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18. Jun. 2010 | Kategorie: Regeneration
Schlafen ist für die Regenration von beanspruchten Läufern sehr wichtig. Wer ein paar Regeln beachtet, bringt mehr Leistung und ist frischer. Schlafforscher Jürgen Zulley erklärt die Zusammenhänge von Schlafen und Leistungsfähigkeit.
Wer seinem Körper viel abverlangt, sollte ihm auch viel Ruhe und Erholung zugestehen. Am effektivsten erholt sich der Körper im Schlaf. Dabei ist vor allem die Qualität des Schlafes wichtig. „Qualitativ hochwertiger Schlaf zeichnet sich durch einen hohen Tiefschlaf-Anteil aus“, sagt Professor Jürgen Zulley vom Schlafmedizinischen Zentrum der Universität Regensburg.
In der Tiefschlafphase schüttet der Körper Wachstumshormone aus. Diese sind unter anderem für den Muskelaufbau zuständig und für die Zunahme von Knochenmasse. "Wir sind keine Maschinen, die nachts abgeschaltet werden. Der Schlaf ist ein Erholungsmodus", sagt Schlafforscher Zulley. Allerdings laufen in diesem Erhohlungsmodus hochaktive Prozesse ab. Zulley: "Der Schlaf sieht nur aus wie Ruhe." Täglich verlieren wir Millionen Körperzellen – im "Erholungsmodus" generiert der Körper neue.
Einer Sache misst der Professor große Bedeutung zu, insbesondere für Läufer. Im Schlaf wiederholt der Körper eingeübte Bewegungsabläufe. Während dieses psychosomatischen Prozesses wiederholen die Nervenzellen die am Tag trainierten Bewegungsabläufe und verstärken damit den Lerneffekt.
Wer seinen Schlaf optimieren möchte, sollte auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus achten. Zulley rät, auch die Hauptmahlzeiten in einem regelmäßigen Turnus einzunehmen. Der Königsweg, um aus dem Schlummer ein leistungsförderndes Instrument zu machen, liegt nach Zulley in der Ruhephase vor dem Zubettgehen. "Bevor man ins Bett geht, ist es sehr wichtig, dass man sich zuvor entspannt und abschaltet", sagt der Schlafforscher. Ruhige Musik ist zum Beispiel ein geeignetes Mittel.
Der Mittagsschlaf ist nach Meinung von Jürgen Zulley besonders für Läufer sehr zu empfehlen. Er sollte mindestens zehn Minuten lang sein, jedoch nie mehr als 30 Minuten, denn "ansonsten wird es schwierig aufzuwachen", sagt der Schlafforscher. Die Leistungsfähigkeit nach einem Mittagsschlaf ist 35 Prozent höher als davor. Wer über einen längeren Zeitraum mittags ein Nickerchen hält, senkt das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden um 35 Prozent.
Wer mal eine Nacht nicht gut schläft oder ständig aufwacht, sollte sich nicht wundern, sich keine Sorgen machen und nicht gleich zum Arzt gehen. "Nächtliches Erwachen ist völlig normal", sagt der Professor. Eine schlechte Nacht hat sogar den Vorteil, dass man am nächsten Tag leistungsfähiger ist. "Man ist nach einer Nacht mit wenig Schlaf ein bisschen überdreht", sagt Zulley. Bei Reaktionstests schneiden Menschen mit weniger Schlaf besser ab, als ausgeschlafene. "Wer eine Nacht weniger schläft, hat bessere Chancen einen Kurzstreckenlauf zu gewinnen. Für Sprinter ist das von Vorteil – für Ausdauersportler nicht unbedingt", sagt Zulley und fügt hinzu: "Dennoch sollte man eine schlechte Nacht vor einem Wettkampf nicht als Nachteil sehen."
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