Zehenschuhe im Test
Erstellt von: marvinrunning
in Blogs
am 05. Dezember 2010
Weil Barfußlaufen ja so im Trend ist und manchmal sogar Spaß macht, hier mal jeweils ein Selbstversuch in Zehenschuhen einer bekannten Marke im Modell 'Classic' sowie 'Speed'. Die Teststrecke war bei beiden Versuchen die gleiche, 12 Kilometer lang, mit möglichst vielfältigen Untergründen. Schnee war allerdings nicht dabei.
Beim Modell 'Classic' waren die Ergebnisse uneinheitlich:
Asphalt: Leicht und beschwingt. Dr-Strunz-buchcover-würdiges Grinsen im Gesicht. Entgegenkommende Spaziergänger beäugen erst Gesichtsausdruck, dann farbige Gorillafüße und wechseln Straßenseite.
Waldweg (fester Erdboden, gelegentliche Wurzeln): Federt nur so dahin. Noch besser als Asphalt. So sollte Laufen sich immer anfühlen. Forever barefoot!
Schlamm: 'Schuhe' werden schnell feucht, auch durch die Sohle. Egal. Hoher, vorpubertärer Spaßfaktor. Hinterher kaum 'Nachpatschen' wie bei klassischen Laufschuhen.
Forstweg (Belag ähnlich wie Baustraße, hartgewalzt mit viel Stein und Kies): Aua! Mehrfach spitze Steine in die Ferse gerammt, Laufstil wird zur Hommage an Augsburger Puppenkiste.
Trail (steinig und wurzelig): Laufen geht gar nicht, zu schmerzhaft und wohl auch gefährlich. Lieber wieder zurück aufs kleinere Übel Forstweg.
Zuhause: Fersen tun weh. Rechte Achillessehne schmerzt am Muskelansatz. Schmerz auch nach 2 Tagen nicht weg.
Fazit: Großartig bis zur Gesundheitsgefährdung. Werde das im langsameren Tempo auf weichen Untergründen und kürzeren Strecken wiederholen. Spätestens in zwei Monaten, wenn Achillessehne wieder hält.
Asphalt: Leicht und beschwingt. Dr-Strunz-buchcover-würdiges Grinsen im Gesicht. Entgegenkommende Spaziergänger beäugen erst Gesichtsausdruck, dann farbige Gorillafüße und wechseln Straßenseite.
Waldweg (fester Erdboden, gelegentliche Wurzeln): Federt nur so dahin. Noch besser als Asphalt. So sollte Laufen sich immer anfühlen. Forever barefoot!
Schlamm: 'Schuhe' werden schnell feucht, auch durch die Sohle. Egal. Hoher, vorpubertärer Spaßfaktor. Hinterher kaum 'Nachpatschen' wie bei klassischen Laufschuhen.
Forstweg (Belag ähnlich wie Baustraße, hartgewalzt mit viel Stein und Kies): Aua! Mehrfach spitze Steine in die Ferse gerammt, Laufstil wird zur Hommage an Augsburger Puppenkiste.
Trail (steinig und wurzelig): Laufen geht gar nicht, zu schmerzhaft und wohl auch gefährlich. Lieber wieder zurück aufs kleinere Übel Forstweg.
Zuhause: Fersen tun weh. Rechte Achillessehne schmerzt am Muskelansatz. Schmerz auch nach 2 Tagen nicht weg.
Fazit: Großartig bis zur Gesundheitsgefährdung. Werde das im langsameren Tempo auf weichen Untergründen und kürzeren Strecken wiederholen. Spätestens in zwei Monaten, wenn Achillessehne wieder hält.
Nachdem die ungewohnten Randerscheinungen an Bändern und Sehnen doch schneller als erwartet abgeklungen waren, nun gleich im Anschluss der zweite Selbstversuch im Modell 'Speed' inkl. Zehensocken: Die Ergebnisse fielen recht eindeutig aus:
Asphalt: Wieder leicht und beschwingt. Reduktion des Barfußgefühls gegenüber Five Fingers 'Classic' kaum spürbar. 10% Gefälle auf nassem Asphalt hinuntergesprintet - Traktion wie Adlerkralle in Tartan. Mit Speedcross 2 wäre dieser Stunt zur lebensgefährlichen Rutschpartie geworden.
