu kochen. Etwas ungewöhnlich, denn schließlich wurden sie bei meinen früheren Läufen nicht so sehr in Mitleidenschaft gezogen wie zurzeit. Aber auch heute keine Schmerzen, kein Kribbeln oder Unwohlsein der Gelenke nach dem Lauf.

Tag 3: Wieder eine neue Laufstrecke. Diesmal 7,5 km mit zirka 90 Prozent Asphaltboden. Immer noch kein Muskelkater, aber leichte Schulter- und Nackenverspannung. Egal, da muss ich durch. Sportler müssen leiden.

Tag 4: -----

Tag 5: Siehe 3. Tag, aber heute mit 5 x 30 Sekunden Tempo-Dauerlauf mit längeren Schritten. Stärkerer Absprung und höhere Flugbahn. Dieser Schuh macht es hervorragend mit. Wesentlich bessere Laufzeit.

Tag 6: 6 km, aber mit leichtem Muskelkater gelaufen. Egal, da muss ich durch, das wird wegtrainiert.

Tag 7: -----

Achilles-Tester Dirk: "Sehr gewöhnungsbedürftig"

Es läuft... na ja... nicht schlecht... Allerdings nutze ich den Schuh auch nicht täglich, sondern vielmehr als "Trainingsergänzungsmittel". Konkret: Da ich definitiv nicht weg vom Ballenlaufen will, ziehe ich mir die Schuhe nur zum Tempotraining auf der Bahn an. Das wiederum mache ich natürlich nicht täglich (ich verweise da auf meinen Achilles-Beitrag „Hölle Days on Ice"), jedoch zwei-, dreimal in der Woche. Fazit: Beim Einlaufen oder beim ruhigen Trab empfinde ich die Newtons immer noch als sehr gewöhnungsbedürftig, weil ich nicht so laufen kann, wie ich es kenne. Für Tempoläufe, bei denen ich ohnehin stärker auf dem Vorfuß gehe, sind die Schwerkraftsteile wenn nicht gerade ein Traum, aber immerhin doch so wertvoll wie ein kleines Steak.

Und wo ich schon beim Thema Fleisch bin: Waden und Schinken jubeln nach fünfmaligem Bahn-Bolzen über zunehmende Kräftigung und Straffung – das ästhetisiert und ist damit sogar noch partnerschaftsförderlich. Zumindest deute ich so die anzüglichen Aussagen meiner zwar nicht laufenden, aber dennoch geliebten Freundin bezüglich des Läufers Beine und Backen...

Schlussbemerkung: Der Newton ist nicht die eierlegende Wollmilchsau, aber ein tempotrainingsergänzender Beine-Po-Schuh, den ich gern weiter teste.

Im Ernst: Ich wäre angesichts des fürstlichen Entgelts, das ich dem Laufschuh-Handlanger entrichten müsste, nicht auf den Gedanken gekommen, mir die Botten zuzulegen. Anziehen werde ich die Newton-Schuhe jedoch regelmäßig. Ob die erste Testphase der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ist? Ich glaube nicht. Aber für eine heiße läuferische Affäre, um nicht vom Fremdgehen, äh Fremdlaufen zu sprechen (sorry, Adizero Tempo, sorry, Adizero Adios) taugt Meister Newton allemal... 

Achilles-Tester Martin: "Sehr positiver Eindruck"

Seit einer Woche laufe ich jetzt den „Sir Isaac Neutral Guidance Trainer" von Newton und habe in dieser Zeit zirka 55 km absolviert. Zunächst einmal fällt auf, dass er sich im Vergleich zu meinen sonstigen Stabilschuhen (ich bin Überpronierer) Saucony Hurricane und Brooks GTS Adrenaline relativ leicht anfühlt. Dieser Eindruck resultiert insbesondere aus dem sehr nachgiebigen, da grobmaschigen Meshgewebe. Auch fehlen stützende Elemente wie etwa das „Archlock" beim Saucony, so dass man zunächst ungewohnt wenig Halt im Schuh hat. Dieser erste Eindruck setzt sich beim Laufen allerdings erstaunlicherweise bereits nach kurzer Eingewöhnung nicht fort, was wahrscheinlich an dem speziellen Konzept des Newton liegt. Der Newton-Schuh ist so konstruiert, dass er den Bewegungsablauf beim Laufen auf den Vorderfuß lenkt. Dabei setzt man auf Lamellen auf, die in Laufrichtung in der Sohle aufgesetzt sind. Anstatt der normalen Sohle hat der Newton nämlich vier Lamellen, die bei jedem Schritt eingedrückt werden und die die Energie beim Abdruck wieder abgeben (daher auch der Name Newton: Aktion = Reaktion).

