Motivation beim Sport: Antreiber, Strategien, erfolgreiche Athleten

Mann auf Berg

Viele Sportler folgen beim AusĂŒben ihrer Disziplin einer bestimmten Intention. Ein Berg soll erklommen, eine Zeit soll unterboten oder eine Distanz soll vergrĂ¶ĂŸert werden. Doch wie kommt die Motivation zustande und welche Rolle ĂŒbt sie beim Sport aus? Im Folgenden werden Grundbegriffe erlĂ€utert und gezeigt, dass Motivation beim Sport nicht nur von einzelnen Disziplinen abhĂ€ngig ist.

Genetik und BedĂŒrfnis - Die Grundlagen der Motivation

Zwischen genetischer Veranlagung und innerem BedĂŒrfnis

Motivation bezeichnet ein Zusammenspiel von mehreren BeweggrĂŒnden, das darin resultiert, dass eine Handlung ausgefĂŒhrt wird. ZunĂ€chst wurde die Ursache von Motivation in der genetischen Veranlagung gesucht, zum Beispiel fĂŒr den Greifreflex von Kindern.

Dennoch ist die Motivation ein komplexerer Vorgang, welcher letztendlich auch eigene BedĂŒrfnisse befriedigt (Hunger, Durst etc.).  Doch Motivation kann auch dann entstehen, wenn BedĂŒrfnisse bereits befriedigt sind. An dieser Stelle kommen Emotionen ins Spiel.

Wenn diese neuronal optimal aktiviert werden, kommt es zur AusfĂŒhrung einer bestimmten Handlung. Emotionen sind als Empfindungen unter Zusatz einer bestimmten Zielsetzung schließlich als Motiv zu bezeichnen. Die Gesamtheit der Motive nennt sich schlussendlich Motivation und ist verantwortlich fĂŒr das Handeln von Menschen.

Regulierung der inneren Antreiber

Der Begriff der inneren Antreiber entstammt der Psychotherapie und meint gewisse Handlungsmuster von Individuen, die einzig existieren, um Sicherheit bei Lösungsfindungen zu ermöglichen. Das bedeutet,  einzelne Menschen bevorzugen immer eine bestimmte Handlungs- oder Denkweise, wenn sie vor einem Problem stehe

Innere Antreiber werden oft im Imperativ formuliert. Die weit verbreiteten sind:

 

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Den meisten Menschen dĂŒrften solche Gedanken bekannt vorkommen, wobei AusprĂ€gungsstĂ€rke und –gleichgewicht variieren. Außerdem tritt oft eine Gewichtung zugunsten bestimmter Antreiber hervor.

Perfektionismus lĂ€sst sich heutzutage allenthalben beobachten. Nicht nur in der Arbeitswelt, sondern auch im Privaten muss fĂŒr viele Menschen alles immer makellos sein.

Nichtsdestoweniger handelt es sich bei Perfektion aber eigentlich zwangslĂ€ufig um ein Konzept, welches sich gar nicht erst erreichen lĂ€sst. Eine Fixierung auf diesen Antreiber, der Perfektion verlangt, kann also zu hohem Stress fĂŒhren. Bei einer Störung des seelischen Gleichgewichts besteht bei Sportlern ein erhöhtes Verletzungsrisiko.

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Der Antreiber 'Mach es allen recht!' richtet sich auf die Umgebung eines Individuums. Konflikte werden vermieden und es kann sogar bis zu einem gewissen Grad an Selbstverleugnung kommen, um fĂŒr andere möglichst gefĂ€llig zu sein. Wer die eigenen BedĂŒrfnisse konstant verdrĂ€ngt, setzt sich selbst einem hohen Stress aus (Foto: fotolia.com © WavebreakmediaMicro (#81351819))

Der Antreiber des Anstrengens kann bei vielen Menschen die Sorge hervorrufen, sie könnten auf ihr Umfeld unbeschÀftigt wirken. So verliert sich oft die Lockerheit bei der eigenen BetÀtigung und Projekte werden krampfhaft angegangen.

Der Antreiber 'Sei stark!' ist verantwortlich fĂŒr das Streben nach grĂ¶ĂŸtmöglicher UnabhĂ€ngigkeit. Bei einer allzu starken AusprĂ€gung kann die FĂ€higkeit, von anderen Hilfe anzunehmen, verloren gehen. Wer hingegen darauf zielt, immer alles schnell machen zu mĂŒssen, kann im Endeffekt zu unĂŒberlegten Handlungsschritten tendieren.

FĂŒr Sportler ist das Bewusstsein ĂŒber die eigenen Antreiber durchaus sinnvoll. Nicht selten streben Leistungssportler nach Perfektion in ihren BewegungsablĂ€ufen oder versuchen möglichst unabhĂ€ngig und effizient zu arbeiten.

 

Motivationsmessung im Sport

Zur Messung von Motivation einzelner Sportler und Trainer nutzt das Bundesinstitut fĂŒr Sportwissenschaft diverse Fragebögen wie beispielsweise:

Der SOQ-Fragebogen wurde bereits 1988 von Gill und Deeter (Titel: „Sport Orientation Questionnaire) entwickelt und 2001 ins Deutsche ĂŒbersetzt. Er sucht nach individuellen Motiven der Leistungsorientierung. 

Der Fragebogen besteht aus insgesamt 25 Fragen, die sich in die Kategorien Wettkampforientierung, Siegorientierung und Zielorientierung eingliedern. Die erste Kategorie untersucht, ob Athleten generell Spaß an WettkĂ€mpfen haben.

Die Siegorientierung hingegen hinterfragt, ab wann Sportler mit ihrer Leistung zufrieden sind. Die Zielorientierung ist besonders ausgeprÀgt, wenn die eigene Leistungsverbesserung im Vordergrund steht.

Die Langversion des AMS-Sport besteht aus je 15 Fragen zu den Feldern Hoffnung auf Erfolg und Furcht vor Misserfolg. Wer hohe Punktzahlen im ersten Bereich hat, motiviert sich durch den Anspruch, die eigenen Leistungen zu ĂŒberbieten oder sich mit anderen zu messen.

Bei hohen Punktzahlen im Bereich Furcht vor Misserfolg werden Sportler durch die Angst vor Versagen motiviert. Beide Werte werden gegeneinander aufgerechnet und ergeben somit die Nettohoffnung, die aussagt, inwiefern ein Sportler zuversichtlich hinsichtlich Leistungsmessungen ist.

Der Handlungsorientierungsfragebogen-Sport (HOSP) erforscht die Handlungsorientierung eines Sportlers. Ein hoher Wert zeigt, dass ein Sportler sich grĂ¶ĂŸtmöglich auf die AusfĂŒhrung einer bestimmten Handlung fokussieren kann, bei einem niedrigen Wert ĂŒberwiegt die Reflektion von teils imaginĂ€ren Szenarien. Untersucht wird die Handlungsorientierung nach Misserfolgen, Planungen und Erfolgen.

 


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