6. Darß-Marathon 2011 am 17.04.2011Gestern war also der große Tag, auf den wir schon so lange hingefiebert hatten. Glücklicherweise hatte mich Heiko bereits am ersten Tag der Freischaltung der Onlineanmeldung informiert, so dass ich die Möglichkeit hatte, mich rechtzeitig anzumelden. Bereits nach vierzehn Tagen war der Lauf ausgebucht (ist ja auch auf 1000 Teilnehmer begrenzt)! Gerlind hatte mir schon öfters von der tollen Atmosphäre und dem Naturerlebnis Darß-Marathon berichtet. Nach meinem Marathoneinstand 2010 in Berlin (bei Dauerregen) sollte dies mein zweiter Marathon werden. Für meinen ehemaligen Studienkollegen Edge-Bert und für meinen Arbeitskollegen Rüdiger sollte der Darß das erste Marathonerlebnis werden. Im Vergleich zu den beiden war ich mit einem absolvierten Marathon also schon ein „alter“ Hase ;-). Auch Micha, den wir im letzten Jahr auf unserer Karibikreise
kennengelernt hatten, hatte sich rechtzeitig angemeldet (für den Halbmarathon). Er und sein Frau Silvia reisten extra aus Stuttgart an, um unsere Heimat und speziell den Darß aus diesem Anlass kennenzulernen.
Rechtzeitig zum Wochenende kamen die Sonne und etwas angenehmere Temperaturen an die Ostsee zurück. Viele, so auch Heiko und Juliane, nutzten das Wochenende zu einem Miniurlaub an der Ostsee. Heiko und Juliane hatten sich in Born in der Nähe vom Start-Zielbereich einquartiert. Silvia und Micha hatten sich bereits am Donnerstag in Rostock eingecheckt. So hatten Gudrun und ich noch Zeit, mit den beiden noch ein paar Ausflüge zu machen (Warnemünde, Rostock, Güstrow).
Am Samstag ging es mit Silvia und Micha dann auf den Darß, um unsere Startunterlagen abzuholen. Da wir auf der Hinfahrt genügend Zeit hatten, machten wir einen kurzen Halt in Wustrow, schauten uns den Leuchtturm, die Seebrück und natürlich die Ostsee an.
Weiter ging es dann nach Wieck. Die Anmeldung sowie die nachträgliche Registrierung meines Champion-Chips gingen problemlos vonstatten. Danach hatten wir genügend Zeit für einen Kaffee und ein bisschen Ortsbesichtigung. In der Zwischenzeit war auch Michas Stuttgarter Kollege Bernhard samt Begleitung zu uns gestoßen. Bernhard hatte sich wie Micha für die Halbmarathondistanz entschieden. Während wir noch beim
Kaffetrinken waren, sah ich ein vertrautes Auto vorbeifahren. Und wer stieg aus? Tatsächlich Juliane! Heiko und Juliane hatte direkt neben dem Café gehalten und knapp 100 m vom Zielbereich Quartier bezogen. Ich sprang natürlich sofort auf und begrüßte die beiden.
Um 17.30 ging es dann zur Pastaparty nach Born in den „Weißen Hirschen“ (oder auf italienisch „Cervo Bianco“ ;-)! 15 Plätze hatten wir insgesamt bestellt. Die Teilnehmer der Pasta-Party kamen aus: Rostock und Umgebung, Neuruppin, Flensburg, Berlin und Stuttgart. Wie man sieht: (inter)nationales Publikum!
Nach dem leckeren Essen und dem damit verbundenen Erfahrungsaustausch unter Läufern, ging es für uns (Silvia, Gudrun, Mich und mich) zunächst mal wieder zurück nach Rostock.
