Wie man läuft, wenn die Nase läuft

Geschrieben von: Wendelin H√ľbner

Sport st√§rkt die Abwehr. Aber was tun, wenn der Hals kratzt und der Kopf schmerzt? Bei einer leichten Erk√§ltung d√ľrfen Jogger moderat trainieren ‚Äď wenn sie ein paar Regeln befolgen.

Zur kalten Jahreszeit haben fiese Viren und Bakterien Hochkonjunktur. Auch f√ľr den fittesten L√§ufer steigt die Gefahr, sich mit Krankheitserregern anzustecken. Und wenn die Nase l√§uft, der Hals kratzt, der K√∂rper schlapp macht, sind viele Freizeitsportler unsicher, ob sie weiter trainieren d√ľrfen. L√§ufern mit Triefnase fallen sogleich die Horrorgeschichten ein von den harmlosen Erk√§ltungen, die sich zu lebensgef√§hrlichen Herzmuskelentz√ľndungen auswachsen k√∂nnen. Also lieber die Laufschuhe im Schrank lassen? Andererseits: Wer will schon wegen ein bisschen Schnupfen auf Sport verzichten?
 
Klar, L√§ufer sollten stets auf ihren K√∂rper achten, egal zu welcher Jahreszeit. Doch in Herbst und Winter gilt das in besonderem Ma√üe, denn durch regelm√§√üiges Training ist der K√∂rper anf√§lliger f√ľr Krankheitserreger. Und es stimmt wirklich: Wer Infektionen ignoriert, dem drohen hartn√§ckige Erkrankungen und lange Trainingspausen; wer dagegen ein paar Ratschl√§ge befolgt, kann trotz Schnupfen weiter laufen - oder √ľbersteht Regen, Eis und Frost sogar weitgehend erk√§ltungsfrei.
"Wenn nur die Nase ein wenig l√§uft, kann man ruhig moderat weiter trainieren. Eine halbe Stunde lockeres Traben sollte aber reichen und man sollte sich etwas w√§rmer anziehen als sonst", sagte der Mediziner und Laufexperte Matthias Marquardt SPIEGEL ONLINE. Ist der Nasenschleim aber richtig gelb (ein Indikator etwa f√ľr eine Nasennebenh√∂hlenentz√ľndung) oder treten Symptome auf wie Halsschmerzen oder Fieber, sollte man Sport unbedingt sein lassen. Die Laufschuhe d√ľrfe man dann allenfalls f√ľr einen Spaziergang an der frischen Luft anziehen.
 
Nach Krankheit unbedingt langsam anfangen
 
Akute Infektionen der oberen Atemwege m√ľssen Hobbysportler nicht gleich mit Medikamenten bek√§mpfen. Bei einer normalen Erk√§ltung k√∂nnen Omas Hausmittel - hei√üer Tee, H√ľhnerbr√ľhe, Fu√üb√§der, Wadenwickel oder Dampfb√§der zum Inhalieren - m√∂glicherweise schon helfen. Bei schweren Symptomen wie hohem Fieber (mehr als 39 Grad), Sch√ľttelfrost oder Erbrechen sollten Patienten allerdings den Arzt aufsuchen.
 
Wer mit Fieber im Bett lag, sollte zudem erst drei Tage komplett fieberfrei sein, ehe es mit dem Lauftraining wieder losgeht. Während der Einnahme von Antibiotika sollte ebenfalls auf Jogging verzichtet werden, zumal Trainieren mit einem geschwächten Immunsystem keine Leistungssteigerung bringt; die Leistungsfähigkeit und die Anpassung an Belastungen sind während der Erkältung herabgesetzt, denn der Körper ist damit beschäftigt, den Infekt zu bekämpfen.
 
Im schlimmsten Fall endet √ľbertriebener Trainingseifer tats√§chlich in einer Herzmuskelentz√ľndung, die sogar zum Tod f√ľhren kann. Dann steckt der K√∂rper voller Viren, die sich bis zum Herz ausbreiten. Theoretisch kann das immer passieren. Doch Belastung erh√∂ht die Gefahr, dass sich der Herzmuskel entz√ľndet. Wer nach einer Erk√§ltung weiterhin √ľber Symptome wie gro√üe M√ľdigkeit, Herzrhythmusst√∂rungen, hohe Pulswerte oder Brustschmerzen klagt, sollte unbedingt ein Arzt konsultieren.
 
