Ende Woche 3; 18.12.2011
Ein neuer Marathon, ein neues Glueck und ein neuer Plan. Der alte hat ja so nicht ganz funktioniert.
Erstens will ich weniger km laufen, zweitens mehr und regelmaessigerere Ruhetage einlegen, drittens Intervalle auf der Bahn laufen, viertens mehr Vorbereitungslaeufe laufen und fuenftes das ganze weniger planmaessig und dafuer lockerer angehen.
Vielleicht schaffe ich es dann mal wieder in unter vier Stunden anzukommen. Das waere schoen und noch schoener waere es in 3:19 anzukommen, aber das koennte etwas zu vermessen sein; nichtsdestotrotz traeume ich schon davon.
Die ersten drei Wochen sind richtig gut gelaufen und haben wie eh und je Spass gemacht. Die Enttaeuschung vom Auckland Marathon ist wieder weitgehendst verdraengt und die Freude auf den Rotorua Marathon steigt stetig. Dazu kommt natuerlich, dass das Laufen im Sommer viel mehr Spass macht als im Winter. Wenn die Sonne scheint und es warm ist, macht das Ganze einfach mehr Freude.
Die Intervalllaeufe auf der Bahn sind ein wenig gewoehnugsbeduerftig. Ich konnte es kaum glauben, wie langsam ich bei den 400 m Intervallen unterwegs war. Das ging schon einmal schneller, allerdings bin ich erst ganz am Anfang von meinem Training. Es besteht also noch Hoffnung, dass ich ein wenig schneller werde. Die 800m und 1.000m Intervalle fand ich dann einigermassen in Ordnung. Auf der Bahn kann ich mir nichts vormachen, da kommt es unbarmherzig heraus, dass ich nicht schneller bin. Andererseits macht es mir immer wieder Spass, mich dort auszutoben. Mal schauen wie das nach Weihnachten dort weitergeht.
Die zehn km Laeufe als Trainingswettkampf waren ueberraschend konstant und fuer meine Verhaeltnisse sogar konstant schnell. Allerdings kommt mir der Ruhetag am Freitag dann sehr gelegen, weil ich mich schon sehr verausgebe, wobei der Spassfaktor unveraendert hoch ist. Ein klein wenig frustrierend ist es allerdings, wenn die schnelleren Laeufer so leicht und locker am Anfang wegziehen und ich einfach nicht ganz folgen kann, so viel Muehe ich mir auch gebe. Irgendwanneinmal werde auch ich unter 40 Minuten ankommen, was richtig schoen waere.
Dann waeren da noch die langen Laeufe. Bis heute verstehe ich nicht, dass mir im Marathon so die Wolle am Ende ausgegangen ist. Woche fuer Woche bin ich die langen Laeufe gelaufen und am Ende war alles fuer die Katze. Ich werde weiterhin die langen Laeufe laufen und hoffe mal, dass ich nicht auf den Hund komme. Beide 25km Laeufe waren recht unterhaltsam, wobei der zweite fast schon wieder leicht und locker war, beim ersten habe ich mich doch ein wenig plagen muessen. Und die 28 km auf Waiheke waren einfach nur schoen, ruhig und locker vor mich hinlaufen, die Berge rauf und runter, ohne mich um die Zeit zu scheren.
Ansonsten bin ich dreimal die Woche zehn – fuenfzehn km gelaufen. Ruhig und locker, ohne Uhr; einfach nach Gefuehl und Laune und kreuz und quer durch Auckland. Das macht einfach Spass, besonders im Sommer wenn die Sonne scheint und es warm ist. Anschliessend fuehle ich mich immer so viel besser als davor.
Jetzt kommen dann die Weihnachtsfeiertage, da wird ein wengerl mehr gegessen und weniger gelaufen und dann habe ich vor am 7. Januar einen 10km Cross Country Lauf zu laufen und am 21.Januar einen 25km Lauf auf Waiheke. Dann schauen wir weiter.
