Erstellt von: ahornzeit
in Blogs am 29. September 2011
Oh man! Ich bin komplett verschwitzt! Was für eine Nacht und was für bescheuerte Alpträume! Ich bin völlig fertig, fast so als hätte ich heute Nacht schon den Marathon hinter mich gebracht.
Cafe del Mar auf Juist
Dabei habe ich gestern Abend doch nur ein alkoholfreies Flens in unserer Stammkneipe hier getrunken und mich tagsüber schön ausgetobt. So eine Action im Dunkeln hätte echt nicht mehr sein müssen. Ich war erst in Los Angeles. Da ging ein richtig steiler Abhang runter zum Meer. Man durfte nicht zu weit runter laufen, weil die Wellen immer recht hoch aufgeschlagen sind. Auf der Höhe, wo man gut das Meer beobachten konnte, war ein Brückenpfeiler und eine abgeranzte Brücke, da haben sich die meisten Leute niedergelassen und relaxt. Aber mit einem Mal ist das Wasser zurück gegangen, es war kaum noch zu sehen, und dann kam das, was keiner erleben will. Ein Tsunami. Wir haben noch schnell versucht uns hinter die Brücke zu retten, damit wir darunter nicht vom Wasser zerquetscht werden. Dann kam die Welle und nahm uns mit. Als ich wieder zu Bewusstsein gekommen bin, stand ich in einem großen, weißen Raum. Darin war ein Teil meiner Familie, dort standen meine Laufschuhe und auf einem Tisch lagen Stirnbänder, Laufpullis, meine Startnummer und mein Handy. Ich habe mich also umgezogen. Auf meiner Armbanduhr war es morgens, kurz nach neun. Dann konnte ich mich nicht entscheiden, ob ich den Pulli mit Stirnband, nur ein Shirt mit Mütze oder ganz was anderes anziehe. Dann habe ich meine Laufschuhe nicht gefunden. Dann bin ich raus zu meinen Leuten, diesich alle total schick gemacht haben, in Ballkleidern da standen und meinten, wir erwarten dich dann im Ziel. Und als ich fragte, wie spät es sei, meinten sie, elf Uhr. In einer halben Stunde sollte also schon der Startschuss fallen und ich wusste nicht einmal wo genau ich bin. Ich bin in totale Panik ausgebrochen, raus auf die Straße, habe noch schnell eine Massen-Sms an meine Freunde geschickt, um ihnen zu sagen, dass wir uns in 30 Minuten in Köln Deutz am Startpunkt, am Bahnhof treffen, und dann wollte ich lossprinten, aber ich bin nicht von der Stelle gekommen. Wie mit Kaugummi unter den Schuhen stand ich auf der Stelle, habe meine gesamte Energie verfeuert und kam einfach nicht weg. Ich würde den Marathon verpassen, nur weil ich nicht gut genug vorbereitet war und rechtzeitig mit allem angefangen habe. Ich wollte gerade anfangen wie am Spieß zu heulen, da kam eine Pferdekutsche vorbei. Nur, dass dieses Traben Realität war. Bei offen stehendem Fenster kam eine Kutsche an unserem Appartment vorbei. Autos gibt es auf Juist ja nicht. Ich bin direkt aus dem Bett gesprungen, um wieder im Hier und Heute anzukommen. Und bin jetzt noch völlig durcheinander. Wieso träumt man so einen Mist, bitte?
Erstellt von: ahornzeit
in Blogs am 26. September 2011
25 Kilometer. Geschafft. Allerdings mit dem Fahrrad und nicht laufend. Dafür aber nach einer echten, schlaflosen Nacht.
Mit der Fähre nach Juist
Von Samstag auf Sonntag Nacht um 02 Uhr ging unser Zug von Köln Richtung Juist, mit Zwischenstopp in Bremen und am Ende eineinhalb Stunden mit der Fähre auf die Insel. Alleine unsere Schlafversuche waren schon reiner Hochleistungssport. Zusammengekauert auf ungemütlichen Zugsitzen, mit lautem Geratter in den Ohren und Durchzug im Nacken. Aber auf Juist gab´s erst einmal das rettende Krabbenbrötchen zum Frühstück. Das hat unsere Lebensgeister wieder geweckt. Für´s Erste.
