Seit Oktober stand fest, dass ich in Kassel die Helden vom 8. KSWM 2010 anfeuern würde. Otti hatte mir angeboten, bei ihr zu übernachten. Also nichts wie hin. Ich hatte irgendwann dann auch den Zug gebucht, am Freitag noch den Nachtisch für die Pastaparty und Semmelknödel für Otti vorbereitet und mich dann wie ein kleines Kind gefreut.
In Mainz schneite es Samstag früh um 7 Uhr noch. Das Packen der Reisetasche stellte mich vor eine etwas größere Herausforderung. Zwiebelschalenlook war angesagt. Aber wie viele Schichten? Ich entschied mich für Thermounterwäsche, Thermolaufhose und Skihose/Treckinghose, Winterjacke mit Innenjacke, Langarmshirt und Windstopper, Schal, Mütze, Handschuhe für drüber (allerdings erst für Sonntag). Und gegen nasse Füße mussten die Bergschuhe natürlich noch mit.
Verspätung!!!
Und mein ICE? Der stand erstmal lange nicht auf der Anzeigetafel. Allerdings Dank glücklicher Umstände kam er pünktlich. Und trotz zwischenzeitlich 20 min Verspätung konnte ich in Fulda mit einem kurzen Sprint noch den Anschlusszug erwischen. Gott sei Dank, der Fuß blieb danach auch ruhig. In Rotenburg erstmal kein bekanntes Gesicht zu sehen. Zweifel meldeten sich an. Bin ich im richtigen Rotenburg gelandet? Hab ich was anderes mit Otti ausgemacht? Ich weiß noch, dass wir über Ausstieg in Bebra sprachen…aber wollten wir uns da treffen? Kurzer Anruf: „Wir kommen!“ und keine zwei Minuten später stapften drei winkende und rufende Gestalten durch den Schnee auf mich zu. Otti, Juliane und Heiko. Welch schöne Begrüßung. Wir hatten einen schönen Tag bei Otti. Es gab Mittagessen, Andreas stieß noch zu uns, dann einen Gang über den Weihnachstmarkt, Kaffe und Gebäck und nette Gespräche. Und dann ging es ab nach Kassel zur Pastaparty bei Jens. Gemütlich schnatternd ging es erst über Landstraße und dann auf die Autobahn. Wie Otti schon beschrieben hat fuhren wir nicht im Konvoi.:-) Die Holländische Straße 126 wird mir nach diesem Abend ewig im Gedächtnis bleiben. Ich hab schon lang nicht mehr so viel gelacht wie in diesen ca. 15 min im Niemandsland zwischen notdürftig geflickten Fensterscheiben und ramponierten Wohnungstüren bepackt wie ein SherpaJ. Nach kurzem durchschnaufen und Tränen trocknen ging es ohne Zwischenstopp zur Pastaparty. Lustig war es. Zu unserer eigenen Beruhigung gab es eine kleine Lagebesprechung mit Stadtplan. Ich weiß nur nicht, warum alle befürchteten wir könnten die Verpflegungspunkte am nächsten Tag nicht finden.

Danach ging es zurück nach Rotenburg. Nach einer kurzen Nacht und Frühstück hieß es Auto beladen. Otti hatte fix einen der Rücksitze ausgebaut. Und dann ging es bei sehr grenzwertigen Straßenverhältnissen (es hatte wieder geschneit) nach Kassel zum Startpunkt.