Am Morgen des Wettkampfes klingelte der Wecker mich um 5.30 Uhr aus den Federn. Erstaunlicherweise hatte ich die Nacht sehr gut geschlafen. Gemeinsam mit Micha und Silvia frühstückten wir und machten uns gegen 7.00 Uhr auf den Weg in Richtung Darß. In Rostock schien um diese Zeit schon die Sonne und auch die Temperaturen waren schon annehmbar. Kurz nachdem wir dann die B105 in Richtung Darß verließen, verabschiedete sich dann auch die Sonne, Nebel zog auf und ein recht frischer Wind ließ die Fahnen wehen. Naja, Nebel und Wind werden sich wohl bis zum Start um 9.00 Uhr wieder verzogen haben… (dachten wir zumindest).
In Wieck kamen wir ca. 40 min vor dem Start des Marathons an, also genug Zeit Gudruns Klappfahrrad aufzubauen und die letzen „Geschäfte“ zu erledigen. Unser Auto stand direkt auf einer Wiese neben dem Start, also optimal :-)! In der Zwischenzeit kamen nach und nach alle Bekannten und Freunde in den Startbereich und wir wünschten uns
natürlich gegenseitig viel Erfolg!
Auf Heikos Tipp hin mit der Renneinteilung nach MARCO http://feelrace.com/fr.pl?id=Cc9wYyU5&th=MARCO hatte ich mir ja noch die Liste mit den Zwischenzeiten ausgedruckt und laminiert und mir unter meinem Schweißband geklemmt. Eigentlich einfach und logisch: die ersten 3 km im 5:49er Schnitt, dann bis km 14 5:42er, bis km 28 5:37er und dann mit 5:30er bis ins Ziel! Bei Einhaltung des (noch theoretische) Plans würde ich somit gerade noch unter 4 Stunden bleiben…
Soweit zur Theorie, und wie sah`s in der Praxis aus?
Nach dem Startschuss lief es bei den frischen 7°C fast wie von selbst. In der Läuferschar verliert man sofort das Gespür für die Geschwindigkeit. Obwohl ich mich zurückhielt „piepste“
meine Garmin die erste Runde nach 5:21 min ein. In diesem Schnitt ging es dann über die nächsten fünf Kilometer entlang romantisch vernebelten Wiesen in Richtung Ostseebad Prerow im Norden der Halbinsel. Bei km 7 erreichten wir Prerow. Entlang der Straßen standen zahlreiche Schaulustige, die die Läufer anfeuerten. Sogar einige Spinnräder, auf denen gesponnen wurde, standen am Straßenrand. Aus der neuen Wolle strickten einige Frauen dann Socken. Wird hier etwa die neue Generation Laufsocken entwickelt?
Nach drei Kilometern durch Prerow ging es nun in den Darßer Urwald. Immerhin führt der Lauf mitten durch den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, also mitten durch urwüchsige Natur. Im Wald links und rechts des Weges standen die Bäume im Wasser und nur die Stämme und einige Grasbüschel ragten aus dem Wasser. So etwas sieht man nicht überall. An „Peters Kreuz“ bei km 13 standen Juliane und Karsten als Supporter und feuerten mich kräftig an. Hier ging es 90 Grad nach rechts, weiter durch den Urwald in Richtung Westküste. Dummerweise zeigte meine Garmin zwar den Pace, jedoch nur den akkumulierten Durchschnittspace und
nicht den Rundenpace bzw. momentanen Pace an. So konnte ich beim gelegentlichen Blick auf die Uhr lediglich feststellen, dass sich der Gesamtpace immer mehr in Richtung 5:30 bewegte. Nach dem Panzerplattenweg wurde der Waldweg zunehmend sandiger, teilweise war der Weg anscheinend mit einer neuen Kiesschicht bedeckt. Das Laufen auf diesem Streckenabschnitt bei km 19 kostete somit einige Kraft. Nun ging es hoch auf den Küstenschutzdeich nördlich vor Ahrenshoop. Auf der asphaltierten, ebenen Deichkrone war das Laufen endlich wieder wesentlich leichter :-)! Kurz vor der Halbmarathonmarke überholte mich ein Läufer und rief mir zu „Ah – Fünf Seen Lauf“ und lachte mir zu. Klar, ich hatte ja das Shirt meines Vereins dem SV Post Telekom Schwerin an ;-) !