35. Generalprobe Berlin
Erstellt von: feuerraeder
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am 30. August 2011
“Ein Highlight setzen!” – so stand es in meinem Klemmbrett der letzten Woche. Viele weitere motivierende Worte, ja Appelle an mich. Motivation und Last zugleich. Aber es hat alles funktioniert, ich konnte die eigenen Hoffnungen und Erwartungen erfüllen – ein kleiner Höhepunkt ist es geworden.
Warum geht es überhaupt? Der Berlin Marathon ist mein erklärter Herbsthöhepunkt und ich möchte einen Versuch wagen, meine PB zu verbessern. Da heißt es also den Trainingsplan befolgen, eine gute Ausgangsposition schaffen. Auf dem Weg dahin bot sich die traditionelle 35. Berliner Generalprobe, oder jetzt unter neuem Namen, der 3.SportScheck Stadtlauf Berlin an.
Den Marathon in Berlin wird fast das komplette Starterfeld des legendären Kasseler Weihnachts-Marathon (KSWM) laufen. Es bedurfte daher nicht viel Überzeugungsarbeit um Jens, seines Zeichens Chef des KSWM, einzuladen und das Wochenende gemeinsam zu verbringen. So konnten wir uns auch für die großartige Organisationsarbeit in Kassel revanchieren. Samstag reiste er an und wir verlebten einen entspannten Nachmittag und Abend mit reichlich “Carbo-Loading”.
Sonntag riss uns der Wecker kurz nach 5.00 Uhr aus dem Bett. Wir frühstückten vernünftig, um einen entsprechenden Energiehaushalt für´s anstehende Rennen zu haben. Jens ist da noch gewissenhafter: mit allerlei gemixten Drinks hatte er sein Tun… Dann Abflug, meine Schwester eingesammelt und auf die Autobahn. Knapp eine Stunde Fahrt und wir waren viiiiiel zu früh, konnten uns dafür aber in aller Ruhe für den geeigneten Parkplatz entscheiden. Die Startunterlagen bzw. obligatorischen Shirts hatten wir bereits seit Donnerstag. Ein paar Vorbereitungen noch, dann schlenderten wir zum Startbereich und peilten die Lage. Langsam füllte sich die “Arena”. Ich hielt nach Achim Achilles Ausschau, wir hatten uns locker über Facebook zu einem gemeinsamen Rennen verabredet. Gleicher Coach, ähnliche Zielzeit, O-Ton AA: “…keine weibischen Treueschwüre…” – könnte ja was werden. Letztlich klappte ein Treffen vor dem Rennen doch nicht, es war einfach plötzlich viel zu voll. Während Juliane, meine Schwester und Jens noch die überflüssigen Sachen ins Auto brachten, suchte ich mir stattdessen schon einen guten Startplatz. Ca. 15m hinter dem Startbogen ordnete ich mich ein. Es wurde stetig voller.
Nun begann die innere Einstimmung, ich war irgendwie entspannt, freute mich auf den Lauf. Der Startschuss fiel und es tat sich erstmal gar nichts. Dann, ganz langsam, setzten wir uns in Bewegung, die Matte, der Druck auf meinen FR610 und los ging es in die Doppelrunde. Nach 200 Metern stand Jens Karraß (der Coach) und wir klatschten kurz ab, super. Der erste Kilometer in 4.35 viel zu schnell, der zweite nicht wesentlich langsamer! So geht das nicht, sagte ich mir. Der Coach hat dir doch ganz klare Ansagen ins Klemmbrett geschrieben! Nun halt dich auch daran! Laufe “Mit dem Herz in der Hand und nicht mit dem Garmin am Handgelenk” stand da geschrieben. Gut, ich mache das jetzt so. Kleiner Ausrutscher bei Kilometer 5, Durchschnittspace erspäht (4.40 – zu schnell!). Das passiert nicht noch einmal. Ab da lief ich mein Ding, ich hörte nur in mich und korrigierte mein Tempo nach oben oder unten. Für die Statistik drückte ich beim Überlaufen der ersten Runde die Lap-Taste, aber keine optische Kontrolle. Am Rande stand der Coach und rief mir zu: “Heiko – Arme hoch und ab geht´s jetzt!” Neue Motivation – toll!