Waldweg (fester Erdboden, gelegentliche Wurzeln): Ein Laufsteg der Geschmeidigkeit. Die 'Schuhe' sind in ihrem Element. Und ich erst.
Schlamm: Auch die 'Speeds' werden durch die Sohle feucht. Egal. Wieder hoher Spielkind-Spaßfaktor und auch kein 'Nachpatschen' wie bei klassischen Laufschuhen. Welcher realitätsfremde Designer hat diesen Dingern weiße Schnürsenkel verpasst?
Forstweg (Belag ähnlich wie Baustraße, hartgewalzt mit viel Stein und Kies): Spitze Steine sind immer noch spürbar. Egal. Die Dämpfung reicht gerade eben, um kaum Einbußen bei Geschwindigkeit und Laufstil hinnehmen zu müssen.
Trail (steinig und wurzelig): Der größte Unterschied zu den 'Classics'. Grip und 'Straßenlage' werden zur Einstiegsdroge. Steiler, wurzeliger Anstieg kein Problem, geradezu hinaufgeflogen. Reiße Shirt vom Leib und kann Urschrei kaum unterdrücken.
Zuhause: Verschwitzt. Hohes Tempo war nicht geplant, ergab sich aber fast zwangsweise. Diese 'Speeds' sind der Roadster unter den Laufschuhen. Und damit meine ich nicht Smart Cabrio, sondern Murciélago. Leichter Schmerz unter den Zwillingsmuskeln, aber nach zwei Tagen unter Kontrolle.
Fazit: Wenn's nach Darwin geht, werden unsere Füße in 50.000 Jahren genau das leisten, was wir heute erlebt haben. Anders gesagt, mit den 'Speeds' können wir heute schon tragen, was die Evolution erst in 3.000 Generationen für uns bereithält. Hm. Oder vor 3.000 Jahren schon für uns bereitgehalten hatte. Kleiner Haken: Evolutionärer Vorteil gilt nur für diejenigen, die das Thema Fortpflanzung weitgehend hinter sich haben. Mit dieser unorthodoxen Fußbekleidung reduziert man die Chancen auf der Balz wahrscheinlich uneinholbar.
Asphalt: Wieder leicht und beschwingt. Reduktion des Barfußgefühls gegenüber Five Fingers 'Classic' kaum spürbar. 10% Gefälle auf nassem Asphalt hinuntergesprintet - Traktion wie Adlerkralle in Tartan. Mit Speedcross 2 wäre dieser Stunt zur lebensgefährlichen Rutschpartie geworden.
Waldweg (fester Erdboden, gelegentliche Wurzeln): Ein Laufsteg der Geschmeidigkeit. Die 'Schuhe' sind in ihrem Element. Und ich erst.
Schlamm: Auch die 'Speeds' werden durch die Sohle feucht. Egal. Wieder hoher Spielkind-Spaßfaktor und auch kein 'Nachpatschen' wie bei klassischen Laufschuhen. Welcher realitätsfremde Designer hat diesen Dingern weiße Schnürsenkel verpasst?
Forstweg (Belag ähnlich wie Baustraße, hartgewalzt mit viel Stein und Kies): Spitze Steine sind immer noch spürbar. Egal. Die Dämpfung reicht gerade eben, um kaum Einbußen bei Geschwindigkeit und Laufstil hinnehmen zu müssen.
Trail (steinig und wurzelig): Der größte Unterschied zu den 'Classics'. Grip und 'Straßenlage' werden zur Einstiegsdroge. Steiler, wurzeliger Anstieg kein Problem, geradezu hinaufgeflogen. Reiße Shirt vom Leib und kann Urschrei kaum unterdrücken.
Zuhause: Verschwitzt. Hohes Tempo war nicht geplant, ergab sich aber fast zwangsweise. Diese 'Speeds' sind der Roadster unter den Laufschuhen. Und damit meine ich nicht Smart Cabrio, sondern Murciélago. Leichter Schmerz unter den Zwillingsmuskeln, aber nach zwei Tagen unter Kontrolle.
