Hier also der wahrscheinlich letzte Teil meiner Berichterstattung über den Luzern-Marathon.
In Runde eins habe ich mir noch x-Stellen gemerkt, an denen ich dann später filmen wollte, aber da hatte ich zwischenzeitlich in Runde zwei andere Sorgen ;-) So gab es eine schöne private Partyzone mit sehr tollem Schweizer-Raclette, Wein und Baguette...
Also viel Spaß dabei.
Die Strecke war jetzt doch recht leer, da ja nicht so sehr viele den Marathon liefen. Ein Kameramann hielt seine Kamera auf mich gerichtet und schoss Bilder was das Zeug hielt! Klasse dachte ich mir noch, da wirst du dich ja hinterher sicher auf ein paar Bildern finden können. Dann rief dieser Mensch auch noch immer wieder meinen Namen und lief neben mir knipsend her! Der Typ gefiel mir! Der Wasserstand war erreicht, ich drosselte das Tempo, griff mir zwei Becher Wasser trank UND ??? Da machte es endlich "Klick" in meinem Schädel - der Typ mit der Kamera war mein BRUDER!!! Ich stammelte was von "ich hab dich nicht erkannt / Tunnel / Zielgerade / Geil"... Das Hirn nahm seinen Dienst wieder auf und ich filmte meinen "Kameratypen" noch beim Weiterlaufen. "Ein Kilometer noch" rufe ich ihm zu und weg war ich jetzt. Das gibt natürlich Kraft für die letzten Meter - ich fange an zu fliegen. Das Verkehrshaus kommt in Sicht, die Strecke wird immer schmaler, letztlich läuft man durch eine sehr enge Gasse durch einen Teil des Gebäudes auf den Innenhof. Links und rechts sind Absperrungen mit Werbeplakaten, darauf wird getrommelt was das Zeug hält! Ich bekomme einen seeeehr dicken Kloß im Hals, die Augen werden leicht feucht - aber die Beine wollen es jetzt nochmal wissen! Ich schieße mit laufender Kamera noch an drei Läufern vorbei und bin nach 03:49:15,7 im Ziel! Die fiesen Kilometer sind vergessen, ich freue mich über eine neue PB - 5 Minuten besser als beim ersten Marathon in Hamburg!
Der 4. Lucerne Marathon - oder ein geniales Wochenende in der Schweiz!
Das war er also, mein zweiter Marathon. Nach Hamburg im April nun Luzern in der Schweiz. Kontrastreicher konnten die beiden Läufe nicht sein. Der norddeutsche Klassiker in seiner 25. Auflage mit 18000 Startern und der noch junge schweizer Lauf (4.Auflage) mit 8000 Läufern (jedoch insgesamt auf verschiedenen Distanzen) hatten aber eines gemeinsam: die tolle Stimmung am Rand. In Luzern waren über 20 Bands und Kapellen an der Strecke, jede Menge privat organisierter Partyzonen schlossen bald jede Lücke! Dazu kommt die einmalige Landschaft und die tolle Stadt am Ufer des Vierwaldstätter Sees. Es hatte sich also schon gelohnt, hierher zu reisen. Nur laufen wollte ich ja auch, und wenn auch nicht offen zugegeben, aber innerlich doch, war ich auf eine neue Bestzeit aus!
Wie schon berichtet, erfolgte die Anreise am Freitag. Eine letzte kleine Laufrunde und schon etwas Streckenfühlung aufnehmen. Kleiner Stadtbummel, Unterlagen abholen, Besuch der kleinen Messe und die erstaunlich leckere Pasta rundeten diesen Tag ab. Samstag viel Ruhe, nochmal die Altstadt erkundet und das öffentliche WLAN-Netz der Stadt genutzt - eine feine Sache am Ufer des Sees zu sitzen, und kostenfrei im Netz unterwegs zu sein! Abends noch mit Nicole und Christina, zwei weiteren JK-Running-Läuferinnen gemeinsames Carbo-Loading bei "Mama Leone" - lecker!
Ich hab nicht schlecht geguckt, als ich eines Vormittags im Juli die Achim Achilles Seite im Internet aufrief und mir in dem kleinen Kästchen oben rechts die Nachricht ins Auge stach: Achim Achilles gratuliert: Hopp, Heiko, hopp! Feuerraeder fährt zum Luzern- Marathon! Häh, hab ich was verpasst? Ein Anruf bei Heiko brachte Klarheit. Die anschließende Recherche meinerseits zu diesem Event im Internet diente erstmal der Information. Aha, also am 31.10. 2010 findet in Luzern der Marathon statt, gleichzeitig auch ein Halbmarathon und ein Schnuppermarathon über 12km. Na gut, da ja klar war, dass ich meinen Männe nicht allein in die Schweiz fliegen lasse, mir aber ein Marathon einfach noch zu lang ist, meldete ich mich kurzerhand zum Halben an. Wenn schon, denn schon!
Die Wochen bis zum Termin vergingen rasch, der heiße Sommer machte das Vorbereitungstraining nicht gerade einfacher. Zwei Wettkämpfe zur Vorbereitung standen im Oktober noch an; der ASICS Grand 10 über 10km in Berlin und der Rügenbrückenlauf über 12km. Mit beiden Läufen war ich im Nachhinein sehr zufrieden, Luzern, wir kommen!!!
Gestern hat es nicht mehr geklappt, aber jetzt ist es online: das erste und vielleicht auch einzige Video aus Luzern! Danke an alle Schreiber der lieben Kommentare und Wünsche auf der alten Seite. So wie bei Jens ist auch bei uns heute Extrem-Tapering angesagt. Wir sitzen bei 20°C in der Sonne auf einer Bank an der Promenade des Vierwaldstätter Sees und erledigen unsere "Verpflichtungen" hier ;-)
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