Nur bei Gesunden hilft Sport dem Immunsystem
 
Durch Ausdauersport, die angemessene Bekleidung f√ľr kalte Tage und die richtige Einstellung zum Wintertraining kann vielleicht die ein oder andere kleine Erk√§ltung verhindert werden. Das Prinzip, wonach Sport die k√∂rpereigene Abwehr st√§rkt, gilt jedoch nur f√ľr Gesunde. "Wer drei-, viermal pro Woche eine Stunde Sport treibt, st√§rkt sein Immunsystem", sagt Marquardt. "Wer deutlich mehr trainiert, l√§uft dagegen Gefahr, sein Immunsystem auszubremsen." Wer im Winter f√ľr einen Fr√ľhjahrsmarathon trainiert und viele lange L√§ufe macht, sollte daher nach dem Training unbedingt darauf achten, etwa Haltegriffe in der U-Bahn zu meiden, wo sich Bakterien und Viren nur so tummeln. Auch der Besuch eines Rockkonzerts kurz nach einem harten Trainingsprogramm ist keine gute Idee.
 
Viel besser ist es, ausreichend zu schlafen: Das st√§rkt das Immunsystem. Mindestens genauso wichtig ist es, auf eine ausgewogene Ern√§hrung zu achten. "Obst und Gem√ľse geh√∂ren zur Erk√§ltungszeit erst recht auf den Speiseplan", sagt Marquardt. Saisonale Produkte aus der Region enthalten besonders viele Vitamine: Rote R√ľben, Kohlsprossen, Feldsalat oder N√ľsse. Auch Knoblauch, Zwiebeln, Lauch, Kohl, Kresse, Meerrettich und Senf st√§rken die Abwehr, Vitamin C wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus. Eine gro√üe Portion Sauerkraut oder Kohl deckt den Tagesbedarf von Erwachsenen, Zitrusfr√ľchte oder Kiwis sind auch empfehlenswert.
 
Die einfachste Regel, die Läufer nach jedem Training befolgen sollten, lautet: zu Hause sofort raus aus den nassen Klamotten und ab unter die heiße Dusche.
 
Fit durch den Winter mit dem richtigen Training. Achim Achilles hat die besten Lauftrainings der Welt in seinem E-Book "Die Wahl der Qual" zusammengefasst.

Zur kalten Jahreszeit haben fiese Viren und Bakterien Hochkonjunktur. Auch f√ľr den fittesten L√§ufer steigt die Gefahr, sich mit Krankheitserregern anzustecken. Und wenn die Nase l√§uft, der Hals kratzt, der K√∂rper schlapp macht, sind viele Freizeitsportler unsicher, ob sie weiter trainieren d√ľrfen.

L√§ufern mit Triefnase fallen sogleich die Horrorgeschichten ein von den harmlosen Erk√§ltungen, die sich zu lebensgef√§hrlichen Herzmuskelentz√ľndungen auswachsen k√∂nnen. Also lieber die Laufschuhe im Schrank lassen? Andererseits: Wer will schon wegen ein bisschen Schnupfen auf Sport verzichten?

Klar, L√§ufer sollten stets auf ihren K√∂rper achten, egal zu welcher Jahreszeit. Doch in Herbst und Winter gilt das in besonderem Ma√üe, denn durch regelm√§√üiges Training ist der K√∂rper anf√§lliger f√ľr Krankheitserreger. Und es stimmt wirklich: Wer Infektionen ignoriert, dem drohen hartn√§ckige Erkrankungen und lange Trainingspausen; wer dagegen ein paar Ratschl√§ge befolgt, kann trotz Schnupfen weiter laufen ‚Äď oder √ľbersteht Regen, Eis und Frost sogar weitgehend erk√§ltungsfrei.

"Wenn nur die Nase ein wenig läuft, kann man ruhig moderat weiter trainieren. Eine halbe Stunde lockeres Traben sollte aber reichen und man sollte sich etwas wärmer anziehen als sonst", sagt der Mediziner und Laufexperte Matthias Marquardt.

Ist der Nasenschleim aber richtig gelb (ein Indikator etwa f√ľr eine Nasennebenh√∂hlenentz√ľndung) oder treten Symptome auf wie Halsschmerzen oder Fieber, sollte man Sport unbedingt sein lassen. Die Laufschuhe d√ľrfe man dann allenfalls f√ľr einen Spaziergang an der frischen Luft anziehen.

