Wir sind doch Sportler und keine Memmen!

Erstellt von: Ingalena Heuck in Blogs

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Ingalena Heuck

Die ersten Meter auf dem Mountainbike schmerzen in den Beinen. Gedanken daran, was mir noch bevor steht, kommen in den Kopf: "Na, da hab ich mir ja was vorgenommen..."

 

Einige bergintensive Tage des "lockeren" Alternativtrainings am Gardasee liegen schon hinter mir und haben auch gleich ihre Spuren hinterlassen. Zum Beispiel ein Marsch auf 600 Höhenmeter und weitere 600 Höhenmetern auf einem mit Stahlseilen gesicherten Klettersteig – hoch hinauf über den Gardasee.

 

Jeder Meter bergauf muss aber auch wieder bergab bewältigt werden. Die schweren, stabilen Wanderschuhe leisten zwar gute Arbeit beim Abfangen, lassen die Oberschenkel aber am nächsten Tag gleich doppelt schmerzen durch das lange konzentrische Abfangen bergab. „Was hab ich mir da nur angetan… ?“, frage ich mich.

 

Die falsche Entscheidung ...

 

Am Tag drauf gehts mit dem Mountainbike über "Pregasina" hoch zum "Paso Rochetta". Lange Steilpässe, unendlich wirkende Berganpassagen, die Kurve um Kurve nicht weniger werden. Zum Abschluss noch 30 Minuten Schieben, bis der erste Teilerfolg mit einer klassischen Bergbrotzeit gefeiert werden kann. Der Ausblick lässt alle Anstrengung vergessen. Was macht man nicht alles, um ans Ziel zu kommen! Okay – auch fürs Teilziel muss man manchmal schon hart arbeiten.

 

Der Schweiß läuft mir nur so die Wangen herunter. Als es weitergeht, kommt Regen auf, der Abkühlung bringt. Aber der Donner ist weniger beruhigend. Das Gewitter hängt glücklicherweise in ferner gelegenen Gipfeln fest.

 

Dann passiert es: Eine falsche Entscheidung an einer Weggabelung und schon steht eine Stunde Bergabschieben an – anstatt dem  verdienten Bergabfahren. Rund 100.000 Entscheidungen treffen wir pro Tag, habe ich mal gelesen. Schade, dass es hier die falsche war. So ist das manchmal im Leben … Die Beine schmerzen am nächsten Tag umso mehr. Na und? Wir sind doch Sportler und keine „Memmen“. Oder?

 

Lecker Pizza und riesige Eiskugeln

 

Der nächste Tag soll ruhiger werden – wird es aber doch nicht. Es ist zwar Urlaub – aber doch kein All-inclusive-Krebsrot-Sonnenbrand-Urlaub! Also geht’s noch mal los. Geplant war die Tour als kurz, geworden ist sie lang. Es ist doch Urlaub, da gibt es keine Uhr.

 

Der kalte Gardasee entspannt die müden Beine, die leckere Pizza und die riesigen Eiskugeln füllen die Speicher wieder auf. Diesmal keine Fehlentscheidung. Es schmeckt überragend. Besonders, wenn es verdient ist. Lecker! Der Aktivurlaub ist von „Entspannung durch Anspannung“ geprägt. Lieber so, als Anspannung durch Entspannung, denn diese Gefühl lässt mich nach spätestens zwei Tagen Ruhe nicht mehr los.

 

Voller Power und doch leer geht es nach sieben Urlaubstagen zurück nach Deutschland – in den Regen. Na und? Wir sind doch Sportler und keine „Memmen“!

 

Eure Leni

 

P.S.: Besucht mich doch auch mal auf meiner Website: www.ingalena-heuck.de

 

 

 

 

Kommentare (2)Add Comment
wwin
...
geschrieben von wwin, August 30, 2010
Nach solch einem Aktivurlaub freut man sich doch wieder über das "normale" Training. Es ist aber immer wieder schön mal an seine Grenzen zu gehen, um zu sehen was möglich ist. Nur so kommt man weiter!
luftbumb
...
geschrieben von luftbumb, August 29, 2010
Wenn ich so eine Woche Aktivurlaub machen würde, wären hinterher aber 14 Tage all-iclusive-Super-Wellness-Gourmet-Strandliege-Urlaub notwendig. Oder Intensivstation mit Sauerstoffzelt und Infusionen.
Respekt vor so viel Energie!
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