Das Highlight vom 16.10.2011 in Zahlen: 3.506 Meldungen, 3.053 Starter aus 30 Nationen verteilt auf 5,2 km, 10 km, 27 km und erstmalig auch auf 42,195 km. Die meisten Läufer starteten beim eigentlichen Jubiläumslauf, also über die Distanz von 27 km. Mit dabei 5 Supertalente von dieser Webseite. Im März 2011 hatten wir uns zum Laufklassiker in St. Wolfgang angemeldet. Wir, das heißt Juliane und Heiko, Otti, Girasole und ich waren mit von der Partie.
Bis auf Heiko, der den 1. Salzkammergut Marathon in Angriff nehmen wollte, hatten wir alle die Teilnahme am eigentlichen Laufklassiker (27 km rund um den Wolfgangsee) geplant. Wie es aber so ist, kommt es meist anders und letztlich starteten nur Heiko (seinen Bericht findet ihr hier) und ich über die geplante Distanz. Bei den anderen hieß es noch kurzfristig ummelden auf 5,2 bzw. 10 km. Am Freitag bezogen wir fünf fast zeitgleich unsere Ferienwohnungen etwas außerhalb vom Ortskern aber dafür mit tollem Panoramablick direkt am See. Der Samstag wurde zum Einkaufen, Bummeln, Abholen der Startunterlagen und natürlich zum ausgiebigen Sonnenbaden genutzt. Das Wetter am Renntag war dann eigentlich perfekt. Zwar ziemlich kalt aber die Sonne strahlte und der Wolfgangsee glitzerte was das Zeug hielt.

Wolfgangsee morgens um 8:00 Uhr
Beim Start um 10:30 Uhr stand ich alleine in der Menge zwischen schwarzem und weißem Rössl. Heiko war schon um 9:30 Uhr in Bad Ischl zum Marathon gestartet. Gira, Juliane und Otti sollten auf der anderen Seite in Strobl, bzw. in Gschwend starten und waren früher mit dem Schiff zum Startort gebracht worden. Ich startete im 2. Startblock ca. 4 Minuten nach den Elite- und ambitionierten Hobbyläufern. Mein Versuch mich auf den ersten Kilometern an meine Tempovorgaben zu halten glückte unter anderem Dank meiner Kamera und einer netten Läuferin mit der ich mich vor dem Start unterhalten hatte. Der Respekt vor dem Anstieg zum Falkenstein mit 250 Höhenmetern, verteilt auf knapp 2 Km, wuchs von Meter zu Meter, auch weil Sandra (so hieß die nette Läuferin) mir von ihrer ersten Teilnahme berichtete. Bevor der Anstieg allerdings erreicht war ertönte aber schon der erste Böller… aha, die Elite hatte also gerade den Falkenstein überquert.
Der Anstieg... noch einige Meter entfernt.
Der Anstieg begann und ich versuchte erst gar nicht ihn laufend zu bewältigen. Dafür war es für mich einfach zu steil und das Rennen war ja noch lang. Ich ging die meiste Zeit relativ zügig. Zuerst auf Asphalt, später dann auf teilweise geschotterten Waldwegen. Mal vor, mal neben oder hinter Sandra. Immer wieder überholten schnelle Marathonis. Das war schon beeindruckend. Schließlich hatten die zu Beginn des Anstiegs ja schon knapp 18 km hinter sich und noch mehr als einen Halbmarathon vor sich. Während diese „Rennpferde“ also vorbeizogen konnten auch wir den einen oder anderen Läufer hinter uns lassen. Trotzdem waren oben fast 10 Minuten mehr auf der Uhr als mir lieb war. Da war eigentlich schon klar, dass ich mein eigentliches Zeitziel nicht würde halten können. Der Weg hinunter zum See hatte es dann auch noch ganz schön in sich. Die Oberschenkel brannten kräftig. Mindesten 3x knickte ich mit dem linken Sprunggelenk auf dem Schotter um. Da half alles nichts. Zeit war hier sowieso nicht aufzuholen, die Gesundheit ging vor. Ich genoss daher erstmal die Aussicht.

Und nun geht es steil bergab...
