Marathonvorbereitung ohne Trinkgurt.
Ja, möglich ist es. Ich habe genutzt: einen Friedhof, Getränkemärkte, Bäckereien (besonders hilfreich am Sonntagmorgen!), Tankstellen, den schwesterlichen Wasserhahn unterwegs, das eigene Auto als Getränkedepot (gut, da musste ich Runden laufen, damit das Konzept aufgeht).
Und getrunken hab ich viel unterwegs, weil ich war auch viel unterwegs:
Lange Läufe: 7 Stück, 23,4; 26,8; 24,6; 30,36; 30,49, 32,3; 22,4 (ab wann ist ein Lauf lange? Eigentlich erst ab 26, aber dann wären es so wenig gewesen …)
Vorbereitungswettkämpfe: ein Halbmarathon und ein 10-km-Rennen
Intervalltraining: 2
TDL: 4
Einheiten im Renntempo: 9
Einheiten gesamt: 48
unmittelbare Vorbereitungskilometer gesamt: 571
Jetzt, wo es so da steht, sieht das alles gar nicht so viel aus. Waren jedenfalls 10 Wochen des jk-Plan von dieser Seite hier für Marathon unter 4 Stunden.
Einige Einheiten musste ich ausfallen lassen, weil ich mit der Muskulatur auf den Oberschenkelrückseiten zu tun hatte, die rechte Wade war verhärtet und außerdem zickte mein rechter Mittelfuß zu Beginn. Gesamt sind leider 6 Einheiten ausgefallen. Aber das ist wohl normal. Das Gejammer und die vielen Fragen vor der großen Premiere müssen ein paar treue Seelen der Achilles-Gemeinschaft ertragen und unterstützen mich allerliebst mit Rat und Empathie. Vielen herzlichen Dank dafür.
Und dann musste ich ihn nur noch rennen, den ersten Marathon meines Läuferlebens. Das tat ich auch. Komische Sache, ich strotze vor Kraft, muss doch die Handbremse hochziehen. Denn es ist ein echt langer Lauf, der mich da erwartet. Ich bin gut vorbereitet, habe eine Marschtabelle, an die ich mich bestmöglich halte, muss trinken und Gels verzehren, die Zeiten überprüfen, dem Fanclub winken, und immer weiter rennen. Bei km 25 hab ich keine Lust mehr, ist noch so weit, was soll das Ganze. Heul nicht, renn. Also gut, weiter. Ab km 30 merke ich den rechten Oberschenkel. Aber vorne, mal was Neues. Bis ich merke, dass ich noch nie so weit war, ist schon der 33. km um. Naja, einfach weiter. Bei km 35 beginne ich, an den Erfolg meines Himmelfahrtkommandos zu glauben. Ganz vorsichtig. Selbst wenn jetzt alle km in 6:00 weggehen, bleibe ich unter 4 Stunden. Und das ist das erklärte Ziel. Leise breitet sich ein irres Grinsen im Gesicht aus. Bei km 39 reicht es mir dann, wo ist das blöde Ziel, ich bin für heute genug gerannt? Während ich so mit dem Schicksal und der Streckenlänge hadere, sickert es ins Bewusstsein: gleich bin ich da, jetzt nimmt mir das keiner mehr. Und so lächle ich breit den Fanclub an, der ein paar Schritte mit mir läuft und überquere klar im Zeitziel die Ziellinie.
Es wird festgestellt, dass ich noch ganz gut aussehe. Fühle ich mich auch. Ich ziehe eine Jacke über, trinke eifrig und laufe mich sogar ein paar Schritte aus. Keinerlei Männer mit Hämmern sind mir unterwegs begegnet, und auch jetzt sind die Beine zwar müde und wünschen ein Ende der Strapazen, stellen aber den Dienst nicht ein.
So ist das also, der erste Marathon.

geschrieben von Alsterpaerle, October 05, 2011
geschrieben von saxwolf, September 05, 2010
Glückwunsch und Respekt von mir :-)
Und wo ist der Nächste ? da will ich auch dabei sein :-)
geschrieben von otti, August 30, 2010
geschrieben von hermann67, August 29, 2010
Das mit dem Still und Heimlich kann ich aber sehr gut nachvollziehen. Besser so als dann mit dummen Kommentaren und weisen Ratschlägen von unserer Seite her überhäuft zu werden. *g*
Glückwunsch auch vom mir! Geniale Zeit. Alles was du dir vornimmst schein von Erfolg gekrönt. Und ne gewisse Leichtigkeit hör ich auch immer heraus. Kann man glatt neidisch werden.
Nochmals Glückwunsch!
geschrieben von berlifan, August 29, 2010
geschrieben von lhoneck, August 29, 2010
geschrieben von jens, August 29, 2010
Obwohl ich jetzt langsam an mir zweifle. Ich bringe wesentlich mehr Trainingskilometer auf die Piste, aber das Resultat ist dann doch eher bescheiden!!!
Also Gira, Glückwunsch, ich versuche es Dr in ca.9 Wochen gleich zu tun. Obwohl, da brauche ich noch eine Formexplosion......
Ach ja, ab km 35 Denken??? Da ist bei mir das ganze Blut schon in den Beinen und das Gehirn signalisiert nur noch: SCH****!
Voller Ehrfurcht
Jens
geschrieben von kittymuc, August 29, 2010
Kannst stolz auf dich sein.
Gruß Kitty
geschrieben von feuerraeder, August 29, 2010
Herzlichen Glückwunsch aus vollem Herzen! Ist schon ein geniales Gefühl, wenn man merkt alles geht auf, die Mühen der Vorbereitung haben sich gelohnt, das Ziel wird in Wunschzeit erreicht! Ich ziehe meinen Hut :-) Aber immer dieser Aberglaube, bloß nix vorher sagen... Ich hab mich nur manchmal gewundert, wenn du schon wieder mehr Wochenkilometer hattest ;-) Toll gemacht, genieße es!!!
geschrieben von lurch, August 29, 2010
Einfach toll was du da geschafft hast. Für mich z.Z. noch in weiter Ferne, sowohl was die Distanz als auch die Zeit anbelangt. Feier ordentlich drauf und erhole dich gut.
Gruß Lurch













danke für Deinen lieben Kommentar! Mein Marathon war schon letztes Jahr, ich habe den Beitrag nur nochmal bearbeitet (und versucht, die Tags zu entfernen. geht aber nicht. Hat jemand eine Ahnung?).
Gänsehaut? Ich finde meinen Bericht recht nüchtern im Nachhinein. Egal, bereite Dich gut vor und dann genieß es. Ist schon eine tolle Sache. Aber eben auch nur ein sehr langer Lauf, keine Hexerei. Finde ich.
Grüße von gira