♂tga/2NO -XXXX- Die letzte Etappe in den Alpen oder die Entscheidung am Ballino

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patella

Es war eine Mischung aus viel Stolz, etwas Erleichterung, ein wenig Wehmut und einer Menge Anspannung, die seine Vorbereitungen zur letzten Etappe begleiteten.

-Stolz, weil das Ziel bald erreicht war. Der kleine Pass mit dem niedlichen Namen „Ballino“ und vierzig Kilometer lagen zwischen den Teilnehmern und dem Ziel am Ufer des Gardasee. Die Herausforderung nahm sich bescheiden aus im Vergleich zum Jauffenpass und der Straße mit den vielen Namen, die er allesamt schon vergessen hatte.

 „Passo Campo was…? Nie gehört! Da war ich nicht!“ In wenigen Kilometern würden sie die Alpen überwunden haben. Auf dem Fahrrad. Dann würden der große See in dem riesigen Talkessel vor ihnen liegen. Mit einem riesen Sack voller Erinnerungen und Eindrücken in ihrem Gepäck, trefflich geeignet zum prahlen im Kollegenkreis.

-Erleichterung, weil die Schinderei ein Ende finden würde. Weil ab morgen die Schmerzen in den Beinen nachlassen würden und die leergefahrenen Speicher mit gutem Gewissen in den nächsten Tagen aufgefüllt werden durften. Vier Tage Sport ergaben acht Tage hemmungslose Kalorienexzesse. Weil sich ein sportlicher Traum erfüllt hatte. Und weil er den Schwager am Jauffenpass geschlagen hatte.

- Wehmut…?  Nach vier Tagen hatte er sich an das Leben eines Radfahrers gewöhnt. Fahren, Essen, Schlafen, Fahren… Mehr brauchten die Tage nicht. Anstrengend und einfach. Dieser Rhythmus ließ ihn am Ende des Tages zufrieden ins Bett zu sinken. Keine Steuererklärungen, keine Elternsprechtage, keine Arbeitsaufträge,  keine Blogbeiträge und keine wichtigen Fernsehsendungen machten ihm das Leben unübersichtlich. Was kümmerten ihn unbezahlte Rechnungen, wenn er seine mit dem Schwager auf der Passhöhe beglichen hatte? Am morgen stand ein Frühstück am Buffet, dann setzten sie sich in den Sattel und fuhren Cora hinterher und am Abend  schleppte er sich mit Mordshunger an den Tisch, der sich unter Leckereien bog.  Zum Ende des Tages klebte ihm der Geschmack von bestem Espresso am Gaumen. Espresso aus lebenden Maschinen, bedient von freundlichen Menschen. Kein seelenloser Kaffeevollautomat, dem eine Kapsel  Aromamischung für perfekte und immer gleiche Ergebnisse reichte. Selbstzufrieden fiel er dann aufs Bett, telefonierte mit der Familie und versuchte gar nicht, die Erlebnisse des Tages in passende Worte zu fassen. Die Tage waren von faszinierender Schlichtheit. Er würde gerne weiterfahren. Zwei Tage, drei Tage oder noch mehr? Immer weiter weg von dem Alltagsbrei.

Aber morgen müsste er wieder seinen Tagesgeschäften nachgehen. Grauenvoll. Denn es warteten ja noch wichtige Dinge auf ihn. 1:1 war der Stand im Kampf gegen den Mann, den er jetzt schon seit Jahren als Schwager bezeichnete, auch wenn er es nicht war. Und deshalb…

- Anspannung! Der Ballino lag vor ihnen. Die letzte Entscheidung. Die Schlacht um den Gesamtsieg. Eine Pass noch, dann wäre das Ergebnis klar. Dann würden sie nur noch die rasante Abfahrt zum Gardasee vor sich haben. Dreihundert Höhenmeter. Was ihm zu Hause schauer über den Rücken jagte, war nach den letzten Tagen nur noch eine lächerliche Randzacke in dem eindrucksvollen Höhenprofil der Tour. Nach Pässen stand es 1:1. Heute musste er noch mal alles geben, um das Spiel zu seinen Gunsten zu entscheiden.

