Erstellt von: littlewhitepony
in Blogs am 21. Dezember 2010
Seit Tagen warte ich sehnsüchtig darauf, dass es taut – damit ich endlich wieder draußen laufen kann. Völlig unverhofft überbringt mir mein Göttergatte schliesslich die frohe Kunde: “Honey-Bunny, da blitzt Asphalt durch das Eis!”
Ich jubiliere. Endlich. Hosianna – der liebe Gott muss eine Läuferin sein! Ich springe aus dem Schlafanzug direkt in meine Laufhose.
Die Ernüchterung folgt auf dem Fuße – im Park schlängelt sich eine Eiszunge über den Fußweg wie ein Gletscher durch die Bergwelt. Soll ich jetzt wieder umkehren? Ich mache ein paar vorsichtige Schritte auf das Eis. Gar nicht mal so schlecht. Ich werde mutiger und laufe langsam los. Der Park ist völlig verlassen – keine lästigen Hunde, keine Spaziergänger, keine Rugby Bälle. Himmlisch. Ich straffe die Schultern und tripple mit kleinen Schritten vorwärts. Mein Atem hinterlässt Rauchwolken in der kalten Winterluft.
Erstellt von: littlewhitepony
in Blogs am 08. Dezember 2010
Wer denkt, ein Laufband zu benutzen sei kinderleicht, der hat sich kräftig geschnitten. Einfach daraufstellen und loslaufen, das hört sich einfach an – ist es aber nicht. Das Hamsterrad für den Homo Sapiens ist vielleicht das am meisten missverstandene Fitnessgerät überhaupt. Ich selbst habe bereits zahllose Stunden auf diesem feinen Stück Technik verbracht. Und hatte viel Zeit, meine Umgebung eingehend zu studieren. Ich bin kein Experte, kein Personal Trainer und kein Laufcoach – aber ich kann einfach nicht mehr tatenlos zuschauen. Es wird Zeit, dass jemand ein paar Missverständnisse aus der Welt zu räumt. Darum mache ich jetzt den Anfang:
1. Wenn ich die Steigung auf 20% einstelle, verbrauche ich mehr Kalorien.
Dieses Missverständnis ist in meinem Fitnesstempel bei einem ganz bestimmten Typ Frau weitverbreitet. Sie kommt mit hochtoupiertem Haar und perfekt aufgelegtem Make-up aus der Umkleidekabine – umhüllt von einer Parfümwolke, die mir den Atem raubt. Gerne trainiert sie im Doppelpack mit der Busenfreundin, die das Laufband nebenan belegt.
Ihr Trainingsziel: möglichst viele Kalorien bei minimalem Zeit- und Schweißaufwand verbrauchen. Darum stellt sie die Steigung ihres Laufbandes auf 20%. Und hält vorne an der Konsole fest, damit sie nicht nach hinten umkippt – was den Steigungseffekt komplett zu Nichte macht. Dieser Typ Frau glaubt übrigens auch, dass man bei 20 Minuten Aquajogging 1200 Kalorien verbraucht.