Die gemeine Laufhose ist ein fieses Ding. Sie betont gnadenlos, was wir sonst sorgsam verhüllen, enttarnt kaltblütig Reiterhosen, Hängepos und krumme Beine. Nichts bleibt im Verborgenen. Mein Wadenproblem? Die Laufhose legt es schonungslos offen, dieses unbarmherzige, boshafte Beinkleid.
Liebe Jungs, seid mir nicht böse, aber an Männer in Laufhosen werde ich mich nie gewöhnen. Ob er IHN nun Links oder Rechts trägt, will ich nämlich lieber nicht wissen. Die Laufhose aber bleibt eisern – und verrät es mir zuweilen trotzdem. Auch mit dem Zuschauer kennt sie eben kein Erbarmen. Der Erfinder der Laufhose muss ein Läuferhasser gewesen sein.
“Warum zwängen sich Millionen Menschen dann freiwillig in diese Figur vernichtende Stück Funktionsfaser?” fragt sich der rational denkende Sportmuffel. So genau weiß das keiner, am wenigsten der Lauf-o-holic selbst. Fakt aber ist: die gemeine Laufhose reibt nicht zwischen den Schenkeln und flattert nicht im Wind. Wer sich einmal erfolgreich hinein geschraubt hat, kann sich sicher sein: da rutscht nichts mehr.










