Update: Von Burg zu Burg, in diesem Jahr andersrum

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berlifan

Update: Video verfügbar!!! P.s.: Falls sich jemand wundert, das Gelächter 12 S ekunden nach dem Start ist NICHT eingespielt, sondern absolut echt! Alle liefen los, als der Burgherr "Ab!" sagte, Herdentrieb sozusagen...

Punkt fünf Uhr klingelte der Wecker. Aufstehen!!! Und das am Sonntag!

Gestern waren wir noch mit der „Fehmarnbelt“ bei der Rostocker „Hanse Sail“, einem Windjammertreffen ähnlich der „Kieler Woche“, zwischen den großen Segelschiffen umhergeschippert. Seeluft macht ja bekanntlich müde. Kein Wunder also, dass wir gerne noch weiter geschlafen hätten. Heute hatten wir uns aber mit einigen „alten“ Bekannten zum Burgenlauf, der in diesem Jahr von Burg Stargard zur Burg Penzlin führte, verabredet. Auf dieses Wiedersehen hatten wir uns schon gefreut. Also, es half nichts: Zeit zum Aufstehen!!!


Die Anreise über die A20 verlief ziemlich unspektakulär. Allerdings war um die Zeit noch recht viel Bodennebel auf der Strecke, was allerdings auf wiederum gutes Wetter hoffen ließ! Das wäre für die vergangenen Wochen schon etwas Besonderes...

Jana erzählte so nebenbei, dass sie beim „Laufpropheten“ eine prognostizierte Zielzeit von 2:08:00 h angegeben hat. Letzte Woche hatte sie mit ihrer Zeitvorhersage für den Halbmarathon bei der Rostocker Marathonnacht bereits ein stylisches Damenlaufcap gewonnen. Ich hatte natürlich bei den ganzen Vorbereitungsstress ganz vergessen, ebenfalls eine Vorhersage für meine Zielzeit anzugeben und so trug Jana unterwegs meine prognostizierte Zeit von 2:11:00 h beim „Propheten“ nach.

Die letzten Wochen wurden wir hier im Nordosten nicht gerade mit schönem Wetter verwöhnt. Rostock und Umgebung sorgt mittlerweile mit seinen Niederschlagsmengen sogar bundesweit für Schlagzeilen. Die Marathonnacht letzte Woche war die reinste Sintflutveranstaltung gewesen. Am Freitag regnete es noch Strippen. Umso erstaunlicher war es, dass gerade am gestrigen Samstag zur „Hanse Sail“ ein richtig sonniger Tag war. Mal sehen, ob wir heute beim Burgenlauf auch mit dem Wetter Glück haben sollten.

Kurz vor acht Uhr setzten wir Gudrun planmäßig in Burg Stargard auf dem Marktplatz ab. Jana und ich fuhren weiter nach Penzlin. Im recht neuen Bürgerzentrum (Neue Burg) vis-à-vis der alten Burg Penzlin holten wir uns die Startunterlagen ab. Auf dem Weg dorthin trafen wir Juliane und Heiko, die gerade mit ihren beiden Beagle Eddie und Cooper unterwegs waren. Wirklich schön, dass wir diesen Lauf erneut gemeinsam bestreiten würden! Im letzten Jahr waren wir in Gegenrichtung gestartet. Heiko erzählte mir von seiner prophezeiten Zeit, die 23 Sekunden hinter Janas Vorhersage lag.

Im Bürgerzentrum trafen wir noch so einige Lauffreunde und auch der Cheforganisator Ortwin vom gastgebenden HSV Neubrandenburg begrüßte uns. Er fragte schon fast enttäuscht nach, ob Gudrun, die immer so tolle Fotos macht, heute nicht dabei wäre. Ich konnte ihn beruhigen, dass Gudrun schon am Start auf uns Läufer warten würde.

Unsere Stuttgarter Freunde Silvia und Micha machten sogar extra einen Kurzurlaub am Tollensesee, um bei diesem Event mit „Ritterschlag“ dabei zu sein! Micha hatte sich natürlich zum Ziel gesetzt, in seiner AK den Sieg für den TSV Kuppingen einzufahren. Die Chancen standen dafür ganz gut, denn Micha ist ziemlich schnell.

