30 November 1999 02:00
Jeder kennt die Predigt von den fünf kleinen Mahlzeiten, die gesünder seien als wenige üppigere Portionen. Eine neue Studie behauptet jetzt aber das Gegenteil: Kleine Zwischenhappen machen eher dick. Dürfen wir nun also wieder reinhauen?
Freunde ausgiebiger Mahlzeiten dürfen offenbar aufatmen: Forscher von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich vertreten die Meinung, dass drei Hauptmahlzeiten der Figur besser bekommen als fünf kleine Zwischengänge. Die Schweizer hatten in einer Studie festgestellt, dass wer zu häufig isst, offenbar leichter träge und antriebslos wird. Der Bewegungsmangel ziehe schließlich Fettleibigkeit und Diabetes nach sich, schreiben die Experten in der Fachzeitschrift "Nature".
Wie isst man nun aber richtig? Die Wissenschaftler raten, jegliche Knabbereien zwischen Frühstück, Mittagessen und Abendbrot weg zu lassen – Süßigkeiten sowieso, aber auch vermeintlich gesunde Snacks. "Lieber wenige Male richtig essen und dazwischen auch dem Hunger Raum lassen", empfiehlt Professor Markus Stoffel, der die Studie leitete.
Dass Nascherei dick macht, hängt mit der Aktivität eines bestimmten Proteins zusammen: Foxa2 steuert den Bewegungsdrang und beeinflusst den Stoffwechsel. Das Protein wird jedoch unterdrückt, wenn wir durch viele Snacks unseren Insulinspiegel hoch halten. Sinkt der Insulinspiegel dagegen, stimuliert Foxa2 im Gehirn den Bewegungsdrang – der Mensch macht sich ans Jagen und Sammeln, verbrennt Fett.
Die Wissenschaftler hatten die Wirkung von Foxa2 an Mäusen getestet. Genetisch veränderte Mäuse, bei denen das Protein permanent aktiv war, bewegten sich fünfmal mehr als normale Mäuse und waren muskulöser.
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