25 November 2010 16:10
Hallo Achim,
vor etwa sechs Jahren habe ich, 49 Jahre alt, das Laufen wieder entdeckt. Es tut mir gut und ich laufe nur relativ kurze Strecken (sechs bis zehn Kilometer ) zwei bis drei mal in der Woche. Trotzdem habe ich mir mal vor ein paar Jahren gute Laufschuhe gekauft und war dazu extra in einem Laufladen. Ich laufe zu 90 Prozent auf der Straße und auf Fußwegen. Seit ein paar Wochen habe ich am Tag nach dem Laufen Probleme mit den Fußsohlen und es dauert nach dem Aufstehen einige Minuten, bis ich einigermaßen vernünftig auftreten kann. Liegt das daran, dass die guten Laufschuhe ihre Funktion der Dämpfung nicht mehr erfüllen, also abgelaufen sind? Die Schuhe sind etwa vier bis fünf Jahre alt. Letztes Wochenende lief ich übrigens mit einfacheren Schuhen und da hatte ich hinterher keine Fußsohlenprobleme. Diese Schuhe sind auch erst ungefähr zwei Jahre alt und nicht so oft benutzt.
Mit freundlichen Grüßen, Ralph
Lieber Ralph,
die Beschwerden, die du schilderst, klingen tatsächlich am ehesten nach beginnenden Fersensporn-Beschwerden. Hierbei treten ganz typisch Schmerzen nach dem Aufstehen an der Fußsohle auf, die nach einigen Minuten verschwinden. Was nicht ganz dazu passt, ist die Tatsache, dass diese Beschwerden mit einfachen Schuhen nicht auftraten. Darüber hinaus hat die Dämpfung des Laufschuhs einen eher geringen Einfluss auf das Entstehen derartiger Beschwerden. Vielleicht hatte dein Laufschuh allerdings eine Unterstützung an der Innenseite (Pronationsstütze), die über die Zeit verschlissen ist? Schuhe, die auf der Innenseite abgetreten sind, können nämlich sehr wohl einen fersenspornartigen Schmerz auslösen. Was ist zu tun?
1. Bitte lasse im Rahmen einer medizinischen Bewegungsanalyse feststellen, ob bei dir tatsächlich eine so genannte Überpronationsbewegung vorliegt. Hierfür sollte jedoch nicht nur das Fußgelenk gefilmt werden, sondern auch Kniegelenk, Hüftgelenk und Wirbelsäule.
2. Schaffe dir wenigstens zwei Paar Laufschuhe an, die optimal auf deine Bedürfnisse abgestimmt sind und die abwechselnd im Training eingesetzt werden.
3. Dehne nach jedem Training deine Fußsohlenmuskulatur, indem du deine Zehen mit der Hand Richtung Fußrücken drückst.
4. Kühle die Fußsohle nach dem Training mit Eis.
5. Trainiere deine Fußmuskulatur auf einem Stabitrainer (weiches Kuststoffkissen, speziell für diesen Einsatz).
6. Beende wenigstens zwei deiner Laufrunden mit einem fünfminütigen Barfußlauf auf Rasen. Ich gehe davon aus, dass du so zügig wieder beschwerdefrei wirst. Versagen diese Maßnahmen, so ist ärztliche Hilfe notwendig und es muss darüber entschieden werden, ob eventuell eine orthopädische Einlagenversorgung nicht doch unausweichlich ist.
Gute Besserung und viele Grüße von
Dr. med. Matthias Marquardt

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