Erstellt von: Dr. Matthias Marquardt
in Blogs am 04. Januar 2011
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Lieber Dr. Marquardt,
ich habe früher lange Handball gespielt und hatte dabei so mit circa 14 Jahren den ersten doppelten Bänderriss (Fuß), der damals operiert worden ist. Vorletztes Jahr hatte ich nach fast 20 Jahren Verletzungsfreiheit wieder einen doppelten Bänderanriss im selben Fuß. Aircast-Schiene, Laufpause, dann rund drei Monate mit Bauerfeind-Bandage gelaufen, später wieder ohne. Letztes Jahr hatte ich wieder eine Bänderdehnung im Fuß, selbes Spiel: Erst Schiene, dann Bandage. Ich laufe seitdem mit der Bandage, fühle mich sicherer damit (wobei ich mir die Verletzungen nicht beim Training zugezogen hatte). Ich laufe mit Schuhen für Überpronierer, also nicht in ungestützten Schuhen. Ich laufe regelmäßig zwei bis drei Mal pro Woche, je zwischen sechs und elf Kilometern, demnächst mehr, da ich anfangen werde, für den Halbmarathon im nächsten April zu trainieren (bin noch nie mehr als elf Kilometer gelaufen bisher). Ist es richtig, dass ich weiter mit der Bandage laufe, oder ist das überflüssig oder womöglich sogar kontraproduktiv wegen der Gewöhnung?
Vielen Dank im voraus und herzliche Grüße gen Hannover, Carla
Liebe Carla,
ich verstehe deine Sorge bezüglich eines erneuten Bänderrisses sehr gut. Allerdings gibt es in der von dir zur Zeit angewendeten Therapie einen kleinen Widerspruch: Der Schuh, den du trägst, hebelt deinen Fuß bewusst auf die Außenkante, wie dies bei Überproniererschuhen üblich ist. Von deiner Bandage erhoffst du dir, dass eine übermäßige Bewegung in Richtung der Fußaußenkante unterbleibt. Es schiene mir am zweckmäßigsten, die Notwendigkeit einer Pronationsstütze in deinem Laufschuh exakt zu überprüfen, damit du nicht etwa fälschlich eine solche Stütze trägst, die ein Verkippen auf die Fußaußenkante wahrscheinlich macht. In der Vorbeugung des Umknickens haben sich außerdem Koordinationsübungen, die du auf einem Stabitrainer durchführen kannst, als nützlicher erwiesen. Auch Lauf-ABC-Übungen, die vorzugsweise barfuß auf dem Rasen durchgeführt werden sollten, aktivieren deinen Stellungssinn und wirken einem Umknicken besser entgegen als passive Hilfsmittel. Ich würde diese Maßnahmen zur Aktivierung deiner Unterschenkelmuskulatur in jedem Falle ausprobieren, da es sicherlich keine angenehme Vorstellung ist, einen Halbmarathon mit Knöchelbandage laufen zu müssen.
Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen neuen Trainingsübungen, Dr. Marquardt
Erstellt von: Dr. Matthias Marquardt
in Blogs am 25. November 2010
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Hallo Achim,
vor etwa sechs Jahren habe ich, 49 Jahre alt, das Laufen wieder entdeckt. Es tut mir gut und ich laufe nur relativ kurze Strecken (sechs bis zehn Kilometer ) zwei bis drei mal in der Woche. Trotzdem habe ich mir mal vor ein paar Jahren gute Laufschuhe gekauft und war dazu extra in einem Laufladen. Ich laufe zu 90 Prozent auf der Straße und auf Fußwegen. Seit ein paar Wochen habe ich am Tag nach dem Laufen Probleme mit den Fußsohlen und es dauert nach dem Aufstehen einige Minuten, bis ich einigermaßen vernünftig auftreten kann. Liegt das daran, dass die guten Laufschuhe ihre Funktion der Dämpfung nicht mehr erfüllen, also abgelaufen sind? Die Schuhe sind etwa vier bis fünf Jahre alt. Letztes Wochenende lief ich übrigens mit einfacheren Schuhen und da hatte ich hinterher keine Fußsohlenprobleme. Diese Schuhe sind auch erst ungefähr zwei Jahre alt und nicht so oft benutzt.
