Ein neues Jahr. Alles wieder auf Null zurückgesetzt und die erneute Punktejagd konnte beginnen. Den Anfang bildete dabei wie schon seit einigen Jahren für mich Senftenberg. Erst bei einem 10.000m-Rennen im Rahmen des Hallenmarathons ordentlichen Schweiß lassen, anschließend die Belohnung für den Fleiß der vergangenen Saison abholen. Am Ende war der Tag zweigeteilt und hielt einige Überraschungen bereit.
Es war wieder soweit. Die Saison 2010 sollte gestartet werden. Beginnend mit einem Wertungslauf für die Lausitz-Laufserie. Und wie bereits im vergangenen Jahr hatte ich mir auch diesmal den „Hallenmarathon“ in Senftenberg dafür ausgesucht. Aber anders als sonst, wo ich die minimale Streckenlänge wählte, die noch für die Lausitz-Laufserie in Frage kam, wollte ich diesmal am 10.000m-Lauf teilnehmen. 40 Runden in der Halle würde das bedeuten.
Dem Coach wurde dieser Lauf als „wichtig“ mit konkreter Zielzeit (47:xx) gemeldet und das Training lief darauf hinaus. Womit hatte ich nicht gerechnet? Ganz klar, im Winter kann Schnee kommen und das Training behindern. Aber an so was dachte ich nicht, denn die Gegend ist nicht gerade für viel Schnee Anfang Januar bekannt. Großer Fehler. Seit Weihnachten fast durchweg dieses weiße Zeug und je näher der Wettkampftermin kam umso höher wurde die Schneedecke. Ich war bedient. Man was musste sich der Coach alles anhören...(sorry)
Die letzten Trainingseinheiten liefen aber zu meiner vollen Zufriedenheit ab. Das Gefühl stimmte.
Dann der letzte Freitag. Irgendetwas war passiert. War’s Nervosität, innere Anspannung, oder was anderes? Es ging mir auf einmal gar nicht mehr gut. Irgendwie wacklig auf den Beinen. Und dieser Zustand hielt auch noch bis Samstag an, dem großen Wettkampftag.
„Geh locker ran!“, war der letzte Eintrag im Plan. Man, wenn sich das nur so leicht umsetzen ließe. Anspannung ist schon immer vor Wettkämpfen vorhanden, aber ich glaube, seit JKR ist es bei einigen Rennen schlimmer geworden.
Leute treffen, quatschen, etwas einlaufen, den Jüngsten bei ihrer 250m-Runde zusehen...
11.30 Uhr standen etwa 60 Läufer an der Startlinie. Die Halle hatte zwar auch schon mal bessere Tage gesehen, aber immerhin war es hier schneefrei. Ein neues Messsystem sollte die Runden zählen und der aktuelle Stand auf nem Bildschirm angezeigt werden. Hörte sich jedenfalls viel versprechend an. Selber während des Laufs bis 40 zählen würde ich eh nicht fertig bringen.
Abgemacht war, ich würde mich an zwei weiteren Läufern orientieren, die mich zu meiner erhofften Zeit führen sollten. Nur machte mir mein anfänglicher Leichtsinn gleich mal einen Strich durch die Rechnung. Ich war weg und von meinen „Hasen“ nichts zu sehen. Na gut. Also reine Orientierung an der Anzeigetafel.
Erste Runde, zweite Runde...ich bin zu schnell, 71-72 sek/Runde reichen!!!...dritte Runde, ich wurde das erste Mal überrundet...
Die Anzeige schien zu funktionieren. Jedenfalls stellte ich das zählen ein. Immer bis „4“, so hatte ich es mir im Vorfeld gedacht.
Mittlerweile war auch ich fleißig am Überrunden. Schrecklich, wenn es in der Kurve dazu kam. Überhöhte Kurven sind echt nicht mein Ding. Ich bin zu langsam dafür. Einen Schritt hoch zum Überholen und gleich fällt man wieder runter.
Auch die Anzeigetafel erwies sich nicht als kooperativ. Langsam merkte ich, wo der Haken an der Sache war. Wenn nämlich mehrere Läufer kurz hinter- oder nebeneinander über die Matte liefen, kam die Anzeige nicht mehr hinterher und wies meiner Startnummer die Rundenanzahl des Hintermanns aus oder zeigte gleich gar nichts an.
Etwa 3km war ich jetzt unterwegs und von nem tollen Laufgefühl weit entfernt. Die Beine jetzt schon schwer und kämpfen müssen. Verdammt.