Nach Krankheit unbedingt langsam wieder anfangen

Akute Infektionen der oberen Atemwege m√ľssen Hobbysportler nicht gleich mit Medikamenten bek√§mpfen. Bei einer normalen Erk√§ltung k√∂nnen Omas Hausmittel ‚Äď hei√üer Tee, H√ľhnerbr√ľhe, Fu√üb√§der, Wadenwickel oder Dampfb√§der zum Inhalieren ‚Äď m√∂glicherweise schon helfen.

Bei schweren Symptomen wie hohem Fieber (mehr als 39 Grad), Sch√ľttelfrost oder Erbrechen sollten Patienten allerdings den Arzt aufsuchen. Wer mit Fieber im Bett lag, sollte zudem erst drei Tage komplett fieberfrei sein, ehe es mit dem Lauftraining wieder losgeht.

Während der Einnahme von Antibiotika sollte ebenfalls auf Jogging verzichtet werden, zumal Trainieren mit einem geschwächten Immunsystem keine Leistungssteigerung bringt; die Leistungsfähigkeit und die Anpassung an Belastungen sind während der Erkältung herabgesetzt, denn der Körper ist damit beschäftigt, den Infekt zu bekämpfen.

Im schlimmsten Fall endet √ľbertriebener Trainingseifer tats√§chlich in einer Herzmuskelentz√ľndung, die sogar zum Tod f√ľhren kann. Dann steckt der K√∂rper voller Viren, die sich bis zum Herz ausbreiten. Theoretisch kann das immer passieren.

Doch Belastung erh√∂ht die Gefahr, dass sich der Herzmuskel entz√ľndet. Wer nach einer Erk√§ltung weiterhin √ľber Symptome wie gro√üe M√ľdigkeit, Herzrhythmusst√∂rungen, hohe Pulswerte oder Brustschmerzen klagt, sollte unbedingt ein Arzt konsultieren.

Video: Wie Läufer Erkältungen vermeiden

Sport hilft dem Immunsystem

Durch Ausdauersport, die angemessene Bekleidung f√ľr kalte Tage und die richtige Einstellung zum Wintertraining kann vielleicht die ein oder andere kleine Erk√§ltung verhindert werden. Das Prinzip, wonach Sport die k√∂rpereigene Abwehr st√§rkt, gilt jedoch nur f√ľr Gesunde. "Wer drei-, viermal pro Woche eine Stunde Sport treibt, st√§rkt sein Immunsystem", sagt Marquardt.

"Wer deutlich mehr trainiert, l√§uft dagegen Gefahr, sein Immunsystem auszubremsen." Wer im Winter f√ľr einen Fr√ľhjahrsmarathon trainiert und viele lange L√§ufe macht, sollte daher nach dem Training unbedingt darauf achten, etwa Haltegriffe in der U-Bahn zu meiden, wo sich Bakterien und Viren nur so tummeln.

Auch der Besuch eines Rockkonzerts kurz nach einem harten Trainingsprogramm ist keine gute Idee.

Schlafen und ausgewogen essen

Viel besser ist es, ausreichend zu schlafen: Das st√§rkt das Immunsystem. Mindestens genauso wichtig ist es, auf eine ausgewogene Ern√§hrung zu achten. "Obst und Gem√ľse geh√∂ren zur Erk√§ltungszeit erst recht auf den Speiseplan", sagt Marquardt.

Saisonale Produkte aus der Region enthalten besonders viele Vitamine: Rote R√ľben, Kohlsprossen, Feldsalat oder N√ľsse. Auch Knoblauch, Zwiebeln, Lauch, Kohl, Kresse, Meerrettich und Senf st√§rken die Abwehr, Vitamin C wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus.

Eine gro√üe Portion Sauerkraut oder Kohl deckt den Tagesbedarf von Erwachsenen, Zitrusfr√ľchte oder Kiwis sind auch empfehlenswert. Die einfachste Regel, die L√§ufer nach jedem Training befolgen sollten, lautet: zu Hause sofort raus aus den nassen Klamotten und ab unter die hei√üe Dusche.

 

Lese-Tipp: Fit durch die k√ľhle Jahreszeit mit dem richtigen Training. Achim Achilles hat die besten Lauftrainings der Welt in seinem E-Book "Laufen und Trainieren" zusammengefasst

 

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