Im Bus, der uns von Penzlin nach Burg Stargard bringen sollte, saßen Jana und ich dann gemeinsam mit Heiko und Maik (von der LG Socken-Wellen) und tauschten uns über die letzten Aktivitäten aus. Maik hatte auch in Rostock am „Unwetterlauf“ am letzten Wochenende teilgenommen und war, wie ebenso alle anderen Teilnehmer dieses außergewöhnlichen Extrem-Laufes, immer noch davon beeindruckt.

In Burg Stargard konnten wir dann auch Silvia und Micha herzlich begrüßen.

Das Wetter meinte es nach den Unwettern der letzten Wochen wirklich gut mit uns. Nach den letzten Hinweisen durch den Veranstalter konnte der Start pünktlich um zehn Uhr direkt vor der Burg erfolgen. Durch den Sturm und den Starkregen der letzten Tage war auch die Strecke in Mitleidenschaft gezogen. So wurde noch bis kurz vor dem Start ein großer Ast, der in der letzten Nacht abgebrochen war und nun direkt den Laufweg versperrte, weggeräumt. Aber auch die ziemlich abschüssige Strecke war stark unterspült worden. So musste gerade auf dem ersten Streckenabschnitt genau darauf geachtet werden, wohin man tritt.

Wie besprochen liefen Jana, Heiko und ich gemeinsam los. Bereits nach knapp zwei Kilometern gab es den ersten Grund zu einem Glückwunsch. Heiko teilte uns mit, dass er soeben den zweitausendsten Kilometer in diesem Jahr gelaufen ist!

So langsam zog sich das Feld etwas auseinander und wir pegelten uns bei einem Schnitt zwischen 5:20 und 5:10 ein. Es lief sich erstaunlich gut. Anscheinend hat sich meine dreitägige „Laufabstinenz“ doch gelohnt.

Gerlind, die beim Start weit vor uns lief, hatten wir schnell wieder eingeholt. War aber auch kein Wunder, denn sie hatte die Woche ziemlich viele sportliche Aktivitäten gehabt, die ihr natürlich noch in den Knochen steckten: Rostocker Marathonnacht und vier Tage per Fahrrad die „Hanse-Tour Sonnenschein“, bei der für krebskranke Kinder gesammelt wird, aus welcher, wettermäßig gesehen, fast mehr eine „Hanse-Tour Regenschauer“ wurde.

Die Streckenführung beim Burgenlauf wechselt jedes Jahr mit Start und Ziel. Von langjährigen Burgenläufern wurde uns die heutige Strecke als etwas leichter beschrieben, da das Höhenprofil insgesamt etwas abfällt.

Allerdings hat man die Qualen des letzten Jahres schon nicht mehr so genau in Erinnerung. Persönlich hatte ich zumindest nach der ersten Hälfte tatsächlich auch den Eindruck, etwas mehr bergab als bergauf zu laufen.

Versorgungstechnisch war alles im grünen Bereich. Insgesamt gab es vier offizielle Versorgungspunkte. Neben Wasser gab es Bananen- und Melonenstücke zur Stärkung und Erfrischung.

Die Strecke selbst ist schon als recht anspruchsvoll und abwechslungsreich zu bezeichnen. Neben Asphaltstrecken gab es Betonplattenwege sowie zahlreiche vom Unwetter durchgeweichte Wald- und Feldabschnitte mit ausgespülten und steinigen Wegen zu absolvieren. Teilweise war dies nur im Gänsemarsch zu bewältigen.

Lange Zeit wechselten wir uns in der Führungsarbeit ab. Bei abschüssigen Abschnitten lief ich dann auch mal vor. Ging`s dagegen bergauf hing ich mal wieder hinten an. Jana und Heiko zogen nahezu unbeirrt ihren Pace durch. Ich lief zumeist mit Gerlind, die uns zeitweise mal wieder an Jana und Heiko heranführte.

Bei km 14 kam dann die Lieps, ein See südlich des Tollensesees, in Sicht und es ging wieder etwas bergab. Die Strecke wurde jetzt vom Höhenprofil immer anspruchsvoller. Die nächsten Kilometer, insbesondere bei km 17 bis 18 , waren mehr und mehr von langgezogenen Anstiegen gekennzeichnet.