Ende Woche 6; 08.01.2012
Der erste Hoehepunkt in meinem Training fuer den Rotorua Marathon. Ein 10km Cross Country Lauf durch die Weinberge auf Waiheke, das ist eine Insel vor Auckland, und die 10km waren allerhoechstens 9km, aber eher irgendwo zwischen 8 und 9 km. Selten, dass ich mich so auf einen Lauf gefreut habe und noch seltener, dass ein Lauf so schnell wieder vorbei war. Am Ende bin ich dann guter fuenfter geworden, worueber ich mich sehr gefreut habe; auch wenn ich die fuehrenden vier Laeufer fast den ganzen Lauf 100 Meter vor mir vor Augen gehabt hatte, aber nie die Luecke schliessen konnte.
Auf diesem Lauf kann ich aufbauen, zumal in zwei Wochen schon der naechste ansteht: dann 25km quer ueber Waiheke, was ein sehr huegeliger Lauf wird und hoechstwahrscheinlich auch ziemlich warm. Na mal schauen, ich freue mich jedenfalls darauf.
Bisher verlaeuft das Training vollkommen problemlos. So viel Spass hatte ich noch selten und durch die Ruhetage und die richtig leichten Laeufe, fuehle ich mich bisher noch nicht ueberfordert. So kann es weitergehen und vielleicht werde ich dann auf meine alten Tage tatsaechlich noch mal schneller. Das haette doch was und ich wuerde mich wieder juenger fuehlen und haette einen weiteren Grund, warum mir das Laufen so viel Spass macht.
Die langen Laeufe gehen mir richtig fluessig von der Hand, auch wenn ich bisher noch nicht laenger als 25km gelaufen bin, die dafuer recht flott. Das fuehlt sich jedenfalls fluessiger an als letztes Jahr vor Auckland und macht mir schon Mut, dass ich vielleicht auf dem Weg zu einem besseren Marathon bin. Wenn es mir jetzt noch gelaenge die zweite Haelfte so schnell zu laufen wie die erste, dann waere ich auch schon fast wunschlos gluecklich, denn gegen Ende hin, da schwinden mir immer ein wenig die Kraefte.
Die beiden fuenf km Laeufe waren mittig in meinem Rahmen, den ich laufen kann. Ein bisschen ueber 4 m/km. Schneller scheint mir einfach nicht gegeben zu sein, so sehr ich mich auch bemuehe. Einmal locker flockig es unter die 20 Minuten zu schaffen, waere ein weiterer Traum, wenn das Laufen denn ein Wunschkonzert waere.
Auf der Bahn hingegen bin ich in den letzten fuenf Wochen ueberraschenderweise doch schneller geworden. Die 400 meter Intervalle waren um immerhin 11 Sekunden pro Lauf schneller als vor fuenf Wochen und auch die anderen Intervalllaeufe sind alle stetig schneller geworden. Das gibt mir schon Zuversicht, dass ich auf dem richtigen Weg bin und es macht natuerlich mehr Spass, wenn man sich verbessert. Wenn das nicht die Laune hebt, was denn sonst. Einmal die Woche laufe ich richtig gerne um die Aschenbahn herum.
Insgesamt bin ich mit diesem neuen Trainingsplan vorsichtig zuversichtlich, dass es im Marathon was werden koennte. Nicht nur, dass ich fast wieder die Schnelligkeit von 2009 erreicht habe, auch ausdauermaessig fuehlt sich das besser an als letztes Jahr. Aber was das alles wert ist, werden mir die 25 km uebernachster Woche sagen.
Richtig Spass machen die 10km und 15km Laeufe durch Auckland, einfach nur nach Lust und Laune und ohne Uhr und so schnell oder langsam wie ich mich fuehle. Nachmittags nach der Arbeit nach Hause kommen, noch einen Kaffee trinken und dann fuer eine oder eineinhalb Stunden durch die Gegend laufen, ist der reine Luxus und das pure Vergnuegen.