Zunächst ist das Laufen etwas ungewohnt, da man die Lamellen unter dem Fußballen spürt (wenngleich mein Modell noch relativ gering ausgeprägte Lamellen hat). Nach kurzer Zeit gewöhnt man sich jedoch daran. Bisher habe ich noch keine längeren Läufe, nicht mehr als 15 km, gemacht, so dass ich noch nicht beurteilen kann, ob man dann doch Probleme mit den Ballen bekommt. Insgesamt habe ich einen ersten sehr positiven Eindruck von den Newton. Wenngleich eine Woche Testlaufen natürlich noch kein endgültiges Urteil erlaubt. So, jetzt geh ich mal weiter testen – bis nächste Woche, dann gibt's einen ausführlichen Abschlussbericht...

Achilles-Testerin Sabine: "Der Porsche unter den Laufschuhen"

Da war ich also gespannt wie ein Flitzebogen auf das Testtragen der neuen Newton-Schuhe. Meinen Trainingsplan hatte ich extra geändert, so dass ich nun abends gleich nach dem Erhalt des Testpaares laufen ging. Doch kaum hatte ich beide Füße in die Schuhe hineingesteckt, die Schuhbänder extra sorgfältig zugebunden, fühlte ich mich beim ersten Stehversuch im Newton ein wenig wie auf den von mir aus Interesse am Überleben gemiedenen Schlittschuhen: Da hatte ich nun tatsächlich einen Klotz am Bein, beziehungsweise ja eigentlich vier davon unter jedem Fußballen. An die Newton-Dämpfung, die eben nicht die Ferse, sondern den Vorderfuß dämpft, muss man sich tatsächlich gewöhnen. Aber Stehen klappte dann sehr schnell, und auch mein anschließender erster Lauf verlief wunderbar: Ich lief die üblichen fünf Kilometer irgendwie schneller als sonst. Und trotz meines scheinbaren Geschwindigkeitsrausches (diesmal überholte mich als Laufanfängerin keine alte geheingeschränkte Dame mehr!) riskierte ich den ein oder anderen Blick auf die Schuhe mir entgegenkommender – und verdammt nochmal auch: mich überholender Läufer: Liefen die eigentlich auch in den sagenumwobenen Newtons? Ich konnte nichts erkennen; überall wo ich hinsah blinkten mich nur drei Streifen an. Ich war also allein auf weiter Spur mit meinen neuen Laufschuhen. Die haben keine drei Streifen und auch sonst kein allzu bekanntes Logo – noch nicht – und mögen für das laienhafte Auge aussehen wie ein paar Schuhe, die man sich eben bei Aldi geholt hat.

Trotzdem: Der Newton ist ja eher der Porsche unter den Laufschuhmodellen. Da ich mit dem Laufen aber erst vor Kurzem begonnen habe, kreisten meine Gedanken während der Runde zum Park darum, ob ich nicht doch lieber beim Modell „Öffentliche Verkehrsmittel“ statt Luxuskarosse bleiben sollte. Noch spürte ich beim Laufen keinen allzu enormen Unterschied – auf den Fersen war ich auch vor den neuen Schuhen nicht gelaufen. Umso deutlicher drängelte sich nun jedoch tatsächlich mein Vorderfuß, konkreter: meine Zehen in den Vordergrund. Dies jedoch auf eher unlebendige Art und Weise: nach etwa der Hälfte meiner Strecke hatte ich das Gefühl, meine Zehen seien eingeschlafen. Hatten ihnen die Klötze unter den Fußballen alle Luft zum Atmen abgeschnürt?

Ich nutzte jede rote Ampelphase, um kurz stehenzubleiben und meine Fußfinger in kreisenden Bewegungen zum Aufwachen zu bringen. Der angekündigte Muskelkater, der in der Umstellungsphase von öffentlichen Verkehrsmitteln („normale“ Laufschuhe) auf Luxuskarosse („Newton“) folgen sollte, stellte sich bei mir zwar nicht ein (Frauen laufen wohl von Natur aus eher vorne), trotzdem störte mich das Einschlafen meiner Zehen. Das zeigte sich auch in den folgenden Testläufen doch erheblich. Ich mag die Schuhe sonst gern, finde, ich habe ausreichend Halt, latsche nicht zur Seite weg, kippe und knicke trotz Minimalmaß an Stützmaterial im Schuh selbst nicht ab, möchte jedoch meine zehn Zehen beim Laufen nicht außen vor lassen müssen. Ob meine gesteigerte Geschwindigkeit (insgesamt habe ich nun bereits schon fünf oder sechs andere Laufanfänger überholt!) nun trotz vom Absterben bedrohter Zehen auf die neuen Schuhe zurückzuführen ist oder einfach nur diszipliniertem Training geschuldet ist, bleibt offen. Ich teste die Newtons erstmal weiter.

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