Hauptsache Haut: Was verraten Hautprobleme ĂŒber unsere innere Gesundheit?

Geschrieben von: Ute Jentschura

Wenn die Haut juckt oder spannt, schmieren wir einfach eine Creme drauf. DĂŒrfen wir der Naturheilkunde glauben, ist es damit nicht getan – die Ursachen sollen meist im Innern unseres Körpers liegen. Heilpraktikerin und ErnĂ€hrungswissenschaftlerin Ute Jentschura erklĂ€rt, wann ein Einlauf hilft, warum Wasser wichtig ist und wie Stress unsere Haut beeintrĂ€chtigt.

Was hat die Haut mit der inneren Gesundheit zu tun?

Die Haut gilt in der Naturheilkunde als „Dritte Niere“. Insbesondere, wenn im Körper die Nieren, der Darm und die Lunge ĂŒberlastet sind, springt die Haut als sehr effektives Ausscheidungsorgan ein. Über das PhĂ€nomen „Schwitzen“ und andere Mechanismen wird deutlich, was die Haut diesbezĂŒglich leisten kann.

200 bis 300 SchweißdrĂŒsen finden sich durchschnittlich pro Quadratzentimeter Haut. Mit 600 SchweißdrĂŒsen pro Quadratzentimeter haben wir besonders viele an den Fußsohlen.

Warum riechen SchweißfĂŒĂŸe so unangenehm?

Gut 90.000 SchweißdrĂŒsen finden sich an den Fußsohlen. Bei einer SĂ€ureĂŒberlastung werden die SĂ€uren dort also verstĂ€rkt ausgeleitet. Das alleine riecht schon unangenehm. Hinzu kommt, dass sich im sauren Milieu – also da, wo viel SĂ€ure ist, rasend schnell Bakterien und Pilze vermehren, die den Schweiß zersetzen und den Geruch verstĂ€rken.

Was hilft gegen Akne?

Aus naturheilkundlicher Sicht ist es bei Akne wichtig, große Mengen an Fleisch (besonders Schweinefleisch), tierische Fette, Milchprodukte, Zuckerreiches, sowie scharfe Speisen zu meiden. Hilfreich ist eine basenĂŒberschĂŒssige – also primĂ€r pflanzliche, vollwertige ErnĂ€hrung mit hochwertigen, entzĂŒndungshemmenden omega-3 FettsĂ€uren wie Leinöl. So wird der Organismus und damit auch die Haut ausreichend mit Vitalstoffen versorgt. Außerdem unterstĂŒtzen basische Fuß- und VollbĂ€der den Heilungsprozess der Haut.

Spielt der Darm bei Neurodermitis eine Rolle?

Sehr viele Neurodermitiker weisen eine verĂ€nderte Darmflora auf, die es naturheilkundlich zu sanieren gilt. Im Darm findet der intensivste Kontakt zwischen unserem Organismus und der Umwelt statt. Daher ist die Wiederherstellung der Darmgesundheit enorm wichtig. Zu beachten ist noch, dass bei Neurodermitis auch die Psyche hĂ€ufig eine große Rolle spielt.

Reicht es bei Hautproblemen eine Creme aufzutragen?

Eine Creme kann eine Erstmaßnahme bei Hautproblemen sein, um diese zu lindern. Es kommt aber auf die Inhaltsstoffe der Creme an. Cortison sollte zum Beispiel nicht dauerhaft verwendet werden.

In der Naturheilkunde werden Hautprobleme ganzheitlich betrachtet. Neben der Haut werden auch andere Faktoren berĂŒcksichtigt: wie die Darmgesundheit, UnvertrĂ€glichkeiten, Stress, ÜbersĂ€uerung des Organismus und damit einhergehende Überlastungen der Ausscheidungs- und Entgiftungsorgane. Durch die Behandlung mit Naturheilverfahren und -mitteln sowie einer ErnĂ€hrungsumstellung kann viel erreicht werden.

Hilft eine EntsÀuerungskur bei Hautproblemen?

In jedem Fall, denn die Haut wird nur aktiv, wenn die anderen Ausscheidungsorgane und auch das Entgiftungsorgan Leber ĂŒberlastet sind. Durch eine EntsĂ€uerungskur werden diese entlastet, effektiv regeneriert und können wieder ihren Aufgaben nachgehen. Die Haut erholt sich, weil sie nicht mehr bei der EntsĂ€uerung helfen muss.