Ende Woche 9; 29.01.2012
In diesem Trainingszyklus dann das zweite Vorbereitungsrennen, und dieses Mal ueber 25 km. Wharf to Wharf auf Waiheke und das bedeutet ein sehr huegeliger Lauf und ein sehr heisser Lauf. Beides ist genau so eingetroffen. Ich hatte mir vorgenommen, dass ich erstens nicht zu schnell angehe und zweitens in der Naehe von 2:05 ankomme; und mit 2:08 bin ich diesem Ziel dann doch sehr nahe gekommen. Einfach ein sehr schoener Lauf mit genug Teilnehmern, dass man nicht allein auf der Strecke ist und nicht mit zu vielen als dass es zu voll waere.
Dadurch dass ich am Anfang ein wenig langsamer angegangen bin, war es mir in der zweiten Haelfte tatsaechlich moeglich, mein Tempo zu halten. Irgendwanneinmal werde ich es lernen, mir meine Kraefte besser einzuteilen, auf dass die zweite Haelfte des Laufes nicht ein sich immer wiederholendes Fiasko wird.
Die Woche nach dem Cross Country Lauf habe ich sehr ruhig angehen lassen, mir stattdessen das Tennisturnier in Auckland angeschaut und nur drei sehr ruhige 10km Laeufe und einen auch sehr ruhigen 20km Lauf gemacht. Ich habe schon fast ein schlechtes Gewissen, dass ich viel zu wenig laufe, um spaeter einen guten Marathon zu absolvieren, aber nachdem all die km mir beim Auckland Marathon nicht wirklich weitergeholfen haben, ziehe ich das jetzt hier durch und schaue am Ende was denn rauskommt. In der Laufwoche selber war meine einzige harteTrainingseinheit 5*800 meter auf der Bahn, inclusive meiner je 6km Ein- und Auslaufen, weil die Aschenbahn( und das im wortwoertlichsten Sinn) halt sechs km von mir entfernt ist und ich immer noch ohne motorisierten Untersatz durchs Leben gehe, und die waren mit durchschnittlich 3:10 voll im Plan. Ansonsten bin ich zwei ruhige 15km lange Laeufe gelaufen.
Die Woche nach dem Lauf habe ich zur Erholungswoche erklaert. Da ging nicht mehr viel. Ich war erstaunt wie platt ich nach dem Rennen war und der Muskelkater hat mich noch bis zum Donnerstag begleitet und jegliches Treppensteigen zu einer Qual gemacht. Ich habe ein paar ruhige und kurze Laeufe gemacht, aber viel ging nicht. Am Wochenende wollte ich eigentlich einen lagen Lauf machen, aber da ist mir dann die Wolle ausgegangen und der 10km Tempolauf am Donnerstag war auch nicht mit sehr viel Tempo. Geduld war noch nie meine ganz grosse Staerke, aber ich hoffe es zahlt sich spaeter aus, wenn ich jetzt nicht uebertreibe.
Desweiteren hoffe ich jetzt, dass ich die naechsten drei Wochen schoen trainieren kann und habe dann vor Ende Februar einen Halbmarathon zu laufen, und wenn ich den in der Naehe von 1:30 laufen koennte, dann wuerde ich schon ein wenig zuversichtlicher in die Gegend gucken.
Ende Woche 12; 19.02.2012
Drei Traningswochen ohne jede Rennablenkung liegen nun hinter mir und ich bin unsicherer denn je, wo ich stehe. Die drei Wochen sind mir alles andere als leicht gefallen und ich weiss nicht wirklich woran das liegt. Ich laufe weniger denn je, immer unter 100 km pro Woche und nie mehr als drei harte Trainigseinheiten pro Woche. Vielleicht liegt es ja einfach daran, dass es Sommer ist und es ein bisschen zu heiss und vor allem zu schwuel fuer viel Laufen ist oder vielleicht ist mir im Moment einfach nur alles ein wenig zu viel und ich bin richtig urlaubsreif oder ich bin in den letzten Jahren doch ein wenig zu viel gelaufen und braeuchte bald eine kleine Pause vom Laufen. Mal schauen was des Raetsels Loesung ist. In der Zwischenzeit laufe ich weiter an meiner Rotoruavorbereitung.
