Road to Roth (3): Und das ganze Leben wird zur Challenge

Geschrieben von: Guido Kleemann

Guido geht dieses Jahr bei der Challenge Roth an den Start. Er ist top motiviert – doch das Training läuft nicht wie geplant. Der dritte Teil seines "Road to Roth"-Blogs.

Seit feststeht, dass ich in Roth starte, hat sich meine Motivation zum Training schlagartig erhöht. Motivation schöpfe ich einerseits aus dem Ziel die Challenge Roth zu finishen. Ich habe zudem aber auch das riesige Glück im ersten und größten Triathlonverein Berlins, den Weltraumjoggern, Jugendwart zu sein.

Im Trainingslager mit 30 Kids

Und die haben mich auch gleich anfang Februar mit ins Schwimm- und Lauf- Trainingslager nach Lindow genommen. Und wie cool ist das denn mit 30 Kids ins Trainingslager zu fahren und selbst mittrainieren zu können.

Klar ist das kein klassisches Trainingslager, in dem man sich nur auf sein eigenes Training konzentrieren kann. Aber neben der Betreuertätigkeiten blieb genug Zeit ein paar Schwimmkilometer zu sammeln und Laufen geht ja sowieso immer.

Leider habe ich es dann leider von Null auf Hundert etwas übertrieben. Zwar waren meine Muskeln an längere und langsame Trainingseinheiten gewöhnt wohl nicht aber an die kurzen schnellen der Kids angepasst.

Und so kam es, wie es kommen musste. Nach einer morgendlichen 8 Kilometer Laufrunde um den örtlichen See und anschließendem Sprint- und Intervalltraining kam ich mit einer Oberschenkelmuskelverhärtung nach Hause.

Mist, die Trainingseuphorie war erstmal dahin. Pause, Eis, Compression, Hochlagern... Aber Hey, der Sport heiĂźt doch bestimmt auch Triathlon damit der verletzte Sportler immer eine der drei Disziplinen ausĂĽben kann. Also kein Grund TrĂĽbsal zu blasen.

Schwimmen mit Pullbuoy (Schwimmhilfe) ging gleich wieder, Radfahren nach einer Woche mit verminderter Belastung und Laufen nach zwei Wochen. Und zwischendrin immer wieder Athletik und fĂĽr den Oberschenkel gezielten Muskelaufbau. Das war nun der erste RĂĽckschlag.

Merke: Bei aller Euphorie, es bringt nichts zu übertreiben mit ungewohnten Belastungen. Dann habe ich genau das Gegenteil erreicht von dem was ich wollte, nämlich jede freie Minute mit Training verbringen und nicht mit Verletzungen heilen.

Regeneration und Physio auf der Rolle

Als im Februar alles wieder im grünen Bereich war, die Einheiten wieder länger wurden und ich mal wieder am Teltowkanal mit Hund Holly auf Gassilaufrunde war, der nächste Schock: Kurz nicht aufmerksam gewesen und nicht geschaut, wo ich hintrete. An einer Wurzel passierte es dann und der rechte Fuß knickte nach außen.

Der erste Schmerz ließ schlimmstes erahnen und erinnerte mich an meinen Bänderriss von vor 10 Jahren. Aber puh, nach Hause weiterlaufen geht noch, also ganz so schlimm schien es nicht zu sein. Trotzdem wieder kühlen, hochlegen. Ich merkte wie schnell Ungeplantes dazwischen kommen kann auf meinem Weg nach Roth.

Wie muss das für die Profis sein, die damit Ihr Geld verdienen? Und zu viel längere Pausen darf ich mir auch nicht erlauben wenn ich im Juli fit sein will/muss. Gut erinnere ich mich an früher als im Jugendlichen Leichtsinn Überbeanspruchungen noch von allein vergingen, weil sich der Körper noch gut selbst heilen konnte. Mit fast 50 muss man da aktiv nachhelfen und Geduld haben.

Und zu meinem Glück habe ich mit Raimond Igel einen hervorragenden Physio, der mit seine Faszienbehandlung zwar nicht nur Freude, sondern vor allem Schmerzen bereitet aber wirklich goldene Hände hat, was ihn zum Chefphysio im Deutschen Leichtathletikteam in Rio machte.

Und so haben die kleinen Verletzungen auch zu einem Umdenken geführt und Athletik, Rolle & Co als aktive Regeneration noch mehr in den Vordergrund gestellt. Außerdem heißt ab jetzt immer vorgewärmt und nachgestretcht, in der Hoffnung, dass es was bringt.

Und wenn es doch mal wieder irgendwo zwickt mach ich es nach Anleitung von Raimond und quäle mich mit Triggerpunktbehandlung und Rolle einfach selbst. Eine perfekte Eigenbehandlung auch für die Kinder und die Ehefrau.

"Wir sind nicht beim Warmbadetag"

Mein nächster Motivator: Training in der Gruppe. Da sich meine Begeisterung fürs Schwimmen in Grenzen hält, was einerseits dem ständigen Frieren und andererseits meinen begrenzten Fähigkeiten geschuldet ist, steht nun möglichst 2 mal die Woche Schwimmtraining im Verein auf dem Programm.

Gemeinsam mit gleichgesinnten Vereinskollegen ziehen wir unsere Bahnen nach Trainingsplänen und eines weiß ich. Ohne die anderen Mitstreiter würde ich sicherlich so manche Schwimmeinheit das viel zu kalte Wasser früher verlassen.

Ja, Berlin muss sparen, aber mir kann keiner sagen, dass das Wasser in den Bädern "Hütte" und "Fincke" nicht zu kalt ist.

Aber wie die tüchtigen Bademeister betonen sind wir ja nicht am Warmbadetag und Sportschwimmer mögen es kühler. Na ja, aber ohne Training gehts halt nicht. Also reingesprungen und warmgeschwommen.

Und da wären wir schon beim nächsten Motivationsfaktor: Belohnung. Schwimmen macht hungrig und ich freue mich jedes mal auf die Schokolade danach.

Motivation: Neue Laufschuhe und Klamotten

Und natĂĽrlich motiviert es auch, sich mal was Neues zum Anziehen zu shoppen. In meinem Fall neue Laufschuhe und Klamotten.

Bei den Laufsachen musste ich einfach aufrĂĽsten, da ich nur ĂĽber ein vernĂĽnftiges Paar Laufschuhe verfĂĽgte und bei 40 Laufkilometern die Woche verschiedene Schuhe fĂĽr Abwechslung sorgen sollen.

Also trage ich nun 3 paar verschiedene Laufschuhe und wechsele munter durch. Und als schöner Nebeneffekt habe ich im Nachhinein gelesen, dass Sebastian Kienle den gleichen Schuh auf Hawaii im letzten Jahr trug.

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Foto: Guido Kleemann

Und das Schönste meiner Trainingsvorbereitung kommt jetzt. Wenn dieser Artikel veröffentlicht wird, weile ich für 10 Tage im nächsten Trainingslager auf Mallorca. Gemeinsam mit den Jugendlichen des Berliner Triathlon Kader und vielen anderen aus unserem Verein sollen die ersten längeren Trainingsreize gesetzt werden. Darauf freue ich mich schon und hoffe ich bleibe von Wehwehchen verschont.

Wie es war und wie es weitergeht lest Ihr im nächsten Blog.

 

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