28.April 2001 : Rotorua Marathon in 4:33:29
Der erste meiner Marathons. Ich hatte nicht wirklich eine Ahnung auf was ich mich hier eingelassen habe, war aber hinreichend enthusiastisch. So ein Marathonstart ist aber auch aufregend und die Weite der Strecke liegt da noch voellig im Dunklen. Die ersten zehn km gingen denn auch recht flott und locker vonstatten und ich war ueberrascht wie fluessig das alles ging. Doch nach 15 km wurden die Beine schwerer und als die Haelfte der Strecke erreicht war, war dies mehr eine Drohung, denn eine Erleichterung und der Laufstil wurde auch immer unrunder und schwerfaelliger. Nach 30km ist mir dann hinreichend aufgegangen, wie lang 42km wirklich sein koennen oder dass ich vielleicht doch nicht ausreichend trainiert habe. Jedenfalls bin ich nach 32km dazu uebergegangen vom langsamen Schlurfen zum zuegigen Gehen zu wechseln, auch wenn sich das falsch angefuehlt hat. Aber die Schmerzen waren einfach zu gross und die Reststrecke erschien viel zu lang. Am Ende des Marathons war die Erleichterung dann gross, dass es endlich vorbei war; gepaart mit ein wenig Stolz, dass ich es geschafft habe. Komischerweise hatte ich fast sofort den Vorsatz, es das naechste Mal besser zu machen, anstatt es bei diesem einen Versuch zu belassen.
28. Oktober 2001 : Auckland Marathon in 4:02:39
Der erste Marathon vor meiner Haustuer und dieses Mal hatte ich eine Ahnung davon, dass 42km zu lang fuer mich sein koennten, was mich aber nicht davon abgehalten hat. Der Start war absolut phantastisch. Ich hatte micht richtig gut gefuehlt, und nachdem der Marathon in Auckland kurz nach der Morgendaemmerung beginnt, war es auch schoen kuehl und schattig. So viel Spass hatte ich beim Laufen schon lange nicht mehr. Ganz lange ging es auch ganz gut und es hat so ausgesehen als ob ich unter vier Stunden bleiben koennte, aber am Ende hat es mich dann doch wieder erwischt, wenn auch erst ab km38. Dann musste ich wieder das Gehen anfangen und konnte mich nicht davon ueberzeugen, dass ich die letzten vier km noch haette laufen koennen. Kaum war die Qual vorbei, war sie auch schon wieder vergessen und ich wollte nur noch den naechsten Marathon laufen. Wahrscheinlich hatte ich mir gedacht, dass ich mich jetzt hier so weiter steigern kann. Naja.
27. April 2002 : Rotorua Marathon in 4:56:26
So weit zum Denken. Das ging dann wohl mal voll in die Hose oder der Marathon den ich nie haette laufen duerfen. Zwei Wochen vor dem Marathon ging es los mit der Erkaeltung und dann ging fuer eine Woche gar nix und danach nicht viel. Aber ich konnte mich nicht dazu durchringen, den Marathon und das Marathonwochenende in Rotorua abzusagen. Vielleicht geht ja doch noch was. Wie ein Lamm zur Schlachbank bin ich dann zum Marathonstart gegangen und habe immer noch gehofft, ich koennte einen schoenen Marathon laufen und die ersten fuenf km waren auch in Ordnung. Aber dann habe ich angefangen zu schwitzen als waere ich schon stundenlang bei bruetender Hitze unterwegs gewesen und da ist es dann auch mir gedaemmert, dass das heute wohl nichts wird. Aber ich bin schoen langsam weitergelaufen und habe gehofft die Kraefte moegen mich heimbringen, doch leider sind mir dieselbigen bei 25km ausgegangen. Also bin ich halt wieder zum Gehen uebergegangen. Nachdem ich schon so langsam unterwegs war, konnten mich nun auch nicht mehr viele ueberholen. Mein allerletztes Ziel war es, dass ich vielleicht unter fuenf Stunden bleiben koennte. Nachdem das mit dem Gehen so gut ging, sind wir dann immer noch ein wenig zwischendurch gelaufen und am Ende fast richtig gut erholt angekommen. Es ging mir jedenfalls wesentlich besser als am Start und am naechsten Tag war die Erkaeltung wie weggeblasen. Leider war mir auch die Lust aufs Laufen ein wenig vergangen. Fuers erste jedenfalls.