Kurz nach dem Start, bzw. am Beginn der 2.Runde gab es einen langgezogenen Anstieg, davor graulte ich mich schon. Gut war, dass danach gleich ein Verpflegungsstand mit Wasser war. Dies war nun mein Ziel. Ich musste mein Tempo etwas nach unten anpassen, kam aber doch ganz gut voran. Das Schlimmste war geschafft! Zwei Schlucke Wasser und weiter ging die Jagd. Die abschüssige Strecke und das Wasser brachten neuen Schwung. Es lagen noch einige Kilometer vor mir, aber ich fühlte mich gut und auch endlich richtig im Rennen angekommen. Die Schritte wurden (gefühlt) weiter und flüssiger. Derweil rief ich mir immer wieder die Worte aus dem Klemmbrett ins Gedächtnis: “ Wachse über dich hinaus. Bereite den Marathon vor. Kein Meisterschaftsrennen auf Platz – nee auf persönlichen Rekord!”. Ich musste, ich wollte, ich konnte!?
Keine weiteren Sekunden an den Wasserständen verschenkt, es ging dem Ziel entgegen. Die Kilometer 20 und 21 wurden dann echt hart, aber der 21. war auch der schnellste Kilometer im Rennen. Endlich geschafft, den Zielbogen vor der SportScheck-Filiale durchlaufen. Zum Finisher-Lächeln hat es nicht gereicht, aber zum Stoppen meines Forerunners. Der Blick auf die offizielle Uhr zeigte eine 01:43:07 an, meine FR610 selbstgestoppte 01:42:46. Ich war happy, bedeutete beides doch eine neue deutliche Bestmarke! (Anmerkung: auch offiziell wurden es dann die 01:42:46 und damit glatt 90 Sekunden verbessert!)
Im Hinterzielbereich gab es ein großes Treffen. Ich wurde vom bereits wartenden Karsten (aus der Feuerraeder-Staffel) entdeckt, dann kam auch Achim A. ins Ziel. Kurzer Austausch und gegenseitige Glückwünsche – wir waren wirklich sehr dicht aufeinander! Juliane, die endlich wieder einen Wettkampf (den Viertel-Marathon) schmerzfrei gelaufen war, gesellte sich zu uns. Es trafen dann auch meine Schwester und Jens ein – wir hatten alle gefinisht und es ging allen gut. Perfekt! Der Flüssigkeitshaushalt wurde ausgiebig aufgefüllt, bevor wir uns trockene Sachen anzogen. Unsere persönlichen Höhen und Tiefen des Laufs schilderten wir uns anschließend ausgiebig in einem Café. Ein toller Wettkampf-Tag fand so langsam sein Ende…

Mein Fazit: eine wirklich gelungene “Generalprobe”. Die letzten drei Wochen bis zum Marathon stehen unter einem guten Vorzeichen. Ich konnte die Vorgaben des Coachs endlich einmal beherzigen und umsetzen. Nun noch ein “paar” Trainingskilometer und der Marathon kann kommen!

geschrieben von actea28, September 01, 2011
geschrieben von catcat, August 31, 2011
geschrieben von girasole, August 31, 2011
Jens: es gibt ja keine Tests bei Amateuren... ne, Spaß bei Seite, schön, dass es bei Dir auch gut lief und ich wünsche Dir für Berlin vielviel Erfolg!
geschrieben von berlifan, August 30, 2011
@ Jens: Schön, das wir uns dann auch beim Hubertuslauf sehen werden! Glückwunsch auch zu deiner Vize-PB - die 239 sind drin!
geschrieben von jens, August 30, 2011
Aber dennoch, danke für die tolle Gastfreundschaft, an euch beide/vier. Und natürlich an Deine Schwester.
Hubertuslauf ist gebucht......
Für alle Neugierigen, so irre schnell wie Heiko war ich nicht, trotz der Mixturen.....
Aber war ja nur Generalprobe. Gewollt waren 1:50 geworden sind es 1:51:41. Immerhin meine zweitbeste Zeit. Lag wohl am guten Carboloading.....UND NICHT AN DEN MIXTUREN