Fazit: Wenn's nach Darwin geht, werden unsere Füße in 50.000 Jahren genau das leisten, was wir heute erlebt haben. Anders gesagt, mit den 'Speeds' können wir heute schon tragen, was die Evolution erst in 3.000 Generationen für uns bereithält. Hm. Oder vor 3.000 Jahren schon für uns bereitgehalten hatte. Kleiner Haken: Evolutionärer Vorteil gilt nur für diejenigen, die das Thema Fortpflanzung weitgehend hinter sich haben. Mit dieser unorthodoxen Fußbekleidung reduziert man die Chancen auf der Balz wahrscheinlich uneinholbar.
Marvin Running
Kommentare (13)

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geschrieben von sigrid1964, August 16, 2011
geschrieben von sigrid1964, August 16, 2011
Habe mir auch kürzlich ein paar Vibram Bikila zugelegt und bin damit heute zum allerersten Mal gelaufen. Nur ganz vorsichtig 5 Runden auf der Bahn gedreht, und auch nicht alles gelaufen, sondern auch kurze Stücken gegangen. Passen tun die Dinger super! Wie eine zweite Haut - sehr angenehm. Das Laufgefühl gefällt mir auch sehr, da ich sowieso Vorfußläufer bin. Aber man merkt schon, wie alles in den Beinen und Füßen mehr arbeiten muss. Na, und jetzt halt ganz langsam aufbauen. Immer eine oder zwei Runden mehr und dann irgendwann auch mal runter von der Bahn und raus ins Gelände.
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geschrieben von NeroTeddyHexe, August 15, 2011
geschrieben von NeroTeddyHexe, August 15, 2011
Ich laufe nach einer ca. 14monatigen Laufpause seit März (intensiv seit Juli) nur noch mit Vibrams. Im Geländen Trek Sport bzw. neuerdings Komodo und auf Asphalt mit Bikilas.
Inzwischen bin ich bei Halbmarathondistanz angekommen und habe geplant nächsten Mai den Hannover Marathon damit zu laufen.
Alle meine Fuß-, Knie- und Rückenprobleme mit immer stabileren Schuhen und Einlagen gehören nun der Vergangenheit an. Allerdings ist eine wirklich langsame Gewöhnung um den Laufstil anzupassen und die Fussmuskulatur aufzubauen bzw. die Waden zu dehnen dringend geraten.
Scheuerstellen oder ähnliches hatte ich noch nie, lediglich die Bikilas laufe ich mit Socken da durch das Knicken der Sohle eine Stelle/Spitze entsteht (nur ca. 1mm) die bei längeren Läufen unangenehm sein kann.
Inzwischen bin ich bei Halbmarathondistanz angekommen und habe geplant nächsten Mai den Hannover Marathon damit zu laufen.
Alle meine Fuß-, Knie- und Rückenprobleme mit immer stabileren Schuhen und Einlagen gehören nun der Vergangenheit an. Allerdings ist eine wirklich langsame Gewöhnung um den Laufstil anzupassen und die Fussmuskulatur aufzubauen bzw. die Waden zu dehnen dringend geraten.
Scheuerstellen oder ähnliches hatte ich noch nie, lediglich die Bikilas laufe ich mit Socken da durch das Knicken der Sohle eine Stelle/Spitze entsteht (nur ca. 1mm) die bei längeren Läufen unangenehm sein kann.
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geschrieben von JoggenOnline, July 28, 2011
geschrieben von JoggenOnline, July 28, 2011
12km in Barfußschuhen und wenn ich das recht interpretiere ohne eine große Vorbereitung - klingt nicht nach einem guten Test. Gerade auf Asphalt ist das nahezu ein Himmelfahrtskommando für deine Füße und Fußgelenke. Füße müssen sich an die mangelnde Stabilität gewöhnen und man sollte sich in kleinen Portionen steigern. 5 Kilometer zum Sportplatz, ein paar Runden in den Vibrams laufen und in den normalen Laufschuhen wieder zurück. Oder besser noch mit den Nike Free Run oder den New Balance Minimus anfangen, so dass die Füße die Möglichkeit haben Muskeln aufzubauen. Die New Balance Minimus Trail haben wir letzte Woche im Special gehabt. Insgesamt würde ich sagen ist es die falsche Herangehensweise, aber die Schuhe sind gut und das Prinzip ist super. Bin ich wie Dr. Marquardt ein großer Verfechter von.