Alle schon da, aber nur wenige lauffertig. Auf den Fotos fehlt immer ein anderer Läufer. Da sage noch einer, nur Frauen bräuchten so lang zum umziehenJ
Na irgendwann ging es dann doch los und ich musste feststellen, dass gleichzeitig fotografieren und filmen gewöhnungsbedürftig ist. Juliane, Otti, die beiden Hunde und ich fuhren dann über immer noch grenzwertige Straßen zum ersten Treffpunkt. Da wurden wir erstmalig von einem mit den Armen wedelnden Ron mit dem Ruf „KÜSSCHEN!“ begrüßt und auch gleich kräftig geherzt.
Ron mit Anlauf, danach hab ich nur noch Schnee auf Bild und Film...:-)
Den weiteren Verlauf hat Juliane ja schon wunderbar beschrieben. Ich fand es toll dabei zu sein. Sehr spannend war die Frage, was passiert wenn die beiden Hunde mitlaufen. Die zwei waren so heiß drauf. Also Heiko mit den Hunden vorne weg und der Rest der Läuferschar hinterher. Und sehr schnell waren sie verschwunden. Ich weiß allerdings nicht, ob der Kilometerschnitt durch die Hunde schneller wurde. Aber das wird Heiko vielleicht noch erzählen. Im Laufe der Verpflegungspunkte kam so etwas wie Routine auf. Erst Auto parken. Klapptisch raus, Banner mit Bananen beschwert, Isogetränk schnell unter die Kleidung gesteckt zum anwärmen, Gels und Becher raus, Vuvuzela angewärmt und Nachbarn aufgeschreckt…
Perfekt arrangiert
Auch bei Ron riss die „KÜSSCHEN!“-Routine nicht ab. Bis einschließlich zum letzten Verpflegungspunkt wurden wir mehrmals kräftig geküsst und geherzt. Zur Routine wurde auch, dass man allen immer mehr ansah, dass der tiefe Schnee seinen Tribut forderte. Volker hatte irgendwann nach dem 1. Verpflegungspunkt schon eine Schneekette verloren und ein Blutgefäß am rechten Auge war geplatzt. Andreas trug Socken über den Schuhen.
Andreas mit Socken
Jens lief wohl unsauberJ Nur Heiko mit Eiszapfen am Kinn und Esmaeil, der an den Verpflegungspunkten wie ein Flummi auf und ab hüpfte, sahen irgendwie frischer aus. An der Damaschkebrücke fehlten dann plötzlich Volker und Bahram. Und Ron konnte nicht küssen. Wir standen nämlich auf der anderen Seite der Brücke, da nicht genug Platz auf dem Fußweg war. Ich hoffe er musste nicht wegen dieser emotionalen Schmerzen kurz danach abbrechen.
Danach fuhren wir dann zum Café am Bebelplatz. Dort warteten schon die Fanclubs der Läufer. Wir wärmten uns am Milchkaffe und warteten. Und dann endlich. Nach hartem Kampf kamen sie die Straße hoch.

Großer Jubel bei Läufern und Fanclub. Einkehrschwung und Stärkung im Café. Leider setzte gegen 16:00 Uhr dann starker Schneefall ein. Volker war so nett nach den Zugverspätungen im Internet zu sehen. Chaos bei der Bahn. Ich beschloss kurzerhand sein Angebot mich zum Bahnhof zu bringen anzunehmen und nicht mehr bis zum Zieleinlauf zu warten. Mein geplanter Zug hatte schon 1 h Verspätung. Vielleicht ging ja ein früherer Zug zur späteren Zeit? Ich befürchtete schon irgendwo in Deutschland auf einem Bahnhof nächtigen zu müssen… also schnell von allen verabschiedet und ab zum Auto. Es war schon eine ziemliche Rutschpartie. Und was soll ich sagen. Ich hatte wie auf der Hinfahrt Glück. Der erste ICE nach Frankfurt war meiner. Wenn auch nicht der geplante, doch fast zur geplanten Zeit. Dank netter Mitreisender war die Reise sehr kurzweilig. Zwischen Hanau und Frankfurt wurden wir unsanft aus dem Abteil gerissen. Dass manche Menschen auch so unfreundlich sein müssen wenn es um Sitzplätze geht. Da werden Anstand, Höflichkeit und gutes Benehmen irgendwie vergessen (wenn sie denn je existierten). Egal. Gespräche auf dem Gang weiter geführt. In Frankfurt von allen verabschiedet. Fahr mit der Bahn, da trifft man Freunde fürs Leben auch wenn es mal wieder länger dauert. Dann wieder Glück. Der ICE nur 10 min verspätet. Auf den restlichen Bahnsteigen stapelten sich Reisende, Koffer, Hunde, Rollstühle und jede Menge Frust. Ich saß im warmen ICE gen Mainz. Einer telefonierte. „Bayern München spielt noch aber es steht schon 5:3…“ Murren zahlreicher Fahrgäste im ICE. Und wieder lustige Unterhaltungen. J In Mainz dann Glatteis. Mehr Schnee als am Samstag… und es regnete. Die Straßenbahn fuhr erst an und dann vorerst nicht mehr. Der Magen hing mir zwischen den Knien. Endlich waren die Autos vom Gleis weg und es ging nach ca. 30 min weiter. sms an Otti und Jens. Geschafft und zuhause. Nächstes Jahr komme ich gerne wieder!

geschrieben von feuerraeder, December 22, 2010
geschrieben von girasole, December 22, 2010
Klingt echt nach einer rundum gelungenen Veranstaltung.
Nun bin ich nur noch auf die Aufklärung zu Jens' Laufstil gespannt...
geschrieben von berlifan, December 21, 2010
geschrieben von feuerraeder, December 21, 2010
geschrieben von jens, December 21, 2010
Eine ausführliche Kommentierung des Laufs überlasse ich Heiko ;-))
geschrieben von otti, December 21, 2010
@barbarine: Lass sie mal schön regenerieren, das haben sie sich verdient!.
geschrieben von barbarine, December 21, 2010
geschrieben von feuerraeder, December 21, 2010