„Der soll mich nicht noch mal abhängen. Das fehlt mir noch, dass der sich auf der nächsten Feier als Bergkönig preisen lässt. Dann werde ich ihn erst mal darauf hinweisen, dass er immer noch nicht zur Familie gehört.“  Aber so weit sollte es gar nicht kommen. Er wollte gewinnen. Der kurze Schlussabschnitt war wie geschaffen für eine Party mit einem gut geschüttelten Laktatcocktail in den dicken Beinen.

Er überließ nichts dem Zufall. Noch mal ein halbes Bar mehr presste er in die Reifen und verzichtete auf die Trinkflasche. „So kurz und direkt bergauf, da zählt jedes Gramm…!“ Die Satteltasche mit dem Werkzeug verschwand ebenso wie die Luftpumpe im Bus.

Sichtlich nervös war auch der Schwager. Unruhig fummelte er an seinem Rad herum und gesellte sich dann zur Gruppe.

„Ich denke, ich werde die letzte Steigung mit Schwesterherz fahren. Heute wollte ich mich mal ein bisschen zurückhalten…“

Der Kenianer war misstrauisch. Als ob sich der Schwager den diesen Kampf entgehen lassen würde. Das konnte doch nur ein Finte sein.

„Wer während der Pinkelpause zur Attacke bläst, der kann auch schamlos lügen. Bestimmt lutscht der sich an meinem Hinterrad hoch und springt dann im letzten Moment aus dem Windschatten! Aber nicht mit mir. Ich werde den Berg hochstürmen. Von Anfang an. Und was soll das überhaupt heißen: „…zurückhalten…“? Der ist angespannt bis unter die Haarspitzen. Dem steht die Nervosität so etwas von ins Gesicht geschrieben. Wenn der heute nichts plant, dann will ich meine Menschenkenntnis über Bord werfen.“, der Kenianer war sicher, dass der Schwager Großes für den Tag plante.

Hektische Flecken im Gesicht und zittrige Finger, mit denen der Kontrahent kaum den Helm schließen konnte. Das konnte nicht das Ergebnis das Ergebnis der Biere vom Vorabend sein.

„Ich lasse mich nicht überraschen.“, nahm er sich vor. Schnell angehen und so langsam wie möglich sterben! Diese Renntaktik kannte er aus seinen Zehn Kilometer Läufen. Dort hatte sie sich bewährt. Für heute hatte er sich das gleich vorgenommen. Der Pass war kurz. Zwanzig Minuten Anschlag fahren hatte er kalkuliert. „Wollen doch mal sehen, wer dann als erster am Ballino ist!“

„Ihr fahrts immer Richtung Ballino! Könnts ihr gar nicht verfehlen. Da oben gibt’s an Platz mit ana Brunnen. Dort wartets ihr auf den Rest…“

Cora hatte noch nicht beendet, da stürmte er los. Es ging durch Weinberge und kleine Dörfer stetig den Berg hoch. Die Bergziegen hatten ihn schnell eingeholt. Auch für sie sollte es die ultimative Prüfung sein. Er machte nicht noch einmal den Fehler vom Vortag und lies sie ziehen. Sein eigenes Tempo war brutal genug, da brauchte er nicht noch eine Schüppe mehr um sich die Beine in Windeseile dick zu fahren.

„Nicht umschauen. Nicht umschauen. Das gibt dem Hintermann nur Auftrieb.“ Hintermann? Ja. Denn da war er. Der Hintermann…

Klappern, Quitschen und Keuchen erfüllte die Luft hinterm Kenianer. Er war nicht alleine auf der Flucht. Der unvermeindliche Feind saß ihm im Nacken.

„Der Sauhund! Hat er nicht gerade gesagt, dass er mit Schwesterherz hochfahren will? Und jetzt lutscht der schon im Windschatten.“ Der Kenianer empörte sich still. „Unglaublich…! Bin mal gespannt, was Schwesterherz nachher dazu sagt.“

Das Rasseln der trockengelaufenen Kette und der schwere Atem waren die untrüglichen Zeichen des Kontrahenten am Hinterrad.

„Nicht umschauen! Keine Schwächezeigen!“ Stattdessen schaltete er einen Gang höher und beschleunigte. Den Schwager wollte er loswerden. Abschütteln wie eine lästige Fliege. „Wie schmeckt dir das?“, dachte er.

