Der Wurm ist drin. Ganz offensichtlich. Warum?? So viele Lauffreunde haben in diesem Jahr mit allen möglichen Verletzungen zu kämpfen. Und ja, mich hat es auch erwischt. Aber ich hoffe inzwischen, dass MEIN Wurm sich verzogen hat. Oder gefressen wurde, wie auch immer.
Meine Odyssee hat im Prinzip schon im April 2011 begonnen, nach dem Berliner Halbmarathon tat mir zum ersten Mal so sachte das linke Knie weh. Aber es verging wieder. Bis zu den BIG 25 am 8. Mai in Berlin, wo ich auf den letzten Metern arge Schmerzen bekam und mich nur noch durchgebissen habe. Überlastung- so das Urteil meiner Physio“tante“, die ich an dem Tag noch vor Ort traf, weil sie ebenfalls die 25 Kilometer gelaufen war. Okay, also erstmal kürzer treten und dem Knie ´ne Chance zur Erholung geben. So meine Strategie.
Aber… nein, es wurde nicht besser, nur schlechter. Nur beim Laufen tat es weh und das immer früher. Das heißt: ich lief vorsichtig im Training ohne Beschwerden; erst 15 Kilometer, dann nur noch 10, dann 8 und irgendwann nur noch 5. Ich schraubte also meinen Trainingsumfang weiter zurück, nur noch 3x die Woche und weniger als 30 Kilometer. Die Physioexpertenmeinung hatte sich inzwischen in Probleme mit dem Wadenbeinköpfchen infolge muskulärer Verspannungen in Wade und Oberschenkel gewandelt. Nun stellt sich beim Leser wahrscheinlich die Frage, warum ich denn nicht einfach mal eine ärztliche Meinung eingeholt habe. Wenn einfach so einfach wäre! In brandenburgischen Gefilden herrscht akuter Ärztemangel in Verbindung mit wochenlangen Wartezeiten für Termine bei Fachärzten. Und ich hatte noch Glück! Mein nächster Orthopädentermin war sowieso für Anfang Juli anberaumt (bereits im Januar vereinbart).
In der Zwischenzeit musste ich aufgrund der Beschwerden schweren Herzens den Schlösserlauf in Potsdam vom Halbmarathon auf die 10km ummelden und den Fünf Seen Lauf in Schwerin habe ich ganz platzen lassen. L
Und dann kam der Facharzttermin: den hätte ich mir sparen können. Die Probleme traten ja schließlich NUR bei Belastung auf. Kann ich ja auch bleiben lassen, auf den Sport verzichten… Ich war halt keine 08/15 Patientin. Nicht klapprig genug. Oder mit Beschwerden in den Knochen aufgrund von 50kg Übergewicht… Ich war jedenfalls stinkesauer und genauso schlau wie vorher. Er faselte noch irgendwas, ob ich denn die richtigen Laufschuhe trage. Einlagen habe ich aufgrund meiner Überpronation sowieso schon seit 3 Jahren. Dafür hat er mir dann auch ein Rezept ausgeschrieben, bezahlt die Kasse ja schließlich alle halbe Jahre ein Paar. Allerdings nicht für den Sport, da muss ich dann selber drauflegen.
Und nun? Was jetzt?? Die Frustration war enorm. Mit dem Laufen aufhören? Kam nicht in die Tüte. Also machte ich kurz entschlossen einen Termin bei einer Reha-Ärztin, die auf dem gleichen Flur wie der Orthopäde sitzt. Und sogar schon für Ende August. Aber auch nur, weil jemand anderes abgesagt hatte. Mein Physio legte sich derweil ins Zeug: Massage, Wärme, Fango, Ultraschall, manuelle Therapie, Triggerpunktbehandlung, Tapes… nichts half so richtig. L Alternativ begann ich mit Yoga. Dehnte verstärkt und machte Stabi-Übungen. Fuhr Rad. Und war verzweifelt.
Dann hatte ich einen rettenden Einfall. Wenn es nun doch mit meiner verspannten Wadenmuskulatur zusammen hing, warum dann nicht mal Kompressionskniestrümpfe probieren? Und, was soll ich sagen, es half. Aber nur damit. Und ich konnte endlich mal wieder länger als eine halbe Stunde laufen. Aber ich wusste, damit war mein Problem nur eingedämmt. Die 10 Kilometer bei der City Night in Berlin Ende Juli habe ich so jedenfalls schmerzfrei geschafft. Die Zeit war so was von schnurzpiepegal…
Nun hatte ich noch drei Wochen bis zum nächsten Arzttermin. 21 lange Tage. Und dann war es so weit. Und, was war?? Die Ärztin stellte dieselbe Diagnose wie der Physio. Naaaa tolllll. Aber wenigstens fachärztliche Gewissheit. Und dann stellte ich meiner Ärztin die alles entscheidende Frage: im Januar hatte mein Orthopädischer Fachbetrieb den Aufbau meiner Sporteinlagen verändert, auf der rechten Seite noch eine Verstärkung am Fußgewölbe eingearbeitet. Könnte das nicht eventuell die Ursache allen Übels sein? Ist dadurch vielleicht im gesamten Körper ein Ungleichgewicht entstanden, das die Schmerzen verursacht??? Eindeutige Antwort: JAAA!!!
- Was ich gemacht habe?
Ich hab in Nullkommanichts meine Einlagen ändern lassen.
Heute bin ich das erste Mal seit Wochen ohne Schmerzen (und ohne Kniestrümpfe ;-)) 40 Minuten am Stück gelaufen. Ein unbeschreibliches Gefühl von Erleichterung machte sich in mir breit. Hoffentlich bleibt es so.
- Was ich gelernt habe?
Jeder muss für sich selber denken und sich und seinem Gefühl trauen. Und, man darf sich nicht vom Weg abbringen lassen, auch wenn er noch so steinig erscheint. Manchmal liegt eine Lösung doch so nah.

geschrieben von littlewhitepony, September 01, 2011
geschrieben von kittymuc, August 31, 2011
Allen hier wünsche ich, dass sie einen Arzt/Heilpraktiker/Physiotherapeuten/wasauchimmer finden, der sie auf den richtigen Weg führt!!!
geschrieben von catcat, August 31, 2011
geschrieben von monschichi, August 31, 2011
Da ich eigentlich schon immer Sporttreibe bin ich schon eine Weile zur Selbsttherapie übergegangen, irgendwann kennt man seine Schwachpunkt und wie man sie behandelt.
geschrieben von girasole, August 31, 2011
@ otti: leider habe ich ja ganz ähnliche Erfahrungen gemacht: nicht ordentlich untersucht worden, nicht ernst genommen worden und so weiter. Schade. Ich wünsche Dir, dass Du auch bald wieder losrennen kannst und die Schmerzen der Vergangenheit angehören!
(Sorry Juliane, ist ja Dein Blog)
geschrieben von otti, August 31, 2011