Mit freundlichen Grüßen, Ralph
Lieber Ralph,
die Beschwerden, die du schilderst, klingen tatsächlich am ehesten nach beginnenden Fersensporn-Beschwerden. Hierbei treten ganz typisch Schmerzen nach dem Aufstehen an der Fußsohle auf, die nach einigen Minuten verschwinden. Was nicht ganz dazu passt, ist die Tatsache, dass diese Beschwerden mit einfachen Schuhen nicht auftraten. Darüber hinaus hat die Dämpfung des Laufschuhs einen eher geringen Einfluss auf das Entstehen derartiger Beschwerden. Vielleicht hatte dein Laufschuh allerdings eine Unterstützung an der Innenseite (Pronationsstütze), die über die Zeit verschlissen ist? Schuhe, die auf der Innenseite abgetreten sind, können nämlich sehr wohl einen fersenspornartigen Schmerz auslösen. Was ist zu tun?
1. Bitte lasse im Rahmen einer medizinischen Bewegungsanalyse feststellen, ob bei dir tatsächlich eine so genannte Überpronationsbewegung vorliegt. Hierfür sollte jedoch nicht nur das Fußgelenk gefilmt werden, sondern auch Kniegelenk, Hüftgelenk und Wirbelsäule.
2. Schaffe dir wenigstens zwei Paar Laufschuhe an, die optimal auf deine Bedürfnisse abgestimmt sind und die abwechselnd im Training eingesetzt werden.
3. Dehne nach jedem Training deine Fußsohlenmuskulatur, indem du deine Zehen mit der Hand Richtung Fußrücken drückst.
4. Kühle die Fußsohle nach dem Training mit Eis.
5. Trainiere deine Fußmuskulatur auf einem Stabitrainer (weiches Kuststoffkissen, speziell für diesen Einsatz).
6. Beende wenigstens zwei deiner Laufrunden mit einem fünfminütigen Barfußlauf auf Rasen. Ich gehe davon aus, dass du so zügig wieder beschwerdefrei wirst. Versagen diese Maßnahmen, so ist ärztliche Hilfe notwendig und es muss darüber entschieden werden, ob eventuell eine orthopädische Einlagenversorgung nicht doch unausweichlich ist.
Gute Besserung und viele Grüße von
Dr. med. Matthias Marquardt
Erstellt von: Dr. Matthias Marquardt
in Blogs am 29. Oktober 2010
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Hallo an die Experten,
ich laufe seit fast zwei Jahren regelmäßig, habe mittlerweile den ersten Halbmarathon geschafft und bin dabei, mich auf den Hermannslauf und ein paar weitere Landschaftsläufe rund um Bielefeld vorzubereiten. Mein Laufpensum liegt bei bis zu 40 Kilometern in der Woche, bei einem Tempo von jeweils zwischen fünf und sechs Minuten pro Kilometer, gelegentlich gewürzt mit ein paar kleinen Hügeln. Ich bin 1,73 Meter groß und wiege 76 Kilogramm, bin also eher kräftig gebaut. Neben dem Laufen fahre ich noch ziemlich viel Fahrrad und mache regelmäßig Spinning. Seit ein paar Wochen habe ich nach dem Laufen immer Schmerzen in der Hüfte, links etwas mehr als rechts. Nach ein, zwei Tagen ohne Laufen sind die Schmerzen dann wieder weg. Die Schmerzen sind jetzt nicht so heftig, man kann sie noch ganz gut ignorieren, aber sie fallen schon in die Kategorie "nervig". Woran kann das liegen? Mir ist nicht bewusst, dass ich jetzt anders laufe als früher, höchstens etwas mehr. Oder sollte ich beizeiten mal beim örtlichen Sportmediziner oder Orthopäden vorstellig werden?
Viele Grüße, Frank
Lieber Frank,
nervige Schmerzen an der Hüfte sind natürlich das Letzte, was man bei den wunderbaren Landschaftsläufen rund um Bielefeld gebrauchen kann. Solche Schmerzen im Bereich der Hüfte können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Da kommt zum einen der Gelenkverschleiß, also eine Hüftgelenksarthrose in Frage. Diese kann auf Basis von Gelenkfehlstellungen oder einer schlecht ausgebildeten Hüftgelenkspfanne (Hüftgelenksdysplasie) entstehen. Dies sollte in der Tat ein Sportmediziner durch eine körperliche Untersuchung und gegebenenfalls eine Röntgenaufnahme klären. Die Schmerzen in der Hüfte können aber genauso gut durch banale Probleme wie eine Kreuz-Darmbeingelenkblockierung ausgelöst werden, die zu sehr unangenehmen Muskelverspannungen im Hüftgelenksbereich führen können. In diesem Falle wäre dir schon mit einer manualtherapeutischen Behandlung und den richtigen Dehnungsübungen geholfen. Achte also darauf, dass der von dir aufgesuchte Sportmediziner auch eine manualtherapeutische Zusatzqualifikation hat, so dass er auch diese Beschwerden sicher erkennen und behandeln kann.