Das Rasseln war kurz verschwunden. Die Hoffnung mit der Forcierung des Tempos ausreichend Meter gewonnen zu haben erfüllte sich aber nicht. Schon bald war das Keuchen wieder da. Etwas  lauter.

Es rächte sich die fehlende Streckenkenntnis. Es wurde etwas flacher. Der Windschatten wurde wertvoller. Der Kenianer arbeitet allein im Wind.

„Du lässt es dir gutgehen! Du Sack!“, er wurde wütend „Erholst dich am Hinterrad. Sparst Kräfte und stürmst dann am Pass vorbei. Das ist doch wieder gegen jede Radfahrerehre.“

Aber es war zu spät für taktische Spielchen. Nach einem Kilometer wurde es wieder steiler und schon bald zeigte sich im Wald die Passhöhe. Und er konnte nicht mehr zusetzen. Für den Kenianer rächte sich das hohe Anfangstempo und der stete Kampf gegen den Luftwiderstand. Er ahnte was kommen würde. Der Lutscher hatte sich in dem Flachstück erholt und würde ihn kurz vor dem Schild kassieren. „Verdammter Mist! Ich bin am Limit!“ Die Beine waren voll mit Milchsäure, die Lungen arbeiteten auf Hochtouren und im Kopf begann er nach Ausreden zu suchen…

Und dann geschah das unvermeidliche. Er hörte einen Schaltvorgang, dem unweigerlich der Antritt folgen musste, der ihn ins Tal der Tränen stürzen sollte. Dem Schwager in den Bergen unterlegen. Diese Schmach müsste er sich in den nächsten Jahren immer wieder anhören: „Jaja, Kenianer. Klar das du in Bocholt stärker bist als ich, die Strecke ist ja auch nicht selektiv. Bergfahrer wie ich können es halt besser in Warstein!“ Womit direkt zwei wunde Punkte in seiner Sportlervergangenheit angesprochen wären. Die Niederlage im Pässeduell und die Schmach von Warstein. Ein Vorderrad schob sich in sein Blickfeld, dann der Rest des Rades. Er wollte nicht hinschauen und beschäftigte sich mit seinem Flaschenhalter. „Da ist doch irgendetwas locker. Mistding…“ er fluchte leise vor sich hin. Wenn man schon überholt wird, dann soll es zumindest so aussehen, als wenn es einem nichts ausmacht.

„Ich bin doch gar kein Rennen gefahren. Ich habe gar nicht gemerkt, dass du hinter mir warst. Mir sind Ortsschildduelle echt zu albern. Aus dem Alter bin ich raus…“ So wird aus der Niederlage Altersweisheit.

Doch was war das? Da schoben sich Turnschuhe an ihm vorbei!? Der Schwager in Turnschuhen? So weit sinkt selbst der doch nicht. Wie konnte das sein? Sollte am Ende…

Tatsächlich! Es war gar nicht der Schwager. Es war der Turnschuhfahrer. Diese Niederlage war zwar auch schmerzhaft und peinlich, aber es war nicht der Schwager, der da frech und unverschämt die ganze Zeit gelutscht hatte, um ihn jetzt vor dem Pass zu kassieren. Empört und erleichtert wagte er jetzt endlich einen Blick nach hinten. Da war nichts. Gähnende Leere. Kein Schwager weit und -vor allem- breit zu sehen. Den Turnschuhfahrer ließ er ziehen. „Na warte Freundchen! Du kriegst gleich noch was von mir zu hören. Das ist doch kein Benehmen. Sechs Kilometer Windschattenfahren und fünfhundert Meter Antritt für einen billigen Triumph. Deine Sozialkompetenz endet wohl auch mit dem Abräumen der Tabletts bei McDonalds…“ Er würde ihm gleich passende Worte sagen.

Aber was viel wichtiger: Er hat den Schwager geschlagen. Die Passwertung mit 2:1 für sich entschieden. 2:1… Die Zahlenkombination, die ihm das Weib jedes Jahr im Hollandurlaub auszusprechen verbietet. Er war angekommen in Ballino, dem kleine Ort zum kleinen Pass.