Ein Einlauf gegen Hautprobleme?

Bei Verstopfung fehlt die AusscheidungskapazitĂ€t des Darmes. Stattdessen kommt es neben Bauchschmerzen, VöllegefĂŒhl und schlechter Stimmung zu GĂ€rungs- und FĂ€ulnisprozessen im Darm und sogar zu einer erhöhten SĂ€ure- und Schadstoffbelastung des Körpers.

Die Haut wird nun unterstĂŒtzend aktiv, wodurch sich Hautprobleme verschlimmern können. Eine schnelle Entlastung fĂŒr den Darm und somit fĂŒr die Haut, aber auch bei Kopfschmerzen und MigrĂ€ne, bringt das gute alte Hausmittel „Einlauf“. Auf Dauer empfehlen sich fĂŒr eine gute Verdauung, ausreichend Wasser zu trinken, eine ballaststoffreiche ErnĂ€hrung und regelmĂ€ĂŸige Bewegung.

Können LebensmittelunvertrÀglichkeiten die Haut beeinflussen?

VertrĂ€gt man bestimmte Lebensmittel nicht, so Ă€ußert sich das hĂ€ufig durch Magen-Darm-Symptome. Klassische Allergene wie Weizen, Gluten und HĂŒhnerei können aber auch fĂŒr Hautprobleme verantwortlich sein. Bei einer HistaminunvertrĂ€glichkeit können sich nach dem Genuss von histaminhaltigen Lebensmitteln (Tomaten, gereifter KĂ€se, Salami, etc.), nach bestimmten Medikamenten, oder nach dem Verzehr von Alkohol Hauterscheinungen zeigen. Zum Beispiel Juckreiz, Hautrötungen, Hautausschlag und Nesselsucht.

Was hat Stress mit Hautproblemen zu tun?

Neuste Studienlagen bestĂ€tigen, dass emotionaler Stress an der Entstehung von Hauterkrankungen beteiligt sein kann. Juckreiz, aber auch Ekzembildung oder NeurodermitisschĂŒbe können zunehmen, wenn die Seele leidet. Unter seelischer Belastung entstehen SĂ€uren und Stresshormone, die den Organismus und damit auch die Haut belasten.

Warum ist Wassertrinken wichtig fĂŒr die Haut?

Nur wer ausreichend Wasser trinkt, schafft die optimalen Vorraussetzungen fĂŒr den Stoffwechsel. Wird zu wenig Wasser getrunken, so fĂ€llt es den Nieren und dem Darm schwerer, SĂ€uren und Schadstoffe auszuscheiden. Alles, was nicht rauskommt, kann sich zum Beispiel durch vermehrtes Schwitzen und Hautirritationen zeigen. Außerdem verliert die Haut durch Wassermangel an Spannkraft und neigt schneller zur Faltenbildung.

Hilft eine Fastenkur bei Hautproblemen?

Fasten kann eine der intensivsten und wirkungsvollsten Maßnahme bei Hautproblemen sein – allerdings ist sie nicht fĂŒr jeden geeignet. Solch eine Kur sollte idealerweise unter fachlicher Anleitung, in einer Gruppe oder in einer darauf spezialisierten Klinik durchgefĂŒhrt werden.

WĂ€hrend der Kur werden Belastungen, beispielsweise mit Allergenen, minimiert und akute EntzĂŒndungsreaktionen eingedĂ€mmt – wie sie zum Beispiel im akuten Schub von Neurodermitis oder Schuppenflechte  auftreten können. Nach der Kur sollte die Darmflora gezielt wieder aufgebaut werden. Langfristige Erfolge erzielt man, wenn im Anschluss eine basenĂŒberschĂŒssige ErnĂ€hrung bevorzugt wird.

 

Ute JentschuraZur Person: Ute Jentschura ist Heilpraktikerin und ErnĂ€hrungswissenschaftlerin und arbeitet seit 15 Jahren bei der Jentschura GmbH. Außerdem ist sie in einer Praxis fĂŒr Osteopathie und Naturheilkunde in MĂŒnster mit den Schwerpunkten Darmsanierung, Synergetische Homöopathie, Ohrakupunktur, EntsĂ€uerung und ErnĂ€hrungsberatung tĂ€tig.

 

 

 

 

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