Runner's High: Sechs Fakten

Geschrieben von: Wendelin H├╝bner
Anna und achim achilles

Wenn L├Ąufer sich ausgiebig qu├Ąlen, belohnt sie ihr K├Ârper mit Endorphin. Die k├Ârpereigene Substanz wirkt wie eine Droge. Warum das so ist, was hinter dem Runner's High steckt und wann man ihn bekommt, steht hier. Sechs Achim-Achilles.de-Fakten. 

1. Schmerzgrenze ├╝berwinden

Wer in den Genuss des Runner's High kommen will, muss daf├╝r seine Schmerzgrenze ├╝berwinden ÔÇô und zwar deutlich. Erst wenn der K├Ârper weit ├╝ber das ertr├Ągliche Ma├č gen├Âtigt wird Leistung zu bringen, sch├╝ttet er k├Ârpereigene Substanzen aus, die rauschhafte Zust├Ąnde ausl├Âsen. Auch in anderen Sportarten kommt es zu einem ├Ąhnlichen Effekt. Sportler wie Fu├čball- oder Basketballspieler berichten von einem "Flow"-Moment. Wenn alles flie├čt und scheinbar m├╝helos klappt.

2. Warum kommt es zum Runner's High?

Der Organismus hat einen guten Grund f├╝r die Aussch├╝ttung dieser k├Ârpereigenen Substanzen: Sie ist eine Art Schutzmechanismus. Der Zauberstoff hei├čt Endorphin, lindert Schmerzen und wirkt euphorisierend.

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3. Wann ist es soweit?

Diesem schmerzfreien Zustand laufen viele L├Ąufer ein ganzes Leben lang hinterher und erreichen ihn nie. Vermutlich, weil sie ihre Leistungsgrenze nicht ├╝berschreiten. Diejenigen, die ein Runner's High erleben, erreichen diesen Zustand nach rund einer Stunde Laufen.

4. Suchtgefahr 

Endorphin ├Ąhnelt in seiner chemischen Struktur und seiner biologischen Wirkung dem Morphin. Morphin wird in der Medizin als schmerzstillendes Mittel eingesetzt und ist wie Endorphin ein Opioid. Das Problem bei Opiaten: Sie k├Ânnen abh├Ąngig machen. Durch die regelm├Ą├čige Aussch├╝ttung von Endorphin gew├Âhnt sich der K├Ârper an seine eigene Droge und will immer wieder diesen Zustand des Endorphinrausches erreichen. Wenn ein endorphinerfahrener L├Ąufer nicht l├Ąuft, bekommt er Entzugserscheinungen. In den meisten F├Ąllen sind das Depressionen.

5. Was die Forschung sagt

Lange Zeit haben Wissenschaftler am Runner's High gezweifelt. Zumindest an der Darstellung, dass daf├╝r k├Ârpereigene Opioide verantwortlich sein sollen. Nuklearmediziner, Neurologen und An├Ąsthesisten der Universit├Ąt M├╝nchen und Bonn verifizierten die These. Sie gaben zehn Langstreckenl├Ąufern die radioaktive Substanz Diprenorphin.

Dieser Stoff dockt an die Opiat-Rezeptoren im Gehirn an. Wenn das Gehirn Endorphine aussch├╝ttet, hat das Diprenorphin keine M├Âglichkeit, sich festzusetzen. Mit einer Positronen-Emissions-Tomographie (PET) lie├čen sich die Diprenorphin-Bindungen im Gehirn sichtbar machen. Durch den Vergleich der Bilder vor und nach einem zweist├╝ndigen Lauf ermittelten die Forscher eine verminderte Bindung von Diprenorphin.  

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