Wenn die Zeitmessung versagt: Chaos beim Double Ultra Triathlon in Emsdetten

Geschrieben von: Julia Schweinberger
Birgit Schmidt-Böse auf dem Rad

Der Double Ultra Triathlon in Emsdetten sollte das Highlight werden für viele Triathleten. Doch dann setzte die Rundenzählung aus, die Veranstaltung wurde abgebrochen. Eine Katastrophe für die Sportler.

Nach 30 Stunden Schwimmen, Radfahren und Laufen brach Birgit Schmidt-Böse zusammen. All die Enttäuschung musste raus. „Es ist so bitter, ich habe alles auf diesen Tag ausgerichtet.“ Ein Jahr lang hatte sich die 45-Jährige aus Gütersloh intensiv für dieses Rennen vorbereitet. Arbeitete nur vier statt fünf Tage in der Woche. Trainierte in jeder freien Sekunde, 20 bis 25 Stunden in der Woche.

Obsessive Vorbereitung für ein Ziel

Sogar ihren Urlaub verbrachte sie im Trainingscamp – auf Mallorca. Sie hatte sich obsessiv darauf vorbereitet, dass ihr Körper den unglaublichen Strapazen des Double Ultra Triathlon Rennens Stand hält, dass er arbeitet wie eine Maschine. Doch dann streikte die Maschine – der Computer der Zeitmessung – und all die Arbeit war umsonst. Darauf war sie nicht vorbereitet gewesen.

7,6 km Schwimmen, 360 km Rad und 84,4 km Laufen. An einem Stück. Nacheinander. Die Gesamtstrecke ist länger als die Entfernung zwischen Frankfurt und München. Das ist der Double Ultra Triathlon – ein doppelter Ironman. Im kleinen beschaulichen Emsdetten, in Westfalen an der Ems, sollte diese Triathlon-Spektakel – das erste und einzige in Deutschland – stattfinden. Es fand statt, aber es wurde nie beendet.

"Hauptsache unter 34 Stunden bleiben"

Um 7 Uhr morgens an jenem Samstagmorgen Mitte Juni fällt der Startschuss. 40 Athleten und ihre Teams hatten sich für den Start gemeldet. Darunter Profisportler, die Weltcup-Punkte sammeln wollten. Aber auch Hobbytriathleten, für die nur eins zählt: Finishen. "Mir ging es nur darum, einmal im Leben einen solchen Wettkampf mitzumachen und ins Ziel zu kommen", erklärt Birgit Schmidt-Böse. Ihr Ziel: unter 34 Stunden bleiben.

Zunächst läuft alles nach Plan. Die Veranstalter sind zufrieden, die Zuschauer jubeln, die Sportler schwimmen, fahren Rad. Kurz nach Mitternacht, da sind die Sportler schon 17 Stunden unterwegs, wechselt der erste Triathlet vom Rad auf die Laufstrecke. Da beginnt das Problem.

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