Erstellt von: heifisch
in Blogs am 02. April 2012
Ich will es vorwegnehmen: Man kann einen Halbmarathon schaffen, wenn man nur 2 bis 3 Mal die Woche trainiert. Aber man wird so auf keinen Fall jemals aus dem Startblock E herauskommen (ohne Angaben und über 2:00:00 Stunden).
Diesmal hatte ich mir eigentlich nichts vorgenommen. Zumindest öffentlich. Ich glaube, jeder hat insgeheim eine winzigkleine Hoffnung, dass vielleicht ein Wunder geschieht. Also zum Beispiel, dass der Wind den eigenen Lauf derart beflügelt, dass man sich kaum anstrengen muss oder dass der eigene Körper vergisst, dass er nicht ausreichend trainiert wurde. Also so eine Art Spontantransformation vom komfortablen Familienwagen in einen Porsche.
Dieser Illusion gebe ich mich gern kilometerlang hin. Denn die ersten 13 Kilometer geht es mir meistens hervorragend (es sei denn, dass Wetter spielt verrückt und ich werde bei 30 Grad langsam über großer Flamme geröstet). Ich sehe dann lächelnd auf meine Laufuhr und rechne sogar ab und zu um, mit welcher Zielzeit ich in rasantem Tempo durchs aufgeblasene Tor einlaufen werde. Sobald ich jedoch auf den Kudamm schwenke, erinnert sich mein Gehirn. Es erinnert sich, dass es anstrengend ist, den Familienwagen auf Hochtouren zu fahren. Es murrt, denn es ist auch kein Zuckerschlecken, dieses ganze Gewicht, das da in der Karosserie versteckt ist, über den Asphalt zu treiben. Auch quietscht und ächzt es überall, was an dem fortgeschrittenen Alter liegt. Obwohl TÜV hat er noch der Wagen! Aber nützt ja nix.