Die langen Laeufe waren einfach unbefriedigend. In aller Deutlichkeit, und das einzige was mir da Hoffnung macht, ist, das mich all die langen Lauefe vor meinem letzten Marathon auch nicht weitergebracht haben. Ansonsten waere ich jetzt hier richtig verzweifelt. Eigentlich wollte ich ein paar 30km Laeufe machen, aber das einzige, was ich zustande gebracht habe, waren zwei Laefe ueber 25km. Einer davon wie immer viel zu schnell, den anderen bin ich dann wesentlich langsamer angegangen, nichtsdestotrotz war er absolut erschoepfend. Es ging nicht mehr. Unmoeglich noch ein paar km laenger zu laufen, selbst die 25 waren eigentlich schon zu viel. Einen weiteren langen Lauf habe ich nach 15km abbrechen muessen. Da ging nichts mehr. Jeder Schritt mehr waere einer zu viel gewesen. Das war halt nur frustrierend.
Aehnlich anstrengend waren auch meine anderen langsamen Laeufe. Manchmal war fast schon jeder Schritt einer zu viel. Dabei habe ich schon regelmaessig Ruhetage eingestreut und die regenerativen Laeufe kuerzer gemacht, und trotzdem, manchmal kostet es schon Ueberwindung da raus zu gehen und loszulaufen. Das was mir immer am meisten Spass gemacht hat. Ich stehe vor einem Raetsel.
Richtig gut waren dafuer die 10 km Trainingswettkaempfe. Die haben mir wirklich Spass gemacht und sind mir immer leichter gefallen. Schoen war es auch, dass ich mit jedem Lauf schneller geworden bin. Am Ende zahlt sich mein Training vielleicht doch aus, wenn nicht, dann hat wenigstens dieser Teil Spass gemacht. So um die 41-42 Minuten fuer die 10km waeren schon richtig gut fuer mich. Schneller muss es ja gar nicht werden. Da scheine ich auf einem guten Weg zu sein. Irgendwanneinmal muss ich mich aber auch an die Wettkampfathmosphaere gewoehnen und lernen auch im Wettkampf meinen eigenen Lauf zu laufen und mich nicht von meiner Aufregung treiben zu lassen. Ansonsten geht der naechste Marathon bestimmt wieder in die Hose.
Viel Spass macht auch das Training auf der Bahn. Da ziehe ich inzwischen recht konstant meine Runden, die kuerzeren Intervalle ein wenig schneller, die laengeren ein wenig langsamer, aber immer recht fluessig und nie am Maximum laufend. Dass ich die 1000 Meter konstant unter 4 Minuten laufen kann, freut mich dabei am meisten. Das ist irgendwie meine persoehnliche Schallmauer und es ist schoen sie zu durchbrechen. Jetzt hoffe ich natuerlich, dass das auch gut fuer meinen Marathon sein wird, ansonsten waere es ja fuer die Katze gewesen und wer will das schon.
Bevor ich mir jetzt ins Hemd mache, schauen wir erstmal wie der Halbmarathon naechste Woche wird. Das wird schon werden. Hoffentlich. Danach trete ich dann ein paar Wochen lang wegen Besuch aus der Heimat sowieso ein wenig kuerzer und so wie das ausschaut, kann mir das nur gut tun.
Ende Woche 15; 11.03.2012
Diese drei Wochen sind ganz anders verlaufen als sie einmal geplant waren. Nach dem Halbmarathon habe ich einiges aendern muessen, denn so ging es nicht weiter. Ich war einfach viel zu erschoepft hatte ueberhaupt keine Lust mehr aufs Laufen.
Aber erst einmal zum Halbmarathon: eine richtig schoene Veranstaltung, bei wunderschoenem Wetter. Ich hatte eigentlich ein paar Bedenken, weil es sich um einen Hanidcap Start gehandelt hat, also jeder Teilnehmer ist so ins Rennen geschickt worden, dass er/sie anhand der erwarteten Zeit zur selben Zeit ins Ziel kommen sollte. Aber diese waren voellig unbegrunedet. Am Start hat man Platz ohne Ende, und nachdem ich mich bei meiner Zeit um neun Minuten verschaetzt habe, hatte ich diesen Raum auch fast bis zum Schluss, ausser ganz zum Ende hin als ich in den Genuss kam andere Laeufer ueberholen zu duerfen, was mir ansonsten nicht zu oft passiert.
