Der Plan war, unter 50 Minuten zu laufen, aber nicht aufs Ganze zu gehen.
Ein Teil der Aufregung begann schon mit der Anreise. Wo ist Start, wo ist Ziel, wo ist Dusche und wo parke ich? Alles problemlos sortiert bekommen. Shorts und Orca hatte ich bereits an, also locker zum Startbereich einlaufen, nachmelden und sorgenvoll das Wetter beobachten. Die Gewitterwolken ließen aber nur ein paar Tröpfchen fallen und zogen weiter. Der Wind frischte dabei etwas auf, für Abkühlung war gesorgt. Ach war das mal wieder schön, Volkslaufatmosphäre zu schnuppern!
Nun noch etwas Lauf-ABC (wie im Chat verordnet), leichtes Dehnen und mit einer Vuvuzela als Startschuss ging es los.
Anfangs halte ich den Schnitt unter 5:00 gut, ich orientiere mich, das Feld sortiert sich, ich horche in Beine, Lunge und Fuß: alles ok, renn nur drauf los. Nach 3 km die erste Wasserstation, ich laufe unter der Dusche lang und nehme einen Schluck. Tut das gut!
Die ganze Zeit muss ich mental am Gashahn bleiben, von allein geht heute gar nichts. Immer wieder muss ich mich davon abhalten, es einfach locker laufen zu lassen und mich selber anspornen. Sehr willkommen sind dazu Laufduelle, an den Steigungen sammel ich regelmäßig 2 Damen ein, eine in der AK über mir, eine unter mir (geschätzt). In der Ebene ziehen sie dann mit 4:45er Schnitt an mir vorbei, um sich an der nächsten Steigung wieder einholen zu lassen.
An allen 3 Wasserstationen greife ich zu, zwar immer nur ein Schluck, aber es tut gut. Bei km 6 stecke ich mir einen Gelchip in die Wangentaschen, als Test für längere Rennen. Die Aufnahme funktioniert gut, in der Auswertung sollen km 7 und 8 trotzdem die langsamsten bleiben. Hm, nichts mit Tiger im Tank.
Km 8, wie, km 8? Ich habs verschlafen, es ist doch schon Zeit zum Endspurt! Aber ich habe mich gemütlich über 5er Schnitt eingejuckelt, der heftige Zielanstieg droht schon, so richtig Endspurt ist nicht mehr abrufbar. Oder doch? Den da vorne krieg ich doch noch, der quält sich den Anstieg übers Kopfsteinplaster hoch, na los, den versägst Du! Die Zuschauer beobachten, wie ich mich heranmogel und einer ruft: pass auf! Der Läufer dreht sich leicht, und sieht, dass ich gerade zum Überholen ansetze. Scheinbar ist das mit der Läuferehre unvereinbar, er zieht unwiderstehlich an und jagt davon. Ich setze kichernd (und japsend) meinen Zielspurt fort, er ist aber unerreichbar enteilt.
Im Ziel sehe ich als erstes den Fanclub, schön, er hat es doch noch geschafft! Ich süffel den Versorgungsstand leer (zumindest gefühlt), dann trabe ich mich Richtung Dusche langsam aus. Dort habe ich die Ehre, mit der Siegerin zu duschen und hoffe sehr, dass sie etwas auf mich abgefärbt hat dabei.
Schon vorher wusste ich, dass einiges an Steigungen auf mich zu kommt. Aber auf einen dermaßen profilierten Lauf mit engen Kurven, schmaler Strecke, Kopfsteinpflaster und teils Begegnungsverkehr war ich nicht eingestellt. So kann ich mit einer fast 52er Zeit und einer Platzierung in der Altersklasse doch zufrieden sein. Vor allem, da der böse Fuß seit gestern Mittag schweigt.