Wieder unten am See angekommen hieß es dann wieder in einen vernünftigen Rhythmus zu kommen und vor allem das Tempo wieder aufzunehmen. Mittlerweile war ich schon mehr als 15 Minuten über der geplanten Zeit. Im Hinblick auf die ja bereits brennenden Oberschenkel und auf das Streckenprofil (kupiert = wellig) der restlichen 20 km korrigierte ich schweren Herzens mein Zeitziel. Bei der ersten Labestelle (ja, die heißen in Österreich so) schmeckte das Wasser dann einfach besonders gut. Ich wurde namentlich begrüßt, was ich toll fand und mich sehr motivierte. Das Profil war auch weiterhin wirklich so wellig wie erwartet. Aber der Ausblick auf den See entschädigte restlos. Ich machte ab und an ein Foto und freute mich meines Lebens. Einmal lief ich sogar ein paar Meter zurück weil ich vergessen hatte den Falkenstein zu fotografieren. J Zum Glück hat mich Sandra daran erinnern. Die Aktion führte schon zum Kopfschütteln/Lachen anderer Läufer.
Sandra musste leider etwa bei Kilometer 10 abreißen lassen (ist aber auch ins Ziel gekommen). Danach lief ich so in meinem Wohlfühltempo vor mich hin. Ja und dann war da bei Kilometer 11 oder 12 plötzlich Heiko neben mir und reichte mir die Hand. Früher als erwartet und ganz schön schnell. Für mich reichte es da nur zu einem Zwischenspurt, einem kleinen Gedankenaustausch mit ihm und zu zwei Fotos. Dann musste ich ihn ziehen lassen. Eine Tempoverschärfung zu diesem frühen Zeitpunkt stand nicht zur Diskussion. Ich lief also weiter am See entlang. Sah Kühe, Berge und viele Zuschauer, wurde fotografiert und fotografierte selbst ein wenig. Erst zwischen Labestelle 3 (15,8 km) und 4 (21,5 km) zog ich das Tempo dann langsam an um es dann bis zur Labestelle 5 (23,x?) beizubehalten. Das war irgendwie anstrengend weil es tatsächlich immer noch wellig war und ich plötzlich keine Lust mehr hatte. Das war mir bis zu diesem Zeitpunkt noch nie passiert. Aber ja, ich wollte in diesem Augenblick tatsächlich nicht mehr und tat das auch den 5 Zuschauern kund die gerade greifbar waren. Die lachten und feuerten mich an. Das Tempo nahm trotzdem sukzessive ab. Die rechte Fußsohle schmerzte zunehmend. Ich hatte meine geplante Endbeschleunigung vollkommen vergessen. Und dann kreiste da plötzlich mein Mantra der letzten Wochen im Kopf. WENN ES SCHWER WIRD SCHALTE EINEN GANG HOCH! Das hatte ich mir vorgenommen und irgendwie verdrängt. Ich versuchte also entgegen dem Willen meiner schon kräftig brennenden Oberschenkel das Tempo wieder zu steigern. Und tatsächlich funktionierte das. Sogar das Brennen ließ langsam nach. Ich sah die ersten von Krämpfen geplagten Läufer am Wegesrand und beschleunigte weiter. Lief wie ein Uhrwerk. Irgendwann rief jemand meinen Namen. Girasole wartete auf mich. Sie rannte mit Rucksack (meine Wechselklamotten und Duschsachen, inklusve Sekt- und Wasserflasche) neben, vor und hinter mir. Und dann sah ich ganz unerwartet auch noch Heiko vor mir. Ich rief nach ihm. Glaubte ihn noch einholen zu können und rannte was das Zeug hielt. Aber anscheinend gab auch er gerade wieder Gas. Vor mir spritzten die Leute förmlich aus dem Weg. Ich kann nicht sagen ob es an meiner Schnelligkeit lag oder daran, dass Gira hinter mir immer wieder „Achtung Läufer!“ rief. War aber auch egal. Ich hatte Platz. Vor dem schwarzen Rössl standen Juliane und Otti. Ich sah sie erst als ich schon fast vorbei war. Die letzte Kurve, Endspurt. Fast wurde ich noch von einer vor mir laufenden Läuferin mit ordentlicher Schlagseite abgedrängt. Gerade so an ihr vorbei und dann war es geschafft. Heiko grinste mich im Ziel an. Otti, Juliane und Gira waren auch da. Alle heile und zufrieden.
Fazit: Ein perfektes Wochenende mit den netten Menschen die dabei waren. Ein toller Lauf der irgendwann wiederholt werden muss (siehe auch Julianes Bericht vom 10 km-Lauf) Der Muskelkater in den Oberschenkeln ist Geschichte, die Fußsohle ist wieder nahezu ruhig, die Sehne hat gar nicht gemeckert. Ich hoffe, dass ich den Virenschleudern und Bakterienmutterschiffen um mich herum noch ein wenig Paroli bieten kann.