3. Mai 2003 : Rotorua Marathon in 4:48:18
Dieses Jahr hatte ich ein einziges Ziel, und das war schneller als im letzten Jahr zu sein. Dafuer bin ich so langsam gestartet wie nie zuvor und niemals mehr danach. Aber ich hatte ja auch alle Zeit der Welt. Ich bin dann einigermassen froehlich vor mich hingelaufen, bei km 25 und km 35 war ich immer noch laufenderweise unterwegs und erst danach habe ich angefangen den Rest der Strecke abwechselnd gehend und laufend zu absolvieren. Der Rest war voellig entspannend, da ich immer im Zeitlimit war und ich habe mal den einen ueberholt und dann der andere mich, je nachdem wer gerade gehend und wer gerade laufend unterwegs war. So ein Marathon kann richtig lustig sein. Auf einmal war da wieder die Freude am Laufen da.
1. Mai 2004 : Rotorua Marathon in 4:24:24
Irgendwie hatte ich das Gefuehl als waere ich dieses Mal wesentlich schneller als die Jahre davor und irgendwie war ich nach dem vergangenen Jahr ungeheuer optimistisch. Dieser Optimismus muss mich getragen haben, denn auf einmal war ich dem Ziel ungeheuer nahe und immer noch am Laufen. Ein voellig neues ungewohntes Gefuehl, aber richtig schoen. Dann bin ich halt durchgelaufen und hatte am Ende sogar noch die Kraft um mich darueber freuen zu koennen. Das erste Mal, dass 42km doch nicht zu lang waren und eine neue Rotorua Bestleistung an einem wunderschoenen Herbsttag.
7. Mai 2005 Rotorua Marathon in 4:35:22
Irgendwie hatte ich das Gefuehl als koennte es so nicht weitergehen. Von all meinen Marathons war das der nichtssagendste, ausser dass es der einzigste war, den ich im stroehmenden Regen gelaufen bin. Ich war nie schnell unterwegs und am Ende konnte ich nicht schneller und es hatte den Anschein als koennte ich nicht einmal schneller wollen. Das war schon sehr frustrierend. Ein Einheitsbrei als Marathon, ohne jeden Enthusiasmus gelaufen. So lange wollte ich schon mit dem Rauchen aufgehoert haben und immer noch hatte ich es nicht geschafft. So kann man weder schneller noch laenger laufen, und schon gar nicht mehr Spass dabei haben. Entweder ich will etwas schneller laufen oder ich sollte vielleicht mit dem Marathon laufen aufhoeren, aber nicht so ein Alibimarathon.
30. Oktober 2005 : Auckland in 3:55:22
Auf einmal ging dann doch was und ich bin unter den magischen vier Stunden geblieben. Als ich schon gar nicht mehr damit gerechnet habe, dass mir das jemals gelingen koennte. Da war dieser Zuschauer auf dem Fahrrad und hat uns zugerufen: wie schwer es auch immer faellt, immer weiter laufen. Wenn ihr weiterlaufen koennt, werdet ihr unter vier Stunden bleiben. Und genau das habe ich dann gemacht, auch als ich immer langsamer geworden bin und es mir immer schwerer gefallen ist. Immer weiter gelaufen und am Ende kam das Ziel dann doch immer naeher und ich war immer noch unter vier Stunden. Ich konnte es kaum glauben.