Viel Erfolg bei der weiteren Diagnostik wünscht dir Dr. Marquardt
Erstellt von: Dr. Matthias Marquardt
in Blogs am 29. September 2010
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Hallo Herr Doktor,
ich bin 59 Jahre alt, männlich, 1,89 Meter groß, 104 Kilogramm schwer und als ehemaliger Leistungssportler (Leichtathletik, Sprint, Sprung) zum langjährigen Gesundheitsläufer geworden. Ich laufe im Schnitt zwei-, dreimal die Woche etwa 45 Minuten, habe aber kaum etwas für meine Rumpfmuskulatur getan. Trotz recht guter Herz-Kreislauf-Leistungsfähigkeit bekam ich in den letzten Jahren nach dem Laufen schon mal häufiger Herzrhythmusstörungen bis hin zum Vorhofflimmern, das nach einigen Stunden wieder verschwand. Die kardiologische Überprüfung ergab keinen nachweisbaren organischen Befund. Da ich aber im Laufe der Jahre einen leichten Rundrücken bekommen habe und auch Verspannungen im oberen Rücken- und Nackenbereich verspüre, meinen meine Physiotherapeuten, dass die Herzrhythmusstörungen vom Rücken ausgelöst werden (Sympathikus). In der Tat sprang mein Herzrhythmus unmittelbar nach der Lösung von Wirbelgelenkblockaden und begleitender Massage mehrfach wieder in den normalen Sinusrhythmus zurück. Meine besorgten Fragen: Gibt es einen solchen Zusammenhang zwischen Rundrücken und Herzrhythmus? Wenn ja, was kann ich dagegen tun? Sollte ich auch meine Wirbelsäule näher untersuchen lassen? Darf ich weiterhin laufen oder muss ich mir eine andere Sportart aussuchen? Es wäre sehr nett, wenn Sie mir Ihre Einschätzung meiner Situation übermitteln würden.
Herzliche Grüße, Gerd
Lieber Gerd,
das Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung überhaupt und tritt hin und wieder auch an Herzen auf, an denen keine krankhaften Veränderungen nachweisbar sind. Durch manualtherapeutische Manöver, wie das Einrenken der Brustwirbelsäule, ist ein solches Vorhofflimmern nicht sicher zu beheben. Ich möchte allerdings nicht ausschließen, dass es durch tiefes Ein- und Ausatmen zu einem so genannten Vagusreiz gekommen ist, der ein Umspringen in den normalen Herzrhythmus erzeugt haben könnte. Der Versuch, die Wirbelsäule mehrfach zu deblockieren und durch ein Training der aufrichtenden Brustwirbelmuskulatur zu stabilisieren, ist sicherlich statthaft. Lasse dich hierfür von einem manualtherapeutisch tätigen Arzt beraten und von einem Physiotherapeuten mit Ausbildung in medizinischer Trainingstherapie betreuen. Unabhängig davon musst du dich allerdings dringend bei deinem Kardiologen vorstellen, um mit ihm ein Konzept zu erarbeiten, wie mit diesen wiederkehrenden Beschwerden umgegangen werden sollte. Hält ein Vorhofflimmern nämlich länger als 48 Stunden an, so kann es zu Blutgerinnselbildungen kommen, die sogar einen Schlaganfall auslösen können.
Mit allerbesten Grüßen, Matthias Marquardt
Erstellt von: Dr. Matthias Marquardt
in Blogs am 16. September 2010
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Sehr geehrter Herr Doktor,
bei mir wurde vor kurzem ein Leistenbruch diagnostiziert, den ich allerdings schon eine ganze Weile mit mir rumschleppe, da der OP-Termin noch nicht angesetzt ist. Nun meine Frage: Kann ich bis zur OP dennoch Laufen und Kieser-Training machen, oder sollte ich gänzlich auf Sport verzichten? Mein Arzt meinte nur lapidar, ich solle die Region um den Bauch herum nicht belasten. Schmerzen oder Probleme habe ich keine und würde ungern auf das Training verzichten.
Viele Grüße, Marco
Lieber Marco,
ein richtiger Leistenbruch ist definitiv eine Gegenanzeige für Krafttraining. Klemmt der Bruch ein, kann es lebensgefährlich werden. Ich kann natürlich nicht einschätzen, wie groß der Bruch ist und wie ernst die Situation ist. Keineswegs möchte ich dir einen Freibrief erteilen. Dies kann nur der ärztliche Kollege vor Ort. Mein Rat: Warte den OP-Termin ab und beginne erst danach und in Rücksprache mit dem Arzt mit der Wiederaufnahme deines Trainings.
Gute Besserung sagt Dr. Matthias Marquardt