Weltrekord: Dennis Kimetto gewinnt Berlin-Marathon 2014

Geschrieben von: Frank Joung
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Dennis Kimetto gewinnt ein faszinierendes Marathonrennen in Berlin und bricht den Weltrekord vom vergangenen Jahr in 2:02:57. Auch der Zweite, Emmanuel Mutai, bleibt mit 2:03:13, unter dem alten Rekord.

Die Bedingungen beim 41. Berlin-Marathon waren optimal: kühl, sonnig, kaum Wind. Und das Rennen hielt, was es versprach. Natürlich Wahnsinnstempo. Am Ende gewinnt Dennis Kimetto aus Kenia in beeindruckender Manier – und neuer Weltrekordzeit. Der erste Läufer, der unter 2:03 bleibt bei einem Marathon: 2:02:57. Wahnsinn.

Auf Platz 2 läuft Emmanuel Mutai (2:03:13), Platz 3 geht an den Äthiopier Abera Kuma (2:05:56).

Probleme an den Verpflegungsstationen

Das Rennen läuft zu Beginn unrund. Die Spitzengruppe um die afrikanischen Läufer hemmt sich gegenseitig bei den Verpflegungsstationen und verliert einige Sekunden auf die Weltrekordzeit. Doch die Läufer bleiben auf Kurs.

Dann die erste Überraschung: Tsegaye Kebede, einer der Mitfavoriten aus Äthiopien, muss schon bei rund 19 KM abreißen lassen. Ab KM 30 gehen die Tempomacher aus dem Rennen und die kenianische Spitzengruppe aus Emmanuel Mutai, Geoffrey Kamworor und Dennis Kimetto stürmt nach vorne. In Weltrekordzeit.

Um KM 30 geht es vorne richtig gut zur Sache. Die drei Spitzenläufer belauern sich und starten immer wieder Attacken. Kimetto und Mutai ziehen ab KM 34 davon, Kamworor lässt die anderen laufen. Kimetto und Mutai liefern sich weiter ein Showdown der Weltklasse.

Vier Kilometer vor dem Ziel, kurz vor dem Potsdamer Platz, geht Kimetto nach vorne. Mutai bleibt erst dran, muss dann aber doch abreißen lassen. Kimetto gewinnt und schlägt den erst ein Jahr alten Weltrekord von Wilson Kipsang. "Das ist ein großer Tag für mich. Ich bin glücklich", sagt der Sieger.

Falk Cierpinski lieferte ein sehr flüssiges Rennen, musste sich kurz sortieren, nachdem er auf dem Dixie-Klo geweilt hatte. Die Pacemaker warteten – und so ging's weiter, auch in sehr ordentlichem Tempo. Am Ende lief er als schnellster Deutscher auf Platz 19. Seine Zeit: 2:17:25.

Frauen: Tsegaye gewinnt, Hahner auf Platz 7

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Tirfi Tsegaye aus Äthiopien gewinnt nach einem cleveren taktischen Rennen: 2:20:18. Auf Platz 2 läuft Landsfrau Feyse Tadese mit neun Sekunden Abstand (Foto: Norbert Wilhelmi). Die US-Amerikanerin Shalane Flanagan läuft zwar persönliche Bestzeit, verpasst aber ihr Ziel, den nordamerikanischen Marathonrekord (2:21:14).

Bei Anna Hahner gab es anfänglich kurz Schwierigkeiten. Bei KM 6 stieg einer der drei Tempomacher aus. Aber dann lief die Zwillingsschwester von Lisa ein sehr flüssiges Rennen. Am Ende sprang ein toller Platz 7 heraus und eine neue persönliche Bestzeit: 2:26.44. Und das alles mit einem Dauerlächeln.

Mikitenko gibt Abschied bekannt

Nebenbei gab Irina Mikitenko, die nur zuschaute, aber in Berlin viele Erfolge feierte, noch ihren Abschied bekannt. Mit Tränen in den Augen. Wir ziehen den Hut vor 25 Jahre Leistungssport.

Bei den Handbikern gewann der Niederländer Jetze Plat bei seinem ersten Marathon. Seine Zeit: 1:03:37. Bei den Frauen siegte Christiane Reppe in 1:10:23. Alle Ergebnisse gibt es auf der Website vom Berlin-Marathon.

Fotos vom Berlin-Marathon 2014

Dennis Kimetto ist neuer Marathon-Weltrekordler.

Alle Fotos: Norbert Wilhelmi