29. April 2006 : Rotorua Marathon in 4:18:56
Der erste Marathon als Nichtraucher. Nach so langer Zeit ist es mir tatsaechlich gelungen mit dem Rauchen aufzuhoeren. Nun habe ich die Hoffnung, dass ich einerseits leichter atmen und andererseits vielleicht ein wenig schneller laufen kann. Eigentlich hatte ich gedacht, ich koennte schon diesen Marathon ein wenig schneller laufen, aber das hat irgendwie noch nicht ganz hingehauen, aber es fiel mir wesentlich leichter als jemals davor und das ist doch auch schon etwas und ein guter Anfang. Zumal es doch eine weitere neue Rotorua Bestleistung war. Auch kleine Steigerungen sind Steigerungen und was mir wirklich gefallen hat, war, dass es mir wesentlich leichter gefallen ist. Zwischendurch war da mehr Freude am Laufen als Leiden am Marathon.
20. Februar 2007 : Buller Gorge Marathon in 3:55:29
Der erste Marathon in Uebersee - auf der Suedinsel von Neuseeland. Ein wunderschoener kleiner Marathon an einem Bach entlang in einer riesigen Schlucht mit dem Ziel in Westport, einer relativ kleinen Ortschaft an der Westkueste der Suedinsel. Ein ganz eigener Marathon, der in diesem Jahr ungewoehnlich warm war, was nicht ganz so toll fuer den Marathon war, aber richtig schoen fuer unseren anschliessenden Urlaub auf der Suedinsel; zudem war ich noch nie um eine Entschuldigung verlegen. Aber es war wirklich heiss und am Ende habe ich schwer zu kaempfen gehabt, um unter den vier Stunden zu bleiben: Ich habe gut angefangen, was wahrscheinlich bedeutet, dass ich wieder viel zu schnell angegangen bin und war bei der Haelfte bei 1:37, aber danach ging es dann immer schwerer und es wurde immer waermer und wir verliessen dann bald auch die Kuehle der Schlucht. Am Ende war es ein um jeden Meter kaempfendes abwechselndes gehen und laufen, aber mehr ging nicht. Dabei war ich so hoffnungsvoll am Start und habe mich so viel schneller gefuehlt. Nichtsdestotrotz war es ein rundum gelungerner Marathon.
28. April 2007 : Rotorua Marathon in 3:52:09
Da schau her. Mein schnellster Marathon und das in Rotorua. Das hatte doch was und hat manchmal schon fast wie Laufen ausgesehen, und das auch am Ende. Manchmal und fast. Aber es war so viel fluessiger als in Westport und ich hatte das Gefuehl als wuerde ich schneller unterwegs sein. Zu jeden Zeitpunkt war ich mir sicher die vier Stunden unterbieten zu koennen und habe einen Marathon mal wirklich geniessen koennen. Es hat schon fast richtig Spass gemacht und was kann man schoeneres ueber einen Marathon sagen.
3. Mai 2008 ; Rotorua Marathon in 3:37:50
Was fuer ein schoener Marathon und nochmal ein Stueckchen schneller, auch wenn es nicht ganz fuer die 3:30 gelangt hat. Irgendwanneinmal werde ich auch mit dem zufrieden sein, was ich erreicht habe. Nachdem ich die ersten 15km wie ueblich alleine vor mich hingelaufen bin, hat mich dann eine Gruppe ueberholt, just zu dem Zeitpunkt als ich merkte, dass ich immer langsamer wurde und nichts dagegen machen konnte. Da habe ich mich mal rangehaengt und die haben mich auch die naechsten zehn km flott gezogen ohne dass es mir uebertrieben schwerfiel mitzuhalten, bevor sie mich dann bei km 25 davongelaufen sind. Doch dann war das Ziel nahe genug und ich mit meiner Zeit so gluecklich, dass ich die Kraft hatte fuer mich alleine weiterzukaempfen. Komischerweise war dieser Marathon bei weitem nicht so anstregend wie manch anderer davor, was mir Mut macht, ein kleines bisschen schneller sein zu wollen.