Zudem war die Strecke richtig schoen, stellenweise direkt am Meer entlang und es war eine sehr ueberschaubare Veranstaltung. Kurzum alles war richtig gut und es gab keine Entschuldigung fuer meine Leistung. Damit meine ich weniger die Zeit – fuenf Minuten mehr oder weniger ist nun nicht ganz so wichtig, aber da war ueberhaupt keine Lockerheit im Lauf, ich habe mich viel zu sehr anstrengen und viel zu frueh beissen muessen. Es war eine rechte Plage.
In der anschliessenden Woche bin ich dann mal in mich gegangen und habe mich gefragt wie ich denn so den Marathon bestreiten moechte, wenn ich so drauf bin? und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich jetzt erstmal grundlegendes veraendern muss. Bevor ich jetzt hier meinen doch schon etwas aelteren Knochen und Gelenken zu viel Schnelligkeit zumute, sollte ich vielleicht erstmal wieder zu der Basis meiner Lauffreude finden; und das ist wenig ueberraschend die Freude am Laufen.
In den letzten Woche vor dem Halbmarathon muss ich es wieder uebertreiben haben mit all den schnellen Intervalllaeufen und den 10km Laeufen; der Koerper aechzt aus jeder Fuge und die Zipperlein hupfen an den Beinen entlang, dass ich kaum noch nachkomme ihnen gebuehrende Aufmerksamkeit zu schenken. Aber vor allem ist mir die Energie und damit die Freude am Laufen verlustig gegangen.
Also habe ich beschlossen, erstmal alle Trainingsplaene zusammen mit der Uhr in die Schublade zu legen und diese eine Weile nicht mehr zu oeffnen und stattdessen regelmaessig meine 10km zu laufen, und zwar so schnell wie ich eben brauche. Das klingt zwar jetzt nicht sonderlich aufregend und wenn ich meinen Trainigsplan aktualisiere, komme ich mir schon ein wenig doof vor, aber dafuer kommt langsam die Freude zurueck und ich habe wieder angefangen, mich auf meinen taeglichen Lauf zu freuen.
Wenn ich mich dann einmal vor lauter Freude und Energie nicht mehr laenger zurueckhalten kann, schauen wir mal, was fuer Trainingslaeufe ich noch vor dem Marathon einbauen kann. Aber noch ist ja ziemlich viel Zeit bis dahin. Den Halbmarathon am 24. Maerz habe ich schon einmal zum langen Trainingslauf erklaert, in dem ich erstens das Bremsen ein wenig ueben und dann vor allem den Lauf selber hoffentlich wieder geniessen kann. Ausserdem muss ich mich bis dahin auch um den Besuch aus der Heimat kuemmern und bin dadurch richtig schoen abgelenkt. Alles wird gut und mit ein bisschen Geduld sollte sich das wieder einrenken. Diesen Sonntag haben wir einen grossen Fun Run in Auckland mit ueber 60.000 Teilnehmern und da wird mir die Geduld dann schon beizugebracht werden. Ganz langsam faengt es wieder an in den Beinen zu kribbeln und das werte ich mal als ein gutes Zeichen.
Ende Woche 18; 01.04.2012
Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe oder sehenden Auges…
Nein, das wird alles nicht so schlimm wie es sich anfuehlt.; im Gegenteil alles wird gut. Aber der diesjaehrige Trainingsplan fuer den Rotorua Marathon hat nicht mehr viel mit einem Plan zu tun. Was auch immer schief gehen konnte, ist so richtig in die Hose gegangen.
