Selbstversuch Entschlackung: Alles eine Frage der Ausscheidung

Geschrieben von: Dagmar Huber
frau im vollbad p. jentschura

Achilles-Kollegin Dagmar ist sauer. Sagt ihr Urin-Teststreifen. Da ihr das Thema Übersäuerung und basische Ernährung immer wieder begegnete, entschied sie sich zu einem dreimonatigen Selbstversuch. Was ihr die Entsäuerung gebracht hat, lest ihr hier.

Meine Vorgeschichte: Unwissen und Skepsis

Als mir ein Freund vor 20 Jahren erklärte, dass tierische Produkte den Körper sauer machen, dachte ich als mich überwiegend vegetarisch ernährende Frau: Nicht mein Problem. Außerdem war ich skeptisch. "Basische Ernährung" schien mir ein tolles Geschäftsmodell speziell von Heilpraktikern zu sein.

Vor zwei Jahren habe ich dann aus Neugierde einige Wochen meine pH-Werte im Urin-Teststreifen bestimmt – und war erstaunt, wie deutlich sich der Wert nach Kaffeekonsum ins Saure verschob. Außer Wissen nichts gewesen – ich war dennoch nicht motiviert, irgendetwas in meinem Leben zu ändern.

Auslöser für mein Umdenken

Nachdem ich zwei Monate lang mit einer Erkältung zu kämpfen hatte und sie einfach nicht aufhörte, fragte ich mich, ob ich über eine bessere Ernährung mein Immunsystem stärken könnte. Wach wurde ich, als ich in den beiden Büchern von Peter Jentschura die Abschnitte über Hautprobleme und das Kapitel über die drei Stoffwechselarten las:

  • - Ausscheiden
  • - Ablagern
  • - Strukturschäden

Ich erkannte mich wieder bei der Beschreibung. Denn ich hatte folgende Symptome: Schuppenflechte, arthritische Beschwerden an zwei Fingern, Hallux Valgus am rechten Fuß, Cellulite und leichtes Übergewicht.

Immunsystem und Hautprobleme

Hautprobleme begleiten mich seit der Pubertät. Mein Hautarzt hatte es vor Jahren glasklar formuliert: Für Schuppenflechte gibt es keine Heilung, auch wenn die Pharmaindustrie jedes Jahr ein neues Heilmittel präsentiert. Wirkliche Linderung bringt einzig Cortison – und das kommt für mich nicht in Frage.

Sollte eine Entschlackung also tatsächlich mein Hautbild beeinflussen können? Das schien mir unwahrscheinlich, aber genau deshalb einen Versuch wert. Die Schuppenflechte war in letzter Zeit wieder mal mit Juckreiz verbunden. Das war mir lästig.

Außerdem wollte ich, dass meine Erkältung endlich vorüberging. Seit über zwei Monaten hatte ich schon einen leichten Schnupfen. Und jetzt war es eine richtige Erkältung geworden. 

Richtig fasten oder die langsame Methode?

Ich sah mir den Vorschlag des dreimonatigen sanften Entschlackens genauer an und erwärmte mich sofort dafür: Zwei Wochen lang möglichst täglich basische Bäder kombiniert mit Tee- und Saft-Kur, acht Wochen weiter basische Ernährung und zwei bis drei Bäder wöchentlich, erneut zwei Wochen wie zu Beginn. 

Ich hatte zweimal in meinem Leben Heilfasten durchgeführt – also ohne jede feste Nahrung. Ich war damals jeweils so gereizt und melancholisch gewesen, dass das für mich keine Option mehr war.

Trinken: Kräutertees und Säfte

Als erstes kaufte ich mir leberstärkende Tees: Aus Mariendistel, Löwenzahn und Odermennigkraut machte ich mir eine Mischung, von der ich täglich eine Tasse trank. Dazu kamen noch Artischocke – das bitterste, das ich jemals trank (also ganz wenig nehmen, sozusagen eine Prise für eine Tasse) –  und der P. Jentschura 7x7 Kräutertee.

Außerdem kaufte ich mehrere Sorten Obst- und Gemüsesäfte, natürlich ohne Zuckerzusatz und vorzugsweise in Bio-Qualität.

