Schwangerschaft & Sport: Das zweite Trimester – „Man sieht ja noch gar nichts“

Geschrieben von: Ellen-Jane Austin | Bezahlte Kooperation mit Novitas BKK

Was ist, wenn "ein ungeplantes Wunschkind" die Lebensplanung auf dem Kopf wirft? Wie bleibt Frau gesund und munter während der Schwangerschaft und nach der Geburt? In einer fünfteiligen Serie begleiten wir unsere Autorin Ellen-Jane Austin bei ihrem Weg zur fitten Mama. Im Teil 2 geht es um den Bauch, der irgendwie zu klein ist. Eine Kooperation von Novitas BKK und Achim Achilles.

Da ist ein Glas Sekt in meinem Bauch. Und immer wieder Blubbern die Bläschen gegen meine Bauchdecke – von innen. Es ist herrlich. Ich bin jedes Mal fast beschwipst vor Glück. So fühlen sich also die ersten Bewegungen meines Babys an.

Das erste Trimester ist überstanden und ich habe inzwischen fast jedem erzählt, dass ich ein Kind erwarte. Familie, gute Freunde, entfernte Bekannte, Kollegen, die Kellnerinnen in meinem Lieblingscafé – alle wissen Bescheid.

„Man sieht ja noch gar nichts“

Ich muss es auch lautstark verkünden, denn wie mir immer wieder versichert wird: „Man sieht ja noch gar nichts“. Wie ich diesen Satz hasse.

Nein, ich fühle mich nicht geschmeichelt. Finde es nicht toll, in den ersten drei Monaten sieben Kilo abgenommen zu haben. Krank sein in der Frühschwangerschaft ist nicht lustig. Ständig diese Angst, dass dem Kind etwas passiert.

Und dann ist die gefährlichste Phase für das ungeborene Kind überstanden und mir geht es langsam besser und ich höre nur, dass mein kleines Wunder noch nicht für Außenstehende erkennbar ist.

„Seht her, ich bin schwanger!“

Um dem entgegenzusteuern, besuche ich den nächsten Umstandsladen. Nicht, dass es körperlich nötig wäre.

Ich kaufe nicht diese sackartigen Pullover, die elegant die Kugel kaschieren. Ich will enge Oberteile. Die, die Beule, die auch eine ehemalige Käsesahnetorte sein könnte, ordentlich zur Schau stellen.

Und eine Latzhose. Nichts schreit mehr: „Seht her, ich bin schwanger!“ als eine Latzhose mit engem Oberteil darunter. Und dazu ist sie auch noch saumäßig bequem. Denn trotz Minimalauswuchtung in der Körpermitte, drückt und zwickt es mich dort ständig.

Sportfrust 

Ich nehme auch wieder zu. Leider primär an den Hüften. Mein Plan, die Gewichtszunahme lokal am Körper durch Sport zu steuern, scheitert in mehreren Versuchen.

Ich will laufen, soll doch für geübte Läuferinnen kein Problem sein in der Schwangerschaft – für mich schon. Ich huffe, puffe und habe das Gefühl, eine Eisenkralle will mir bei jedem Schritt den Unterleib ausreißen.

Ich will es mit Nordic Walking probieren, aber mein Iliosakralgelenk macht Ärger – will heißen, ich bewege mich im Tempo einer 109-Jährigen.

Ich versuche es mit Schwangerenbauchtanz. Körperlich war das gut machbar, ich kam auch schön ins Schwitzen – leider kommen mir ständig die Tränen, wenn ich die schönen Bäuche der anderen schwangeren Tänzerinnen sehe. Es gibt mir das Gefühl, dass etwas mit mir und meinem Baby nicht stimmt.

Meinen üblichen Yoga-Kurs kann ich vergessen. Schwanger in den Kopfstand zu gehen, würde alles auf den Kopf stellen und ist dazu noch viel zu anstrengend.

Viele Gesundheitskurse übernimmt im Übrigen die Krankenkasse.

Sportfreuden

Doch beim Schwangerschafts-Yoga schaffe ich es abzuschalten. Ich habe endlich das Gefühl, etwas Gutes für mich und den Krümel in mir zu tun. Ich begreife, dass die Schwangerschaft keine Zeit ist, um sich auszupowern und in Form zu kommen. Und, dass es auch gar nicht schlimm ist, wenn man sich gehen lässt, statt laufen zu gehen.

Auch beim Cantienica-Beckenbodentraining fühle ich mich gut aufgehoben. Ich spüre, wie die Region um mein Becken sich von Training zu Training kräftiger anfühlt. Ich hoffe so sehr, dass mir das bei der Geburt hilft.

Mein Highlight ist aber das Bewegen im Wasser. Egal ob beim Schwimmen, Aquafitness oder Plantschen im Urlaub im Meer. Ich bewege mich so leicht, so schwerelos. Meine müden Knochen und Gelenke werden endlich entlastet.

Und ich lächle jedes Mal beim Gedanken daran, dass ich ein lebendes U-Boot für mein Baby bin.

 

Zur Person: Ellen-Jane Austin ist Autorin, Redakteurin bei Achim Achilles und leidenschaftliche Läuferin in Teilzeit. Wenn sie nicht als rasende Reporterin unterwegs ist, schreibt sie Songs mit einem befreundeten Pianisten oder arbeitet an ihren Buch-Projekten. Ihr erster Roman hieß Kopfradio. Es ist ihre erste Schwangerschaft.

Die Serie ist eine Kooperation von Novitas BKK und Achim-Achilles.de. Mehr Infos für Eltern gibt es hier: http://www.novitas-bkk.de/mamapapakind


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