Der heutige Nikolauslauf war faktisch ein Heimspiel für mich, denn der Sportplatz des ESV Lok Rostock ist nur einen Katzensprung von uns entfernt. Nur ein paar Minuten brauchten Gudrun und ich per pedes bis zum Damerower Weg. Dort konnte ich mich gleich in die recht große Warteschlange vor der Anmeldung einreihen. Auch wenn für den Lauf nie groß offiziell Werbung gemacht wird, so gehen doch immer an die 300 Läufer bei diesem traditionellen Lauf an den Start, in diesem Jahr waren es offiziell 427! Zur Wahl stehen Strecken über 3,5 km, 7 km, 13 km und 24 km. Es sollte also für jeden das Passende dabei sein. Natürlich traf ich wieder zahlreiche Bekannte und Freunde. So war mein Kollege Rüdiger heute mit seiner Tochter dabei. Da ich meine Startnummer erst kurz vor 10.00 Uhr in den Händen hielt, schaffte ich es leider nicht, mit allen noch ein kleines Pläuschchen zu machen. Nach der kurzen Ansprache des Nikolauses ging es auch gleich zum Start.
Ursprünglich wollten auch Heiko und Juliane aus Neuruppin anreisen. Da aber nächste Woche auch schon der 9.KSWM ansteht, wäre es doch etwas zu viel geworden mit der Reiserei . Naja, die beiden Raelerts waren in diesem Jahr auch nicht am Start. Am vorherigen Wochenende startete Michael Raelert beim Ironman 70.3 Asia-Pacific Championship in Phuket, den er auch gewann. Die Hoffnung, die beiden erfolgreichen Triathleten mal persönlich zu treffen, war für Juliane und Heiko ursprünglich auch die Idee zum Start beim Nikolauslauf gewesen. Es gibt aber bestimmt später noch mal eine Gelegenheit bei einem anderen Lauf in der Region dazu...
Matze traf ich dann kurz vor dem Start. Jana war heute nicht dabei, da sie fleißig für ihre anstehende Komplexprüfung büffeln musste. Matze hatte sich, ebenso wie ich, für die lange Distanz entschieden.
Nachdem die letzten Tage hier an der Küste recht stürmisch und unwetterartig waren (am Mittwoch musste ich wegen Sturmböen meine gewohnte Laufrunde sogar abbrechen), passte heute (fast) alles. Wie gesagt fast, denn gestern hatte es tagsüber geschneit, dann etwas getaut und in der Nacht war der Schneematsch dann wieder überfroren. Anfänglich war es somit recht glatt…
Auf dem Weg zum Start traf ich Gerlind und wir unterhielten uns noch über die Produkte von P. Jentschura, die ich beim Achim-Achilles–Adventsgewinnspiel gewonnen hatte. Sie hatte sich selber bereits Produkte davon gekauft und so konnten wir darüber etwas fachsimpeln.
10.05 Uhr starteten zunächst die Kurzdistanzen und zehn Minuten später setzte sich dann auch unser Starterfeld über die 13 km bzw. 24 km in Bewegung. Da ich ja genau in einer Woche beim 9.KSWM in Kassel gemeinsam mit neun Freunden über die Marathondistanz starte, wollte ich diesen Lauf locker angehen. Ein langer Lauf passte ganz gut ins Trainingsprogramm. Die ersten Kilometer lief ich gemeinsam mit Anke aus unserem Lauftreff. Kurz hinter Biestow ging die Strecke scharf rechts ab auf die „Alte Wariner Landstraße“, wenn man das als Straße bezeichnen kann. Auf den ersten Kilometern sind Betonplatten ausgelegt, und die keineswegs eben. Irgendwann endet der holprige Plattenweg und die Straße ähnelt einem ausgefahrenen Modderweg. Hier musste man regelrecht aufpassen, wo man hintrat um nicht auf dem Hosenboden zu landen.