„Blindflug“ weil die Anzeige nicht ging, schon vor der Hälfte am Ende, verbissen und verkrampft, meine „Hasen“ holten mich nacheinander wieder ein ohne dass ich nen Hauch einer Chance hatte, dran zu bleiben....
Verdammt, verdammt, verdammt...
Warum konnte ich mich nicht mit den 3.000m zufrieden geben. Es mussten ja unbedingt diesmal 10.000m sein.
Ich wurde immer langsamer. Bei etwa KM 7 resigniert. Das war einfach nicht mein Tag. Jetzt nur irgendwie anständig das Rennen beenden war das erklärte Ziel. Also Zähne zusammenbeißen und noch die letzten Runden abspulen. Gut, dann wird heute eben nicht auf Zeit gelaufen sondern auf Platzierung. Immerhin tauchte dieses „noch 15 Runden, noch 14 Runden,...oh man ist das noch lang“-Gefühl nicht auf. Für den Kopf waren die vielen Runden wenigstens kein Problem gewesen.
Die große Uhr zeigte mittlerweile 45min, die Anzeige schon seit einigen Runden „40“, meine „Hasen“ hatten mich nun auch noch überrundet...
Na so lange dürfte das Rennen doch nun auch nicht mehr dauern. Aber so lange die „Hasen“ nicht fertig waren musste ich auch noch weiter laufen. Ich kann nicht mehr...
Na endlich. Die beiden waren fertig. Also noch 1 Runde für mich. Die Uhr zeigte irgendetwas deutlich über 48min an. Man, da wird’s ja sogar mit <50 min knapp. Aber letzte Runde. Immerhin. Kurve Nummer 1,...Hä, rief da jemand was von Schluss, Aus, Ende...? Wie jetzt, doch „schon“ fertig? Schien jedenfalls so. Noch irgendwie von der Bahn geschlichen und erstmal alle Viere von mir gestreckt. Dieser 10er hat mich geschafft, aber wie.
Die Auswertung ging schnell vonstatten und was soll ich sagen. Gesamtsiegerin über die 10.000m. Schlechter Lauf hin oder her. SIIIEG!!!
Was spielte denn da noch die verpasste Zielzeit für ne Rolle.
Damit war der Tag aber noch nicht beendet. Eigentlich war ich nach Senftenberg gekommen, um der Auswertung der Lausitz-Laufserie beizuwohnen. Aber nur hinfahren der Ehrung wegen und nicht laufen geht natürlich nicht ;-)
Somit erstmal viel Zeit um sich zu erholen, den 1.000m- und 3.000m Läufern zuzuschauen, quatschen,...
Gegen 15.30 Uhr dann die Auswertung der Laufserie. Die Plätze 1-3 wurden mit Pokalen geehrt. Urkunden für jeden Teilnehmer.
Jetzt Heimfahrt. So war es eigentlich angedacht gewesen. Eigentlich... Was machte dann da hinten die JK-Running-Elite? Wollte die beim 10.000m-Paarlauf an den Start gehen. Und wenn die da ist ist Pit bestimmt auch nicht weit. Und richtig. So brauchte ich mir wenigstens keine Gedanken mehr darüber zu machen, wie ich ihm das „Drama“ nachher im Klemmbrett erklären würde. Nee, Drama ist übertrieben. Vor nem Jahr träumte ich noch von Zeiten von unter 50min für die 10km und nun unter 49min an nem nicht ganz so tollen Tag.

Über die Zeit war Pit längst informiert und die Auswertung des Laufs konnte vor Ort stattfinden.
Das ich jetzt einfach abhauen würde kam natürlich nicht infrage. Diesen Lauf musste ich mir unbedingt noch anschauen. Die gingen vielleicht ab und haben den Lauf auch mit deutlichem Vorsprung gewonnen.
Aber jetzt. Heimfahrt. Zuerst wollte ich mir noch etwas den Marathon- und 50km-Ultra-Lauf anschauen. Es dann aber bleiben lassen. Ich kann da nur den Kopf schütteln. Marathon und mehr in der Halle...
Die Veranstaltung kann ich jedem nur empfehlen. Zwar auch im 4. Jahr noch immer nicht ganz pannenfrei, aber das Drumherum stimmte. Musik, Verpflegung, die Atmosphäre...
Für mich also wie anfangs berichtet ein zweigeteilter Tag. Der Lauf hätte besser sein müssen. Sei’s drum. SIIIEG....=)
Und ob ich mich noch einmal an die 10.000m in der Halle wage bleibt abzuwarten.