2. Mai 2009 : Rotorua Marathon in 3:27:48
Juhu. Es ist vollbracht. Dieses Mal hat mich mein Gefuehl bis ins Ziel getragen. Ich war mir am Start felsensicher, dass ich unter 5min/km laufen kann und es hat mich nicht getrogen; auch wenn ich bei km 37 am Zaun gehaengt und versucht habe den Krampf aus meinem Oberschenkel rauszubekommen. Er ist nochmal weggegangen und die Beine haben mich ins Ziel getragen. Was fuer ein schoenes Gefuehl. Diesen Marathon habe ich vom ersten bis zum letzten Meter genossen, vom Krampf mal abgesehen.
Dabei habe war mir waehrend des Marathons zu keinem Zeitpunkt klar, dass ich dieses Mal unter 3:30 bleiben koennte und im Ziel war ich ganz ueberrascht davon. Die Leichtigkeit des Laufens.
1. November 2009 : Auckland Marathon in 3:46:30
Wenn ich nur lange Strecken trainiere und nicht die Schnelligkeit, dann kann ich auch keinen schnellen Marathon laufen. So einfach ist das und genauso frustrierend. Beim zweiten Schritt war mir sonnenklar, dass das hier und heute keine neue Bestzeit wird. Die ganzen Laeufe durch den Winter waren einfach nicht schnell genug. Zu viele Ausdauerlaeufe machen einen nicht unbedingt schneller. Aber abgesehen davon und mit der noetigen Distanz war dann doch nicht alles so schlecht, obewohl ich schon so gerne schneller als in Rotorua gewesen waere. Aber es hat nicht sein sollen und vielleicht ziehe ich die noetigen Konsequenzen daraus und es ist ja nicht ausgeschlossen, dass ich aus diesem Marathon etwas lerne. Einen Vorteil hatten die Ausdauerlaeufe dann aber doch, ich habe mich so schnell wie nie zuvor von einem Marathon erholt und es war wiederum eine neue Auckland Bestzeit.
1. Mai 2010 : Rotorua Marathon in 3:35:33
Fast haette ich es wieder geschafft, aber am Schluss ist mir halt wieder die Wolle ausgegangen. Einmal im Leben werde ich den zweiten Teil des Marathons genauso schnell laufen wie den ersten, aber bis dahin kann ich mir nur Muehe geben und mir versuchen einzureden ein wenig langsamer zu starten, als ob das jemals etwas helfen koennte, wo ich doch wesentlich schneller vergesse als lerne. Das wirklich Schlimme daran ist, dass ich noch nicht einmal nahe daran bin, die zweite Haelfte so schnell zu laufen wie die erste. Da liegen Welten dazwischen; im heutigen Marathon ueber eine halbe Stunde. Einerlei, es haette ja fast geklappt und wenn ich es mir ehrlich genug eingestehe, habe ich halt nicht genug trainiert um es auch bis zum Ende durchzuhalten. So einfach kann es sein. Aber wie waere eigentlich das Gefuehl, am Ende sich so gut zu fuehlen, dass man noch ein wenig zulegen kann? Es waere vielleicht mal schoen, das herauszufinden, wofuer ich langsamer anfangen muesste. Wenn nur endlich mein Hirrn mehr Kontrolle ueber meine Beine haette.
26. September 2010 : Berlin Marathon in 4:20:24
Nu denn. Das Landei aus Neuseeland in der grossen Stadt. Wenn das mal nicht in die Hose ging, aber Berlin ist ne geile Stadt und ich hatte eine wunderschoene Woche dort; oder so kann man sich seinen 48. Geburtstag auch versauen: im Regen uebern Kuhdamm gehen. Erst konnte ich nicht schnell genug laufen, weil so viele um mich herum waren und dann als es leerer wurde konnte ich nicht mehr schnell laufen, weil es die zweite Haelfte war. Super. Wie kann man nur so viel falsch machen. Ich liebe es einfach jeden Fehler unendlich oft zu wiederholen, ohne jemals die Hoffnung zu verlieren nicht doch irgendwanneinmal daraus zu lernen. Wenn ich noch mal nach Berlin zum Marathon kommen sollte, dann werde ich nicht mehr eine Woche lang Sightseeing machen, nicht mehr den 50. Geburtstag meiner Partnerin drei Tage vor dem Marathon gebuehrend feiern, mir keine Erkaeltung einfangen, mir nicht mehr am Tag vor dem Marathon in einer verrauchten Kneipe das Spiel Greuther Fuerth gegen Ingolstadt anschauen, nicht mehr so weit hinten starten und vor allem fuer besseres Wetter sorgen. Andererseits haette Berlin vielleicht dann nicht so viel Spass gemacht, und das waere doch schade drum gewesen.
