von -m*sh-
20.06.2009
Vulkanasche ist ziemlich derb. Wirklich. Ein Lauf und die Schuhe sehen aus wie Sau.
Aber nicht nur die Schuhe. Auch die Socken, T-Shirts, Hosen ...
Meine Frau Moni (Name v.d. Red. geändert) kann ein Lied davon singen. Und das tut sie auch - immer wieder, wenn es an das Waschen besagter Socken geht. Hierzu gab es auch mal einen Thread hier auf Achim Achilles, aber den finde ich nicht auf die Schnelle.
Naja, also einen Anschiss für die Socken habe ich schon mehrfach kassiert. Mittlerweile sind wir übereingekommen, dass ich meine Socken nach einem Vulkanlauf von Hand wasche und trockne, bevor ich sie meiner Moni zum Waschen gebe.
[Anmerkung: Die Socken werden NIE mehr sauber]
Auch in anderen Bereichen des Lebens gibt es 'Agreements'. So besteht Moni eigentlich auf täglichen Sex und da sie i.d.R. im Nachtdienst arbeitet, kommt der späte Abend hierfür nicht in Frage.
Bleibt der Morgen oder der 'frühe' Nachmittag. Beides Zeiten, zu denen ein normaler Mensch (kurz vor oder kurz nach der Arbeit) trainiert.
Manchmal geht der eine von den beiden möglichen Zeitpunkten nicht, also bleibt nur noch der andere. Schlimmstenfalls müsste gar das Training ausfallen.
Doch so weit muss es nicht kommen. Gut, dieses Jahr habe ich meinen ersten Halbmarathon vor mir und somit eine gewichtige Ausrede, um mein Training zu forcieren. Andererseits braucht man in guten/gut funktionierenden Beziehungen keine Ausreden.
Ich sagte also heute zu ihr, 'Schatz, ich glaube ich werde heute gleich ins Studio gehen bei dem Wetter'
Moni: 'Und was ist mit Lebensqualität?'
m*sh: 'Heute nicht - bitte. Ich habe in vier Wochen einen HM - und bin noch keine dreissig Kilometer gelaufen diese Woche ...'
Moni: 'Sag doch einfach, wenn Du keine Lust hast ...'
m*sh: 'Schon, aber wenn ich ins Studio gehe lohnt sich das nicht unter drei Stunden'
[Danach musste ich Tochter #2 vom Tanzen abholen]
Moni: 'Okay, zieh Dein Training durch - ich ziehe jetzt meins durch.'
Sprachs, stand auf und griff zum Springseil.
Man muss wissen, dass meine Moni täglich zwischen zwei und dreieinhalb Stunden trainiert. Mit Hanteln, Springseil und Sandsack.
Sie läuft ihre 'Kung-Fu Formen' und macht mal eben 1.000 (in Worten: tausend) Bauchaufzüge.
Bei manchen Bergwanderungen keuche ich ihr mit hochrotem Kopf hinterher.
Dabei läuft sie noch nicht einmal - und wenn dann läuft sie mit Sandalen.
A propos Sandalen: Moni hat exakt zwei paar Schuhe hier am Erstwohnsitz. Ein paar Sandalen (für alles) und ein paar Motorradstiefel für die Spassrunden.
Am Zweitwohnsitz verfügt sie über ein paar Schwimmflossen .... sofern man dies als 'Schuhe' apostrophieren möchte.
Insofern ist Moni als Frau auch sehr untypisch - mit zwei Paar Schuhen und einem Paar Flossen.
Aber nichtsdestotrotz macht meine Partnerin mehr Sport als ich.
Okay, ich kann damit umgehen. Zwanzig Jahre lang bin ich Skirennen gefahren. Von meinem fünften bis zu meinem 25. Lebensjahr.
Da lernt man schuckelige Hasen kennen.
Und man lernt auch zu akzeptieren, dass Frauen besser sein können. Ja es gab viele Frauen, die besser waren, besser als ich selbst - und die auch noch verdammt gut aussahen.
Was ich eigentlich mit diesem Artikel zum Ausdruck bringen möchte, ist folgendes:
Ich bin froh eine Frau gefunden zu haben, die es akzeptiert, dass der Sport einen hohen Stellenwert in meinem Leben und der täglichen Zeitplanung hat - weil das bei ihr nicht anders ist. Ich bin wahnsinnig glücklich eine Frau gefunden zu haben, die 'fit' ist und genau so gerne wie ich mal andere kurz in die Tasche steckt.
Und ich bin auch froh, dass meine Frau nicht unbedingt jeden Samstag Abend 'das aktuelle Sportstudio' schauen will - sie schaut lieber Action-Filme mit Jet Li. Und so schenke ich ihr hin und wieder Trainings-Videos auf DVD und nehme den Laptop in den Urlaub mit, damit sie notfalls alleine trainieren kann, wenn das Sportprogramm im Hotel nix hergibt (So zwei Stunden eigenes Training braucht sie meistens).
Ja, ich liebe meine Frau.