Erstellt von: oppelnhoppel
in Blogs am 21. Juli 2010
Nachdem ich so lieb aus der Community gebeten wurde: Hier nun mein erster Laufbericht : Halbmarathon beim 7. Gegen den Wind Lauf in Sankt Peter-Ording
Ich hatte zum ersten Mal bei diesem Lauf gemeldet, ihn quasi auf dem Weg nach Sylt „mitgenommen“. Ich hatte nicht speziell auf HM trainiert und wollte einen kleinen Formtest vor Beginn der Vorbereitungswochen für den Berlin Marathon. Ein Angriff auf die PB kam wegen der Hitze nicht in Frage, wollte einfach ein vernünftiges Tempo laufen.
Ankunft in Sankt Peter-Ording zwei Stunden vor dem Start, und der sollte zur schönsten Mittagshitze um 13:15 stattfinden. Schon jetzt brannte die Sonne auf die Zeltstadt am Sportstrand wo sich sonst die Kitesurfer tummeln, kein Wölkchen am Himmel. Startunterlagen abgeholt, einen Rucksack als Giveaway entgegen genommen. Der Veranstalter verzichtet dafür auf Medaillen etc., geehrt werden immer nur die ersten drei jeder Altersgruppe.Vor dem Start noch schön am Strand entspannt und ein wenig warmgelaufen. Ein Gel verdrückt und noch eins am „Mann“ verstaut. Die Sonne brannte… Knapp 200 Starter hatten für den HM gemeldet. Es sollten drei Runden á 7km gelaufen werden und schon vor dem Start labten sich alle am angebotenen Wasser oder wässerten ihr Caps. Ich, wie immer ohne Mütze, habe erstmal einen Becher über dem Kopf geleert. Start im tiefen Sand am Strand, alle taumelten umher und versuchten Tempo aufzunehmen. Dies gelang aber erst als man den festen Boden an der Promenade erreichte. Ingesamt sollten 1,4km im Sand, 10km auf der Promenade und dem Deich, 8,4km im Wald und 1,2km auf dem Holzsteg zum Strand gelaufen werden. In der ersten Rund die Strecke kennengelernen. Außer auf den Waldwegen überall pralle Sonne, drei Verpflegungsstationen und im Wald ging es sehr profiliert über Stock und Stein. Die Cracks schossen davon und ich startete wie immer zu schnell. Kann im Wettkampf einfach nie vernünftig und ruhig starten, lass mich nur zu gerne von der Wettkampfstimmung anstecken. Versuchte einen 5:10 Schnitt und beschloss ihn, solange es ging, zu halten um am Schluss dann langsam zu sterben. Erste Runde alles locker, immer brav getrunken und Wasser über den Kopf gekippt. In der zweiten Runde wurden ein paar Leutchen eingesammelt, aber es wurde hart und härten, die Strecken durch den Sand am Wendepunkt am Start waren der Hammer. Vor der letzten Runde dann die „aufmunternden“ Worte des Moderators: „Da kommt der Stefan, sieht schon recht müde aus, hat aber noch einen schönen langen Schritt, lauf, nur noch 7km dann bist du durch“. Na herzlichen Dank. Sah aber auch aus wie ein begossener Pudel weil ich mich an jeder Tränke duschte. Wer nach 1:40 Std. noch nicht die dritte Runde begonnen hatte, wurde aus dem Rennen genommen - Hitze zu heftig. Da gab es dann einige lange Gesichter, wurde mir hinterher berichtet. Den Cut hatte ich also schon mal überlebt, aber in der zweiten Runde hatte ich auf mein Gel verzichtet, wollte das klebrige Zeug nicht im Mund haben und musste nun in der letzten Runde dafür büßen. Konnte mein Tempo immer seltener halten und litt an den Steigungen im Wald. Auf den letzten 3 km ließ ich mich dann von einem Mitläufer ziehen bis er sich beschwerte. „Lauf endlich vor, zieh du mich mal“. Ok, ok ich gab mein Bestes aber er konnte dann bald nicht mehr folgen, hat mich damit aber zum Endspurt gepusht.;))