Ich atme tief ein und dann bin ich mir sicher wieder zu Hause zu sein...

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Es war wie nach Hause zu kommen, das Finnenbahnmeeting 2010. 16 Jahre nach dem großen Auftritt der Roten Armee haben wir (Alex, Lars und ich) uns aufgemacht noch einmal zusammen durch die Nacht zu stürmen. Wir waren also wieder dabei, zum ersten Mal seit diesem Tag auch in der gleichen Formation, wenn auch nicht in der gleichen Form J

Das Finnenbahnmeeting ist kein normaler Lauf, es ist ein echtes Highlight im Laufkalender. Wenn nahezu alle wichtigen Schlachten des Jahres geschlagen zu sein scheinen, machen sich nicht weit vom berühmten Hermann entfernt noch einmal auf zum letzten großen Kampf.

Was ist das Finnenbahnmeeting?

Zunächst die nüchternen Fakten: Wettkampfzeit 90 Minuten, Start Punkt 19:00 Uhr, eine 1000m lange Finnenbahn am Sportpark in Schloß Holte am südlichen Rand des Teutoburger Waldes und drei Läufer pro Staffel. Die schnellste Staffel mit den meisten Wechseln gewinnt. In diesem Jahr bekamen 78 Teams einen der begehrten Startplätze

Was macht das besondere aus? 

Beim Finnenbahnmeeting läuft man nicht für seinen Verein, sondern startet unter Phantasienamen wie Weserexpress, F5 unter Dauerbeschuss (um als eine der schnellsten Meldungen einen Startplatz  zu bekommen musste man bei der Öffnung immer die Taste F5 drücken um dabei die Öffnung der Meldeliste nicht zu verpassen). Mit dabei große Namen wie Europameister Jan Fitschen in einem Fun-Team und u.a. der vielfache Sieger des Hermannslaufes und natürliche ganz viele Spaßläufer, die zum Saisonabschluss noch einmal richtig Gas geben wollen. Und es wird gekeult, alle ca. sechs bis zehn Minuten auf die nächste Runde, je nach Stärke des Teams, die Kälte, die in der Zwischenzeit in die Knochen zieht (wohl dem der eine Decke  mit hat), und dann geht es wieder los in die Nacht. Die Strecke war in diesem Jahr eher fest, kein Regen hatte sie tief werden lassen, und durch die Kälte eher etwas rutschig. Griffige Schuhe waren daher eine gute Wahl. Fackeln am Rande der Strecke, Verbunden mit dem Restlicht der Flutlichtmasten der Sportplätze und an einigen Streckenstücken die Laternen sorgen für eine schummerige Beleuchtung. Und spätestens auf dem Weg zum Wechsel, der spannend und auch launisch mit netten Anekdoten und gesammelten Stimmen der Läufer kommentiert wird, gibt jeder nochmal alles. Hier darf man sich keine Blöße geben, sonst bekommt noch einen Spruch gedrückt (meine 5-jährige Nichte meinte nur: die Runde hätte ich auch geschafft… Nach einer knappen Stunde, wenn 2/3 der Laufzeit rum ist, beginnt das große Sterben auf der Strecke…  Am Ende kämpfen alle noch einmal darum denn letzten Wechsel noch kurz vor den 90 Minuten zu erreichen. Wir haben diesmal noch bei 89:59 gewechselt und Lars hat wohl lange nicht mehr so gekämpft, wie um diesen Wechsel…

Nach dem letzten Zieleinlauf wird das inzwischen genutzte große Wechselzelt schnell in ein Festzelt umgewandelt, in dem es man bei einem kühlen Bierchen, leckeren Brötchen und einer großen Auswahl an selbstgebackenen Kuchen (jetzt weiß ich wieder warum ich so gerne zu den kleinen Läufen gefahren bin) auf die Siegerehrung warten kann. Die Wartezeit wird launisch verkürzt mit dem obligatorischen Finnenbahnmeeting Song, in jedem Jahr neu komponiert und der stets unter großem Applaus aufgeführt wird, sowie vielen Interviews, wobei es im Prinzip jeden treffen kann. Dies fängt an mit den lustigsten Namen, den am schnellsten gemeldeten Teams,das ist natürlich Jan Fitschen und viele andere.

Man fühlt sich immer wieder wohl, wenn man nach Schloß Holte kommt. Zwar denkt man sich immer wieder, spätestens nach 60-70 Minuten, warum den Sch… macht, aber die meisten kommen wieder, einer (natürlich Rossi) keult sogar seit der ersten Auflage mit…

Und irgendwann werde auch wieder dabei sein, wenn der Bürgermeister zur Startattacke bläst, wenn meine Achillessehne wieder schmerzfrei ist, dann werden wieder keulen…

Wie heißt es noch in einem der ersten Finnenbahn-Songs: „Beim Finnenbahnmeeting des Nachts auf der Holte, da läuft man mit Herz, jeder teilnehmen sollte…“

                                                                   

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