Doch zunaechsteinmal der Hoehepunkt der ersten Woche, was der Round the Bays Fun Run war, der an der Waterfront von Auckland entlang fuehrte und satte 8.4 km lang war. Dafuer war er allerdings mit 60.000 und 70.000 Laeufern ausnehmend gut besucht. Am Ende bin ich offiziell 869. in meiner Altersklasse geworden, wobei ich schon meine Zweifel daran habe, weil mindestens unendlich viele Laeufer vor mir wie auch hinter mir ins Ziel gekom-men sind. Aber weder die Zeit, knapp ueber einer Stunde, als auch das Ergebnis waren in irgendeiner Weise wichtig. Ich bin den Lauf mit unseren deutschen Besuchern gelaufen und wir hatten bei herrlichen Sommerwetter viel Spass an dem bunten Treiben, auch wenn es etwas gedauert hat, bis man vom Gehen zum Laufen wechseln konnte.
Der Hoehepunkt der zweiten Woche war der Dual Halbmarathon auf Motutapu und Rangi-toto. Ein sehr anspruchsvoller Lauf, der komplett auf Wiesen und Geroell stattfand, unter anderem auf einen Vulkan hoch- und dann ueber Vulkangeroell am Wasser entlang fuehrte. So gesehen habe ich auch keine Ahnung wie ich meine Zeit von fast 2:30 bewerten soll, was bei weitem mein lagsamster HM war, aber immerhin wurde ich damit 13. in meiner Alters-klasse. Es war der mit Abstand anspruchsvollste und anstrengenste Halbmarathon, den ich bisher gelaufen bin und der mit weitem Abstand schoenste in der schoensten Umgebung: auf youtube ist ein schoenes kurzes Video davon zu sehen: http://youtu.be/Ls7Byt5Lgx0
Der Hoehepunkt der dritten Woche war dann leider eine Erkaeltung Ganz hinterhaeltig hat sie mich aus heiterem Himmel niedergestreckt. Nichts habe ich kommen sehen, und dann war ich auch schon fuer zwei Tage flachgelegen. Jetzt hoffe ich bloss, dass es das gewesen ist und ich mich schnell davon erholen werde und dann noch ein wenig laufen kann, bevor am 28. April der Marathon stattfindet.
Neben den beiden Rennen bin ich ansonsten nur noch zu 10km und 15km Laeufen gekom-men und zu ziemlich vielen Straenden und Sehenswuerdigkeiten in und um Auckland herum, was viel Spass gemacht hat, aber wahrscheinlich nicht wesentlich zu einer Formver-besserung gefuehrt hat.
Wenn der missglueckte Plan einen positiven Aspekt hat, dann den, dass ich absolut und null Erwartungen an die Zeit im Marathon habe und ich habe mir ganz fest vorgenommen ganz, ganz geduldig zu sein und schoen langsam anzufangen. Wenn es mir gelaenge ihn durchzu-laufen, das waere schon was und wenn nicht, ja mei, dann gehen wir ihn halt zu Ende. Ich werde mir alle Zeit der Welt nehmen und ihn geduldig beenden. Mit einer solchen Vor-bereitung wird man bescheiden ohne Ende, und das ist auch nicht das schlechteste.
Was mir noch durch den Kopf gegangen ist - wenn man so langsam durch die Gegend laeuft, hat man viel Zeit dafuer - ist die Antwort warum ich so gerne Marathons laufe: erstens, weil es nichts schoeneres gibt als einen zu beenden, und das nahezu unabhaengig von der Zeit und zweitens weil so eine Marathonvorbereitung immer spannend und interessant ist, und voellig unabwaegbar. Kein 10km Lauf und kein Halbmarathon reicht da an den Marathon heran, sie sind einfach zu schnell wieder vorbei.
Ende Woche 21; 22.04.2012
Die letzten drei Wochen vor dem Marathon in Rotorua und so unsicher war ich noch nie. Irgendwie war die ganze Vorbereitung eigentlich keine Vorbereitung. Jetzt schauen wir dann halt mal, was dabei herausspringen wird.
In den letzten drei Wochen habe ich es wenigstens geschafft meine langen Laeufe schoen langsam und unfallfrei hinter mich zu bringen., aber ich bin mir nicht sicher, ob ich nicht zu langsam unterwegs war. Wir werden sehen.
