10 Januar 2011 00:00
Abnehmen
Mehr als 1000 verschiedene Diäten versprechen den schnellen Weg zum Traumgewicht. Doch wer danach isst wie zuvor, kann schnell Opfer des Jojoeffekts werden. Achim Achilles erklärt, wie Diät und Lauftraining zu harmonisieren sind.
In den ersten Wochen einer strengen Diät verliert man das meiste Gewicht in Form von Wasser. Damit gehen auch wertvolle Mineralstoffe verloren, und der Organismus schaltet auf Sparflamme. Der Körper verheizt Muskelmasse. Erst nach zwei Wochen greift er seine Fettreserven an. Fasten, also der absichtliche Entzug lebenswichtiger Nahrungsinhaltsstoffe, bedeutet für den menschlichen Körper Stress. Hunger ist für Läufer vor allem in Wettkampfphasen kontraproduktiv.
Die Folge: zu wenig Vitamine, Mineralien-, Kohlenhydrat- und Ballaststoffmangel und vor allem Kohldampf. Schlechte Laune, einen trägen Darm und müde Muskeln gibt es gratis dazu. Eine einigermaßen sinnvolle Variante dieser Diät ist eine Veränderung der Essgewohnheiten. So könnte man aus FDH ein IDR – "Iss das Richtige" – machen, mit dem Ziel: weniger Fett, mehr Kohlenhydrate, mehr Sport.

Vier Wochen lang nur Obstsaft und Gemüsebrühe (ca. 250 Kalorien pro Tag) – Heilfasten soll entschlacken, entgiften und seelisch reinigen. Auch wenn diese Effekte in Einzelfällen auftreten, sind viele positive Wirkungen wissenschaftlich kaum belegt – von Probanden aber dennoch gefühlt. Laufen ist zwar nicht verboten während der Fasterei, ob man aber von der Stelle kommt, muss jeder selbst ausprobieren. Mit einem systematischen Lauftraining ist das Heilfasten kaum vereinbar.
Das Prinzip: wenige Kohlenhydrate, aber viele Fette und Proteine essen. Grundsätzlich verträgt mich Lauftraining mit der Atkins-Diät. Aber die längerfristigen Effekte sind noch wenig bekannt. Da der Körper mehr Wasser verliert, muss ordentlich getrunken werden. Am Tag vor dem langen Lauf sollte man vom Diätplan absehen und extra viele Kohlenhydrate aufnehmen. Wer wirklich viel läuft, wird nach drei Tagen ohne Kohlenhydrate die Hufe kaum mehr hochkriegen.
Kohlenhydrate und Eiweiß dürfen nicht zusammen gegessen werden, sondern nur mit Gemüse, Milchprodukten und Ölen kombiniert werden. Für den heilsamen Effekt der getrennten Verstoffwechselung fehlen zwar wissenschaftliche Beweise, es spricht jedoch nicht dagegen, sich nach dem Trennkostprinzip zu ernähren, sofern die Ernährung abwechslungsreich ist. Wenn man nicht zu sehr an Kalorien spart, dürfte das Laufen kein Problem sein. Sinnvoll ist eine Kohlenhydrateinheit vor dem Laufen.
Jedes Lebensmittel wird einem bestimmten Punktewert zugeordnet, der abhängig ist vom Eiweiß-, Fett-, Kohlenhydrat- und Ballaststoffgehalt eines Lebensmittels. Beim allwöchentlichen Weight-Watchers-Treffen gibt’s Motivationshilfe. Das ist allerdings nicht ganz billig. Deshalb: Weight Watchers kann man getrost durch Marathonvorbereitung ersetzten. Da klatscht zwar keiner, aber manche nehmen währenddessen bis zu 20 Kilo ab.
Übrigens: Amerikanische Wissenschaftler am Staatlichen Gesundheitsinstitut haben in einer Studie verschiedene Diäten miteinander verglichen. Das Ergebnis: Wer Sport treibt und Lebensmittel isst, die kalorienarm und gut für das Herz-Kreislauf-System sind, hat den idealen Weg zum Abnehmen eingeschlagen. Das Verhältnis von Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten in der Ernährung ist dagegen nicht entscheidend.

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Hat jemand eine Idee, wie ich eine solche Problemsituation am Besten nutze? Was sollte ich sinnvollerweise zu mir nehmen ( und dabei Bier und Wodka völlig sein lassen )?
Danke für Tipps aller Art!