30. April 2011 : Rotorua Marathon in 4:23:34
Wenn ich jemals meinen Entschuldigungen geglaubt haette, dann hat mich dieser Marathon tatsaechlich eines besseren belehrt; wenn ich nicht genug trainiere und nicht meine Schnelligkeit trainiere, dann sollte ich erstens wesentlich langsamer anfangen und zweitens meine Erwartungshaltung wesentlich herunterschrauben. Ich bin so ein Depp. Ich kann doch nicht in einem 5:30 Tempop trainieren und dann den Marathon in 4:45 anfangen. Jedes Kleinstkind wuesste, dass das in die Hose geht, nur ich alter Depp nicht. Nu ist aber genug. Die Kraempfe nach dem Marathon waren aller Ehren wert, die haben sogar mich etwas gelehrt: Wenn ich einen schnelleren Marathon laufen will, dann muss ich auch richtig dafuer trainieren. Ansonsten ist es purer Unsinn und wird mit so was belohnt: zwei Stunden nach dem Marathon haben die Kraempfe eingesetzt. Alle Muskeln in allen Beinen sind gleichzeitig verkrampft. Das tut weh. Ganz arg weh. Ich habe nicht gewusst, dass Kraempfe so weh tun koennen und dass man absolut nichts dagegen machen kann. So macht Marathonlaufen keinen Spass. Fast eine halbe Stunde hat diese Agonie gedauert. Das war nicht schoen, das war aeusserst unschoen.
30. Oktober 2011 : Auckland Marathon in 4:18:18
So gut hat der Marathon angefangen und so gut habe ich mich gefuehlt und dann ist alles den Bach hinuntergegangen und ich habe keine Ahnung warum. Warum werde ich nach 15km langsamer und warum plagen mich nach 35km diese Kraempfe, die jedes weitere Laufen verunmoeglichen. Am Training kann es kaum gelegen haben, so schoen habe ich trainiert und ganz brav auch viele lange Laeufe, und nix hat es gebracht.
Dafuer scheine ich mich auf dem Niveau nun stabilisiert zu haben, was ja auch etwas wert ist. Es ging nicht weiter den Bach hinunter und die letzten drei Marathons waren alle innerhalb von fuenf Minuten. Etwas mehr Demut und Respekt vor dem Marathon koennten mir auch nicht schaden. Es ist eine sehr lange Strecke und am Anfang nie vorhersehbar, was am Ende herauskommt. Und solange ich mir Muehe gebe und genuegend trainiere und mir dies Spass macht, ist es nun wirklich nicht so wichtig ob ich ne Stunde schneller oder langsamer laufe (solange die Trauben nicht zu sauer sind).
Ich bin den Marathon ganz locker angegangen und die ersten zehn km in 48 Minuten waren so schnell vorbei und ich habe mich so gut gefuehlt, dass ich es kaum glauben konnte. So macht das Laufen Spass. Auch die naechsten zehn km in knapp 50 Minuten waren ohne jede Probleme; die fingen jedoch kurz danach an. Es fiel mir immer schwerer das Tempo zu halten und dann wurde es immer langsamer. Bei 30km schwante mir schon boeses und als die 32 km Markierung so lange auf sich warten liess, war ich auf das Schlimmste gefasst. Aber bis km 35 konnte ich noch durchhalten und dann ging nichts mehr. Dann haben die Kraempfe kein weiteres Laufen mehr zugelassen und ich habe den Marathon gehenderweise beenden muessen. 80 lange Minuten habe ich mir dann darueber den Kopf zerbrochen, warum dies so war und bin zu keiner Schlussfolgerung gekommen.
