Interview mit einem Laufband.
Erstellt von: KOERPERGOLD
in Blogs
am 17. Mai 2011
Zwischen uns Sportlern und Laufband A läuft`s – nur nicht immer gut.
Das Laufband. Nicht sehr beliebt – aber grade bei Schmuddelwetter gefragt. Ich kann’s eigentlich gut leiden. Ich würde es sogar, als einer meiner Freunde bezeichnen. Doch, wenn man sich dem Gerät mal bewusst ein paar Minuten widmet, stellt man fest, dass es ganz schön gefrustet ist. Dagegen sollten wir was tun! Ich hab Mitleid mit dem Kleinen.
KÖRPERGOLD: Hey, Laufband! Alles klar bei Dir?
Laufband: Jo, läuft!
KÖRPERGOLD: Sag mal, Du, A, wie lange stehst Du hier schon?
Laufband: Ja, schon so ‘ne Weile. Ich sach jetzt mal so vier, fünf Jährchen sind das bestimmt.
KÖRPERGOLD: Und Dein Job macht Dir Spaß?
Laufband: (stöhnt) Och, weißte, wenn man überlegt, dass ich doch eigentlich keine wirkliche Daseinsberechtigung habe …
KÖRPERGOLD: Was meinst Du denn damit jetzt?
Laufband: Hallo? Ganz ehrlich: Bis heute weiß ich nicht, warum überhaupt wer auf mir läuft. Wieso gehen die nicht raus an die frische Luft? Ist doch irgendwie … merkwürdig, sich für mich zu entscheiden …
KÖRPERGOLD: Joa, schon merkwürdig, aber es gibt auch triftige Gründe …
Laufband: Ach, Schwachsinn! Und außerdem, was würdest Du sagen, wenn da so Vollspaten auf Dir rumtrampeln wie blöde. Noch nicht mal richtiges Schuhwerk tragen die. Die kommen dann so mit ihren Converse an. Neulich war eine ältere Dame auf mir, sie trug – Achtung – Turnschläppchen. Das war schon irgendwie sehr demütigend.
KÖRPERGOLD: Okay – aber sonst ist das doch sicherlich ganz interessant so eine breite Gruppe an Benutzern zu tragen, oder?
Laufband: Wenn sie denn respektvoll mit dir umgehen würden, ja! Da wird auf dem Display rumgehackt, als würde es kein Morgen geben. Geflucht, weil ich nicht schnell genug in die Gänge komme. Und solche Geschichten. Es kommt schon vor, dass ich mich dann räche.
KÖRPERGOLD: (etwas unsicher) Ach, ähm, das sieht wie aus?
Laufband: Na, ich bleib dann einfach stehen. Oder an ganz miesen Tagen, werf ich einfach ein paar Leute ab. Gerne die, die sich heillos selbst überschätzen und binnen zweier Minuten schon völlig ausgepowert sind. Die verheddern sich dann auf wunderliche Weise, stolpern. Rudern mit den Armen. Und dann sind sie plötzlich weg. Verschwunden … Das ist der Moment, in dem ich erleichtert aufatme. Tut mir leid. Ich bin eher der offene Typ.
KÖRPERGOLD: (sprachlos, verlegen & verwirrt) Na ja, Ehrlichkeit ist doch ein netter Charakterzug. Aber erzähl uns doch mal was über die Laufstile der Leute. Fällt dir da was auf?
Laufband: Oh ja! Ich kann das kaum mit ansehen. Ein Läufer muss sich aus der Hüfte bewegen können. Wie viele das machen? Kaum einer! Die stampfen hier mit den Füßen auf mir herum und sorgen lediglich dafür, dass nicht nur ihre Sehnen und Gelenke mit der Zeit verschleißen, sondern ich selbst auch noch! Nur wer beweglich in der Hüfte ist, sorgt für optimal abgestimmte Bewegungsabläufe, ist viel leistungsfähiger und das wichtigste – senkt sein und mein Verletzungsrisiko erheblich.
KÖRPERGOLD: Interessant. Klingt vernünftig. Welches Training rätst Du?
Laufband: Stabilisierungsübungen auf weichem Untergrund, Balancetraining, Core-Training … mach da doch mal was!
KÖRPERGOLD: Jup, ich hab das auf’m Zettel.
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