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Einmaleins der Verletzungen

Geschrieben von: Dirk Pajonk
Foto: Günter Havlena

Laufen ist manchmal grausam: Das beste Training nutzt dem Läufer nichts, wenn er sich verletzt. Sportmediziner Dr. Dirk Pajonk erklärt, was schief gehen kann.

Verschleiß
Laufen führt nicht automatisch zu Verschleißerscheinungen und Verletzungen. Wer vernünftig trainiert, wird sehr selten seinem Halteapparat zu viel zumuten.

Leistungsfähigkeit
Nach jeder angemessenen Belastung nehmen Leistungs- und Widerstandsfähigkeit der Gewebe zu.

Schmerzen
weisen immer auf eine Fehl- bzw. Überbelastung hin. Grundsätzlich gilt, dass das Training immer unter der Schmerzgrenze bleiben muss.

Überbelastung
Zu starke Belastungen führen zu kleinen Schäden, die sich bei wiederholten Überlastungen addieren und auf Dauer zu einer Verletzung führen.

Verletzung
Prinzipiell ist die Gefahr, sich zu verletzen, umso höher, je intensiver das Training ist.
Wer Schmerzen ignoriert und weiter trainiert, riskiert eine schwere Verletzung.

Laufpensum
Um die Gelenke zu schonen, sollte das Laufpensum um nicht mehr als zehn Prozent pro Woche erhöht und auf alle zusätzlichen Maßnahmen (Dehnung und Kräftigungsübungen, geeignete Laufschuhe und Trainingsgelände) geachtet werden.

Achillessehne
Verletzungen an der Sehne zwischen Wadenmuskulatur und Fersenknochen sind lästig, hartnäckig und manchmal behandlungsresistent. Beugen Sie vor, indem Sie unebene, sehr weiche Trainingsgelände meiden, Ihr Trainingsprogramm nicht plötzlich ändern und die Wadenmuskulatur regelmäßig dehnen.

Bänder
Verletzungen der Bänder sind bei Läufern selten und treten vor allem bei Unfällen auf.

Ermüdungsbruch
oder Stressfraktur ist ein winziger Bruch an der Oberfläche des Knochens. Er macht sich durch starke Schmerzen und manchmal eine Schwellung merkbar. Die Behandlung besteht aus einer Ruhepause von 4 bis 8 Wochen.

Menisken
Ursache für Verletzungen sind starke Belastungen und Unfälle. Die Betroffenen können Beschwerden wie Schmerzen, Schwellung oder eine Blockierung haben, die vielfältige und bisweilen langwierige Behandlungen bis hin zur Operation nötig machen können.

Muskelfaserriss
entsteht vor allem bei intensiven, plötzlichen Belastungen wie Springen, Abbremsen oder Richtungswechsel, kann aber auch bei Ausdauersportarten entstehen, wenn die Muskulatur aufgrund eines sehr intensiven Trainings stark ermüdet ist. Der Betroffene spürt einen plötzlichen, starken und schmerzhaften Stich. Bis der zerrissene Muskel wieder zusammengewachsen ist, ist Ruhe angesagt.

Dr. Dirk Pajonk weiß, wo es weh tut. 1996 wurde er Deutscher Meister der Zehnkämpfer und fuhr zu Olympia nach Atlanta. Seit 2001 ist Pajonk betreuender Arzt des Deutschen Leichtathletik Verbandes und des Deutschen Zehnkampf-Teams. Der Orthopäde hat seine Praxis in Düsseldorf. Neben Sportmedizin beschäftigt er sich intensiv mit Stressmanagement. Sein Buch "Entspannt Gewinnt" gehört in jede Läufer-Bibliothek.

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