Auf ein neues naechstes Jahr - noch ein Jahr aelter und kein bisschen weiser.
28. April 2012 : Rotorua Marathon in 3:55:32
So viel Spass hat mir schon lange kein Marathon mehr gemacht und es hat mich wieder daran erinnert, warum ich so gerne Marathon laufe: das Gefuehl nach einem guten Marathon ist einfach unbeschreiblich - schoen.
Bei gutem Marathonwetter habe ich mir vorgenommen nicht zu schnell anzufangen und eine Zeit von unter vier Stunden anzupeilen. Demzufolge bin ich mit 5:30 pro km gestartet, was waehrend der ersten 10km mit 57 Minuten noch ein wenig langsamer wurde. Aber ich lag in meinem Zeitrahmen, hatte mich mittlerweile in der vier Stunden Gruppe eingereiht und freute mich des Marathons.
Voellig problemlos verliefen auch die naechsten zehn km. Ich befand mich nachwievor am Ende der Laufgruppe und war voellig erstaunt wir schnell und problemlos die km an mir vorueberzogen, bis dann bei 18km die vier Stunden Gruppe mir in Folge eines Toilettenstops davongezogen war und ich auf mich gestellt war. Nur in der Ferne sah ich immer wieder ihre gelben Luftballons. Aber nachdem diese zehn km mit 55 Minuten absolut im Zeitrahmen waren, machte ich mir keinen groesseren Kopf darum.
Vielmehr freute ich mich, dass ich die Halbmarathonmarke mit 1:58 unter zwei Stunden passierte. Die naechsten zehn km waren weitesgehendst davon gepraegt, dass ich einerseits die gelben Luftballons nicht voellig aus den Augen verlieren wollte und andererseits die Leichtigkeit des Laufens doch langsam ein wenig nachliess. Ausserdem waren da die Zweifel wie ich denn unter vier Stunden bleiben wollte, wo ich schon fast zwei Stunden fuer den Halbmarathon gebraucht hatte. Aber immer weiter und nach 28 km schien es mir als kaemen die gelben Luftballons langsam, aber sicher wieder naeher. Das gab mir neuen Mut, zudem ich dann bei 30km feststellte, dass ich auch diese zehn km mit 55 Minuten bewaeltigt hatte.
Nun wuerde der Marathon also beginnen und ich fuehlte mich so gut wie ich mich schon lange nicht mehr an dieser Stelle gefuehlt habe. Der Gedanke schoss mir durch den Kopf, dass es ja nur noch 12 km sind und das habe ich dann mal als ein richtig gutes Zeichen gewertet. Zudem waren die gelben Luftballons bei 34 km nun wirklich nur noch 20 Meter vor mir, was mir unglaublich viel Zuversicht gab, dass dieses Jahr alles gut werden wuerde. Bei 36km liess ich nun meinerseits die Gruppe hinter mir und machte mich daran weitere Laeufer einzusammeln. Darueber vergass ich voellig die Anstrengungen und erfreute mich an 56 Minuten fuer die vierten zehn km. Noch zwei km und dann war alles vorbei. Keine Kraempfe, keine Gehpausen, keine Verzweiflung – nix; einfach nur die Freude am Laufen und die Vorfreude aufs Ziel.
So vergingen auch die letzten zwei km wie im Fluge und die ersten Zuschauer tauchten auch wieder auf, und dann war schon alles vorbei und es war so schoen. Ziemlich klar unter vier Stunden, die zweite Haelfte schneller als die erste und ohne jede Dramen; ein richtig schoener Marathon hat sein Ende gefunden und ich waere am liebsten noch ein wenig weiter gelaufen. So etwas hat es noch nie gegeben.