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30. Juni 2010
Lieber Achim,
in einem auch von mir gern aufgesuchten Internet-Forum tobt seit längerer Zeit und jetzt zum Jahreswechsel, wenn sich alle wieder einen Marathon vornehmen, eine Grundsatzdiskussion: Darf sich ein Läufer, der in einer Zeit von fünf Stunden oder mehr ins Ziel kommt, noch zu Recht als Marathonläufer bezeichnen? Einige fordern einen Zielschluss spätestens nach fünf Stunden, um die Leistung der sozusagen richtigen Läufer nicht zu entwerten. Mich würde interessieren, ob es eine Übereinkunft gibt, ab welcher Zielzeit man sich als echter Marathonläufer sehen darf.
Michael
Lieber Michael,
auf Grund des Marathon-Tourismus' und dem Willen der Veranstalter, auch noch vom lahmsten Läufer die Startgebühr mitzunehmen, haben sich die Zielschluss-Zeiten immer weiter nach hinten verschoben. Was ja auch gut so ist. Lassen wir doch großzügig allen den Spaß, sich Marathonläufer zu nennen. Uns doch egal. Es gab mal ein Land, dort fand der Karl-Marx-Stadt-Marathon statt. Zielschlusszeit, Achtung: drei Stunden. Unglaublich, oder? So muss es ja nun auch nicht sein. Aber jeder sollte doch selbst überlegen, ab wann es ein Marathon-Walk ist. Ich finde, bei unter vier Stunden fängt das Laufen erst wirklich an. Aber alle, die unter fünf Stunden bleiben, haben doch damit ein schönes Ziel.
Marathonläufer Karraß

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