Der Vollständigkeit halber muss noch gesagt werden, dass der Sieger bei den Männern (wie in den 3 Jahren zuvor) Hosea Tuei aus Kenia (Comnet Team Lörrach) die Strecke in 1:29:45 Stunden bewältigte. Bei den Damen gewann die Kenianerin Nancy Koech (ebenfalls vom Comnet Team Lörrach) in 1:46:25 h.
Kommentare (10)

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geschrieben von Bonny142, October 23, 2011
geschrieben von Bonny142, October 23, 2011
Hallo Katrin,
ein wirklich toller Bericht. Sehr schade, dass ich dich so früh schon ziehen lassen musste, aber meinem Knie hat der steile Abstieg vom Falkenstein schwer zu schaffen gemacht. Musste sogar ein paar km gehen und habe eine zeitlang überlegt, ob ich bei km 17 aussteigen sollte. Habe dann aber einfach umgeschaltet, nur noch die herrliche Landschaft auf mich wirken lassen und immer weiter, einfach im Schneckentempo ins Ziel.
Wünsche dir für Frankfurt alles gute und werde dich im Ziel erwarten. :)
LG
Sandra
ein wirklich toller Bericht. Sehr schade, dass ich dich so früh schon ziehen lassen musste, aber meinem Knie hat der steile Abstieg vom Falkenstein schwer zu schaffen gemacht. Musste sogar ein paar km gehen und habe eine zeitlang überlegt, ob ich bei km 17 aussteigen sollte. Habe dann aber einfach umgeschaltet, nur noch die herrliche Landschaft auf mich wirken lassen und immer weiter, einfach im Schneckentempo ins Ziel.
Wünsche dir für Frankfurt alles gute und werde dich im Ziel erwarten. :)
LG
Sandra
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geschrieben von oppelnhoppel, October 21, 2011
geschrieben von oppelnhoppel, October 21, 2011
Ich habe auch Bilder geschaut. Da sehe ich eine Katze, die auch sehr, sehr dynamisch unterwegs ist! Und noch wichtiger: Sie lächelt und lächelt und lächelt....
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geschrieben von kittymuc, October 21, 2011
geschrieben von kittymuc, October 21, 2011
Hey, schön dass du die lange Strecke durchziehen konntest! Und ein (Seh-)Genuss ist die Runde auf jeden Fall...
Ihr hattet wirklich ein tolles WE, auch wenn nicht alle ihre ursprünglichen Ziele verwirklichen konnten! :))
Ihr hattet wirklich ein tolles WE, auch wenn nicht alle ihre ursprünglichen Ziele verwirklichen konnten! :))
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geschrieben von oppelnhoppel, October 21, 2011
geschrieben von oppelnhoppel, October 21, 2011
Gratulation Katze! Zum Lauf, zum Bericht, zur AA-Challenge! Schöne Veranstaltung. Ist da nicht auch immer Dr. Helmut Kohl gejoggt? btw: die Kenianerin, die ich beim Küstenmarathon auf dem Fahrrad zum Sieg begleitete, ist in deinem Rennen Fünfte geworden. Ach ja, "meine" Lilian ,-))
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geschrieben von feuerraeder, October 21, 2011
geschrieben von feuerraeder, October 21, 2011
Toller Bericht Katrin, hach da kommt gleich etwas Wehmut auf. Wir kommen wieder, ganz klar! Mein Muskelkater hat sich nach unserer Wanderung am Mittwoch verzogen, werde darüber noch berichten ;-) LG Heiko
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geschrieben von otti, October 21, 2011
geschrieben von otti, October 21, 2011
Ach, es war wirklich sooo schön! Ich wußte ja schon vorher, dass der Falkenstein ein wirklich schwerer Brocken ist, ich hätte ihn gern bezwungen! Vor dir (und natürlich auch vor Heiko) ziehe ich den Hut!
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geschrieben von barbarine, October 21, 2011
geschrieben von barbarine, October 21, 2011
Liebe Katrin, nachdem wir den Falkenstein erwandert haben, kann ich nur sagen: Hut ab vor deiner Leistung; ich hätte garantiert mehr als 10 Minuten "verloren"... Der hat es echt in sich.
Ein schöner Bericht von einem tollen Lauf, der wirklich nach Wiederholung schreit! :-))
LG Juliane
Ein schöner Bericht von einem tollen Lauf, der wirklich nach Wiederholung schreit! :-))
LG Juliane
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