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Frankfurt-Marathon 2012: Humpelnder Makau, federnder Achim

Geschrieben von: Frank Joung
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Dass Marathon-Weltrekordler Patrick Makau den Frankfurt-Marathon gewinnen würde, war vorhersehbar. Für positive Überraschungen sorgten die deutschen Läufer: Lisa Hahner gab ein tolles Debüt, Sören Kah lief Bestzeit und Achim – kam ohne Krämpfe ins Ziel.

 

Bei nahezu sibirienartigen Wetterverhältnissen und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt war von vornherein klar. Um Weltrekord wird in Frankfurt nicht gelaufen. Zumindest regnete und schneite es am Renntag nicht.

So sagte auch Patrick Makau, nachdem er in 2:06:08 Stunden das Rennen für sich entschied: "Es war hart. Ich habe erst bei Kilometer 35 gedacht, dass ich gewinnen kann." Der durchschnittliche Marathoni kann bei dieser Kilometerzahl gar nicht mehr klar denken. Makau hatte auch Schwierigkeiten, fasste sich während des Laufs ständig an den Oberschenkel. Erst zum Ende kämpfte er sich an die Spitzengruppe heran und fing den führenden äthiopischen Ausreißer Deressa Chimsa wieder ein. Drei Kilometer vor der Ziellinie hatte er ihn, Chimsa kam als Zweiter und mit 44 Sekunden Rückstand ins Ziel. Für Makau hat sich der Endspurt gelohnt. 30.000 Euro Preisgeld heimste der Kenianer ein.

Lisa Hahner gibt starkes Debüt, Sören Kah mit Bestzeit

Eine der positivsten deutschen Läufergeschichten 2012 ist der Aufstieg des Sören Kah. Der Lokalmatador lief mit starken 2:13:57 persönliche Bestzeit, kam auf den 16. Platz und bestätigte seinen Ruf als neue deutsche Lauf-Hoffnung. Bereits beim Hamburg-Marathon hatte er ein starkes Rennen abgeliefert. Auch bei den Frauen gab es ein tolle Geschichte zu erzählen.

Lisa Hahner, 22, gab ihr Marathondebüt und kam als Achte ins Ziel. "Ich liebe den Marathon", gab sie hinterher lächelnd zu Protokoll. Ihre Zwillingsschwester Anna hatte bereits beim Düsseldorf-Marathon im Frühjahr für Aufsehen gesorgt. Anna lief 2:30:14 und verfehlte nur knapp die Olympianorm, Lisa lief 2:31:28. Bei den Frauen siegte die Meselech Melkamu aus Äthiopien. Sie stellte gleich bei ihrem Marathon-Debüt mit 2:21:01 Stunden einen Streckenrekord auf.

Achim Achilles ohne Krämpfe ins Ziel

Für Wunderläufer und Marathon-Sorgenkind Achim Achilles dagegen ging es nur darum, die Schmach vom Berlin-Marathon 2011 vergessen zu machen. Damals lief Achilles in persönlicher Rekordzeit – bis die Beine nicht mehr wollten und ihn mit Killerkrämpfen in die Knie zwangen. Er kam zwar ins Ziel, brauchte aber für die letzten zwei Kilometer fast eine halbe Stunde und überbot die 4-Stunden-Marke locker.

Mit einem nötigen Trainingswechsel und einer neuen, entspannteren Einstellung schaffte es Achilles tatsächlich, das Rennen relativ locker anzugehen und hinten heraus, wenn nicht den inneren Kenianer, zumindest den inneren Westfalen zu zünden. Diesmal kam er mit einer Art Lächeln ins Ziel und holte sich seine Medaille stehend ab – einziger Wermutstropfen: Auch bei seiner neuen persönlichen Bestzeit steht die Vier ganz vorne. 4:00:50 Stunden sind aber keine Schande. Man braucht ja auch Ziele für den nächsten Marathon.

 

Fotos vom Frankfurt-Marathon 2012 findet ihr bei den Sportkollegen von Brooks: http://runhappy.de/gal

 

 

 

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