Ansonsten habe ich zehn und fuenfzehn lange km Laeufe durch Auckland gemacht. Weniger Abwechslung war noch nie, aber ich konnte mich zu nichts anderem aufraffen.
Nun schauen wir, wie das am Samstag wird. Schoen langsam anfangen. Das habe ich mir ganz fest vorgenommen und dann schoen bis zum Ende hin durchhalten. Und dann erst auf die Uhr schauen ( das werde ich nicht schaffen). Ich bin ja fast so aufgeregt wie vor dem ersten Marathon, was auch schoen ist. Das haelt die Spannung hoch. Wenn dann das Wetter auch weiterhin so freundlich bleibt wie bisher, sonnig aber nicht zu heiss, dann wird es ein richtig schoener Tag. Gott bin ich aufgeregt, und dabei sind es doch noch fuenf Tage bis dahin. Allmaechd.
Ende Woche 22; 29.04.2012
Die Marathonwoche begann mit drei ganz langsamen Laeufen und dann habe ich halt mal auf das Beste gehofft und mir fest vorgenommen nicht zu schnell zu starten. Der Plan war mit 5:30 pro km anzufangen und dann zu schauen, ob es fuer unter vier Stunden reicht.
Also habe ich schoen langsam angefangen und war tatsaechlich nie schneller als 5:30, habe mich dabei staendig zurueckgenommen und mir gut zugeredet, dass alles gut wird, wenn ich nur nicht zu schnell unterwegs bin. 57 Minuten fuer die ersten zehn km waren dann ein wenig langsamer als der Plan, aber ich habe mich gut dabei gefuehlt und war ueberrascht wie schnell die ersten 10km vorbei waren, was ich als richtig gutes Zeichen gewartet habe; zudem war ich mittendrin in der vier Stunden Laufgruppe und folgte den gelben Luftballons einigermassen problemlos.
Die naechsten zehn km waren dann mit 55 Minuten ein wenig schneller, aber dafuer habe ich die gelben Luftballons aus den Augen verloren. Die sind mir einfach davongelaufen und ich konnte nicht mehr so recht folgen, wobei ich mir nicht sicher war, ob die nicht ein wenig zu schnell unterwegs waren. Ich war derweil froh die 20km Marke so frisch und fast froehlich erreicht zu haben.
Die naechsten 10km waren ein wenig anstrengender. Ich habe versucht die gelben Luftballons nicht voellig aus den Augen zu verlieren, die da so ungefaehr 500 Meter vor mir auf und ab huepften und gleichzeitig nicht zu schnell unterwegs zu sein. Was mich am meisten ueberrascht hat, war dass ich erstens mit 55 Minuten immer noch zuegig unterwegs war und dass ich zweitens immer noch einigermassen locker laufen konnte.
Als ich dann die dreissig km Marke in diesem guten Zustand erreichte, keimte in mir der Verdacht und der Wille, dass ich vielleicht doch die vier Stunden knacken koennte. Also weiterhin den gelben Luftballons hinterher, die jetzt vielleicht nur noch so um die dreihundert Meter weg waren, was aber halt ganz schwierig einzuschaetzen war. Aber ich war immer noch laufend unterwegs, was so viel mehr war als letztes Jahr und habe zudem damit angefangen die ersten Laeufer einzuholen, was ein voellig neues Gefuehlt fuer mich war. Aber auch auf den vierten zehn km war ich noch immer vorsichtig, nicht dass mich noch die Kraempfe einholen wuerden. Mit 56 Minuten waren diese nur ein wenig langsamer als die vorhergehenden und bei 38km hatte ich die gelben Luftballons eingeholt und dann auch ueberholt, weil nun gab es fuer mich kein Bremsen mehr. Ich war nur noch gluecklich und das Ziel kam immer schneller immer naeher. Die letzten zwei, drei km waren dann ruckzuck vorbei und mit 3 Stunden und 55 Minuten habe ich eigentlich mehr erreicht, als ich mir vor dem Lauf vorstellen konnte. So schoen kann ein Marathon sein und das allerbeste war, dass die zweite Haelfte schneller war bin als die erste. Das hat es noch nie gegeben, noch nicht einmal annaehernd. Was fuer ein schoener Tag, bei wunderschoenem Marathonwetter. So viel Spass war schon lange nicht mehr.