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geschrieben von mariechen2004, April 09, 2011
geschrieben von mariechen2004, April 09, 2011
Endlich mal ein ein toller Bericht zu den "big" Five Fingers! Meine liegen seit 4 Wochen ungetragen im Schrank, wollte vor dem Berliner Halbmarathon nichts riskieren. Aber dein Bericht hat Mut gemacht und meine morgige Laufrunde wird wohl in schrecklich hässlichen Schuhen statt finden (Männer seht weg), dafür aber sicher viel Spass bringen!?
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geschrieben von Erste, April 09, 2011
geschrieben von Erste, April 09, 2011
Scheuern die nicht ganz furchtbar (z.B. Fußrücken oder an den Zehen)?
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geschrieben von hundejoggerin, December 07, 2010
geschrieben von hundejoggerin, December 07, 2010
Ich habe mir in den USA vor 2 Monaten auch ein Paar Classic gekauft. Allerdings würd ich in denen echt nicht laufen gehen. Zum normalen Gehen sind sie aber genial. Ich habe sie im Urlaub, wo es um einiges wärmer war als hier, schon viel getragen.
Wurde recht oft auf die doch merkwürdig aussehende Fußbekleidung angesprochen. Gerne hätte ich noch ein Paar für kühlere Witterung - ich finde sie nur wahnsinnig teuer.
Wurde recht oft auf die doch merkwürdig aussehende Fußbekleidung angesprochen. Gerne hätte ich noch ein Paar für kühlere Witterung - ich finde sie nur wahnsinnig teuer.
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geschrieben von sigrid1964, December 07, 2010
geschrieben von sigrid1964, December 07, 2010
Toller Bericht! Mich treibt auch schon lange der Gedanke rum, mir ein paar Vibrams zuzulegen. Jetzt bin ich noch mehr überzeugt. Da ich am Meer wohne, stelle ich mir vor, dass Standläufe mit den Teilen einfach genial sein müssen :-)
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geschrieben von otti, December 07, 2010
geschrieben von otti, December 07, 2010
Sehr gründliche Beschreibung, danke!!! Hatte ich ernsthaft schon in Betracht gezogen, um der Achillessehne mal zu zeigen, wer Herrin im Hause ist... Und meinst du nicht, dass Yeti-Füße mit Spandex-Oberbekleidung nicht doch ein klitzekleines bisschen Sex-Appeal haben??!!
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geschrieben von schnittchen, December 07, 2010
geschrieben von schnittchen, December 07, 2010
dann muss ich da wohl mal ran, an den superschuh, thema fortpflanzung ist auch schon erledigt ;-)) ich laufe gerne barfuss, nicht weils grad in ist, sondern weil ich im sommer zu oft kochend heisse füsse in den normalen laufschuhen bekomme. deshalb interessiert mich dein testlaufbericht schon sehr! läufst du damit mehr vorfuß??
sobald es wärmer ist, muss ich so oft es geht an die ostsee zum strand, dort geht es dann ganz ohne an den füßen (allerdings teilweise mit tape abgeklebt wegen der blasengefahr) DANKE für die ausführliche schilderung!!
sobald es wärmer ist, muss ich so oft es geht an die ostsee zum strand, dort geht es dann ganz ohne an den füßen (allerdings teilweise mit tape abgeklebt wegen der blasengefahr) DANKE für die ausführliche schilderung!!
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Seit knapp einem Jahr habe ich nun die Ultras von Vivobarefoot um die Füße zu stärken und bin so die ständige Reizung des Gr0ßzhenbeugers am rechten Fuß losgeworden. Mittlerweile laufe ich hin und wieder auch bis zu 10Km damit. Da vergößern sich Stellen an der Wade von deren Existens ich bis dahin nichts wusste ;-)