Bei mir ging es langsam ans „Eingemachte“. Drei- bis vierhundert Meter vor mir konnte ich immer noch Heiko, und bei längeren geraden Abschnitten, auch noch Jana sehen. Die Kilometer zogen sich jetzt endlos dahin und ich ersehnte den nächsten Getränkepunkt. Immerhin meinte die Sonne es heute wirklich gut mit uns.

Irgendwo zwischen km 19 und 20 ließ Gerlind zu mir abreißen und ich dachte, dass sie gleich wieder zu mir aufschließen würde. Aber die Strapazen der letzten Woche forderten wohl doch ihren Tribut bei ihr.

Irgendwann hieß es dann: 300 Meter bis zum letzen Versorgungspunkt vor dem Ziel. Vielleicht hatte ich auch nicht richtig hingehört, aber es waren mindestens 800 Meter und mir kamen sie wie eine Ewigkeit vor …

Nach dieser letzten Erfrischung waren es noch ungefähr 2,5 km bis zum Ziel. Auf der linken Seite war jetzt auch die typische Stadtsilhouette von Penzlin, mit der ganz oben thronenden Kirche, die die umliegenden Häuser wie eine Klucke die Kücken um sich scharrt, zu sehen.

Der letzte knappe Kilometer führte durch Penzlin, vorbei am Großen Stadtsee, über Asphalt und Kopfsteinpflaster bis zur alten Burg Penzlin.

Von weitem hörte ich schon die Trompete oder Fanfare, die jeden Läufer ankündigte. Wirklich eine originelle Begrüßung eines jeden Läufers!

Kurz vor der Abbiegung in Richtung "Alte Burg" sah ich dann Gudrun und auch Juliane feuerte mich an. Zwar spurteten noch zwei Läufer an mir vorbei, aber das interessierte mich überhaupt nicht mehr! Das Ziel hatte ich jetzt nach selbstgestoppten 2:10:26 h (offiziellen 2:10:28 h) erreicht und ich war überglücklich!

Im Ziel begrüßten mich gleich Jana und Heiko, dann auch Micha und Maik.

Heiko auf die Sekunde genau (!) die vorausgesagte Zeit von 2:08:26 h gelaufen, und das ohne ständig nur nach der Zeit zu sehen! Meinen Glückwunsch nochmals dazu! Das verspricht also noch einen Gewinn beim Laufpropheten!

Auch Micha hat sich seinen Traum erfüllen können und wurde Erster seiner AK und somit vom Burgherren persönlich zum Ehrenritter der "Alten Burg Penzlin" geschlagen.

Für alle war die Strecke eine echte Herausforderung. Auch Micha, der Berge gewohnt ist, fand die Strecke anspruchsvoll und er zog schon Vergleiche mit den 30 km von Davos …

Nach dem Duschen im Bürgerzentrum in der „Neuen Burg“ ging es erfrischt zur Siegerehrung. Nach der Ehrung der Gesamtsieger kam es dann auch zu den einzelnen AK`s und endlich kam dann auch Micha an die Reihe. Wir klatschten natürlich, als er zum Ritter geschlagen wurde. Und auch Jana belegte in ihrer AK den ersten Platz. Auch sie musste niederknien und wurde per Ritterschlag in den Stand des „Burgfräuleins“ erhoben. Auf die Ehrung der Frauen hatte der Burgherr schon gewartet, seine liebste Arbeit.

Nebenbei gab es noch zur Stärkung einen kräftigen Erbseneintopf mit Bockwurst. Nach den Siegerehrungen gab es noch Livemusik bei Kaffee und Kuchen. Bei der anschließenden Verlosung hatten sowohl Jana als auch ich Glück. Jana bekam ein Badminton-Set und ich zwei Frotteehandtücher von DH!

Nun fiel langsam die ganze Anspannung der letzten Stunden ab. Allerdings waren nun auch alle ziemlich geschafft und so nach und nach verabschiedeten wir uns voneinander. Zurück bleibt ein schönes Lauferlebnis, anstrengend und anspruchsvoll mit dem besonderen Flair des Burgenlaufes! 

Weitere Bilder gibt es bei sprintefix.de.
Und Heiko hat seinen Bericht auch schon fertig. 

