34. Warmbronner Waldmeisterlauf 2010
Erstellt von: mirco-meniscus
in Blogs
am 29. Juli 2010
Von Faulen, Römern und anderen Schergen
Mit einer faktisch nicht vorhandenen Vorbereitung von ungefähr 10km/Monat stand am 1. Mai diesen Jahres der 34. Warmbronner Waldmeisterlauf 2010 auf meiner Wunschliste. Mein bester Freund und Volkstriathlet BoeserFuß war mit von der Partie. Natürlich musste ich mir, völlig zurecht, immer wieder anhören, was für ein faules Stück ich doch sei!
Am Tag der Wahrheit war wieder alles so hektisch wie sonst. Kurz vor der Abfahrt noch schnell die Sachen gepackt und dann von der Familie verabschiedet.
Während also so mancher bierselig dem wechselhaften Wetter trotzte, machten wir uns auf, unseren Laufschuhen den langersehnten Auslauf zu gönnen. Nur noch Umziehen und dann konnte es losgehen. Moment mal! Shirt, Weste und Laufhose,…, Laufhose? So eine Schande, die hing zum Einpacken gerichtet zuhause an der Garderobe. Irgendwann lerne ich es vielleicht doch noch die Tasche in aller Ruhe am Vorabend zu packen. Zum Glück konnte mir BoeserFuß mit einer Shorts aushelfen.
Memo an mich: nächstes Mal zwei Hosen am Vortag in die Tasche packen!
Das Teilnehmerfeld war gut gemischt und soweit erkennbar nahezu Profifrei, ein echter Spaß-Volkslauf eben. Ein ähnlich verschusselter Läufer wie ich war in Jeans mit am Start. Natürlich durften die überambitionierten Jungspunde in ihren aerodynamischen Leibchen nicht fehlen. Kurios fand ich allerdings einen rüstigen älteren Herrn in römischer Toga. Er hatte sich aus einem alten Autoreifen und grober Schnur Sandalen gebastelt. Mit diesen fiesen Tretern 10 Kilometer über Wald- und Schotterwege durchzustehen – Respekt!!!
Auf die Plätze, fertig, ab ins Getümmel!
Nach dem üblichen Gedränge beim Start scheiterte ich wie gewohnt daran, das Rennen ruhig angehen zu lassen. Die ersten zwei Kilometer hatte ich recht flott hinter mir und den Zielzeitläufer in unmittelbarer Nähe, musste dann aber bereits bei der ersten Steigung etwas langsamer machen. Es ist doch immer das Gleiche, sobald die Herde lostrabt, ist jegliche geplante Tempoeinteilung dahin. Meinen Weggefährten BoeserFuß verlor ich schon nachdem ersten Kilometer irgendwo im Gedränge.
Nach der Steigung gelang es mir endlich in meinen Rhythmus zu finden und die Laufstrecke so richtig zu genießen. Da ich von haus aus ein „Waldmensch“ bin, war der Lauf wie für mich gemacht: 85% wunderschöne Waldwege, 10% anregende Feldwege und nur 5% flach durch den Ort.
Bei Kilometer 7 war der höchste Punkt passiert und mir ging es wieder recht gut, zumal kapp zwei Kilometer bergab bevorstanden. Auch von der Zeit stand es gar nicht mal so schlecht. Frohen Mutes verließ ich nichtsahnend den Wald und preschte den Feldweg hinab. Doch da saßen auch schon eine Handvoll bierseliger 1.Mai-Schergen am Wegesrand und luden mich feist grinsend zu einem Weizen ein. Oh, welche Qual! Das traf mich wie ein linker Haken. Um Fassung ringend taumelte ich weiter und hatte Mühe wieder Tritt zu fassen. Durst hätte ich ja durchaus gehabt und einem Weizen wäre ich ja auch nicht gänzlich abgeneigt gewesen, aber vor dem Zieleinlauf? Während ich mich wieder zusammennahm traf mich dann die kurze Gerade einiger Grillschergen. Ein zarter Duft nach gegrilltem Steak und Grillwürsten lag in der Luft! Ich hatte Hunger und absolut keine Lust mehr!
Kraft und Motivation verließen mich, wie Ratten das sinkende Schiff. Dennoch schaffte ich es irgendwie mich die letzten eineinhalb Kilometer bis ins Ziel hochzuquälen. Zugegeben, am 1. Mai muß man mit so etwas rechnen, aber das war dann doch zu heftig. Im Ziel war ich dann doch überrascht, dass ich nur zehn Minuten hinter BoeserFuß und nur vier Minuten hinter meiner Bestzeit lag.
Zufrieden, aber völlig kaputt trotteten wir von dannen, durch den einsetzenden Regen, der uns auszukühlen drohte.

geschrieben von berlifan, July 30, 2010
geschrieben von deelux68, July 30, 2010
geschrieben von janmitfun, July 29, 2010










