24 Januar 2010 02:00
Nachdem wir vom Neujahrslauf aufgrund einer Erkältung lediglich als Berichterstatter fungieren konnten, haben wir uns schon sehr auf den heutigen 6. Rostocker Spendenlauf gefreut.Allerdings glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen als ich aufs Thermometer blickte: fast arktische – 15,8° C!!! Gelaufen bin ich ja auch schon die ganze Woche bei Minusgraden, aber -15° C war dann doch der bislang kälteste Lauf.
Mit allzu viel Laufenthusiasten war unter diesen Bedingungen auch nicht zu rechnen. Trotzdem kamen insgesamt 132 Läufer an den Start. Eine Summe von 802 € kamen so für den Förderverein Hanse Tour Sonnenschein e.V. für krebs- und chronisch kranke Kinde zusammen.
Start und Ziel befanden sich unmittelbar am LT-Club am Platz der Jugend. Gelaufen wurden vier Runden durch die Barnstorfer Anlagen (=10 km). Für die Schnupperläufer standen noch die 2,5 km und die 5k m auf dem Plan.
Auf den Laufveranstaltungen trifft man neben den „Stammläufern“ auch ab und an alte Bekannte
wieder, von denen man schon über 20 Jahren nichts mehr gehört hat. So war neben meinem Kollegen Rüdiger zu meiner riesengroßen Überraschung mein alter Kommilitone Edge-Bert dabei!
Ebenso wie ich hatte er vor ungefähr 2,5 Jahren zum Laufen gefunden (sein Chef, ebenfalls ambitionierter Läufer, hatte die Mitarbeiter zum Laufen motiviert). Wahrscheinlich werden wir uns jetzt öfter bei Wettkämpfen sehen und auch sonst wieder Kontakt halten.
Alle Läufer hatten sich den Temperaturbedingungen entsprechend gekleidet, das Vermummungsgesetz galt hier nicht. Gudrun hat mal eine kleine Fotoauswahl mit der neuen Vermummungs-Laufmode in Rostock zusammengestellt.
Der Start erfolgte Punkt 11:00 Uhr. Die Barnstorfer Anlagen, ein Naherholungsgebiet der Rostocker, sind in dem zu laufenden Abschnitt recht hügelig. Schnee und Eis sorgten neben den sibirischen Temperaturen dafür, dass für die meisten Läufer mehr der Spaß am Laufen als neue Spitzenzeiten im Vordergrund standen.
Matze und Jana, die sich bereits in der Trainingsvorbereitung für den Hamburg-Marathon befinden, hatten sich vor dem Lauf schon etwas eingelaufen. Ihnen steckten zum Start bereits 10 km (Matze) bzw. 5 km (Jana) in den Beinen. Nach dem Lauf wollten sie die gleiche Strecke noch mal auslaufen, so dass sie auf das Tagessoll von 30 km (Matze) bzw. 20 km (Jana) kommen. Für beide war der Spendenlauf so eher ein Trainings- als ein Wettkampflauf.
Auf der ersten Runde bin ich mit Jana gelaufen und die Finger froren uns beiden mächtig. Letztens hatte ich mal gelesen, dass der Körper zunächst nur die lebenswichtigen Organe bei derartigen Temperaturen mit Blut versorgt und einen deshalb trotz Handschuhe die Finger fast abfrieren.
Nach der ersten Runde wurde das Kribbeln in den Fingern mit jedem Schritt weniger und man konnte den Lauf mehr und mehr genießen. Gudrun hatte wie immer die Kamera dabei und konnte so wieder schöne Laufbilder von überwiegend eingemummten Läufern schießen.
Die Luft war eisig kalt und so versuchten viele, durch ein Tuch die Atemluft etwas vorzuwärmen. Ich versuchte dies mit meinem „HAD“-Tuch auch, allerdings bekam ich auf die Dauer doch nicht genug Luft durch das Tuch.
Jana und Matze liefen auf die letzten beiden Runden noch in meiner Sichtweite und kamen gemeinsam in 53:26,6 min über den Zielstrich. Ich hatte nach 55:16,6 min das Ziel erreicht. Die Zeit war für mich zwar grottig schlecht, habe dafür aber diese Woche bereits 65 km in den Beinen und damit den 5. Platz in der KW 3 bei den Supertalenten erreicht!
Und aus einer anderen Perspektive betrachtet, war die Zeit doch ein neuer Rekord (man muss sich alles nur schönreden): So dicht war ich noch nie hinter Matze ;-)
Gewinner der 10 km Distanz war Michael Fischer in 39:52,1 min vor Frank Schütz 41:03,4 min und Georg Eichler 41:42,8 min.
Nach der Zieleinkunft hieß es dann noch auf den Urkundendruck warten. Bei den Temperaturen streikte dann sogar der Laserdrucker des Veranstalters, so dass es hier zu einiger Wartezeit kam.
Dieser Lauf wird sicherlich allen Läufern in Erinnerung bleiben, denn wann läuft man schon einen Wettkampf unter derartigen Bedingungen?
Für den nächsten Sonntag habe ich mir dann den Run4Haiti (21km) vorgenommen. Dann werde ich sicherlich meine Lieblingsstrecke nach Fahrenholz in Angriff nehmen.
Hoffentlich liegen dann die Temperaturen nur im einstelligen Minus-Bereich!
Update: Bericht vom 7. Spendenlauf am 23.01.2011 gibt es jetzt auch!

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