
Am 11. Oktober 2008 wurde bereits zum 31. Mal der Brockenmarathon durchgeführt. Bisher hatte ich fünf Marathons im flachen Gelände hinter mich gebracht. Mit gehörigem Respekt erwartete ich auf einer Waldwiese in Wernigerode, bei bestem Wetter, den Startschuss zu mehr als 1.000 Höhenmetern.
Mein Ziel war es aufrecht und gesund anzukommen, meine persönliche Bestzeit hatte ich im Juni, in Bremerhaven, mit 3:47 auf der Marathonstrecke erreicht. Mein Trainingstagebuch wies bis Anfang Oktober gut 2.200km und mehr als 17.000 Höhenmeter aus. Ich füllte mich gut vorbereitet, war aber dennoch ob des Unbekannten fast so aufgeregt, wie beim Marathondebüt.
Ab Start ging es prima los. Die Strecke verlief in entspannten Wellen, durch herbstlichen Waldweg, über Brücken an Bachläufen entlang, bis nach Ilsenburg. Hier, ab dem magischen Kilometer 11, sollte laut den Berichten die vorab gelesen hatte, der harte Teil des Laufs beginnen. Ich empfand die dann kommenden Steigungen als moderat, was sicher auch dran lag, dass ich viele Kilometer in der Schweiz lief und dort meine Frustrationsschwelle ein gutes Stück nach oben geschoben hatte. Bei Kilometer 16 erreichten wir die legendäre „Panzerstrasse“, ein unangenehm zu laufender Belag, der etwas steiler zum Gipfel führte. Nach kurzer Zeit stellte ich fest, dass alle MitstreiterInnen vom Trab in den Schritt wechselten. Da ich ja bereits festgelegt hatte, diesen Saisonabschluss so locker wie möglich anzugehen, schloss ich mich ihnen an.
Es bliebt Zeit die herrliche Aussicht zu genießen. Der Brocken ist nur an wenigen Tagen im Jahr Nebel- und Niederschlagsfrei; während des Laufs lag Kaiserwetter über dem Harz.
Der Gipfel wirkte wie eine Mondlandschaft
Jochen, den ich unterwegs kennen gelernt hatte, und ich nutzen die Gelegenheit für ein Gipfelfoto.
Nach dem ich recht entspannt den höchsten Punkt der Strecke erreicht hatte, ließ ich mich zum lockeren Bergablaufen animieren. Es war schon ein tolles Gefühl, an all den bepackten Wandergruppen, in kurzer Laufkleidung, vorbei zu fliegen und dabei auch noch anerkennende bis mitleidige Blicke zu ernten.
Der Rückweg wurde durch zwei kurze Anstiege bei Kilometer 30 und 35 erschwert, für die allerdings immer wieder die Aussicht und das wohlige Naturgefühl entschädigten. Wir liefen meist auf festen Waldwegen, die abschnittsweise mit Schotter belegt waren. Kurz vor dem Ziel, wurde mir ein solcher zum Verhängnis. Gedanklich schon beim Einlösen des Biergutscheins angekommen, rollte ich unsanft im Gebüsch aus. Glücklicherweise trug ich nur ein paar Wunden davon und konnte ohne Probleme weiterlaufen.

Bei meinem Sturz war sofort ein freundlicher Mitläufer zur Stelle, der mich aus der Hecke befreite. Überhaupt ist die Stimmung, gerade zwischen den Läufern, wunderbar.
Der Brockenmarathon ist ein Landschaftslauf, dem die Verbissenheit, die oftmals auf kürzeren Strecken zu bemitleiden ist, völlig fehlt. An einem solchen fantastischen Tag, wie dem 11. Oktober, genießt die Laufgemeinde ihren Sport, sie schweigt oder plaudert dabei, ganz nach Belieben. Die sehr gute, wenn auch gewöhnungsdürftige Streckenverpflegung (Tee, Iso, Apfel und Banane aber auch: Haferschleim, Malzbier, Leberwurst- und Schmalzbrote), fördert den Spaß an der Sache zusätzlich.
Mein Fazit:
Ein toller Lauf, wenn das Wetter mitspielt ein grandioser Lauf. Die Höhenmeter sind gut zu schaffen, gerade weil zu auf der ersten Streckenhälfte zu absolvieren sind. Eine dicke Empfehlung für alle, die die Uhr mal Uhr sein lassen wollen und mit anderen, dem Spaß am Laufen und der Landschaft frönen wollen.
Ich komme wieder!