Kommentare (14)Add Comment
berlifan
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geschrieben von berlifan, August 19, 2011
@catcat: Irgendwann klappt das mit einem Treffen bestimmt! Würden uns auch freuen. Und im Juli war übrigens Wettkampfpasue :-)
catcat
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geschrieben von catcat, August 19, 2011
Oh wieder so schön! Also irgendwann muss ich euch mal live erleben. Das hört sich immer so toll an. Ich frage mich allerdings wie ihr dieses ganze Laufpensum so verkraftet. Fast jedes Wochenende ein Rennen... das kommt für mich leider immer noch nicht infrage.
otti
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geschrieben von otti, August 18, 2011
@fred: also muss doch im nächsten Jahr unbedingt der Mannschaftssieg erlaufen werden: Wenn als Belohnung diese Torte winkt! (Obwohl sie fast zu schön ist, um aufgegessen zu werden....
berlifan
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geschrieben von berlifan, August 18, 2011
@kitty: Hiddensse haben wir von Bekannten als Tipp bekommen. So viele Touris kommen eigentlich auf Hiddensee nun auch nicht rauf... Und wenn merkwürdig, ist doch auch egal :-)))))
berlifan
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geschrieben von berlifan, August 18, 2011
@Gira: Die Torte gab es für die beste Mannschaft (die 5 besten Läuferzeiten wurden addiert). Garniert ist die Torte mit dem ungefährem Verlauf der Laufstrecke. Wie sie schmeckt, kann ma eigentlich nur herauebekommen, wenn man im nächsten Jahr den Mannschaftssieg einfährt...
berlifan
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geschrieben von berlifan, August 18, 2011
@otti: Micha hat jetzt das Problem, Knappen zu rekrutieren, so ein Ritterschlag verpflichtet ;-))
otti
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geschrieben von otti, August 16, 2011
Tolle Medallie, Ritterschläge, Erbsensuppe, Torte, perfekte Organisation, bestes Laufwetter und tolle "Mitläufer": Läuferherz, was willst du mehr??!! Danke für den schönen Bericht mit den Bildern!
girasole
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geschrieben von girasole, August 16, 2011
kitty, du hast aber ein geschultes Auge ;-) schaut ganz so aus!
kittymuc
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geschrieben von kittymuc, August 16, 2011
@gira: Die Türme sind bestimmt umgedrehte Eis-Waffel-Tüten :))
girasole
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geschrieben von girasole, August 16, 2011
Burgen hin, Ritterschlag her - das wesentliche bleibt für mich unbeantwortet: was ist das nur für eine sensationelle Torte?

grüße von gira
kittymuc
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geschrieben von kittymuc, August 16, 2011
Wie immer schöne Strecke und schönes Drumherum! Und gute Ergebnisse - ihr tragt den Namen "Sprintefixe" völlig zu Recht :))

Hiddensee-HM? Einmal rund um die Insel??? Stell ich mir merkwürdig vor zwischen den Touri-Kremsern *grins*
berlifan
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geschrieben von berlifan, August 15, 2011
@Heiko: Doch, es gibt solch Veranstaltungen, z.B. Hiddensee-Halbmarathon, der auch sehr schön sein soll.
feuerraeder
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geschrieben von feuerraeder, August 15, 2011
Laufveranstaltungen in Mecklenburg ohne die Sprintefixe? Gibt es sowas überhaupt? ;-) Es hat wieder richtig Spaß mit euch gemacht! Alles andere steht in den Berichten - einfach eine tolle Veranstaltung.
barbarine
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geschrieben von barbarine, August 15, 2011
Dieser Lauf wird wirklich detailliert und liebevoll organisiert und durchgeführt, allein das am Rand stehen und miterleben macht viel Freude. Und wenn es nur der Moderator beim Zieleinlauf war, der die Läufer begeistert und so weit es möglich war namentlich begrüßt hat und vielleicht noch eine persönliche kleine Info zum jeweiligen Finisher erzählte. (Man kennt sich eben...)
Bei der Siegerehrung wurde sogar die Familie Kiesendahl hervorgehoben, Gudruns fleißige Reporter-Arbeit gewürdigt. Toll!!
PS: Schöner Bericht, schöne Bilder... ;-)
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