Nach knapp sechs Kilometern kam dann die Gabelung, wo sich die Strecken für 13 und 24 km teilten. Rechts ging es für die 13-km-Läufer in Richtung Klein Stove. Diejenigen, die die 2
4 km liefen, bogen nach links in Richtung Buchholz-Heide ab. Von dort ging es für uns weiter bis nach Fahrenholz. Aber erst einmal gab es aber an der Weggabelung Tee, Obst und Schokokekse! Kurz hinter mir lief die nächsten Kilometer eine kleine Gruppe, in sich der Heiko (nicht zu verwechseln mit Feuerraeder!) und Thomas befanden. Vor mir war in Sichtweite ein Läufer. Kurz hinter Buchholz-Heide (bei km 7) überquerten wir über eine Brücke den Autobahnzubringer zur A20 und ging es in den Fahrenholzer Wald. Diese Strecke kenne ich von zahlreichen Läufen in der Marathonvorbereitung recht gut. Im Wald waren die Wege durch den Regen der letzten Tage ziemlich aufgeweicht. Slalomlaufen war angesagt! Weiße Kreidepfeile kennzeichneten den Weg für die Läufer.
Gut, dass ich den Trinkgurt dabei hatte, denn der Versorgungspunkt an der Weggabelung war auch der einzige an der Strecke. Am Ortsausgang Fahrenholz (bei km 11) hatte mich die
Gruppe mit Heiko und Thomas endgültig eingeholt. Allerdings war ich darüber auch nicht traurig, denn gemeinsam läuft es sich auch leichter und man hat noch jemanden zum Schwatzen. Thomas hatte schon vom Beaujolais-Marathon gehört und fragte ob, ich in den Fläschchen wohl Rotwein hätte. Er selbst war auch schon beim Medoc-Marathon gewesen. Er hatte allerdings auch den Wein auf der Strecke probiert und den Lauf wirklich als Genuss-Lauf gemacht.
Bei km 12 ging es dann wieder in den Fahrenholzer Wald hinein. Einzelne Abschnitte waren auch hier mit löchrigen Betonplatten aus DDR-Zeiten ausgelegt worden. Hier war wieder genaues Hinschauen gefragt, damit man nicht daneben trat. Aus dem Wald heraus ging über die Autobahnbrücke zunächst wieder in Richtung Buchholz-Heide, weiter dann zum
bekannten Versorgungspunkt. Ganz in Ruhe schlürften wir nun unseren Tee. Unsere Gruppe bestand jetzt aus fünf Läufern. Auch den so lange einsam vor uns Laufenden hatten wir jetzt eingesammelt. Mit dieser lustigen Truppe lief ich die letzten Kilometer durch Kritzmow über die Satower Straße gemeinsam bis ins Ziel beim Sportplatz des ESV Lok. Unsere Zeit im Ziel lautete für uns alle gleichermaßen: 2:12:40 h. Gudrun war natürlich zur Stelle und machte eine Bilderserie vom Zieleinlauf! Matze war natürlich schon längst im Ziel und er hatte gewonnen. Er hatte nur noch gewartet, bis auch im Ziel war. Wir gratulierten uns gegenseitig zum Sieg bzw. zum erfolgreichen Finish . Jetzt bekam auch ich meinen großen, wohlverdienten Schoko-Weihnachtsmann sowie die Erinnerungsurkunde. Ich trank nur noch einen Tee zum Aufwärmen und verabschiedete mich dann, um schnell nach Hause zu eilen, denn in den durchgeschwitzten Sachen war es jetzt auch nicht so angenehm. Gudrun war
jetzt nicht mehr zu sehen. Wie ich hörte, war sie nochmals auf die Strecke zurück geradelt, denn Micha aus Laage, der normalerweise wesentlich schneller ist als ich, war noch nicht im Ziel. Auf meinem Heimweg kam mir Gudrun auf dem Klapprad entgegen und kurz danach auch Micha! Er hatte im Fahrenholzer Wald anscheinend ein Ehrenrunde gedreht und somit unfreiwillig aus einem 24er- mindestens einen 30er-Lauf gemacht. Nächste Woche folgt dann als Höhepunkt der 9.KSWM, auf den ich mich schon sehr freue. Bis dahin werde ich nun etwas kürzer treten und noch etwas Carbo-Loading betreiben. Morgen fängt es an mit einer Weihnachtsfeier…
Weitere Bilder gibt es wieder bei sprintefix.de.
Der Bericht vom Vorjahr, bei dem auch die Raelert-Brothers mit am Start waren, ist hier zu finden.