Nachdem er den Turnschuhfahrer lautstark über die Grundregeln radsportlicher Fairness belehrt hatte, setzte er sich an den Brunnen und wartete auf den Schwager. Er wollte seinen Triumph genießen. Nach und nach trudelten die Teilnehmer ein. Doch es war kein Schwager in Sicht! Wo war der Verlierer? Hungerast? Ausgeschlossen. Sie waren gerade vom Frühstückstisch aufgestanden. Defekt? Nein. Das hätten die anderen schon erzählt. Wahrscheinlich schämt er sich so für die Niederlage, dass er sich nicht her traut.

Das Treibholz kam an. Sogar die Frauen waren vollzählig. Cora auch, die sonst immer die rote Laterne pflichtbewusst nach oben fuhr. Die einzigen, die fehlten, waren Schwesterherz und Schwager.

„Die machens a kloane Pausen am Pass. Aber die kimmen auch gleich. I muast dene noch an Foto schiassen und dann hatt der Typ gesagt, dass sie gloach nachkumma. Brauchst dia kana Sorgen zu machen….!“

„Sorgen?“ Unsinn. Sorgen machte er sich nicht. Er ärgerte sich. Was nutzt der schönste Sieg ohne das enttäuschte Gesicht des Verlierers?

Kurz danach kamen sie. Ohne eine Spur von Enttäuschung. Keine Niedergeschlagenheit in ihren Blicken. Gutgelaunt und mit breiten Grinsen fuhren die beiden an den Brunnen von Ballino. Was sollte das denn? Wo war die Demut? Wo war die Anerkennung für seinen Sieg? Wo waren die Huldigungen an den besten Bergfahrer?

Schwesterherz sah es ihm wohl an: „Jaja, Kenianer! Wir wissen es. Du hast uns geschlagen. Herzlichen Glückwunsch!“ Schwang da so etwas wie Ironie in ihrer Stimme mit? Das war doch ganz und gar nicht angemessen…

„…aber es gibt auch mal wichtigeres als erster auf dem Pass zu sein…“ Was sollte schon wichtiger sein? Sie waren in den Bergen und fuhren Rennrad. Da ging es doch ums gewinnen, oder nicht…

Er hatte ihre roten Wangen und den Glanz ihrer Augen übersehen. Das alles ohne Atemnot…

„…wir wollten dir nämlich was sagen…“ Sie taten sehr geheimnisvoll. Was könnte es sein?

„Bestimmt holen die mir jetzt ein rotgepunktetes Trikot raus, was sie mir überreichen wollen.“ , dachte er und sah sich schon beim Fototermin.

„Macht es doch nicht so spannend? Was kann denn so wichtig sein? Habt ihr euch für den Eiermann in Frankfurt angemeldet? Wollt ihr nach Hawaii? Die Transalp Challenge fahren? Race Across America?“  Es musste irgendetwas großartiges sein.

„…Nein, es hat nichts mit Sport zu tun…“ Menno, so langsam wurden sie unheimlich. Außerdem war er enttäuscht, da es nichts mit dem Bergtrikot wurde.

Sie deutete auf ihren Mitfahrer, der verschüchtert an seinem Helm herum nestelte…

„…er hat mich gerade gefragt, ob er nicht im nächsten Jahr dein richtiger Schwager sein darf…“

„Wie jetzt?“, er verstand es nicht. „Er ist doch der Schwager! Er war es doch immer!“, sagte er, als es ihm dämmerte. Ihnen fehlte der Segen der großen Institutionen für einen gemeinsamen Familienstand.

„Ihr wollt heiraten? So richtig?“

„Jep! Er hat mich gefragt und ich habe Ja gesagt!“, erzählte sie voller Stolz.

Der Kenianer rang um Fassung. Er hatte auf eine Siegerehrung und Lobpreisungen für seine Kletterqualitäten gerechnet und eine rührselige Schmonzette bekommen. Das konnte doch nicht deren Ernst sein. Er fuhr sich in einem wichtigen Rennen die Beine platt und dann kamen die mit einer Herz-Schmerz Geschichte. Das war doch bestimmt nur eine Ausrede vom Schwager für sein Schwächeln am Berg. Anstatt sich dem Kampf Mann gegen Mann zu stellen hatte er sich mit so einer weicheiigen Nummer aus der Pflicht gestohlen. Schon wollte er etwas sagen von „Fehlendem Respekt für sportliche Leistung!“ als er sich auf die Zunge biss. Die Transalp Tour sollte das Verhältnis zu den beiden ja wieder befrieden. Was würde das Weib wohl dazusagen, wenn er die Ankündigung einer Liebesheirat mit Schimpftiraden wegen der fehlenden Anerkennung seiner Radsporterfolge begleitet hätte?