Wurzelkraft und basisches Körpersalz

Die Kräutertees und mindestens eineinhalb Liter Wasser pro Tag lösen die Säuren und Gifte, schreibt Peter Jentschura. Gebunden werden die Säuren dann an basenüberschüssige Nahrung, die überwiegend aus Gemüse und Obst bestehen soll.

Um grundsätzlich in einem nützlichen Mineralienüberschuss zu sein, habe ich mir als Nahrungsergänzung die Wurzelkraft von P. Jentschura gegönnt.

Für die Fuß- und Vollbäder nahm ich das basische Körpersalz von P. Jentschura. Über die Haut sollen die gebundenen Säuren dann ausgeschieden werden.

Erste Ergebnisse

Das erste positive Ergebnis trat nach einer Woche ein: Der Juckreiz war komplett verschwunden. Die vielen Wannenbäder (jeweils eine Stunde lang) taten mir gut, entspannten und führten zu einer neuen Erfahrung: Die Haut war insgesamt nicht mehr so trocken wie sonst in der kalten Jahreszeit.

Ich brauchte weniger Gesichtscreme. Körperlotion verwendete ich überhaupt nicht mehr. Die arthritischen Beschwerden an den Fingern waren nach vier Wochen nicht mehr vorhanden. Ab der fünften Woche klang die Erkältung ab.

Die vielen Säfte fand ich lecker. An die neuen Tees gewöhnte ich mich. Ich bemerkte, dass ich zu wenig Wasser trank. Deshalb stellte ich mir morgens eine Karaffe mit einem Liter Wasser hin, die abends leer sein musste. Unterwegs hatte ich jetzt immer Wasser dabei.

Die vier üblen Genuss-Mittel

Auf Alkohol komplett zu verzichten war das einfachste. Eine Ausnahme habe ich an drei Tagen gemacht: Zwei Weihnachtsfeiern in der Adventszeit und Heiligabend. Der Verzicht auf Kaffee war schon schwieriger, vor allem in den ersten beiden Wochen.

Als ich diese Entzugszeit überstanden hat, fiel es mir plötzlich nicht mehr schwer. Das finde ich eine super Erfahrung, dass man sich alles abgewöhnen kann, was man sich angewöhnt hatte.

Auf Weißmehl und Zucker zu verzichten, war viel viel schwieriger. Dabei bin ich regelmäßig gescheitert. Das war ganz schön frustrierend. Ich haderte ständig mit meiner offensichtlich mangelnden Willensstärke oder Disziplin.

Da ich jetzt nach drei Monaten aber so viel weniger Süßes esse als sonst, freue ich mich zumindest über diesen Fortschritt. Dass es mich nicht unruhig macht, keine Schokolade im Haus zu haben, war vorab undenkbar für mich.

Fazit nach drei Monaten

Es sind keinerlei unangenehme Symptome aufgetreten, weder psychisch noch physisch. Damit hat sich die langsame Methode für mich bewährt. Ich fühlte mich meist tatkräftig und etwas energievoller als sonst in den Wintermonaten.

Die Schuppenflechte ist bis auf das Ausbleiben des Juckreizes unverändert. Hierzu kann ich schlecht einschätzen, ob das an meinen vielen Ausnahmen in der Ernährung lag – oder daran, dass ich den Zeitraum deutlich verlängern müsste.

Außerdem denke ich, dass es einfach sehr schwer einzuschätzen ist, welchen Einfluss neben der Ernährung Veranlagung, Stress und Umweltbedingungen  auf die Haut haben. 

Das Prinzip der Ausscheidung über die Haut leuchtet mir ein, weshalb ich die Fußbäder weiterführen werde. 

Da ich die ersten beiden Monate minutiös Buch geführt habe über alles, was ich gegessen und getrunken habe, hat sich mein Bewusstsein darüber sehr geschärft. Ich konnte Essimpulse deutlicher wahrnehmen und mich fragen, ob ich wirklich Hunger habe oder jetzt aus emotionalen Gründen essen möchte. 

Ich kann mir gut vorstellen, so eine Entschlackungs-Kur zu wiederholen. Dann allerdings definitiv nicht mehr in der Adventszeit, eher im Frühjahr und im Herbst, und dann auch jeweils kürzer. Drei Wochen scheint mir ein passender, machbarer Zeitraum zu sein. 

 

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