Immer diese "krummen" 10er

Erstellt von: hermann67 in Blogs

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hermann67

Einersatz geliebt, andererseits gehasst. Das ist der Citylauf in Cottbus. Aber wer 40 Runden in der Halle laufen kann sollte doch mit 4 Runden durch die Stadt keine Schwierigkeiten haben.

Ich hatte Blut geleckt, aber so richtig. Der Wettkampf letzte Woche in Peitz war der Hammer. 8,9km in nem 4.39min/km-Schnitt. Wären das volle 10km, wer weiß was da für ne Zeit raus gesprungen wäre. Aber hätte, wäre, wenn zählt ja bekanntlich nicht. Schon im März war ich um gerade einmal lächerliche zwei Sekunden an einer neuen 10km-Bestzeit gescheitert. Die Zeit war reif. Aber so was von...

Nun stand also der Citylauf in Cottbus an. 10km. Nicht unbedingt zu meinen Lieblingsstrecken zu zählen, da vier Runden durch die Innenstadt zu laufen waren, aber dafür mit Publikum am Streckenrand versehen. Sehr gut für die Motivation.

Der Start war mit 15.30 Uhr verhältnismäßig spät verglichen mit den meisten anderen Läufen. Viel zu viel Zeit, sich gedanklich mit dem Lauf zu befassen. Bereits im letzten Jahr war ich hier Bestzeit gelaufen, die Strecke schien mir jedenfalls zu liegen, wenn man mal von ner Beinahekollision mit nem Baum absieht. Dennoch, ne schnelle Laufzeit war das eine, Punkte für den SparkassenCup das andere. Der fand nämlich auch noch statt. Und ja, ich hatte sie in der Starterliste entdeckt. Eine meiner gelben „Freigänger-Shirts“ war endlich mal wieder am Start. Da ich sie schon länger nicht mehr laufen gesehen und somit keinen Schimmer um deren gegenwärtige Verfassung hatte, schien es ein interessantes Rennen zu werden.

2007 - Start des Cottbuser Citylaufs

Im Startbereich wurde ich förmlich nach vorne gedrängt. Widersetzen zwecklos. Einige meinten jedenfalls ich gehöre in die vorderen Reihen. OK, eine gute Startposition ist ja nicht zu verachten. Es war aber auch schon mal mehr beim Citylauf los. Wo waren die denn alle? Beim Rennsteiglauf?

Der Start war verglichen mit dem vergangenen Jahr einige Meter nach hinten versetzt, was einige Meter des ungeliebten Kopfsteinpflasters mehr bedeutete bis es auf die viermal zu laufende Runde ging. Die Startphase schon mal ohne Zwischenfälle überstanden. Dann konnte es ja losgehen. Die erste Runde war die wichtigste. Diese 2,5km würden mir reichen um zu merken, ob heute was ging oder ich Schadensbegrenzung betreiben musste.

Die ersten Kurven im Park. 4.21min. Alles OK. Der nächste Park. Wieder raus und auf die lange Gerade neben den Autos dahin. Rote Ampeln einfach ignorieren. 4.32. Jetzt noch etwas an der Stadtmauer entlang und dann war auch schon die erste Runde geschafft. Fühlte sich gut an. Heute sollte echt was drin sein. Also weiter und auf die 2. Runde. Hier am Kreuzungspunkt standen auch die meisten Zuschauer. „Position 5!“ Ähm, wie bitte?. Wieder rein in den Park. Vorbei an einer der anderen Frauen. 4.33. Hermann, du bist zu schnell unterwegs. Mach nicht wieder den gleichen Fehler wie schon in Peitz! Du weißt doch, du kannst keinen 4.30er-Schnitt auf 10km laufen. 4.38 – Noch immer gut unterwegs. 5km – 22.47min und Runde 2 war beendet.

Runde 3 fand ich am schlimmsten. Für den Kopf eine harte Nuss. Die Beine werden zusehends müde und ich wusste, ich muss hier noch einmal lang. Hinzu kam die erste und einzige Überrundung. Der Läufer war gleich im Ziel, und ich? Ich hatte noch über ne Runde vor mir. Na immerhin konnte auch ich die ersten Läufer überrunden. 4.39, 4.43.

2007 - Rundkurs an der Stadtmauer entlang

Ich wurde langsamer. Aber noch immer auf guter Endzeit unterwegs. Das „gelbe Shirt“ hatte ich noch nicht erblickt. Jetzt nur nicht einbrechen. Oder doch langsam Tempo rausnehmen und Kräfte schonen? Da war ja noch ein weiteres Rennen für den nächsten Tag geplant. Ach quatsch. Morgen, dass war mir völlig egal. Heute war mir wichtig und ich wollte hier zeigen, wozu ich in der Lage war.

2007 - Getränkeaufnahme

Runde 4. Das letzte Mal durch den Park. Eigentlich ja ein flacher Kurs, aber mittlerweile mag ich die kleine Beule gar nicht mehr. Reiß dich zusammen! Die längere Gerade zieht sich scheinbar bis ins Unendliche hin. Schwerer Atem, schwere Beine. Zum Glück nicht mehr weit. Irgendwo hinter mir lauerte noch immer die Gefahr. Aber lieber nicht umschauen. Wieder mehr Zuschauer. Dann der Abzweig zum Verlassen des Rundkurses. Die letzten Meter. Wieder das ungeliebte Kopfsteinpflaster. Ansetzen zum Endspurt und ins Ziel.

Was zeigte die Uhr? Eine 46 vor dem Doppelpunkt? Im letzten Jahr in Cottbus schon innerlich Purzelbäume vor Freude geschlagen und in diesem Jahr wiederholte sich das ganze.

46:53min für 10km, das war doch was.

Dazu noch ein 4. Platz in der Gesamtwertung, wobei die Plätze 2, 3 und 4 alle von uns „Forstern“ belegt wurden. Und Platz 4-6 von der AK20. Also der volle Einsatz heute war durchaus gerechtfertigt.

Die Überraschung erfolgte dann daheim. Urkunde digitalisieren, noch ein bisschen bearbeiten....10,15 km....

Hey, schon wieder so einer dieser „krummen“ 10er? Da freut man sich über ne neue 10km PB und muss dann feststellen, dass die Protokolle von 10,15km ausgehen. Verdammt, also doch nix mit neuer offizieller 10km-Bestzeit ;-)

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