„Na, denn….?! Herzlichen Glückwunsch!“, drückte er heraus. Auch wenn in ihm ein schlimmer Verdacht keimte. Was, wenn der Schwager diesen Antrag nur wegen fehlender Siegchancen am Ballino vorgeschoben hätte? Wenn er sich so ein Alibi für schlechte Beine besorgt hätte? Ja, so musste es gewesen sein. Was für eine billige Ausrede für den verlorenen Kampf ums Bergtrikot. Das würde er ihm Heimzahlen. Er wusste nur noch nicht wie…

 „So! Aufi Leute. Jetzt geht’s nuhmerhr runta bis nach Riva. Ist superschön. Zwischendurch machens wir noch mal an Fotostopp. Aber ansonsten seids bitte vorsichtig und geniesst die schöne Abfahrt.!“

Der warme Wind begleitete die Abfahrt. Serpentinen und herrliche Aussichten auf den Gardasee machten ihm den bevorstehenden Abschied vom Radfahren schwer. Zum Glück, hatte das prall aufgepumpte Hinterrad ein Einsehen und sammelte noch einen Stein in Riva ein. Die Luft entwich und bescherte ihm Vorfreude auf das Ende der Tour. Zum zweiten Mal war er es, der der Gruppe eine Zwangspause bescherte. Für allgemeine Verwunderung sorgte die fehlende Pumpe an seinem Rad –„Des is aba oa Leichtsinn, ohna Pumpan zu foahren. Kannst di doch net imma auf die anderen verlassen“.

Und dann war es soweit. Vier Tage nach dem nassen Abschied vom Tegernsee stürzten sie sich in die kühlen Fluten des Gardasees. Dazwischen lag ein Haufen von Erlebnissen, vierhundert Kilometer, 6000 Höhenmeter, eine Vmax von 74kmh, eine Vmin von acht bevor er sich in den Bach stürzte, zwei gewonnene Pässe, eine fast vergessene Niederlage sowie ein erfolgreicher Heiratsantrag.

Und während er kraulend im Gardasee endlich mal schneller als Cora war, fiel es ihm ein. „Das war die Idee.“ Er würde den beiden etwas organisieren zum Abschied aus dem Junggesellenleben. Keine Trinktour durch die Düsseldorfer Altstadt in peinlichen Kostümen, noch peinlicheren Aufgaben und viel Alkohol. Nein, er würde den beiden einen wirklich schmerzhaften Kater besorgen.

Einen Junggesellenabschiedstriathlon! Selbstorganisiert und hart. Knüppelhart. Dann würde der Schwager seine herzerweichende Ausrede für die Niederlage noch bereuen. Der Schuft. Nur weil der am Ballino den kürzeren zog, musste Schwersterherz jetzt auch offiziell vor den Altar treten. „Ob ihr überhaupt klar ist, warum er sie gefragt hat? Wegen ein paar fehlender Körner in seinen Beinen klebt sie jetzt am honigsüßen Fliegenfänger und freut sich…!“ argwöhnte er .

Aber er wollte keinen geschenkten Sieg. Er wollte einen ultimativen Wettkampf vor dem offiziellen Eintritt in die Familie. Dann würde sich klären, wer der stärkere der beiden ist. „Alles was ich brauche ist ein schöner Ort, ein paar Helfer und etwas mehr Teilnehmer, die ihm im nächsten Sommer die Fersen zeigen werden. Da sollte man doch was organisieren können.“

Genau: Er würde einen eigenen Wettkampf organisieren. Wann und wo? Irgendwann im Jahr 2012. Am besten auf der ersten festinstallierten Triathlonstrecke der Welt. Mit Schwimmbad, ausgeschilderter und verkehrsarmer Radstrecke und einem Lauf, der wieder am Schwimmbad endete. Und wo sollte das sein?

Mal schauen, welche Gemeinde sich diesen einmaligen Breitensportevent sichert. Der Kenianer ist da als Ausrichter und Teilnehmer genauso unbestechlich wie die Mitglieder des FiFa - Exekutivkomitees und freut sich über Bewergungen und Geldgeschenke...

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