geschrieben von girasole, May 03, 2012
Ach so, auch von mir Glückwunsch!
Nun weißt Du also, wie man ruhig angeht und dann aufdreht. Jetzt kannste dran arbeiten, Deinem Leistungspotentail langsam und mit Spaß wieder näher zu kommen! Wenn ich Deine älteren Zeiten so sehe, hast Du ja noch Potential nach oben. Oder wie siehst Du das?
Grüße von gira
geschrieben von berlifan, May 01, 2012
geschrieben von otti, April 30, 2012
geschrieben von kittymuc, April 30, 2012
Besonders gut finde ich, dass du dich von den "Luftballons" nicht hast hinreißen lassen sondern in deinem eigenen, besonnenem Tempo geblieben bist! Läufe werden eben doch im Kopf gewonnen :))
Also auf ein Neues im nächsten Jahr, lass uns wieder teilhaben...
geschrieben von oppelnhoppel, April 30, 2012
geschrieben von oppelnhoppel, April 23, 2012
geschrieben von girasole, April 23, 2012
Jetzt nicht mehr verrückt machen. Jetzt isses wie es is. Des basd scho!
Viel Glück schonmal wünsch gira
geschrieben von girasole, April 04, 2012
Nun wünsche ich Dir rasche gute Besserung und bin schon sehr gespannt, wie die Sache so ausgeht.
Grüße von gira
geschrieben von ursula, February 22, 2012
Aber - sei doch mal ein bisschen nett zu Dir. Und überlege Dir, warum Du läufst. Und für wen Du das machst. Es zwingt Dich doch keiner, Marathon zu laufen. Wenn Dir kurz und schnell Spass macht - ist doch auch gut. Letzten Endes soll Laufen doch Spass machen. Hört sich ganz so an, als ob für Dich Marathons so langsam psychisch zum "unüberwindbaren Berg" werden. Ist ja schön, eine Herausforderung zu haben, aber nimm es nicht zu ernst und mach Dich nicht selber fertig. Bringt gar nix, macht es nur schlimmer.
Ich würde an Deiner Stelle nochmal überlegen, warum Du den Marathon überhaupt laufen willst, ob Du Dich drauf freust, oder ob es mehr ein verkrampftes "ich lass mich davon nicht unterkriegen" ist. Und überleg mal, wie Du Dich fühlen würdest, wenn Du das Ding nicht liefest und jetzt keinen Marathon-Trainingsplan hättest, den Du abarbeiten "musst". Erleichtert vielleicht? Lässt Du es dann vielleicht besser? Ist keine Schwäche. Es wäre schade, wenn Du Dich jetzt in ein Loch rennst und dann gar keine Lust mehr auf Laufen hast. Dann lieber jetzt easy, mit mehr Spass, dafür aber langfristig weiterrennen. Mach Dir nicht zuviel Druck, bringt es nicht.
geschrieben von oppelnhoppel, February 22, 2012
geschrieben von girasole, February 22, 2012
das klingt ja etwas frustig diesmal. Lass Dich nicht verunsichern, so harte Wochen sind auch mal dabei (ich hatte letzte Woche so eine, und ich trainiere nur die Hälfte Deines Umfangs!). Manchmal ist das kurz bevor Du einen Leistungssprung machst!
Also, bleib am Ball, beiß Dich durch. Du merkst ja schon phasenweise den Erfolg.
Der Spaß kommt bestimmt auch bald wieder!
Grüße von gira













Hallo gira,
wundersam, wenn man die Tiefen betrachtet, die wir durchschritten haben und die Mittel beruecksichtigt, die uns zur Verfuegung stehen; hochverdient, wenn man die letzten 15 Jahre und besonders die letzten drei beruecksichtigt.
Danke auch fuer die Glueckwuensche.
Ich wuerde das auch gerne glauben, aber da ist immmer der Restzweifel, aber davon lassen wir uns nicht unterkriegen.