29 Juni 2010 02:00

Die Muskeln sind angespannt, die Motivation grenzenlos: Kurz vor Beginn des Rennens wollen sich Läufer nicht ablenken lassen. Dann dröhnt plötzlich Rummtata-Musik aus den Boxen – und die Stimmung ist dahin. Achim und die Leser haben die nervigsten Startsongs gesammelt.
Welcher Hobbyläufer kennt das nicht? Da hüpft man energiegeladen in der Startzone, hat das Geschwatze des örtlichen Lokalradiomoderators sowie des zuständigen Landtagsabgeordneten über sich ergehen lassen, will endlich auf die Strecke, um das Unvermeidliche hinter sich zu bringen, da kreischt plötzlich Rummtata-Musik aus den überforderten Boxen.
Ob Hymne, Fanfare, selbstkomponierter Flachsinn oder Partykracher, immer gilt die Regel: Es ist der falsche Moment, der falsche Text, die falsche Lautstärke. Die Startmusik an sich löst weniger Motivation als vielmehr Fluchtreflexe aus.
Paul van Dyk, hilf! Höchste Zeit, dass sich der ehrbare Berufsstand der DJs mal darum kümmert, einen Volkslauf mit guter Mucke zu unterlegen. Bis dahin gilt: Ohren zu und durch.
Achim hat mit Hilfe hörgeschädigter Läufer und Leser eine Sammlung der grausamsten Startlieder aller Zeiten zusammengestellt. Zunächst die internationalen "Evergreys", die immer wieder gehörten und immer seltener gemochten Standards. Wer nachmelden will, kein Problem: Einfach registrieren und eine Nachricht senden.
"Eye of the Tiger" von Survivor schlägt Kerstin aus Hannover vor: "Weil ich nach den ersten Takten mehr Lust habe, meinen Nebenmann windelweich zu prügeln, als zehn Kilometer zu laufen."
"Life is Life - na na nanana" von Opus musste Michaela am Start des Fünf-Seen-Laufs in Schwerin ertragen, "einem ansonsten wunderschönen Lauf. In Mecklenburg ist eben alles 100 Jahre später."
Der Soundtrack von "Fluch der Karibik" steht bei Christophs persönlichen Top 3 des Grauens an erster Stelle. Der zweite Platz geht an "Eye of the Tiger", Dritter wird Queens "We are the Champions" (warum immer vor dem Start?!).
"I'm Walking" von Fats Domino findet Klaus, "weil der Song besonders demotivierend ist - ohne auf die Walker schimpfen zu wollen."
"From Zero to Hero" von Sarah Connor gehört für Stefan "zu den fiesesten Songs überhaupt".
"Run to You" von Bryan Adams steht auf Roberts Negativ-Hitliste ganz oben.
"Death of a Clown" von The Kinks und "The Road to Hell" von Chris Rea findet Wolfgang aus Stuttgart untragbar.
"Macarena" von Los del Rio, ist für Volker der schlimmste Startsong.
"You can get it if you really want" von Jimmy Cliff ist für Karsten die schlechteste Startmucke.
"Bicycle Race" von Queen findet Christian nicht gut. "Schön auch 'Bicycle Race' von Blümchen - gerne mal bei Zwischenkilometer 25 (nur bei Städtemarathons)."
"Gonna Fly Now" von Maynard Ferguson, "besser bekannt als 'Theme from Rocky' – DaDaDaaaa DaDaDaaaa DiDiDiDaDaDaDaaaaa…," schlägt Helge vor: "Obwohl: Ich mag's."
Das Intro von AC/DCs "Highway to Hell" findet Jörn: "Eigentlich ein schönes Lied, aber ich lehne die bei Ausdauersportlern in den Mittvierzigern weitverbreitete Selbstbeweihräucherung der eigenen Leidensfähigkeit generell ab. Warum denn noch loslaufen, wenn es die Hölle sein soll? Leistungsfördernis: null Prozent."
"Chariots of Fire" von Vangelis ist nicht mehr zu ertragen, sagt Karsten aus Detmold.
"Simply the Best" von Tina Turner, fällt Volker ein.
"Walk of Life" von Dire Straits findet Markus "extrem scheußlich".

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